Rasenfunk Royal - Saisonrückblick 17/18 Hamburger SV


#1

Es ist wieder soweit. Zwischen dem 14. Mai und dem 23. Mai zeichne ich die Royal-Segmente zu allen Bundesligisten auf. Wie immer in einer völlig undurchschaubaren Reihenfolge.

Ich freue mich auch diesmal über Fragen und Input eurerseits. Wie ihr wisst, ist alles rund um den Royal mit hohem Aufwand verbunden - von euch unterstützt zu werden bei der Vorbereitung, hilft mir da sehr.

Folgende Dinge sind für mich interessant:

  • Welche Spiele waren für den Verein besonders wichtig in der Saison (wie war der Saisonverlauf)?
  • Wie hat sich der Kader bewährt, mit Blick auf Neuverpflichtungen zu Beginn der Saison und generell?
  • Gab es wichtige Themen abseits des Platzes?
  • Wie war die Stimmung bei Fans und Umfeld?

Die Gäste werden wieder eigene Stichpunkte mitbringen, anhand derer wir uns durch die Saison hangeln. Da könnt ihr gerne auch Vorschläge machen, vielleicht schaut der/die ein oder andere hier ja vor seiner/ihrer Aufzeichnung rein.

Die Bonusfrage ist dieses Mal: Die Saison deines Vereins als Seriencharakter - wer ist es und warum?

Da die Bonusfragen immer sehr knifflig sind, freuen sich die Gäste hier sicher auch über Vorschläge. Es bleibt dann ihnen überlassen, ob sie sich daran orientieren oder nicht.

Danke für eure Mithilfe!


#2

Ich werd hier noch meinen Beitrag schreiben, wenn ich die Zeit finde. Was den Charakter angeht, da hab ich eine Idee, wenn er auch nur bedingt aus einer Serie stammt: Jar Jar Binks aus Starwars


#3

Ich versuch mich mal an eine Beurteilung der Saison. Es wird länger, ich werde es in mehrere Stücke aufteilen.

Will man diese Saison beurteilen, dann muß man auch die Ausgangslage sehen. Nach der enormen Aufholjagd im letzten Jahr waren wir alle platt. Alle! Spieler, Trainer, Angestellte und Fans. Wir hatten ein psychisch sehr intensives Jahr hinter uns. Die Art, wie man sich nach dem Sieg gegen Wolfsburg in den Armen gelegen hat (Ihr erinnert euch, mit friedlichem Platzsturm), zeigte nur ansatzweise, welche Last von unseren Schultern gefallen ist.
Neulich meinte irgendjemand (kann sein, daß es im Rasenfunk war), daß bei RaBa die Luft raus wäre, weil sie so intensiv spielen würden und man das nicht ewig durchhalten könne. Diese Intensität hatten wir beim HSV im Quadrat.

Der Kader, den man zur Verfügung hatte, war wild zusammengewürfelt. Er war noch immer von Didis chaotischer Transferpolitik geprägt. Todt & Co versuchten da eine Linie hineinzubekommen, die den Ansprüchen Gisdols entsprach. Geplant war “Hinten sicher stehen, Bälle erobern, schnell vertikal nach vorne” Dafür wurde dann Gregoritsch abgegeben, Lasogga verliehen und Hahn geholt. In einer Transferperiode bekommt man aber keine Linie in den Kader.
Am Anfang der Saison hab ich gesagt, zwei Spieler dürfen bei uns nicht ausfallen: Nicolai Müller und Albin Ekdal. Diese beiden können den Unterschied ausmachen.
Müller musste nach 10 Minuten verletzt raus und wurde gegen Frankfurt das erste mal wieder eingewechselt. Ekdal hat nur 18 Spiele gemacht, davon aber nur 4 über die volle Zeit. Ansonsten war er verletzt, bzw angeschlagen. In diesen 18 Spielen haben wir 21 von 28 Punkten gemacht. Also mit ihm 1,2 Punkte/Spiel und ohne 0,5 Punkte/Spiel.

Die ersten beiden Spiele haben wir gewonnen und zwar in der bewährten Art. Dann hatten wir Probleme mit dem Verletzungspech und der Formschwäche der Stürmer, die sich durch die gesamte Saison zieht.
Gisdol, der da ja noch Trainer war, hat versucht, die Mannschaft spielerisch zu entwickeln. Wir wurden peu a peu besser, aber die Ergebnisse blieben aus. Oftmals waren wir optisch überlegen, aber haben am Ende dann doch verloren. Zwei Gründe hab ich in erster Linie dafür gesehen:
Erstens Individuelle Fehler. Wir haben oft gut gespielt (wenn ich “gut” schreibe, dann grundsätzlich nach HSV-Maßstab), uns aber durch individuelle Fehler die Belohnung versagt. Viel arbeiten ohne Belohnung ist Gift für die Seele.
Zweitens die Chancen: Wir hatten zwar statistisch gesehen ne ganz annehmbare Anzahl an Chancen, aber die Qualität der Chancen war schlecht. Wir hatten bei unseren Angriffen meist zu wenig Spieler in der “Box”, die Abwehr konnte sich auf die Stürmer voll und ganz konzentrieren, sie standen nie frei, die Gegenspieler standen unseren Angreifern immer auf den Füßen. Dann hatten wir noch die falschen Stürmer. Alle unsere Stürmer brauchen das Spiel ein Stück weit vor sich, um dann Geschwindigkeit aufzunehmen. Damit waren wir einfach viel zu ausrechenbar. Erst Recht für eine Liga, in der sich alle hinten reinstellen.

Nach einem Drittel der Saison schien unser Spiel Früchte zu tragen. Stuttgart haben wir gewonnen, gegen Schalke recht gut ausgesehen, dann gegen Hoffenheim gewonnen. Wir hatten Oberwasser, die Entwicklung war gut.
Dann kam das Freiburgspiel. Wir sind mit Rückenwind nach Freiburg gefahren um dann mit der Prämisse anzutreten nicht zu verlieren. Bayern, Schalke oder ähnlich, man hätte es verstehen können, aber ohne Freiburg schlecht reden zu wollen, sie standen in der Tabelle hinter uns. Und ausgerechnet dort treten wir mit der Hasenfußtaktik auf. (Wer erinnert sich nicht an die Schelte von Matthias Sammer)
Meiner Ansicht nach hat Gisdol in diesem Spiel die Mannschaft verloren.

Mitte der Hinrunde hat Gisdol die beiden Youngster Arp und Ito eingebaut. Beide ein Gewinn für die Mannschaft, aber beide noch nicht so weit. Während Ito im Laufe der Saison immer besser geworden ist, hat Arp seine Unbekümmertheit verloren. Was aber wohl auch mit dem Schulstress zu tun hatte, er hat nebenbei sein Abi gemacht.

In meinem Blog hab ich damals schon geschrieben: “Es ist ruhig im Verein.
Teilweise ist es mir auch zu ruhig.”. Das war irgendwie sinnbildlich für die Stimmung über weite Zeiten der Saison. Schon im Winter haben viele Fans prophezeit, daß wir in diesem Jahr “fällig” sind. Die Leistung war nichts Dolles, die Ergebnisse noch schlechter und die Fans waren ruhig. Genauso ruhig, wie die Vereinsführung. Irgendwie hatte man sich ergeben. Eine seltsame Stimmung, so hatte ich unseren HSV noch nie erlebt


#4

Ich bin den HSV betreffend ein neutraler Beobachter. Einerseits würde ich schon denken, dass sie jetzt mal “fällig” wären, abzusteigen (wie z.B. Stuttgart vor zwei Jahren) und fände es reizvoll, den HSV mal die 2. Liga rocken zu sehen. Andererseits könnte ich mich auch daran erfreuen, wenn es weiterhin den letzten “Dino”, das letzte ununterbrochen amtierende Gründungsmitglied der Bundesliga gibt. Wie immer es also morgen (bzw. gegen Kiel?) ausgeht - ich kann mit allem gut leben.
Selbst als solch neutraler Beobachter finde ich es aber bitter, wenn ich an die Hollerbach-Episode denke. Wenn ich sehe, wie segensreich Titz seither agiert, hätte ich dem HSV gewünscht, dass dieser schon früher ans Ruder gekommen wäre!
(Bruchhagen hat neulich in der Sendung bei Sport1, die hier keiner guckt, zugegeben, dass er diesen überhaupt nicht auf dem Zettel gehabt hat)
Aber auch wenn es in die 2. Liga gehen sollte, gibt die Zusammenarbeit mit ihm sicher allen Grund zur Zuversicht.


#5

Daß Bruchhagen ihn nicht auf dem Zettel hatte, sagt viel über ihn aus. Der Trainer der Zweiten, die bis dahin alles gerockt hat kommt ihm nicht als Trainer der ersten in den Sinn, und der größte sportliche Sachverstand im Verein, Bernhard Peters, ist nichtmal gefragt worden, Was nutzt Sachverstand, wenn man ihn links liegen lässt?


#6

Zumal Titz ja nicht nur irgendein Amateur- oder Nachwuchstrainer ist, der zufällig mal Glück gehabt hat, sondern sich offenbar seit Jahren als Sachbuchautor zum Thema Fußball hervorgetan hat. Da scheint schon richtig Substanz dahinter zu stecken.


#7

Kommen wir zum nächsten Teil
Der Vorstand hatte beschlossen, Gisdol weiterhin zu vertrauen. Vor der Winterpause fand ich es richtig, als ich das Trainingslager gesehen hab, war mir relativ klar, daß er das Ende der Saison nicht erlebt. Das problem, die ersten beiden Gegner nach der Winterpause wären schlagbar gewesen, wenn wir nur halbwegs “Normalform” gehabt hätten. Gewinner des Trainingslagers war in meinen Augen ganz klar Holtby, der aber nicht mehr zum Einsatz kam. Warum weiß der Geier.
Dann noch der Ärger mit Walace, der zu spät aus dem Weihnachtsurlaub zurück kam. Und nicht nur das, er postet auch noch provokativ Bilder von sich am Strand.
In der Führungsebene breitet sich wieder Unruhe aus, nach dem zweiten Spiel nach der Winterpause wird Gisdol durch Hollerbach ersetzt. Ich kenne keinen, der verstanden hat, warum Hollerbach. Ich mag ihn, wir alle mögen ihn, er ist echter HSVer, er ist ein prima Kerl, aber wir brauchten keinen, der hinten den Laden dichtmacht, sondern einen, der unsern Spielern Wege aufzeigt, wie wir vor die Box kommen, wir brauchten jemanden, der der Mannschaft, ja dem ganzen Verein Leben einhaucht, und keine “Schlaftablette” (sorry, aber das ist für mich der passenste Vergleich. Es ist überhaupt nicht bös gemeint)
Das wichtigste Spiel in seiner Zeit war auf jeden Fall das Mainz-Spiel. Mainz war grottenschlecht, aber wir schafften es nicht, über ein 0:0 hinauszukommen. Da wurde im übrigen auch schon der folgende Umbruch beschlossen.

Mitte Februar hatten wir unsere MV auf der der neue Präsident gewählt wurde, kurz vorher hat der alte Präsident noch den neuen Aufsichtsrat präsentiert. Zur Erklärung, der Präsident ist Teil des Aufsichtsrates Kraft Amtes.
Hier ergab sich folgende Konstellation: Meier, der alte Präsident, der wiedergewählt werden wollte, Hat sich voll auf den eV konzentriert, den er auch gut geführt hat. Herausforderer war der bekannte Bernd Hoffmann, der 8 Jahre lang Vorstandsvorsitzender war und der gerade auf der ev-Ebene noch viele Feinde hatte. Und er hat sich offen dazu bekannt, daß er gerne AR-Vorsitzender werden möchte und daß er die AG aktiv begleiten wird. Der Wahlkampf war nicht nett, Bernd Hoffmann hat sich ganz knapp durchgesetzt.

14 Tage später wurde er AR-Vorsitzender, seine erste Amtshandlung war die Freistellung von Heribert Bruchhagen. Der verbleibende Vorstand, Frank Wettstein, hat dann auch sofort Jens Todt (SpoDi) beurlaubt. Danach war das blamable Bayernspiel und dann wurde Bernd Hollerbach durch Christian Titz ersetzt

Für diejenigen, die es bisher nicht richtig mitbekommen haben:
Präsident und AR-Vorsitzender: Bernd Hoffmann. Vorstand Frank Wettstein, Trainer Christian Titz, Sportdirektor interimsmäßig aufgeteilt unter Bernhard Peters, Kaderplaner Johannes Spors (Kam im Winter von RaBa) und sportlicher Berater des Vorstands und Teammanagement Thomas von Heesen (Er wird den Verein wieder verlassen, wenn wir einen Sportvorstand gefunden haben.

Was das Sportliche angeht, will ich mich kurz fassen: Wir spielen wieder Fußball, wollen also den Ball haben und Tore schießen. Es klappt (noch?) nicht alles, aber es ist viel besser, als das, was wir vorher auf den Rasen gebracht haben. Den Rest habt ihr noch vor eurem geistigen Auge

Um das zu erreichen musste einiges umgekrempelt werden. Dazu hat sich Christian Titz die Hilfe einiger junger Talente aus der Zweiten gesichert, die seine Spielweise kennen. Von den alten Spielern haben nicht alle den Weg mitgehen wollen. Allen voran unser Brasilianer Walace. Er wurde in die zweite abgeschoben, das wollte er nicht,provozierte mit Abwesenheit und beurkundete das auch gleich auf Instragram. Seit dem trainiert er individuell zusammen mit Mergim Mavraj, der sich auch etwas geleistet haben muß und sich damit den Unmut des Trainers zugezogen hat.
Nächster Fall war Papa. Er beschwerte sich öffentlich nach dem ersten Spiel, daß er nicht mitspielen durfte. Anschließend verschwand er in die Länderspielpause.
In dieser hatte er sein Gemüt wohl etwas abgekühlt. Es gab ein Gespräch mit Trainer und Vorstand. Hier hat er sich einsichtig gezeigt und entschuldigt. Ausserdem hat er sich auch bei der Mannschaft entschuldigt und sie zum Griechen eingeladen. Anschließend hat er versprochen, die Mannschaft nach jedem Sieg zum Griechen einzuladen.
Dieser Punkt wurde sehr wichtig für den Zusammenhalt der Mannschaft und dem Standing des Trainers. Der Kritiker Papa wurde zum Unterstützer des neuen Wegs. Und nicht, weil er gezwungen wurde, sondern aus freien Stücken. Andere mannschaften gehen auf Initiative des Trainers ins Kino, hier kamen die Besuche beim Griechen von Papa, als aus der Mannschaft. Titz hatte zu dem Zeitpunkt die Mannschaft voll hinter sich.

Die freundliche sachliche Art hat Christian Titz auch sehr geholfen, die Fans für sich einzunehmen, es entstand ein reiner Hype. Zusammen mit der Art des Spiels, der Verein lebt wieder. Und wie. Um die Mannschaft anzuspornen waren 2000 Fans beim Training vor dem wichtigen 34. Spieltag. Es wird wieder einen Busempfang geben, die Stimmung bei Anpfiff wird sensationell sein (hoffentlich auch bei Abpfiff). Fans und Mannschaft bilden eine Einheit.

Verschweigen will ich nicht, daß es nicht immer so war. unter Hollerbach war der Zusammenhalt sehr gebröckelt. Es gab von einigen Fans das Banner mit “Wenn ihr absteigt, jagen wir euch durch die Stadt”, es wurden Grabkreuze aufgestellt und einmal versuchten einige gewaltbereite Fans mithilfe von Hooligans die Kabinen zu stürmen. Es wurden über 100 Stadionverbote ausgesprochen. Das ganze fand aber in der Zeit der Titzmania statt und fiel in der Berichterstattung dann doch recht schnell hinten runter.

Die nennenswertesten Personalien unter Titz sind Lewis Holtby, der unter dem neuen system aufblüht, Matti Steinmann, der im 4-1-4-1 die einzige 6 spielt. Er ist zwar nicht schnell, aber nervenstark und mit einem guten Gefühl für den Nebenspieler und dafür, wie die Mitspieler laufen werden, obwohl er mit den meisten kaum zusammengespielt hat. Dann noch Pollersbeck, der offensiver spielt, als Neuer und letztlich noch Ito. Der kleine Wirbelwind mit seinen 1,63m, ist der einzige, der im Offensivzweikampf mal den einen oder anderen stehen lassen kann. Der Gegenspieler sieht dabei fast immer schlecht aus, erst Recht, wenn er sich nicht im Griff hat und die Sense auspackt.

Den Rest schreib ich, wenn wir die Relegation gewonnen haben :wink:


#8

Ok, mit Relegation hat sich das wohl erledigt :cry:


#9

Schon mal als Ausblick auf die nächste Saison:

Kann der HSV mit dem neuen Fußball unter Tietz wirklich wieder aufsteigen? Was muss man noch verbessern um sich in der 2. Liga zu behaupten? Immerhin ist diese Liga ebenfalls ziemlich ausgeglichen und fast alle Teams können von ganz oben bis ganz unten rutschen. Und welche Spieler gehen mit runter? Weiß man da schon was? Bei Köln hat sich ja vieles schon geklärt. Die scheinen ganz gut gerüstet im Vergleich zum HSV.


#10

Warum hat der HSV eigentlich noch keinen neuen Sportchef? Glaubt Hoffmann wirklich, das kann man so nebenbei mitmachen?


#11

Nein, das glaubt er bestimmt nicht. Ich vermute, der neue SpoDi ist noch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis und wird deshalb erst nach der Saison kommen.

Es ist allerdings nicht so, als daß wir gänzlich handlungsunfähig wären. Mit Johannes Spors haben wir einen guten Kaderplaner, der viel vorbereiten wird


#12

Nun, es ist passiert. Wir sind abgestiegen.
Aber wir sind erhobenen Hauptes mit viel Würde runtergegangen.

Über die Jahre hinweg ist so viel falsch gemacht worden, daß es nicht unverdient war.

Allerdings,so komisch es klingen mag, wir haben in dieser Saison besser gespielt, als in den letzten Jahren, wenn man mal die Hollerbachzeit ausnimmt. Auch unter Gisdol war der Fußball nicht schlecht (für HSV-Verhältnisse). Es fehlten einfach die Tore und nach hinten haben wir zuviele individuelle Fehler gemacht.

Und seit Bernd Hoffmann da ist, wird alles auf links gedreht. Leider kam er zu spät, um den Abstieg noch zu verhindern.

Meine Frage an den Gast: Was denkst du, wie wird sich der HSV entwickeln, also was Kader usw angeht? Wer wird gehen, wer wird bleiben? usw usw

Und was meinst du, wird es einen neuen Vorstandsvorsitzenden geben? Und was wird aus Frank Wettstein, der ja auch nicht ganz unumstritten ist?


#13

An Max und den Gast:

Ich würde mich freuen, wenn nicht nur die Saison analysiert wird sondern auch auf die Zukunft geblickt wird. Denn das dieser Abstieg verdient , unnötig und ein Ergebnis von jahrelangem Missmanagement ist, konnte man in nahezu jedem Medium nachlesen.

Auch wenn ich im Stadion es nicht wahrhaben wollte, bin ich ein wenig froh über diesen Abstieg. So dumm es klingt, so gut vorbereitet auf die 2. Liga war der HSV noch nie. Jedes Jahr hätte man einen neuen Trainer suchen müssen und weitaus mehr Spieler mit teuren, langfristigen Spielern ersetzen müssen. Mögliche Querelen im Vorstand und Aufsichtsrat wären womöglich auch an der Tagesordnung gewesen. Außerdem war die Stimmung im Stadion (abgesehen von der Randale) unglaublich positiv und nicht mit 2014, 2015 zu vergleichen. Zudem ist das Spielermaterial, mit dem Titz diesen wirklich ansehnlichen Stil implementiert hat, in Teilen bereit, 2. Liga zu spielen. Logischerweise sind auch die U21, U19 und U17 mit einem ähnlichen System unterwegs, sodass es einfacher wird, Spieler hochzuziehen.

Wichtig wird aber auch sein, sich von Spielern zu trennen. Papadopoulos Verdienste in allen Ehren, aber gerade auf der IV-Position haben wir nächstes Jahr genug Spieler, denen er wertvolle Entwicklungszeit nehmen würde (Ambrosius, van Drongelen, Jung, Bates, Patric Pfeiffer aus der U19). Um Douglas Santos wirren zurzeit unterschiedliche Gerüchte, ob er bleiben oder doch den HSV verlassen will. Mit Vagnoman (17) hätten wir einen vielversprechenden Ersatz aus der eigenen Jugend
Im Mittelfeld sehe ich Ekdal als problematisch an. Man kann sich aufgrund seiner Verletzungen nicht auf ihn verlassen, sodass um ihn herum keine Entwicklung stattfinden kann. Hier sollte Steinmann zu einer Leitkraft aufgebaut werden. Von Holtby, Müller und Hunt sollten wir nur einen von beiden als Führungskraft behalten, auch wenn sie (abgesehen vom verletzten Müller) zuletzt wirklich starke Leistungen gezeigt haben.

Im Sturm bekommt man Wintzheimer von Bayern und hat dazu noch Wood, Arp, Lasogga, Waldschmidt und Hahn auf der Payroll. Wood würde sehr viel (ca. 1,7 Mio) verdienen, könnte aber aufgrund seiner Qualität ein Garant für den Wiederaufstieg sein. Arp ist bestimmt gerade hin- und hergerissen, ob er gehen, sich zum HSV zurückleihen, oder verlängern soll. Ich hoffe so sehr, dass er bleibt. Es ist sein Herzensverein, er hat in Titz einen schützenden Förderer und die 2. Liga ist eine gute Plattform , um zu lernen. (Siehe Tah, Horn, Reus, Hector) Ein neuer Vertrag mit der Möglichkeit, nach einem Jahr per AK zu gehen, sollte man den Aufstieg verpassen, wäre für alle seiten fair. Lasogga wird nächstes Jahr 3,4 Mio verdienen, natürlich untragbar für Liga 2. Aber was man hört, ist er in Leeds glücklich und könnte evtl eine hohe, englische Ablöse einspielen, da anscheinend sogar PL-Teams Interesse zeigen. Waldschmidt wird wohl gehen und Hahn spielt in den Planungen keine Rolle mehr. Auch Mavraj, Walace und Mathenia haben noch Vertrag und werden sich einen neuen Klub suchen müssen, wollen sie nicht auf der Tribüne sitzen.

Bei Ito und Kostic wird es davon abhängen, ob und was sie für eine WM spielen. Ein Ito, der Japan durch seine Dribblings evtl ins Achtelfinale bringt, könnte dem HSV sicher zwischen 20-30 Mio einbringen. Das wird der HSV annehmen müssen, so leid es mir tut. Der Junge ist eine unglaubliche Erscheinung. Kostic hingegen hat mehr zu verlieren. Er hat sicherlich Bundesliga-Qualität, zeigte sich aber doch sehr eindimensional. Allein seine verschossenen Elfer symbolisieren die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Ich hoffe für ihn und für uns, dass er sich gut präsentiert und evtl annähernd das einspielt, was wir für ihn ausgegeben haben.

Alles in allem glaube ich an eine gute Zweitliga-Saison, wenn sich der HSV wirklich (!) drauf einlässt. Diese alte Arroganz, die auch gerne Bernd Hoffmann an den Tag gelegt hat, dürfen wir uns nicht erlauben. Egal ob Wolfsburg absteigt oder nicht, wir sind vom Druck her “der FC Bayern der 2. Liga” und die ganze Republik blickt auf uns. Gleichzeitig kann es auch mal eine Niederlage in Sandhausen oder gegen St. Pauli geben und da wird sich zeigen, ob die Nerven behalten werden. Denn viele Entlassungen kamen in letzter Zeit häufig aus der Emotion heraus, ohne das wirkliche Potenzial der Mannschaft zu erkennen. (Arnesen, Fink, Knäbel, Gisdol). Meine Frage an den Gast: Was denkst du, wie wird der HSV damit umgehen? Können die Egos hinten angestellt werden und das Gesamtkonstrukt wirklich wieder langfristig vorwärts getrieben werden?


#14

Die beiden angeblichen Topkandidaten (Jonas Boldt von Leverkusen und Rouven Schröder von Mainz 05) haben nach langen Verhandlungen abgesagt. Aktuell plant Johannes Spors (Kaderplaner und Scouting-Chef) in Zusammenarbeit mit Wettstein und Bernhard Peters (Nachwuchs-Chef) die neue Saison.

Es läuft vieles von Ralf Becker von Holstein Kiel hinaus. Der muss aber gerade noch die Relegation managen und nebenbei einen neuen Trainer als Ersatz für Marcus Anfang suchen. Diese Wahl erscheint mir aber sehr schlüssig. Kiel lässt offensiven Fußball spielen und hatte wohl auch Titz im Visier für die neue Saison


#15

Der HSV als Seriencharakter: Mike Ross aus Suits.

Ein falscher Anwalt, der jahrelang in der Liga der Großen mitspielt. Sein Idol ist Harvey Specter (FC Bayern). Nach jahrelangem Kampf, nicht aufzufliegen (Abstieg), geht er irgendwann erhobenen Hauptes in den Knast (2. Liga) um von dort an seiner Rückkehr zu arbeiten.

Bitte Staffel 7 nicht spoilern!


#16

Ich bezweifle, daß wir ernsthaft an Schroeder dran waren. Schroeder hat das ja auch dementiert. Er war aber der Lieblingskandidat der Presse. Ich glaube, die hätten ihn gerne in Hamburg gesehen


#17

Das Abendblatt, dem ich wie allen Medien aus Hamburg kritisch gegenüber stehe, hat eine gute Zusammenfassung der gesamten Saison geschrieben. Vor allem für Leute, die nicht aus HH kommen eine sehr gute Zusammenfassung zur Saison und um einen Überblick zu bekommen:


#18

Kann man leider nur nach Anmeldung lesen.


#19

Probier mal direkt den Link aus dem Tweet vom Abendblatt. Geht das?

Ich bin nämlich da nirgendwo Mitglied und bei mir hat es geklappt.


#20

Zwar unklar, aber ja, so ist es, über den Link von Twitter gibt es keine Einschränkung.