#01 – Euer Input für die Schlusskonferenz


#1

Hach, es ist endlich wieder soweit! Schreibt mir eure Beobachtungen zum Spieltag, eure Fragen und Anregungen für die Sendung.

Wir nehmen Sonntag Abend ab 20:30 Uhr auf. Schwerpunkt: 1. FC Nürnberg.

…und bitte!


#2

Erstes Geschehen, wenn auch nur eine kleine Randbemerkung:

Leipzig schafft es in über 70 Minuten Überzahl mit 30 Torschüssen kein Tor gegen Luhansk zu erzielen. Grund: schlechtes Aufbauspiel gegen diszipliniert verteidigende Gegner.


#3

:smile: Das wollte ich auch gerade schreiben, weil ich vor wenigen Minuten in der Schlusskonferenz zur Saisonvorschau den Leipzigpart gehört habe und genau das ja auch angesprochen wurde…


#4

Auf die Ergebnisse könnt ihr euch ja schonmal einstellen


#5

Also soweit…


#6

Ich frag mich echt was da zwischen Dankert und Köln abgelaufen ist. Mir kann niemand erzählen dass der VAR Dankert nicht ins Ohr gehustet hat, dass es eine Schwalbe war bzw. dass er es sich doch bitte am Montor nochmal angucken soll bevor er den Elfer gibt da an der Entscheidung berechtigte Zweifel existieren. Vor allem sah man ja, dass Dankert kurz vor dem ersten Versuch noch in sein Mikrofon spricht.

Dann aber den Elfer wiederholen lassen und das Müller Tor nicht geben nach dem Eingreifen des VAR. Beides korrekt, so ist es nicht. Es wirkt nur als Außenstehender vollkommen seltsam und Banane. Die Aufregung kann ich verstehen, sowas ist einfach ein Bärendienst an der Technik und dem Versuch Vertrauen gegenüber dem Zuschauer aufzubauen.

EDIT: Was auch wieder in Artikeln zum Spiel/der Elferszene und Kommentaren in diversen Social Media Kanälen oder Foren zu sehen ist - Es ist vollkommen egal, dass seit einem Jahr gefühlt jede Woche erklärt wird wie der VAR in das Spiel eingreift, es bekommt niemand in den Schädel dass der VAR eben NICHT dafür da ist die Entscheidungen des Schiris direkt zu revidieren sondern nur mit ihm kommuniziert falls eine Fehlentscheidung oder eine andere Bewertung der Szene vorliegen könnte.


#7

Also… Bringen wir es hinter uns.
VAR first. Der Elfer ist ein Witz. Das Tor von Müller hingegen hätte ich gegeben. Vermutung: gibt es vorher den Elfer nicht, greift der VAR hier nicht ein. Es wirkte mir sehr wie eine Konzessionsentscheidung.

Allgemein fand ich das Schiri-Gespann schwach. Vorneweg Dankert. Erst spät kam sein Einstieg in die Karten, nachdem gerade auf der rechten Bayern-Seite einige Spieler teils recht hart gefällt wurden. In diese Phase fällt dann auch die Verletzung von Coman, der für mich bis dahin der stärkste Mann war und nun ausfällt. Da es Monate bis zum Comeback dauern dürfte, stellt sich schon die Frage ob Bayern nochmal auf dem Transfermarkt aktiv wird…

Wieder zu Dankert. Er wirkte teils verloren auf dem Platz. Dass er dnsn 5 Minuten Nachspielzeit anzeigen lässt, gefühlt aber nach 5 Sekunden zur Pause pfeift, passt ins Bild. Er schien da schon froh zu sein, es hinter sich zu haben. Dabei folgten diverse Entscheidungen ja erst in Hälfte 2.

Zum Spiel selbst: Bayern scheint Standards trainiert zu haben. Die wirken mir deutlich gefährlicher als noch letzte Runde. In der ersten Halbzeit kam mir sonst - Coman ausgenommen - zu wenig. Man wirkte bemüht, aber für mich relativ planlos. Die Flanken kamen zu nah ans Tor. Trotzdem gibt das 1:0 zur Pause in Ordnung. Von Hoffenheim kam da trotz ihrer Großchance noch zu wenig. Anders in Hälfte 2. Da zeigte Hoffenheim insbesondere vor dem Tor einige Schwächen auf. Die Abwehr, hier Boateng, zu tief und passiv. Das Mittelfeld mit Martinez auch nicht so 100%ig da.

Hier hätte das Spiel kippen können. Tat es aber nicht. Auf der einen Seite weil Bayern dann doch wieder etwas Mlmehr Zugriff bekam, auf der anderen Seite weil es einen Elfer gab… Siehe Anfang. Danach war das Spiel durch.

Was fiel sonst noch auf?
1.mit Goretzka kam Sicherheit. Der Wechsel überraschte mich erst, aber danach wurde es deutlich besser. Warum, das kann sicher Max erklären.
2. Coman spielte nicht grundlos von Anfang an. Er wird fehlen.
3. Mit Hoffenheim ist zu rechnen. Aber: einen Voigt-Ausfall können sie nicht so einfach auffangen. Sein Fehlen merkte man am Ende.
4. Kommunikation VAR. Die sollte ja besser werden. Raus kam dabei eine Anzeige auf der Leinwand. Und das als das Spiel schon wieder eine kurze Zeit lief. Sorry. Aber so funktioniert das leider nicht. Daher:
Ceterum censeo VARnem esse delendam


#8

Ich lass das Thema Schiedsrichter mal weg.

Gestern wollte ich eigentlich das Spiel sehen, aber dann hat es mich so sehr gelangweilt, dass ich am Ende nur in anderen Browsertabs unterwegs war.

Habt ihr bei Bayern irgendeine Art neue Spielidee erkannt?


#9

Wie ich während der WM bei Colinas Erben gelernt habe, war die Wiederholung beim Elfer genau richtig. Läuft ein Spieler zu früh in den 16er und nimmt dann entscheident Einfluß, also Nachschuss und Tor oder Ball klären, muß wiederholt werden. Da wurden sie Schiris während der WM wohl sehr stark drauf angesetzt und dann wird das in der Bundesliga jetzt genauso sein.
Den Elfer hätte es nicht geben dürfen und da fragt man sich was da schief gelaufen ist. Aber wenn man sich die Berichte von heute ansieht, sieht man auch das die Diskussion schon wieder falsch läuft. Wenn ich schon Vergleiche zur WM ziehe, dann muß auch als erstes Mal der Punkt Emotionalität genannt werden. Das wird aber nicht gemacht im Gegenteil man zieht die Emotionalität bewusst in die Diskussion bzw die Äußerungen. Nachvollziehbar auf Betroffenenseite aber wenig hilfreich.
Was ich mich bei dem Thema noch frage, ob die Trainer nicht gebrieft werden. Die Verständnislosen Blicke und relativ langes Gespräch mit dem vierten Offiziellen bei der Elferwiederholung fand ich schon seltsam


#10

Frage:

Sollte die Regel “Elfmeter muss wiederholt werden, wenn Spieler zu früh in den Strafraum einlaufen und ins Spielgeschehen eingreifen” nicht überarbeitet werden?

Ein Spieler verschießt einen Elfmeter und ein Spieler derselben Mannschaft läuft zu früh, also regelwidrig, in den Strafraum ein und greift aktiv ein. Der Elfer DARF wiederholt werden, obwohl das Vergehen von der den Elfmeter ausführenden Mannschaft begangen wurde. Einzige Lösung: Elfmeter wird als ungültig gewertet und es gibt indirekten Freistoß für das gegnerische Team.


#11

Eine Frage von mir an den/die mögliche/n Nürnberg Experte/Expertin:
Sollte sich der Club nicht noch gut verstärken?
Wie sieht er/sie die Personaldecke?
Finde gerade auf den offensiven Außen und auf der 8/10 noch Nachholbedarf (Kubo war ja schon ein starker Anfang)


#12

Doch, werden sie. Sie scheinen nur sehr desinteressiert oder vergesslich zu sein. Einer der Schiris sagt das irgendwo (hab leider keinen Timestamp) in diesem Gespräch hier und regt sich darüber auch (zurecht) auf.

Ich bin kein Experte zum Club, das vornweg. So weit ich weiß, hat der Club halt finanziell kaum Mittel zur Verfügung. Deshalb - so meine ich gehört zu haben - gehörte es zum Teil auch zur Strategie, auf dem Transfermarkt etwas zu warten, ob nicht am Ende vielleicht günstige Gelegenheiten übrig bleiben.
Ich selber sehe den Kader auch sehr kritisch und Nürnberg als Absteiger #1, aber was sollen sie tun.


#13
  1. Zum Club:
    war heute im Olympiastadion und es ist offensichtlich dass der Kader trotz des Potentials zu dünn besetzt ist. Rechtsaussen fehlt Salli die Bundesligatauglichkeit und links aussen ist Kubo verschenkt weil er aus meiner Sicht unbedingt zentral spielen müsste. Aber was bleibt Köllner auch übrig. Kerk ist vermutlich noch bis Ende Oktober - evtl länger- verletzt und wenn auch noch Löwen fehlt, gibt es im Grunde gar keine andere Alternative.

Die Frage an den Nürnberg Experten lautet: wie zum Teufel soll man die Saison mit diesem dünn besetzten Kader überstehen, wenn man schon am ersten Spieltag quasi am Limit ist? Ansonsten finde ich, ist der Club mit das spannendste Projekt im deutschen Fussball. Die potentielle Startelf ist sogar aus meiner Sicht in der Lage auf Sicht unter die Top Ten zu kommen…aber wie gesagt: zu dünn. Oder seh ich das zu dramatisch?

  1. Zu Hoffenheim und VAR:
    ich fand Hoffenheim nach dem 0:1 stärker und spannender als Bayern. Das macht Lust auf mehr.
    Aber wie kommt es, dass es nur ein Spiel braucht, um all das was man an Vertrauen in den VAR während der WM aufgebaut hat wieder komplett zu zerstören. Fingerspitzengefühl: gleich null. Transparenz im Stadion: gegen null. Auch heute bei Hertha-Nürnberg komplette Verwirrung bei den Stadionbesuchern was ab geht. Keine Kommunikation mit den Zuschauern, lediglich trocken-bürokratisch die minimalst mögliche Einblendung über den Videoscreen. Ätzend! Frustrierend! Freudlos!

#14

Wir haben gelernt. Im Schiedsrichterwesen gibt es kein “Fingerspitzengefühl”. Richtiger muss es “Ermessensspielraum” heißen.

Ansonsten kann ich mich deiner Gefühlslage nur anschließen. Ich habe heute nur die Konferenz verfolgt, stand aber, wie ausnahmslos jeder Kommentator, total auf dem Schlauch, was die VAR-Szenen angeht. Es wurden dann sogar teilweise die falschen Sequenzen als “Beweismaterial” eingespielt, um die es in dieser Situation überhaupt nicht ging (Hertha-Nürnberg, Tor durch Ibisevic, das überprüft wurde). Gezeigt wurde der direkte Torabschluss, obwohl es um das vermeintliche, vorhergehende Foulspiel von Ibisevic ging.

Ich war dann zwischenzeitlich echt im Modus, okay, whatever. TOOOR in…Jaja, quatsch mal, erstmal abwarten. Ich hab sonst echt 'nen ziemlich dicke Hutschnur, aber die zahlreichen VAR-Szenen und VOR ALLEM die Konfusion und die fehlende Kommunikation an den Zuschauer (sowohl am Bildschirm als auch im Stadion) der zu diskutierenden Szenen hat mir heute tatsächlich das erste Mal den Spieltag verdorben.


#15

Für mich gibt es ehrlich gesagt nur eine Möglichkeit diese Verwirrung auszuschließen: Direkte Kommunikation des Schiedsrichters wie es in der NFL gemacht wird. Das Viereck zu zeigen um dann mit den üblichen Handzeichen die “korrekte” Entscheidung anzuzeigen reicht nicht, weil der Zuschauer, und da sind Publikum, Zuschauer und Kommentator gemeinsam gemeint, überhaupt nicht richtig nachvollziehen kann WIESO eingegriffen worden ist. Deine genannte Szene mit Ibisevic ist bezeichnend, man wusste gar nicht worum es geht und nahm eine falsche Szene als Grund an.

Deswegen denke ich dass eventuell diese Reihenfolge viele Fragezeichen lösen könnte:

  1. Schiedsrichter zeigt an sich eine Szene am Monitor anzusehen (wie gehabt).
  2. Danach geht der Schiri wieder auf das Feld und gibt über ein Mikro (wie in der NFL) den Sachverhalt kurz und prägnant an:
    -Er sagt worum es geht (Vermeintliche Notbremse des Spielers Nummer X)
    -Er sagt wie er die Szene gesehen hat (Taktisches Foulspiel des Spieler Nummer X)
    -Er gibt die Strafe oder Nichtstrafe/Veränderung bekannt (Freistoß für Team Y, Spieler mit der Nummer X bekommt die Gelbe Karte)
  3. Der Schiri ordnet das Spiel und pfeift es wieder an (wie gehabt)

Natürlich löst dies nicht das Problem, warum der Schiri eventuell sich gerade nicht entscheidet den Monitor zu nutzen. Mein Vorschlag wäre zum Beispiel beim Ribery-Elfer gestern obsolet. Trotzdem glaube ich, dass hier viel Verwirrung rausgenommen werden könnte wenn man mehr an die Entscheidungsfindung antizipieren könnte.


#16

Au weia - bitte in der Schlusskonferenz nicht nur über Viedo-Assistent diskutieren! Sonst schalt’ ich ab, ich sag’s euch…! :wink:


#17

Möchte meinen Blick auch etwas auf das blauweiße Spiel lenken:

  • Aufstellung wie erwartet. Mittelfeldbesetzung (McKennie - Serdar, Harit) etwas merkwürdig, McKennie als “Ankersechser” ich weiß nicht… (Stellungsspiel, Pressingresistenz, Passspiel war wirklich nicht ideal)
  • Labbadia hat seine Hausaufgaben gewissenhaft gemacht. Wolfsburg stellt dem jungen Mittelfeld einfach ein erfahrenes Mittelfelddreieck auf die Füsse. Ist aufmerksam bei Standards. Und spielt simple Flügelangriffe gegen Schalkes neubesetzte Dreierkette. Das reicht schon zu einem verdienten Sieg.
  • Es gibt kleinere Lichtblicke: Uth als Durchschlagswaffe, Serdar als Kleinraumdribbler,…
  • Aber viele Fragezeichen: Bentaleb, Sanes wackliger Auftritt, die Dreierkette benötigt einen Strategen/risikoreichen Passspieler (Stambouli, Kehrer), bisher ungesehene Probleme beim Übergeben und Rausrücken, Passqoute 64 %

Es lässt einen irgendwie etwas ratlos zurück, Abstimmungsprobleme am ersten Spieltag geschenkt, aber solche Defizite von einer Tedesco Mannschaft im zweiten Jahr.


#18

Als HSVer bin ich, was den VAR angeht, ja neutral. Wir haben ihn nicht, da wir ja zweite Liga spielen. Und ich empfand es die beiden Spieltage auch als sehr angenehm, daß es ihn in unserer Liga nicht gibt. Fehlentscheidungen haben wir in Kauf genommen. Und jetzt ist der erste Spieltag der ersten Liga noch nichtmal um und ich hab schon wieder die Schnauze voll. Es wird ausschließlich über den VAR geredet, über die Spiele eher nicht.

Das Bayernspiel hat mir im Grunde schon wieder die Lust an der Liga genommen. Was sich die Bayern wieder rausnehmen dürfen ist hanebüchen. Ribery kommt mit der Schwalbe durch und darf sich auch mit Dankert zusammen die Szenen nochmal auf dem Monitor anscheuen und seine Meinung dazu äussern. Ich glaube, er dürfte auch mit nem Baseballschläger auflaufen und ihn benutzen, die Schieris würden ihn gewähren lassen. Wenn ein Verein, der eh schon enorme Vorteile gegenüber den anderen hat, auch noch vom Schiedsrichterwesen und dem DFB in einer Tour bevorzugt wird, dann ist das nicht gut für die Liga. Ich hoffe, man macht bald eine geschlossene Europaliga auf und die Bayern sind wir dann los. Es wäre ein Segen für die erste Bundesliga.

Gesehen hab ich dann noch zum Teil das Spiel von Wolfsburg. Zu den strittigen Szenen will ich nichts sagen, aber zum Rest.
Wolfsburg hat soliden Fußball gezeigt. Nichts atemberaubendes, aber solide. Ich denke, das wird auch über die Saison so bleiben. Labbadia und Schmadtke sind beide keine Typen, die besonders aufregend und spektakulär agieren.
Enttäushct war ich von Schalke. Ich hatte insgeheim gehofft, Tedesco würde den nächsten Schritt machen. Davon aber nichts zu sehen. Stattdessen fängt sich eine IV mit Naldo und Sané ein Kopfballtor durch Standard ein. Schalke hat mich enttäuscht.

Das Topspiel war auch wirklich das Topspiel. Und vor allem Gladbach hatte eine enorme offensive Wucht. Ich frag mich nur, was passiert, wenn Raffael ausfällt (was er ja gerne mal tut). Dann fehlt das entscheidene Puzzleteil. Plea ist zumindest noch nicht soweit und auch ein etwas anderer Typ.
Neuhaus hat ein gutes Spiel gemacht. Für meinen Geschmack hat er aber zu oft aus der Entfernung bgeschlossen. Mal ist es ok, schon allein, um dem gegner gegenüber Torgefahr zu signalisieren, aber oft wäre es besser gewesen, man spielt die Chance aus. Und den jungen Beyer fand ich auch gut. Kaum zu glauben, daß er man grad erst 18 ist. Ich glaube, den Namen muß man sich merken


#19

Hier dann noch aus der Stadionperspektive der Blick auf den SC Freiburg und seine 0-2 Niederlage gegen Eintracht Frankfurt.

Das insgesamt erheiterndste war die missglückte Giveaway-Wahl des Sponsors. Nach Dürre und Hitzewochen entschied sich der örtliche Energieversorger, eine Sonnenbrille mit eingebautem Flaschenöffner als Werbegeschenk zu verteilen - just am ersten richtigen Regentag seit Monaten. Das war aber dann nicht das einzige, das schief ging.

Insgesamt zeigte sich der SC im Offensivspiel erheblich aktiver. Nach zwei Jahren ohne Zug zum Tor war das sehr ermutigend und gut anzuschauen. Leider hat alleine Niederlechner Torchancen für mindestens fünf Spiele vergeben, so dass das ganze eben auch wie die Sonnenbrille war - unpassend. Denn hinten reichte, wie gegen Cottbus schon, der erste sinnvolle Angriff und man war in Rückstand.

Dies deutet in bester Plattitüden-Manier darauf hin, dass die Balance zwischen Verteidigung und Angriff nicht stimmt. Sichtbar war vor allem, dass der seit Jahren immer wieder als Variante ausprobierte Doppelsturm Niederlechner/Petersen schlicht nicht taugt. Zwar hatte Niederlechner Unmengen an Chancen zum Verschwenden, von Petersen war aber sehr wenig zu sehen. Eine weitere Parallele zu Cottbus im Pokal. Ich gehe davon aus, dass Petersen vorne alleine den Platz braucht und statt einer zweiten Spitze neben ihm eben eine mehr hängende Variante - ein Philipp früher, jetzt ein Haberer. Niederlechner war dagegen auch früher schon ein Guédé de luxe, ein Zielspieler zum Ball halten. Und auch der funktioniert dann besser, wenn jemand neben ihm wirbelt und nicht auf den Ball und den Abschluss wartet.

Zusammen mit Gondorf war Niederlechner trotz der vielen Chancen der Schwachpunkt - man merkte, dass er lange draußen war. Stark fand ich Waldschmidt. Seine Auswechslung gegen Terrazzino, der leider immer sehr unglücklich wirkt, war für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Frantz wie immer mit Kraft und Kampfgeist als Vorbild. Heintz mit Licht und ein paar Schatten, seine langen Bälle waren gut. Günter tat, was er kann - viel und schnell laufen. Petersen unsichtbar, der Rest mehr oder minder gefällig.

Bester Mann des Spiels war eindeutig Manuel Gräfe, der mit den Spielern beider Mannschaften dauerhaft fast väterlich im Gespräch war und positiv Autorität ausstrahlte. Damit hat er das Spiel, das sonst leicht aus dem Ruder laufen hätte können, stets beruhigt. Am sichtbarsten wurde dies bei der kritischsten Szene, als die SGE den vom SC zur Behandlung eines Frankfurters ins Aus gespielten Ball nicht zurückgab, sondern die Situation - aus meiner Sicht extremst unsportlich - zum 0:2 ausnutzte. Gräfe hatte dabei selbst angedeutet, dass er eine Rückgabe des Balles erwartete. Den Frust der Freiburger, bei denen insbesondere Günter am Ausrasten war, hat Gräfe dann kommunikativ gut aufgefangen. Insbesondere nach Günters anschließenden etwas festeren Foul an Salcedo (ich gebe zu, in dem Moment war ich auch der Meinung, dass das sehr gerecht war und er noch kräftiger hätte… es war also eine stark aufgeheizte Stimmung), hat Gräfe dann Günter emotional sehr gut eingefangen und ihm klar gemacht, wie es weitergehen sollte.

Erwähnenswert natürlich noch, dass Streich wegen Rückenproblemen fehlte.

In Summe: endlich wieder ein SC zum anschauen, aber vielleicht - nein sicher - nehme ich doch lieber den, der auch gewinnt.


#20

Doch bitte. Aber eben zum einen in der “typischen” neutralen und differenzierten Art und Weise des Rasenfunk und zum anderen in Betrachtung der gesamten Leistung des Spieltages. Denn die Schiris haben zusammen mit dem Videoassistent ja mit Ausnahme des Elfers am Freitag eine guten Job gemacht, meiner Meinung nach. Zumindest was man so in den Zusammenfassungen sehen konnte.