Hallo,
da es wegen der Terminierung diesmal nicht möglich ist alle Spiele der englischen Woche zu besprechen bildet Max eine Tabelle des 17. & 18.Spieltags und analysiert anhand dessen mit folgenden Gästen das Abschneiden der Vereine.
Christopher Ramm (Gründer und Autor bei miasanrot.de)
Felix Haselsteiner (freier Autor, u.a. für die SZ, Twitter)
Gerne könnt ihr wie immer euren Input zu den Spielen liefern, um die Analyse zu bereichern.
selbst wenn das inszeniert ist, dann ist es trotzdem gut, wenn sich Vereine öffentlichkeitswirksam so positionieren. Die Nazis sollen schon wissen, dass sie nicht aus ihren Löchern zu kriechen haben.
Und der nächste Trainer, der nach dem Spiel gegen Werder gehen muss…aber Spaß beiseite, wie kriegt man es hin, 9 Gegentore in 3 Spielen (je 3 auch pro Spiel tatsächlich) zu fangen? Da müssen ja richtiggehend Systemschwächen vorliegen.
Ich würde dazu folgende These aufstellen: Verteidigen ist leichter als Angreifen. Auch trotz geringer individueller Qualität kann sich so aufstellen, dass man wenige Gegentore bekommt. Siehe zum Beispiel St. Pauli letzte Saison. Insofern ist eine schlechte Defensive eher ein Zeichen für einen schlechten Trainer als es eine schlechte Offensive wäre. Zum einen weil man für die Offensive zwingend auch die individuelle Qualität braucht. Allen voran die Abschlussstärke aber auch Dribblingstärke oder Geschwindigkeit, jenachdem was man spielen möchte. Im speziellen auf Frankfurt bezogen kommt ja noch hinzu, dass sich die Abwehr kaum bis gar nicht verändert hat. Wohingegen im Sturm zwei Topspieler gegangen sind und nur Wahi und Burkardt als Ersatz kamen. Darum glaube ich, dass zwar auch Diskussionen geführt werden würden aber bei weitem nicht so heftig, weil eine schwache Offensive für mich weitaus erklärbarer wäre mit Gründen, die nicht mit Toppmöller zu tun haben, als es die aktuelle Defensivschwäche ist.
Puhhh. Positiv(Polemisch) gesprochen, kann man über die erste Halbzeit sagen, dass es ein Lehrstück war, wie man eine verunsicherte Mannschaft in ein Spiel kommen lässt.
Aus Frankfurter Sicht war dieses Spiel erschreckend. Ich war bis jetzt eigentlich immer auf der Seite von Toppmöller und fand es oft nicht so schlecht, wie es geredet wurde, aber heute bin ich fassungslos. Es sah zwischen der 5. und der 85. Minute aus wie eine Mannschaft, die in der Bundesliga absteigen würde, hätte sie nicht deutlich bessere Spieler als der Gegner. Frankfurt muss sich eigentlich bei Clemens Fritz bedanken, dass Bremen so einen Kader hat. Frankfurt wirkte heute fast weniger als die Summe seiner Einzelteile. Da stehen Dahoud, Chaibi, Doan, Kalimuendo, Koch, Theate und Brown auf dem Platz und die schaffen es nicht, ein bisschen Kontrolle in das Spiel zu bekommen. Frankfurt schafft es nicht mal, sich toten Ballbesitz zu erarbeiten. Gefühlt gibt es keine Abläufe mehr, die funktionieren. Vereinzelt mal auf der rechten Seite das Rotationsspiel, aber sonst nichts. Dazu kommt, dass die Defensive katastrophal ist. Toppmöller hat unter der Woche Theate noch bestärkt und dann lassen sich Theate und Brown so von Romano Schmid abkochen. In der 75. Minute hatte Frankfurt laut Fotmob eine Passgenauigkeit von 63 %(!!). Die Tore von Frankfurt sind reine individuelle Qualität. Wenn man böse wäre, könnte man sagen, dass es wie eine Mannschaft wirkte, die heute gegen ihren Trainer spielt. Vielleicht sollte Toppmöller einfach akzeptieren, dass die Abwehr diese Saison nicht weniger als zwei Gegentore kassieren kann und die Mannschaft so ein- und aufstellen, dass Frankfurt sich pro Spiel 3,5xG rausspielt.
Das wirkt jetzt zu negativ gegenüber Bremen, ich fande Bremen gut anzuschauen und glaube auch, dass Horst Steffen mehr aus der Mannschaft rausholt, aber ich bin mir nicht sicher, ob Schmidt und Njinmah Bundesliga Qualität haben. Ansonsten haben Schmid und Stage wie so oft gut gespielt.
ich fürchte ich habe das ähnlich gesehen wie du. Es wirkt, als hätten die dauernden Debatten rund um die Eintracht die Mannschaft verunsichert (das Hin und Her um den Torwart hat sicher auch seinen Teil beigetragen).
Und Bremen wirkte fast so wie das Gegenbild: eine Mannschaft, die die spielerische Idee ihres Trainers erkennen lässt, aber individuell zu schwach ist und deswegen immer wieder an ungenauen Pässen und zu langsamen oder fehlerhaften Bewegungen scheitert.
Ich kann das bald nicht mehr lesen: vor der Saison haben zwei Spieler aus der Abwehr den Verein verlassen, die Erfahrung von doppelt so viel Bundesligaspielen mitgebracht haben als die zitierten Topspieler.
Was also ist die Basis der Aussage dafür, dass sich die Abwehr kaum verändert hätte?!
Als neutraler Sicht nehme ich auch Variante A, aber sowohl bei Variante A als auch Variante B wäre ich als Frankfurt-Fan nicht happy damit, dass man gegen Bremen und HSV nur zwei Punkte eingesammelt hat. Die Erwartungshaltung ist dank der guten Arbeit der letzten Jahre eben eine andere.
Genauso sind erstmal 39 Gegentore in der Hinrunde - die meisten in der Liga - einfach zu viel, wenn man die Ansprüche von Frankfurt hat, auch wenn Sie in der Offensive produktiv sind.
Die Abwehrreihe gestern war: Brown-Theate-Koch-Collins-Kristensen alle fünf sind seit über einem Jahr bei der Eintracht. Vier von denen waren letzte Saison schon Stammspieler und Collins Rotation/Einwechselspieler. Ich würde, ohne nachgeschaut zu haben, sogar behaupten, dass die letzte Saison schon mindestens einmal genauso zusammengespielt haben. Also Gegenfrage, wo ist das ne große Veränderung? Ja, man hat viel Erfahrung abgegeben aber nicht unbedingt viel Qualität. Tuta und Smolcic (??? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer der zweite Abwehrspieler gewesen sein soll) sind beide nur durchschnittliche Bundesligaverteidiger gewesen. Tuta an guten Tagen vielleicht auf Europa League Niveau. Und das auch nur die letzte Saison. Davor wurde er doch immer wieder dafür kritisiert, dass er zu oft entscheidende Gegentore verschuldet. Persönlich finde ich Collins jetzt schon besser als Tuta es jemals war, aber das ist nur meine Meinung. Ist ja auch kein Zufall, dass Tuta für 15 Millionen nach Saudi-Arabien gewechselt ist. Wohingegen Ekitike und Marmoush für 80 Millionen zu den beiden stärksten Vereinen der Premier League gegagen sind. Also sorry aber der Qualitätsverlust hat definitiv in der Offensive stattgefunden und nicht in der Abwehr. Wobei man vielleicht auch mal darüber diskutieren kann, ob die Abwehrspieler letzte Saison nicht durch die Bank weg überperformt haben. Ich für meinen Teil verstehe ehrlich gesagt auch nicht, wieso Theate immer noch von vielen Frankfurtern so hochgehalten wird. Der mag zwar tolle Pässe spielen aber regelmäßig laufen ihm die Gegenspieler weg. Und seine 8 gelben Karten kommen ja auch nicht von ungefähr.