17. Spieltag - Euer Input für die Schlusskonferenz


#1

Gäste sind Martin Schneider und Tobias Escher. Bäm.


#2

Zu Freiburg: Glaubt ihr, dass diese Phase mit den vielen Punkten ein kleiner Peak ist oder zeichnet sich tatsächlich ein Trend in etwas stabilere Zeiten ab, wenn auch nicht mit so vielen Punkten - ein Trend bzw. eine Entwicklung, die Streich etwa mal wieder vorhergesehen zu haben scheint?

Zur Liga: Sind die vielen verspielten Mehr-Tore-Führungen der Preis, den beinahe die gesamte Liga durch ihr Unvermögen, Spiele kontrollieren zu können, zahlen muss und kann genau diese Unsicherheit dazu beitragen, dass sich Teams dem Spiel mit Ball wieder etwas intensiver widmen, um eine “sichere” Führung auch mal “runterspielen” zu können?


#3

Hallo lieber Max,
ich hätte eine Frage an den Taktik Experten Toby in Bezug auf Hoffenheim. Nagelsmann ist da ja nun schon fast 2 Jahre Trainer. Kann man jetzt schon sagen was seine Handschrift ist, und was seine Art des Fußballs ausmacht? Wodurch zeichnet sich sein Fußball aus?


#4

BVB-Hoffenheim

Ohne Zweifel ist Hoffenheim eine spielerisch sehr gute Mannschaft, die heute auch stark aufgetreten ist. Dem Sky-Kommentator, der die erste Halbzeit mit “Hoffenheim hat das hier wirklich dominiert” abschloss, kann ich dann aber nicht zustimmen. Klar hatte Hoffenheim viel mehr Ballbesitz und war spielerisch ansehnlich, aber wenn es zur Halbzeit 2 zu 1 für den BVB steht, wäre das kein völlig absurdes Ergebnis gewesen. Der BVB hatte nicht nur 9 zu 4 Torschüsse, sondern diese hatten durchaus Potential (inkl. verdaddelter Chancen vor Torabschluss). Es wäre schön, wenn mein subjektiver Eindruck hier überprüft werden könnte.
In der zweiten Halbzeit muss Hoffenheim dann seine Chance nutzen, und vor ein paar Spieltagen hätte der BVB auf jeden Fall das Gegentor kassiert (STÖGEREFFEKT). Aber so macht er wunderbar das 2-1 kurz vor Schluss (STÖGEREFFEKT 2.0)
Eine Anmerkung zu Yarmolenko: Mein Eindruck nicht nur heute ist, dass er über die Saison gesehen, eine Defensivzweikampfquote im einstelligen Bereich haben müsste. Dazu kommt, dass er offensiv allzu gerne Bälle verschleppt und vertändelt. Leider kommt da dem BVB die Verletztenmisere einmal mehr nicht zu gute.

Frohe Feiertage und danke für die Saisonbegleitung!!


#5

Ich habe eine Frage an Tobias. Vor ein paar Wochen hat Peter Arends zur Leistung der Borussia gesagt, sie spiele wie ein typischer Tabellenfünfter. Das hat mir gefallen: einerseits, weil ich damit am Ende der Saison sehr gut leben kann :slight_smile: , andererseits weil eine oft formulierte Unsicherheit über die Stärke der Borussia von Nichtborussiafans damit gut erklärt wird. Ich verwende Peters Aussage zurzeit sehr gerne, um zu erklären, warum Borussia bspw. den FC München schlägt, aber Probleme beim SC Freiburg hat. Meine Frage ist daher: Kannst du der Aussage Peters zustimmen? Oder nochmal pointierter gefragt: Wie gut muss denn ein Bundesligist 2017/18 spielen, um besser als Platz 5 wahrgenommen zu werden, wenn nicht so gut, wie - im Schnitt - Borussia in dieser Hinrunde?


#6

VFB - FCB

SvenzunUllreich ! Besser hätte man die Geschichte nicht schreiben können. Der Ex-Stuttgarter Sven Ullreich hält quasi mit dem Schlusspfiff den Elfer von Akolo und sichert somit den Bayern die drei Auswärtspunkte.
Zum Spiel: Taktisch hat es der VFB besonders in der ersten Halbzeit für meine Begriffe wirklich sehr, sehr gut gemacht und Bayern hat kaum Mittel gefunden. Auch läuferisch hat Stuttgart ein enormes Pensum hingelgt. Das änderte sich dann nach der Pause. Bayern wurde bissiger und auch zwingender Richtung VFB-Tor. Das Fehlen von Donis auf Stuttgarter Seite war für mich deutlich erkennbar.
Bayern geht jetzt mit 10 Punkten (11 Pkt. wenn RaBa morgen nicht gewinnt ) in die Winterpause. Stuttgart holt in der Hinrunde im Schnitt 1 Punkt pro Spiel und ist somit voll drin im Abstiegskampf.

BVB - TSG

Pulisic mit einem schönen Tor kurz vor Schluss - zweiter Sieg für Stöger. Dortmund spielte wieder im 4-1-4-1 System und somit erneut wieder eher defensiv. Die Ausrichtung sah zunächst vielversprechend aus, weil Dortmung zu Beginn mehr vom Spiel hatte. Doch mit nahezu dem ersten Angriff macht Uth sein 9. Saisontor (Uth hat somit seine Bestmarke (Saison 16/17) schon übertroffen). Auffällig: Stöger lässt Toljan wieder von Beginn an ran. Ist das ein guter Weg? Auch wenn er in erster Linie Außenverteidiger ist, macht er in meinen Augen zu wenig für die Offensive. Somit stockt die rechte Seite manchmal, weil ein Pulisic allein kann es nicht immer richten.
Ungewöhnlich: Hoffenheim hatte in Dortmund mehr Ballbesitz (54%) und spielte auch knapp 100 Pässe (586) mehr als der BVB (493).
Stöger bringt den BVB in der Bundesliga wieder auf Kurs - reicht es auch im Pokal gegen Bayern?
Hoffenheim hat jetzt genauso viele Tore erzielt wie Augsburg (27). In meinen Augen besitzt die TSG aber die bessere Offensive was den Kader betrifft. Wo liegen hier die Gründe? Was ist mit Kramaric? Holt Hoffenheim Ersatz für Wagner falls dieser nach München geht?

Werder - Mainz

Mainz holt mit toller Moral einen 0-2 Rückstand zur Pause auf und nimmt zumindest einen Punkt mit in die Heimat. Das sah zunächst nicht danach aus: Werder war in Halbzeit 1 die bessere Mannschaft. Mainz fand kaum statt und produzierte mehr Fehlpässe, als vernüftige Offensivaktionen. Verdiente Pausenführung für Bremen nach Toren von Bargfrede und Belfodil (der Kruse ersetzen musste). Anderes Bild in der zweiten Hälfte. Mainz kam mehr und mehr ins Spiel und fand gute Lösungen gegen die gute Bremer Abwehr. Der Anschlusstreffer fiel für mich zwar noch eher überraschend, Mainz blieb jedoch weiter dran und wurde in der Nachspielzeit belohnt und bestrafte damit die Passivität der Bremer.
Für mich muss Bremen in der Winterpause unbedingt einen weiteren Stürmer holen. Nur Kruse kann auf Dauer nicht gut gehen und Belfodil hat für mich nicht ansatzweise das Niveau um Werder (langfristig) weiter zu bringen. Und wenn jetzt auch noch Hajrovic geht, wird es noch enger.
Liege ich richtig mit der Einschätzung oder bin ich da auf dem falschen Weg und übersehe etwas?

**HSV und Hertha BSC

Sowohl beim HSV und bei Hertha BSC sehe ich ein Problem: Beide Teams haben keinen richtigen Spielgestalter, der das Spiel lenkt und auch mal den entscheidenen Pass in die Tiefe spielt bzw die Stürmer immer mal wieder gut in Szene setzt.
Was meinen Martin Schneider und Tobias Escher zu dieser Aussage?


#7

ich verfolge Sandro Schwarz schon etwas länger und ich halte ihn eigentlich für einen der Trainer, die eine große Zukunft haben werden. Doch irgendwie bin ich ein kleines bisschen enttäuscht. In der Offensive fehlt mir ein ganz klarer Plan und defensiv sind so manche Gegentore dabei, die man sich nicht fangen muss. Nun komme ich zu der Frage, die sich mir von Woche zu Woche mehr aufdrängt.
Ist der Kader von Mainz nicht gut genug für Sandro Schawarz ?
Vielleicht ist der Kader nicht für mehr gemacht, als für den Martin Schmidt Fußball ?


#8

Eigentlich hätte ich gerne eine Einschätzung zu allen Mannschaftsteilen des SC Freiburg, der Spielidee von Streich, die Entwicklung der Neuzugänge und die Reaktion aller Bundesligisten auf die Freiburger Spielweise und die Gegenreaktion dazu.
Da das etwas zu viel ist greife ich zwei Mannschaftsteile heraus: 1. Wie seht ihr die Zentrale mit Höfler und Haberer besetzt? (Mir scheint es als ob die beiden mit dem Ball häufiger in kleine Dribblings gehen und das auch recht effektiv ist.)
2. Und dann würde ich mich noch über eine Bewertung der beiden Außenverteidiger Günter und Stenzel freuen, die meiner Meinung nach deutlich mehr Aufgaben haben als letzte Saison, diese aber auch gut lösen. Stenzel eher mit Passspiel, Günter mit Dribblings.


#9

Mal eine Frage komplett abseits des aktuellen Spieltags an die Runde, vor allem Tobias Escher:

Warum sagt man so oft 3er-Kette und hängt dann im Nebensatz dran, “die eigentlich eine 5er-Kette ist”? Bei der normalen 4er-Kette sagt man doch auch nicht 2er-Kette, weil die Außenverteidiger bei eigenem Ballbesitz nach vorne verschieben, sondern bezieht sich auf die Grundformation ohne Ball. Im eigenen Ballbesitz sind ja sowieso alle Positionen verschoben und in Bewegung, sodass man da keine starre Formationen benennen kann. Warum sagt man dann nicht einfach immer 5er Kette, wenn es doch faktisch eine solche ist? Täuscht mich meine Wahrnehmung bei der Formulierung oder es aus taktischer Sicht hat einen Sinn, es so zu benennen?


#10

Wie gut ist Schalke unter Tedesco wirklich. Gefühlt sind da erstens sehr viele Aufholjagden dabei. Sind diese logisch, weil Schalke so viel besser ist und davor paar Situationen einzeln verpennt hat oder ist da auch viel Glück mit dabei? Zweitens sind es gefühlt auch sehr viele knappe Ergebnisse, was jetzt auch nicht unbedingt für eine wirklich stärkere, sondern eher etwas glücklichere vielleicht individuell besser besetzte Mannschaft spricht. Hatte die letzten drei/vier Spieltage vermehrt die Gelegenheit zumindest Konferenz zu schauen und war bei diesen Eindrücken von Schalke ziemlich enttäuscht: viel “Willen”, viel Präsenz/Athletik, hohe Intensität etc. ,aber auch nach der kompletten Hinrunde (ohne Europapokal!) wenig spielerische Elemente und auch wenig, was sie vom Bundesliga Standard abheben könnte, was ich aber schon so bisschen von einem Trainer erwartet hatte, der so gehypte wurde.

P.s. frohe Weihnachten und nen guten Rutsch zumindest an die zwei Gäste und falls ich mich beim Rasenfunk Royal nicht mehr beteilige auch an Max! :smile:


#11

Mal eine allgemeine Frage für Tobi bezüglich des Trainerwechsels beim BVB:

Was könnten die taktischen Gründe gewesen sein, von einem Trainer Tuchel/Bosz jetzt (vorerst bis Saisonende) zu Stöger zu wechseln. Was hat Stöger bei Köln und Wien für den BVB interessant gemacht, da er ja auch schon im Sommer Kandidat war. Was kann man potenziell für die restliche Saison mit einem Trainer Stöger und dem BVB Kader erwarten? Sah man, auch wenn es erst 7 Tage sind, schon erste Ansätze in den letzten beiden Spieltagen?


#12

Ich glaube, das kommt daher, dass man ja auch ne 3er-Kette spielen kann, die gegen den Ballbesitz nicht zur 5er-Kette wird. Super entzerrt also, nicht wie meist in der Bundesliga mit 3 zentralen Verteidigern. Ist aber nur eine Vermutung.


#13

Danke für eure Fragen! Aufzeichnung startet schon heute Abend, ich weiß nicht, ob ich vorher hier noch einmal reinschauen kann.


#14

Frankfurt vs. S04

  • Gegentor in der 1. Minute durch mehrere individuelle Fehler, vor allem von Stambouli in dieser Situation, der den Zweikampf eigentlich schon gewonnen hat, sich dann aber verschätzt.

  • Danach dominiert Schalke das Spiel, indem sie lange Ballbesitzphasen haben und Frankfurt oft zu langen Bällen zwingt, die Naldo dann meistens wegköpft.

  • Schalke schafft es trotz spielerischem Übergewicht selten zu zwingenden Torszenen. Das Zentrum bei Frankfurt steht super kompakt, Versuche gehen also meist über die Flügel. Alle Flanken von dort, und übrigens auch alle Standards an diesem Tag, werden von den Frankfurtern weggeköpft bevor sie tief fliegen können.

  • Super viele lange Bälle auf Burgstaller werden knapp Abseits gegeben. Schien Teil des Schalker Plans zu sein, um möglichst viele Spieler im kompakten Mittelfeld zu überspielen.

  • Zwei gute Chancen durch Schöpf kurz vor der Pause und von Harit werden vergeben.

  • Clevere Wechsel von Kovac, der die akute Gelbgefährdung zweier seiner Spieler erkennt und darauf reagiert, bevor man vielleicht zu Zehnt weiterspielen muss.

  • In der zweiten Hälfte eigentlich das gleiche Bild: Schalke versucht das Spiel zu machen, schafft es nicht so richtig torgefährlich zu werden. Mit der Einwechslung von Haller schafft Frankfurt jedoch zumindest manchmal den Ball für länger als ein paar Sekunden aus der eigenen Hälfte rauszuhalten.

  • Tor von Haller wieder durch individuelle Fehler entstanden, in dieser Phase presst FF aber auch deutlich höher als in der 1. Hälfte. Starke Aktion mit der Hacke.

  • Danach macht Schalke viel Druck. Frankfurt bleibt komplett ungefährlich, s04 kontrolliert das Spiel.

  • Die Tore waren nur folgerichtig, erwähnenswert ist, dass Embolo zum ersten Mal seit seiner Verletzung trifft.

-> Meiner Meinung nach ein eigentlich sehr gutes Spiel der königsblauen. Frankfurt hatte eigentlich zu keinem Zeitpunkt die Überhand und die Tore waren eher glücklich. Dennoch geht das Unentschieden in Ordnung, denn auch wenn die Ballbesitzphasen der Schalker lang waren, selten kam man zu guten Abschlüssen/Torchancen.