Nächsten Montagabend gibt unser Gast-Moderator Johannes Skiba (Freier Journalist, Dokumentarfilmer und Kommentator, Podcast Gol Olímpico, Instagram)
sein Debüt in diesem Format.
Den Monat versuche ich es mal mit Magenta Sport. Ich hoffe gleich um 12 Uhr sind die SCFrauen wacher als in der letzten Saison. Im letzten Jahr waren die Mittagsspiele immer sehr schwach.
Ich hab das Spiel nicht mit 100%iger Aufmerksamkeit gesehen, fand Hoffenheim aber leider wieder über weite Strecken harmlos und genauso naiv wie gegen Stuttgart. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese Saison etwas mit den vorderen Plätzen zu tun hat, kann ja wirklich gut sein dass man nach 5 Spielen noch völlig ohne Punkte da steht.
Mit am problematischsten finde ich grade den Eindruck, dass man nicht wirklich nachlegen kann. Man wechselt in diesem Spiel einmal doppelt, komplett ohne Effekt, einmal noch kurz vor Schluss, zwei mögliche Wechsel werden gar nicht gemacht. Und das in einem Spiel was definitiv nicht nach Plan lief, grade zu Beginn der zweiten Hälfte um das 1:0 herum. Hat man da wirklich so wenig Vertrauen in die Spielerinnen auf der Bank? Dazu kann man noch sagen, außer Douma waren da am Ende alle die auf der Bank saßen 20 oder jünger. Köln ist da ja der krasse Gegenentwurf und es vermutlich ist kein Hot Take zu sagen, das dieses Spiel über Erfahrung und Einwechslungen gewonnen wurde.
Der SC macht etwas zu wenig und ist zu abwartend. Dabei zeigt Union auch beim ein oder anderen Pass mal Unsicherheiten. Der Ball den man sich selbst zur SC-Ecke „geklärt hat“. Apropos Ecken. Anscheinend gibt es ein Plan, aber so richtig gut waren die Ausführung nicht alle.
Nicht viele Abschlüsse, weil man zu klein klein ist, der Pass fehlt oder eine Mitspielerin nicht dort steht. Haut doch mal richtig rauf. Die eine Ecke sorgte zumindest für Gefahr und auch einen richtigen Torschuss.
Sonst kommt es mir auch nach hinten und vorne vor als ob man in einigen Szenen langsam ist. Union kam da 2-3x durch, wo der SC zu langsam war oder nicht richtig stand. Gut, dass Egli auch kein Zielwasser intus hatte. In der 42. Minute auch wieder so ein Fehlpass, der den Union Angriff einleitet.
Reimann war nicht groß gefordert bisher. Hinterlässt mit ihren 17 Jahren aber beim Mitspielen ein soliden Eindruck.
Wichtiger Sieg. Alles was ich in der 1. Halbzeit kritisiert habe, da haben die SC-Spielerinnen in der 2. Hälfte ein anderes Gesicht gezeigt. Das war kein perfektes Spiel, aber man hat gut gepresst, Union zu Fehler gezwungen und auch gute Angriffe gehabt. Hinten stand ziemlich solide und kann man bitte über Anna Reimann sprechen? Wie die da mit ihren 17-Jahren auch die Bälle mutig rausfaustet und diesen einen Ball geklärt hat. Wenn die so weitermacht. Nächste Woche wird auf jeden Fall die Feuerprobe gegen Bayern.
Größter Kritikpunkt: Die Chancenverwertung. Da waren einige gute Situationen dabei, wo man im Strafraum aber den Ball nicht aufs Tor oder zu besseren Spielerin bekommt. Gerade vor dem 1:0, der Ball der zur Ecke führte. Der muss rein. Aber dafür gab es immerhin das langersehnte Tor nach der Ecke. Auch schön. Aber auch Kolb ihr Alleingang war nur ein Schüsschen, Arafoui zum Schluss noch die gute Chance.
Nia Szenk darf sich bei Rückkehr auf jeden Fall strecke. Emma Memminger hat defensiv als auch offensiv richtig Bock. Die setzt sich nicht so einfach auf die Bank. Schöner Konkurrenzkampf.
Ich bin oft sehr kritisch. Aber auf der 2. Hälfte kann man aber aufbauen.
Leider war das wieder ein sehr naiver Auftritt vom HSV. Nach dem spielerisch guten Start versemmelt Linberg den Elfer, was Stuttgart natürlich Momentum verschafft. Wenn du dich dann Auswärts bei Führung in der 12. Minuten aukontern lässt, verschenkst du den anonsten guten Start. Es wird dann leider auch nicht rechtzeitig erkannt, dass ab Minute 20 der Spielaufbau zu fehlerhaft war bzw man regelmäßig in die Pressingfallen der Stuttgarter getappt ist. Anstatt öfter den Exitball auf Karczewska zu suchen, blieb man sturr und holte Stuttgart so immer mehr ins Spiel. Erst in Minute 40 gab es das Kommando hörbar vom Co-Trainer von Außen. Leider war das Kind dann aber psychologisch in den Brunnen gefallen, wir haben nie so richtig wieder ins Spiel gefunden.
Ein weiteres Problem war mMn das Zentrum gegen den Ball, taktisch wie indviduell. Die Abstände zwischen Mittelfeld- und Abwehrkette waren viel zu groß, in den direkten Duellen war man nahezu immer unterlegen. Folgerichtig liefen alle Angriffe des VfB durch die Mitte. Gleichzeitig hatten die IVs riesige Probleme beim rausverteidigen, im Vergleich zur Gegenseite, die Karczewska meist gut im Griff hatten. Es wurde etwas besser mit Machtens, durch die Herausnahme von Peneau ging dafür im Tausch spielerisch viel verloren.
Insgesamt kann das Spiel aber eine gute Lehrstunde sein, weil vieles vom ärgerlichen Spielverlauf selbstverschuldet ist. Es fehlt gefühlt auch gar nicht zu viel, ne saubere Saison zu spielen. Zum Beispiel würden dem Team zwei gestandene Neuzugänge in der IV und ZM gut tun, ich denke da an Stegemann, Achcinska oder Hagel…ach ne, da war ja was
Eklatant ist aktuell einfach, dass man über Wechsel kaum in das Spiel eingreifen kann. Machtens und Martens okay, aber gerade offensiv ist durch Verletzungen keine Qualität auf der Bank vorhanden. Schwalm und Morich als erste Wechsel sind gruselig.
Generell hatte man Stuttgart in HZ2 aber eigentlich gut neutralisiert und mMn wäre ein Punkt voll verdient gewesen. Aber so hat man aus zwei 50/50 Spielen einen Punkt geholt. Das muss dringend verbessert werden, sonst endet das wie letzte Saison, wo man auch kaum 50/50 Spiele gewinnen konnte.
Stimmt, aber mit Wrede und Hillebrand sind unsere besten Offensivspieler aus der letzten Saison noch verletzt. Das schlägt bei uns ordentlich ins Kontor.
Finde schon, dass Stuttgart verdient gewonnen hat. Aber ich gebe dir total Recht, dass Spiele, in denen was drin ist, unbedingt häufiger gewonnen werden müssen. Gestern war so ein Fall, leider hat man sich extrem blöd angestellt.
Ja. Mit optimaler Chancenauswertung führt man 3-0 nach 10 Minuten, in der Realität lässt man sich nach 12 Minuten zum 1-1 auskontern. So kriegst du auch keine Sicherheit in die Abläufe, wenn du nicht mal länger dein Führung halten kannst. Sehr schade, aber ich finde man hat bei beiden Spielen mitgehalten. Und nun wünsche ich mir natürlich drei Punkte gegen RaBa…
Zweites Spiel, zweiter Sieg, zweite frühe Führung für Werder durch einen Kopfball von Shimada nach Flanke von rechts. Bin gespannt ob das weiter ein Muster bleibt oder ob sich die kommenden Gegnerinnen da besser drauf einstellen als Leipzig.
Edith: Weil mich der Sky Kommentator zusätzlich verunsichert hat hab ichs jetzt doch nochmal nachgeschaut, Luna Vanezir sagt: Luna Vanzerch
FCBFSV Klingt mit dem Ergebnis jetzt vielleicht etwas wild, aber das war eine deutliche Steigerung von Mainz. Viel konzentrierter, besser gestaffelt, keine Tür und Tor offenen Flanken zu Anfang. Mit der Leistung hätte sich Werder glaube ich schon schwer getan. Nach vorne war dagegen absolut gar nichts drin. Kats und Bouziane haben keinen einzigen Stich gemacht, egal ob es jetzt gegen Gilles, Eriksson, oder Viggósdóttir ging.
MVP: Vorhersehbar AF, aber Klara Bühl ist halt Klara Bühl. Präzise Flanke auf Dallmann vor dem 1:0, nimmt sich die letzte Ecke von Alara und serviert den Ball für Gilles zum 2:0. Die Definition von franchise player.
Unsung Heroine: Saskia Matheis. Rennt, kämpft, dirigiert, kratzt Bälle wieder raus, und hat das Auge für den einen Pass durch die Mitte nach vorne, der aber leider auch zu nichts führte.
Moment des Spiels: Jovana Damnjanović sitzt nach der Auswechslung auf dem Boden weil offensichtlich auch die Bänke im Campus vor der Kaderbreite der Bayern kapitulieren.
„Wir müssen defensiv insgesamt ein wenig kompakter stehen, da sind wir teilweise zu weit auseinander mit unseren Ketten“, erklärte Kapitänin Pauline Machtens nach der Partie bei den Aufsteigerinnen."
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