@MaestroFlaves Das werden wir wahrscheinlich dann sehen, wenn Momoko Tanikawa oder Franziska Kett ein attraktives Angebot aus England bekommen, wie die Bayern in der Lage sind ihren Kader zusammenzuhalten. Und die Antwort auf diese Frage gibt nicht der FC Bayern allein, meiner Ansicht nach, sondern ein wichtiger Faktor dabei ist auch die grundsätzliche Attraktivität der Frauen-Bundesliga.
Bei Georgia Stanway ist es zum einen das Heimatland, aber eben nicht nur. Sie sagt explizit, dass die BWSL der Bundesliga als Vorbild dienen sollte.
Der Vorschlag von @Mortimer_Hitllethorp, den Fokus auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung junger Spielerinnen zu legen, unterstütze ich. Dies ist aus meiner Sicht sicher notwendig und ich erlebe auch, dass dies von Seiten der Bundesligaklubs peu á peu umgesetzt wird. Es ist beispielsweise im Gespräch ab übernächster Saison ein DFB-Leistungszentrum für Bundesligavereine zur Auflage zu machen.
Dennoch ist es in der Breite für Mädchen oft schwierig einen Verein zu finden, da Trainingsmöglichkeiten und Sportplätze rar und zumeist ausgelastet sind.
Bianca Rech hat vor noch nicht so langer Zeit darauf hingewiesen, dass im Fußball der Frauen der Pool an guten Spielerinnen insgesamt nicht sonderlich groß ist. Deshalb sind junge Spielerinnen schnell begehrte Transferziele und es ist schwer für Ausbildungsvereine von der Entwicklung dieser Spielerinnen zu profitieren. Tendentiell werden diese früh schon abgeworben.
Die Ausbildung junger Spielerinnen würde ich als ein wichtiges Standbein der Vereine sehen, nicht aber zur grundsätzlichen Ausrichtung der Bundesliga machen, so im Sinne einer Damallsvenskan 2.0.
Ich würde neben dem berechtigten Fokus auf die Ausbildung junger Spielerinnen den Fokus auch sehr darauf legen, die Attraktivität der Liga zu steigern. Das fängt bei den Zeiten der Spielansetzungen an, geht über die Spielorte, die Qualität der Wettbewerbs, Zuschaueraquise, professionelle Trainingsbedingungen, ansprechende Bezahlung der Spielerinnen, erfolgreiche Vermarktung der Liga, etc.
Dabei allerdings würde ich mir wünschen, dass sich tatsächlich ein eigenes Ökosystem entwickeln darf, das sich vom professionellen Männerfußball unterscheidet, familienfreundlicher ist, toleranter, respektvoller, gerne ohne Pyro, …, und beim Catering mit mehr Matcha Latte
aufwartet.