#22 – Euer Input für Schlusskonferenz 302

Am Sonntag Abend zeichne ich mit Günter Klein und Benjamin Zurmühl die nächste Schlusskonferenz auf. Schwerpunkt wird der FC Augsburg. Freue mich über euren Input!

Meine Standardfrage: Wie steht es finanziell um den Verein? Ergänzend dazu dann noch die Frage wie eigentlich die Struktur aussieht. Hat Augsburg ausgegliedert? Wie ist die Hierarchie im Verein aufgebaut? Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich leider keine Ahnung habe, obwohl Augsburg seit Jahren erfolgreich in der Bundesliga vertreten ist.
Zum Sportlichen: Ich kann Herrlich nicht leiden und das nicht erst seit seiner Show-Einlage vor ein paar Jahren. Allerdings wirkten seine Mannschaften fußballerisch durchaus solide auf mich. Woran liegt es nun, dass man gefühlt seit längerer Zeit stagniert? Hat Herrlich keine Ideen/Möglichkeiten oder gibt der Kader einfach nicht mehr her? Transfers wie Caliguiri oder Lichtsteiner in den letzten Jahren sehen eher danach aus, dass man die Mannschaft stabilisieren möchte (oder muss?), anstatt sie weiterzuentwickeln. Ist man im Sturm vielleicht ein bisschen überaltert? Finnbogasson, Hahn und Niederlechner sind alle 30+ und keiner von denen wirkte die letzten Saisons so, als ob sie nochmal zu alter Stärke zurückfinden. (Zumindest aus meiner sehr begrenzten Sicht von außen) Richter und Vargas werden wahrscheinlich nicht ewig in Augsburg bleiben. Heißt: Verschärft sich das Sturmproblem nächste Saison sogar noch weiter (Bisher gab es erst 21 Tore, das ist der viertschlechteste Wert der Liga)? Letzte Saison hatte man zu diesem Zeitpunkt bereits 33 Tore - allerdings auch 10 Gegentore mehr. Hat Herrlich vielleicht offensive Schlagkraft gegen defensive Stabilität getauscht?

Ja, Augsburg hat ausgegliedert. Die Besitzverhältnisse sehen folgendermaßen aus:
99 %: Hofmann Investoren GmbH
→ 31,9 %: Klaus Hofmann
→ 31,9 %: Michael Reuss
→ 17,0 %: Detlef Dinsel
→ 12,8 %: Marcus Höfl
→ 6,4 %: Thilo Sautter

1 %: FC Augsburg e. V.

Augsburg ist einer jener Vereine, die durch das Engagement eines Investors nach oben gekommen sind. Um 2000 ist Walther Seinsch eingestiegen und ab da waren die Finanzen stabil und es ging von der vierten Liga nach oben. Auch der Stadionbau wurde damals hauptsächlich durch Mithilfe von Investorengruppe und den Staat getragen. (Quelle: Wikipedia)
Meines Wissens nach finanziert man sich aber seitdem „normal“ aus dem Spielbetrieb heraus.

Hoffe das konnte dir weiterhelfen.

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Mich interessiert Eure Einschätzung der Transfers heute.
Caligiuri, Gikiewicz und Strobl waren in der Saisonvorschau sehr positiv gesehen worden.

Ist eine Stagnation des Teams etwas Gutes oder Schlechtes? Man war in den letzten zwei Jahren zweimal 15. heute ist man wieder in der Nähe des Relegationsplatzes. Mit Köln und Stuttgart stiegen aus der zweiten Liga zwei „größere Vereine“ auf.
Der FCA gab Max, Hinteregger, Schmid, Caiuby in den letzten zweieinhalb Jahren ab und blieb in der Liga.

Augsburg ist ein sehr interessantes Thema dort wird seit Jahren mit schlauen Transfers und wenig Mitteln viel erreicht.
Die Frage die ich mir stelle ist ob es das Ziel ist mit erfahrenen Spielern immer nur die Klasse zu halten oder ob sie noch mutiger werden und mit jungen Spielern probieren eine Mannschaft mit einer Perspektive aufzustellen.
Caliguri/Giekewicz/Finnbogasson sind alle 30 und bringen dir den Klassenerhalt aber ich denke es wäre vielleicht besser mehr auf Richter/ Varags und Guezco zu setzen!

Augsburg wird ja immer wieder in einen Topf mit Mainz und Freiburg geworfen. Gemeinsamkeiten gibt es bei näherer Betrachtung nicht wirklich abgesehen davon, dass der Standort klein ist und immer wieder vom gallischen Dorf die Rede ist. Mainz hat sich in der jüngere Vergangenheit sehr mit jungen Talenten verstärkt, die wiederum für viel Geld weiterverkauft werden, mit denen neue Talente gekauft werden usw. Freiburg bildet m. E. mehr selbst Spieler aus und scheut Risikotransfers. Santamaria scheint bisher die einzige Ausnahme zu sein. Und Augsburg? Augsburg hat für mich einen relativ wenig innovativen Weg gewählt. Es wird nicht übermäßig viel Geld ausgegeben und stattdessen in erfahrene gestandene Spieler investiert bzw. diese werden ablösefrei von der Ersatzbänken höherer Vereine geholt, siehe Caliguri und Strobl. Dies ist zwar nicht riskant, aber viel Geld wird Augsburg mit denen nicht mehr reinholen. Ein Abstieg, den es diese Saison nicht geben wird, wäre für Augsburg gefährlicher als z. B. für Mainz, die immerhin viele Spieler für solides Geld verkaufen könnte und Freiburg preist den Abstieg ohnehin mit ein.

JA WAS IST DENN LOS HIER IN MAINZ!?

Nein mal im Ernst, die Mannschaft ist nicht wieder zu erkennen:

Es wird jeder Zweikampf genommen als wäre es der letzte, vor allem Onisiwo ist hier herauszugeben, aber auch alle anderen werfen sich einfach rein.

Das Spielglück kommt dazu: In der Hinrunde wäre Hoffmann nicht knapp im Abseits gewesen vor der Elfmetersituation und auch Onisiwos Schuss wäre wieder ins Feld geflogen statt ins Tor.

Svensson hat es geschafft, die Mannschaft aufzuwecken und vor allem: er hat ihnen einen ganz klaren Plan mitgegeben an dem sie sich orientieren können. Niakhate bereitet mir weiterhin immer mal wieder Kopf zerbrechen mit ziemlich unnötigen und schwachen einzelaktionen, dadurch schmälert er seine ansonsten herausragenden Leistungen leider doch immens.

Für diese Saison stimme ich Dir zu, daß Augsburg wenig junge Leute geholt hat. Gumny wäre da vielleicht zu nennen.
Ich denke aber mit Vargas, Oxford, Udoukhai, Iago und dem Eigengewächs Richter gibt es ein paar Spieler mit Entwicklungspotenzial.
Framberger und Sarensen-Bazee wären mit etwas weniger Verletzungspech vielleicht noch zu nennen gewesen.

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Der FC Augsburg ist aktuell 13ter der Tabelle und könnte auf Platz 11 springen. Mehr scheint derzeit nicht drin zu sein auch wenn die Verantwortlichen sich vermutlich mehr wünschen. Der FCA stagniert und konnte in der Tabelle seit der Sensationssaison 2014/2015 (Platz 5) nicht besser als auf Platz 12 abschneiden. Seit 2014/2015 weist der FCA ein Transferminus von – 21,15 Mio. € auf (laut Transfermarkt.de). Unter den Investitionen finden sich viele Volltreffer wie bspw. Felix Uduokhai, Iago oder Ruben Vargas, aber ein teures Missverständnis wie Koubek.

An sich hat Augsburg einen durchaus starken bzw. interessanten Kader: Reece Oxford, Robert Gumny, Ruben Vargas und vor allem Tim Civeja sind junge entwicklungsfähige Spieler. Auch mit den Leihspielern Sergio Cordova, Frederik Winther und Maurice Malone kommen gute junge Spieler zurück.

In dieser Saison wird nicht mehr viel drin sein. Nach unten sind es nur vier Punkte, aber ich gehe davon aus, dass die Augsburger den Klassenerhalt schaffen werden. Trotz nur 3 Siegen in 10 Spielen bekommt Heiko Herrlich die klare Rückendeckung von Stefan Reuter. Gerade im schnelllebigen Fußballbusiness ungewöhnlich starke Worte und es deutet auf einen Plan für die nächsten 2-3 Jahre hin, weshalb ich ein wenig gespannt bin was wir in der nächsten Saison erwarten können. Dafür ist eine Verjüngungskur im Sturm aber zwingend notwendig. Auch weil die routinierten Stürmer nicht mehr treffen wie man es sich wünscht.

Ansonsten bislang ein hochspannender Spieltag

Form schlägt Titel oder auch Frankfurt schlägt Bayern. Das Ganze auch in Abwesenheit von Toptorjäger Andre Silva.

Mainz mit unglaublichem Fight und dem erneut goldenen Händchen von Svensson.

Und Schalke prophezeit das Endergebnis des wohl vorerst letzten Revierderbys und druckt dieses auf Shirts.

Morgen kann Leipzig die Bayern noch mächtig unter Druck setzen und Leverkusen und Hoffenheim wollen sich von der Europa-League erholen.

Nachdem ich in der vergangenen Woche schon ein wenig zwingen musste, hier das Spiel des BVB zusammenzufassen, komme ich an dieser Stelle nicht drumherum kurz die ganze Woche mal zusammenzufassen, auch wenn die Meisten das ganze sicherlich auch mitbekommen haben.

Montag: Es wird offiziell, dass Marco Rose und sein Team ab Sommer das Traineramt übernimmt. Für mich persönlich eine durchweg positive Meldung, sodann man sich diesmal auch auf die Spielweise des Trainers einlässt und entsprechend auch den Kader nach seinen Vorstellungen umbaut.

Mittwoch: Durch einen 3-2 Sieg in Sevilla sichert man sich eine hervorragende Ausgangsposition um zum ersten Mal seit der Saison 2016/17 in das Viertelfinale der Champions League einzuziehen. Das war, vor allem nach den letzten Wochen beider Teams, ein doch sehr überraschendes Ergebnis.

Freitag Abend / Samstag Morgen: Zum ersten Mal die Gerüchte mitbekommen, das Sven Mislintat die Nachfolge von Zorc ab 2022 gemeinsam mit Kehl angehen soll. Für mich ebenfalls sehr positiv, da ich von Mislintat sehr viel halte.

Und darauf folgte dann am Samstag dieser Derbysieg. Es war (endlich) mal wieder eine durchweg positive Woche, die, auch wenn Frankfurt und Wolfsburg ebenfalls gewonnen haben, doch noch Hoffnung macht, dass sich dieser BVB noch für die CL qualifiziert.

Zum Derby: Im Vergleich zu Sevilla hat der BVB eigentlich nicht wirklich viel verändert. Delaney kam verletzungsbedingt für Akanji rein, Brandt für Bellingham, vermutlich um etwas mehr Kreativität im Spiel zu haben.

Für Akanji rückte Can in die Innenverteidigung. Hier gefällt mir zwar grds. Delaney besser, allerdings kann er nicht in der IV neben Hummels spielen, da beide auf der linken Seite spielen wollen bzw. müssen. Can merkt man leider sehr häufig an, dass er hier nicht auf seiner Idealposition spielt. Er hat grds. viel Vertikalität im Spiel, was positiv ist, jedoch nicht zwingend als Innenverteidiger. Auch heute gab es einige Situationen, in denen er sehr weit nach vorne rückte und dann hinten fehlte. In einer Szene hatte Schalke sogar eine gute 2-1 Konter Aktion, die dann allerdings nicht genutzt werden konnte, was aber mehr an den Schalkern lag.

Die Hereinnahme von Julian Brandt hat mir nur bedingt gefallen. Er hat sehr häufig schlechte Ballberührungen, kommt kaum dazu, seine Stärke, Pässe in die Tiefe zu spielen, auf den Platz zu bringen. Dazu wirkt sein Gegenpressing sehr teilnahmslos und er auf mich teilweise auch nicht fit bzw. spritzig genug. Heute ist extrem oft aufgefallen, wie oft Terzic „Druck, Jule“ rufen musste und ihn quasi dazu motivieren musste, die notwendigen Meter defensiv zu gehen.

Damit kommen wir auch zum Gewinner der Woche: Mo Dahoud. Gegen Sevilla ein Wahnsinsspiel gemacht. Sowohl gegen den Ball als auch mit Ball (Spieleröffnung, Ballkontrolle) einen extrem wichtigen Job gemacht. Er gilt immer als Trainingsweltmeister und als Spieler, der von den fehlenden Zuschauern extrem profitiert. Ich habe mich schon gefragt, warum er so wenig Chancen in dieser Zeit bekommen hat. Umso mehr freuen mich diese beiden Spiele von ihm. Besonders wichtig (insb. gg Sevilla) war auch seine sehr ausgeprägte Kommunikation auf dem Platz. Gg Sevilla hat er quasi hauptsächlich für die Abstimmung und das Rausrücken des 3er Mittelfelds gesorgt.

Im Spiel heute ist dem BVB jedoch, mal wieder, trotz des vielen Ballbesitzes nichts eingefallen. Die wenigen Situationen, die sich dann geboten haben im Umschalten, wurden nicht sauber zu Ende gespielt. Hier habe ich mich jedoch gefragt, wieso Schalke versucht sauber hinten rauszuspielen. Der BVB kreiert seit Wochen nahezu nichts aus dem Spiel, sondern ist sehr abhängig von guten Ballgewinnen. Grds. begrüße ich ja, dass man es auch als Tabellenletzter versucht sauber und flach herauszuspielen, aber was Stambouli da vor dem 1-0 macht ist halt das schlimmste was du in der Szene machen kannst. Den Schuss von Sancho kann man m. M. n. auch halten, allerdings bin ich hier zu wenig Torwartexperte.

Kurz danach erzielt man dann das 2-0 weil Haaland komplett alleine im 16er steht und der Schalker erst nach der Flanke Richtung Haaland geht. Wie die Szene dann verwertet wird ist natürlich absolut stark.

Damit führt der BVB zur Halbzeit durch eine Umschaltaktion und die individuelle Klasse von Haaland mit 2-0. Schalke hatte bis dahin nichts auf den Platz gebracht, was wirklich gefährlich war. Nach dem Wechsel wird der BVB dann, wie in Sevilla, viel zu passiv. In der Folge wird Schalke dann gefährlicher. Serdars Schuss, der von Hitz an den Pfosten gelenkt wird und der freie Abschluss von Hoppe aus spitzem Winkel hätten durchaus auch verwertet werden können. Zum Glück hat der BVB hier, im Gegensatz zu den letzten Wochen, dann doch mal ein wenig Glück mit Torwartaktionen gehabt und kann den ersten Konter des zweiten Durchgangs dann noch durchaus sehenswert zum 3-0 verwerten. Anschließend hatte man wieder die volle Kontrolle über das Spiel und Schalke hatte sich vermutlich auch ein wenig aufgegeben. Wie frei beim 4-0 Bellingham und Sancho auf die Kette zulaufen dürfen, wie frei Bellingham sich im Rücken von zwei Schalkern, die nur auf Sancho achten freilaufen konnte und wie frei Haaland dann durch die Mitte laufen konnte um unbedrängt einzuschieben hatte tatsächlich nichts mehr mit Bundesliga zu tun.

Am Ende also zwei verdiente Siege in einer durchweg positiven Woche. Letzte Woche hatte ich geschrieben, dass man aus den 4 folgenden BuLi Spielen gg Schalke, Bielefeld und Berlin eigentlich 9 Punkte holen muss um noch die CL zu attackieren und ich das eher kritisch sehe. Das ist immerhin etwas positiver geworden, obwohl das Ballbesitzspiel immernoch sehr harmlos ist. Allerdings hoffe ich hier einfach auf einen moralischen Schub. Dass die nicht mehr ganz so gut war, hat Sancho ja im Nachgang im Interview mit dem norwegischen TV quasi gesagt.

Was mir gerade noch auffält, als ich die Tore nochmal gesehen habe. Schalke kommuniziert vor dem 0-1 gar nicht. Das war fatal, denn wen Stambouli aufdreht geht er in einem komplett freien Raum. Da er kein Komando bekommt geht er in einen Raum, in dem er von 3 Leuten gepresst werden kann.

Für mich muss Heiko Herrlich noch den Beweiß erbringen, junge Spieler zu enwickeln.

Gebe dir absolut Recht, aber das Potential ist definitiv vorhanden.

Aber der Rasen…

SGE-FCB

  • Gerade in HZ 1 fiel erneut auf, dass die Bayern ohne Müller nicht miteinander reden.

  • Die Kontrolle über das Zentrum wurde bei den Bayern mit Goretzka für Roca zur Pause wieder eingewechselt.

  • Nur in HZ 1 war Kostic (+NDicka + Rode) gegen Sane und Süle ein Missmatch für die Bayern. Zeigt für mich, dass der Faktor Kostic eben sehr variabel von der Arbeit der anderen Mannschaftsteile abhängt. In HZ 2 ging die Rechnung für die Bayern auf, Kostic wurde defensiv von Sane gebunden und in einem kompakten Spielgeschehen boten sich Kostic nicht von die weiträumigen, dynamischen Läufen, sodass Süle besser in den Zweikämpfen mit ihm bestehen konnte.

  • Auf dem Davies Flügel war die Situation eher gespiegelt. Hier war eher Bayern spielbestimmender und die Frankfurter waren eher damit beschäftig zur reagieren, als selbst zu agieren. Nichts desto trotz konnte in HZ 1 auch hier Toure von ein Paar Seitverlagerungen profitieren und vor das Bayern Tor gelangen. Aber leider im Abschluss und im Passverhalten eher etwas unglücklich. Davies konnte er ebenfalls nicht immer stoppen, was nur deshalb nicht schwerer ins Gewicht fiel, weil Tuta seine Sache für sein Alter und seine noch nicht vorhandene Erfahrung einfach bockstark machte.

  • Was ist mit Jovic?
    Jovic für Silva ist derzeit noch ein Verlust. Auch wenn es in der ersten Halbzeit nicht so sehr ins Gewicht gefallen ist, weil andere Mannschaftsteile brillierten, aber mit dem Silva-Ausfall fehlte der Stürmer, der an der Abseitsgrenze lauert und im Bogenlauf die Räume hinter der Abwehr attackierte. Gerade in der zweiten Halbzeit fehlte mMn diese Bedrohung für das derzeit stark von seiner Variabilität im Angriff lebende Offensivspiel der Eintracht. Jovic hatte für mich in wenigen Szenen eine entscheidende Rolle gespielt. Der für ihn eingewechselte Ache war in meinen Augen dann der bessere Zielspieler für die Befreiungsschläge der Eintracht. Übrigens sehr schön für den Jungen, dass er nach langer Verletzung und diesen Stürmern vor sich auch mal zu Einsatzzeiten kommt.
    Jovic betrachte ich trotz der Kritik übrigens nicht als „Flop“. Ich glaube, dass er besser eingesetzt ist, wenn der als zweiter Stürmer etwas aus der Tiefe kommen kann oder als Knipser, wenn die eigene Mannschaft den Strafraum belagert.

  • Man of the Match: Armin Younes
    Wegen seinem Torjubel für die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags von Hanau sowieso für mich der wichtigste Mann auf dem Platz. Ich musste bei dem Jubel unwillkürlich denken: Aha! Deshalb hat er heute so aufgedreht und diesen absoluten Willen zum Tor gezeigt. Er war wieder einmal einfach unglaublich dynamisch im Laufverhalten, absolut Wendig mit Ball und die Winkel seiner Pässe haben nicht unerheblich zu der Überforderung Rocas beigetragen. Sein Tor eine Wucht und hätte er schon von der Mittellinie gegen den herausgelaufenen Neuer getroffen, er wäre sofort aufgefahren in den Eintacht-Olymp der Okochas, Yeboahs, Fjörtofts und Rebics zur Seite des Fußballgotts.

  • 2 HZ: Eintracht wankt…
    …aber hält auch die xG der Bayern unter dem eigenen Wert. Trapp einige Male sehr, sehr wichtig. Die Bayern kamen wütend aus der Kabine und haben es aus meiner Sicht so geschafft, dass sie die Eintracht so sehr in die Defensive drängten, dass ihr, siehe der Punkt Jovic-Silva, im Aufbau die Anspielstationen fehlten, da die wichtigen Spieler auf der Doppel 10 eben in der Defensive gebunden waren.

  • Und dann war da ja auch noch der Rasen
    FLick spricht ihn in der PK nach dem Spiel an, aber relativiert gleich, dass die Niederlage andere Gründe hätte. Warum erwähnt man ihn dann überhaupt? Gut, vielleicht weil heutzutage so etwas immer Thema ist. Am Ende vom Tag musste aber auch Frankfurt auf diesem Rasen spielen und auch Frankfurter sind mehrmals weggerutscht oder es sind ihnen Bälle versprungen, sodass entweder Chancen nicht richtig ausgespielt wurden oder für Bayern Chancen entstanden sind.

Am Ende bleibt ein Sieg gegen die Bayern. So etwas ist immer legendär. Aber ohne das Live Stadionerlebnis ist es doch etwas anderes. Ein legendäres Spiel, welches kein legendäres Erlebnis werden konnte, weil man sich eben nicht mit wildfremden Machen in den Armen liegt und auf dem Weg nach Hause nicht den fragenden Blick in den Gesichtern der Anderen sieht: Ist das gerade wirklich passiert?
Deshalb: Impft ihr Narren! Denn eine Eintracht in der Champions League wäre zwar mittlerweile ein realistischer Gedanke, aber es wäre für uns Fans zu surreal um wahr zu sein.

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Zum Schwerpunkt möchte ich eigentlich gar nicht viel sagen außer: Daniel Beier Fußballgott :smiley:

Mal ernsthaft ein Gedanke zu Hertha-Raba. Was für einen gebrauchten Tag hat guendouzi denn da mit auf den Rasen gebracht? Nicht speziell nur auf das 2:0 bezogen war es schon ein auffälliges downgrade zu khedira. Ich sehe viel zu wenig Hertha spiele um wirklich seine Leistungsfähigkeit einschätzen zu können aber gefühlt war er heut der Verlierer des Spiels

Zu Jovic:

Bei Jovic vertrete ich die Theorie, dass er (noch) nicht ein Stürmer in einem Ein-Stürmer System ist. Jovic profitiert von Räumen, die ihm ein Sturmpartner (oder auch von offensiven 10er) frei macht. Er wirkte irgendwie verloren (trotz der Torvorlage beim 2-0). Das wirkte er aber schon zu seiner ersten Frankfurter Zeit, wenn er alleine den Angriff stellen sollte. Die Leistungsexplosion kam IMHO erst als er Haller an die Seite bekommen hat.

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Hallo, zu Augsburg würde mich eure Meinung zum Offensivkonzept interessieren. Warum schafft es der Trainer nicht, die gute Offensive mit Richter, Niederlechner, Finnbogason, Vargas etc… besser einzubinden.?

Zum Derby:

Auch wenn es ein wenig Klischee ist, meine Lieblingsszene im Spiel war in der letzten Minute, als Sancho noch einmal im Vollsprint nach hinten gerannt ist um einen Schalker Angriff zu unterbinden. Das Motto der zweiten Halbzeit war ja eindeutig „sauber bleiben“ wie man mehrfach deutlich hören konnte, aber dieses Mal hat auch der Einsatz gestimmt. Es war natürlich nicht alles perfekt und Schalke hatte seine Chancen, aber anscheinend hatte Terzic ihnen die Bedeutung des Derbys hinreichend vermitteln können, so dass sie anscheinend oder zumindest scheinbar dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten.

Vermutlich werden sie nächste Woche wieder unmotiviert Punkte gegen Bielefeld liegen lassen, aber dieser Sieg hat sich irgendwie anders angefühlt als die anderen „geplatzten Knoten“ diese Saison, die es dann doch nicht waren. Wir werden sehen…

Als Abstiegskampf-gebrandmarkter HSVer möchte ich gerne ein paar Worte zu den Abstiegskandidaten verlieren:

Mainz 05 zeigt aktuell beeindruckende Leistungen. Ich denke sogar, dass sich die Mainzer noch retten und das ohne Relegation. Das liegt vor allem daran, dass man eine Aufstellung und eine Spielweise gefunden hat, die es dem Gegner schwer machen, sich auf das Mainzer Spiel einzustellen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Doppelspitze aus Onisiwo und Szalai. Mit dem Ungar hat man einen eher klassischen Zielspieler, der aber auch Bälle festmachen kann und so seinen Kollegen Zeit verschafft, nachzurücken, etwas das ich persönlich für unfassbar wichtig halte. Onisiwo ist technisch versierter und laufstark, kann also auch Wege in die Halbräume oder auf die Flügel gehen.
Und was für mich ganz entscheidend für den Sieg in Gladbach war: Svensson wechselt fünf Mal, davon kommen vier (!) offensive Spieler mit Stöger, Glatzel, Burkhardt und Boetius auf den Platz. Das sind Zeichen an die Mannschaft, dass man sich nicht mit einem Punkt zufrieden gibt und auf Sieg spielt. Das motiviert Spieler viel mehr, als wenn man nur versucht Spiele nicht zu verlieren (liebe Schalker…).

Ich muss bei der aktuellen Situation des FC Schalke oft an die Abstiegssaison des HSV denken. Dort kam mit Bernd Hollerbach ein Trainer, der im Grunde nur versucht hat, dass die Spiele nicht verloren wurden. Selbst zu gewinnen oder gar nach Rückstand noch auszugleichen war aber fast unmöglich, weil es keinen Plan gab, der eigenen Ballbesitz beinhaltete. So schlitterte man plan- und kopflos in die zweite Liga. Weshalb hatte man trotzdem am 34. Spieltag noch die theoretische Chance auf den Relegationsplatz und damit auf den Nichtabstieg?
Mit Christian Titz wurde sehr spät (wie wir inzwischen wissen, zu spät) ein Trainer installiert, der den HSV umgekrempelt und einfach mal etwas riskiert hat, indem er den eigenen Ballbesitz priorisiert und dem HSV eine Philosophie gegeben hat, die plötzlich dazu geführt hat, dass die Mannschaft wusste wie man aus eigenem Ballbesitz Tore erzielt und Spiele durch Dinge wie gutes Positionsspiel, flachen und geordneten Spielaufbau, usw., gewinnt. Warum nicht etwas riskieren, es war im Grunde doch alles entschieden und zu verlieren hatte der HSV nichts mehr. Auch wenn es nicht mehr gereicht hat, nur dank dieser drastischen Kursänderung hätte man beinahe noch das Wunder geschafft.
Weshalb ich das alles schreibe?
Weil ich der Meinung bin, dass Schalke aktuell an dem Punkt ist, an dem der HSV damals unter Hollerbach war, mit dem Unterschied, dass die defensive und unkreativ Spielweise von insgesamt drei Trainern (Huub Stevens lasse ich mal außen vor) hintereinander eingeimpft wurde und kein Trainer der Mannschaft auch nur ansatzweise beigebracht hat, wie man etwas mit dem Ball anfangen kann. Nach Manuel Baum hat es Schalke verpasst einen Trainer zu holen, der einen kompletten Kurswechsel hätte vornehmen können. Selbst wenn das nicht funktioniert hätte, wäre es denn schlechter gewesen als das, was Königsblau aktuell darbietet?
Christian Groß führt im Grunde nur das fort, was Wagner und Baum begonnen haben. Keiner der drei Genannten ist ein schlechter Trainer, das möchte ich nicht damit sagen, aber es reicht im Abstiegskampf nicht, nur zu verteidigen und die berühmte Null zu halten, man braucht Punkte und dafür muss man nunmal auch ab und an ein Spiel gewinnen. Mit den Entscheidungen die abseits des Platzes getroffen wurden hat man den Abstieg eingetütet, auch bezüglich der Neuzugänge, von denen aktuell keiner dazu beitragen kann, Spiele durch Tore zu gewinnen. Der Schalker Abstieg ist für mich ein Mahnmal dessen, dass nur zu Verteidigen in der Bundesliga nicht ausreicht und die Vereine, die sich quasi weigern einen Plan für eigenen Ballbesitz zu entwickeln auf Dauer mehr und mehr aussterben.
Um noch einmal zum HSV zurück zu kommen: Man hat Jahr für Jahr Trainer, Vorstände, Präsidenten und Direktoren gewechselt, die Art und Weise, wie man Fußball spielt, ist aber immer dieselbe geblieben, solange bis man in die zweite Liga abgestiegen ist.

Auch wenn ich das schon in einem anderen Thread mal geschrieben hab, will ich es nochmal anschneiden.

Der FC Bayern hat, aus verschiedenen Gründen ein Problem auf den Positionen des Außenverteidigers. Benjamin Pavard hat schon so ab und zu nicht das Niveau das auf dem gewünschten Niveau zu spielen. In Frankfurt muss dann Niklas Süle außen spielen, weil der Einkauf Bouna Sarr auf Dauer bewiesen hat, dass er bei weitem nicht die Klasse hat, da zu spielen. Bis hierhin habe ich kein Problem damit. Wenn ich aber dann am Sonntag Chris Richards in Hoffenheim sehe, dann dreht sich das ganze. Diese Einkaufspolitik ist nicht nur jetzt schädlich, sondern auch auf Dauer.

Ebenso verhält es sich mit der Position im offensiven Mittelfeld. Ein Talent sitzt auf der Bank, stattdessen spielt Choupo-Moting, der es auch in vielen Spielen bewiesen hat, nicht auf der Position spielen zu können.

Man könnte weitermachen, warum statt Angelo Stiller im DF unbedingt Marc Roca spielen muss, der ja auch nicht bewiesen hat, warum er beim FC Bayern spielen muss. Aber da bin ich etwas gnädiger, weil Roca noch jünger ist. Das Zeichen ist trotzdem fatal.

Ich bin da langsam am Verzweifeln.