Zu HSV-Union:
Erfreulicherweise hat sich der Trend aus dem Nürnbergspiel fortgesetzt, das Pass- und Postionsspiel war über weite Phasen ruhiger und bedachter. Gerade in den ersten dreißig Minuten war es eine sehr ansprechende Leistung, hinten stand man sicher, die Ballbesitzphasen wurden ordentlich vorgetragen. Schade, dass man sich nicht belohnen konnte, beispielsweise durch den tollen Angriff in der 19. Minuten: Stoldt spielt raus auf RV Doucoure. Krüger kommt ihr parallel zur Außenlinie entgegen, Büchele im Zehner-Halbraum, die sich vorher sehr gut zwischen IV und DM bewegt, sodass die Zuteilung bei Union durcheinandergerät. Daraus schafft der HSV sowoh die linke AV als auch IV rauszuziehen. Der Ball kommt (super gespielt) von Doucoure in den Halbraum, Büchele legt auf Krüger nach Außen ab, die sich mit einer Gegenbewegung einen Vorteil verschafft hat. So ist man plötzlich aus einer flachen Positionierung dynamisch ins Dreickeckspiel gekommen, was schwer zu verteidigen ist. Die direkte Flanke ist stark, Meyer bekommt den Kopfball leider nicht platziert genug. Nochmal die Passfolge: Außen-Innen-Außen-Innen-Torabschluss. Von hinten nach vorne in 7 Sekunden.
Mir ist natürlich bewusst, dass man solche Aktionen gerade im letzten Drittel nicht am laufenden Band hat, aber das es sie überhaupt gibt, ist nach den letzten Spielen unter Brancao sehr erfreulich und deswegen für mich besonders erwähnenswert.
Ebenfalls erfreulich war die Stärke nach Standards im zweiten Spiel in Folge, die bisher überhaupt nicht vorhanden war. Für einen Aufsteiger selbstredend ein probates Mittel. Hier kann ich aus dem Stadion berichten, dass diese beim Warm-up für 5-10 Minuten mit dem gesamten Team eingeübt wurden. Hab ich so auch selten gesehen.
Die einzig wirklich schwächere Phase gab es zwischen der 30 und 45 Minute. Aus meiner Stadionperspektive gingen den Spielerinnen die Kräfte aus und die individuelle Überlegenheit der Unionerinnen kam zum Vorschein. Der HSV stand nun sehr tief, wirklich etwas zugelassen wurde aber nicht. Trotzdem ein Spiel mit dem Feuer.
Die verlorenen Punkte tun leider sehr weh, es wären ohne Probleme drei im Rahmen der Möglichkeiten gewesen, allein die vier Alutreffer sprechen für sich. Gerade im Hinblick auf die eskalierden Verletzungsmisere wären die Punkte gegen Union Gold wert. Doucoure wird wohl kaum wieder fit werden, ich kann mir Dönges in der IV vorstellen und Böhler auf RV.
Hoffentlich kann die Leistung nochmal gegen den Effzeh abgerufen werden, die Wahrscheinlichkeit für den mindestens einen wichtigen Punkt wäre so gegeben. Und am letzten Spieltag dann auf verkaterte Bayern hoffen…
Edit: Weiß jemand, warum Brunnthaler und Linberg nicht von Anfang spielten?