Die Clubfrauen besiegen die SGS Essen mit einer Passquote von 61 % und 39 % Ballbesitz. Ich finde den Sieg aber verdient. Fany Proniez, mit ihrem wohl stärkstem Spiel bisher, war von Vanessa Fürst überhaupt nicht in den Griff zu bekommen und ein Tempounterschied war eindrücklich zu sehen. Sie war bis zu ihrer verletzungsbedingten Auswechslung für mich eine Spielerin zum besingen. Bei Nastassja Lein war das ähnlich. Es war insgesamt ein Spiel, das den Stärken der Clubfrauen entsprach.
Mit der Essener Brille auf der Nase konnte man die Art, wie das 1:0 noch in der 1. Minute nach einem Freistoss verteidigt wurde, schwierig mit ansehen. Und es wurde zu einer Hypothek für die restliche Spielzeit, die nicht mehr einzufangen war.
Wo war man da nur mit dem Kopf zu Beginn des Spiels?
Das Heimspiel nächste Woche wird ein trauriger Abschied aus der Bundesliga und das Ende einer Ära, ursprünglich geplant als ein Highlightspiel mit Rahmenprogramm.
Toll, ich dachte DAZN bleibt einfach nochmal drauf. Ich nehme an die Verabschiedungen kommen jetzt noch.
2: 4 verliert der SC gegen Wolfsburg. Mit einem Sieg hätte ich nicht unbedingt im Vorfeld gerechnet. Man hat es gut wegverteidigt, Zweikämpfe gewonnen und Wolfsburg in der eigenen Hälfte genervt. Das führt in der ersten Hälfte mal wieder zu einem schwachen Wolfsburger Rückpass den Vobian gerochen hatte. Danach leider wieder zu wenig im Offensivspiel. Die wenigen Kontersituation sind zu schlecht ausgespielt, lange Bälle waren meist bei einer Wolfsburgerin. Karl auch mir der riesengroßen Chance in Halbzeit 1. Die Gegentore ärgerlich. Zwei Mal kommt der Ball hoch in den Strafraum. Beim 1:1 verlängert Schneider den Ball, Fölmli hat da Lattwein nicht mehr im Auge gehabt und in der 5er setzt sich Küver im Kopfballduell durch. Das 1:2 wieder ein Kopfball.
Das 1:3 in der 2. Häfte ist mehr als ärgerlich. So ein doofes Ding. Sieht Adamczyk natürlich nicht gut aus. Dafür hat sie im Spiel 2x gut reagiert. Trotzdem hätte da das Spiel komplett kippen können. Es läuft jedoch anders als erwartet. Mit Nachtigall hat man aufeinmal einige sehr gute Aktionen, Wolfsburg lässt den SC auch machen und so passiert der schnelle Anschlusstreffer. Danach hätte Egli sogar auch einmal noch auf Nachtigall spielen können, statt selbst zu versuchen. Respekt, dass man da nochmal so aktiv war. Laut Kommentator und den Trinkpausen soll es schön warm gewesen sein. Das 2:4 fällt dann wieder nach einer Flanken und einem gewonnen Kopfballduell der Wolfsburgerinnen.
Nachtigall wird hoffentlich ab Sommer nochmal ein Schritt machen. Die kann nächste Saison der Dreh- und Angelpunkt werden. Leela Egli kann nochmal an Entscheidungsfindung und Präzision bei Flanken arbeiten, schnell, trickreich und frech ist sie. Ojukwu heute nur kurz, sehe ich immer gerne am Ball. Axtmann gefiel mir hinten drin. Mal sehen, was noch so im Transfersommer passiert.
Köln-Hamburg: habe nur Highlights gesehen, aber bereits dort schien es mir, dass man die Qualitäten von Bremer und Andrade wie über die letzten Wochen wieder sehen konnte - eventuell aber auch die noch fehlenden, letzten Prozent im Abschluss. Ansonsten hätte der FC das Spiel wohl vorher zumachen können, wobei Paulick anscheinend auch einen Sahnetag hatte.
Stark wie der FC aber dann nach dem späten Nackenschlag trotzdem dranbleibt und sich Bremer mit der Vorlage dann auch belohnt.
Fände es interessant, eure Einschätzung zum zuletzt gespielten 343 mit Jessen auf der Schiene zu hören.
Für die SGS ist es auch deshalb bitter, weil es wirklich bis zum letzten Spieltag hätte spannend bleiben können, wenn sie im Laufe der gesamten Saison nur ein bisschen ihre Tordifferenz verbessert hätten.
In 6 der letzten 7 Saisons waren 17-18 Punkte nötig, um den drittletzten Platz zu belegen (Ausnahme Köln letzte Saison mit 14, wo es aber auch nur einen Absteiger ab).
Stark angenommen, der HSV verliert nächste Woche gegen die Bayern, bleibt er mit diesen 18 Punkten dieses Jahr drin - bei 14 statt 12 Teams.
Und es sind genau diese 3 Punkte, die Essen (mit einem kleinen Kraftakt/Überraschungssieg gegen Freiburg nächste Woche) noch hätte aufholen können.
Aber bei 11 Toren Differenz zu Hamburg wird das nix mehr.
Zwei Mal am Anfang nach einem Einwurf …, und das was dann danach folgte hat Eva Viersinger, wie ich finde, gut ausgedrückt.
“Im Laufe der ersten Halbzeit haben wir uns tiefer fallen lassen und die Räume geschlossen. Wir hätten uns sicherlich mehr Kontrolle im Balllbesitz erarbeiten können, nach der Halbzeit ist uns das aber gelungen. Dort waren wir dominant, haben die Kontrolle übernommen und uns gute Chancen erarbeitet.”
Hoffenheim war einfach das reifere und erwachsenere Team und der Sieg meines Erachtens nach verdient. Man hat gesehen, was Union noch fehlt, aber auch in Ansätzen was möglich sein könnte.
Für Union war es der Abschied vor Heimpublikum von Ailien Poese als Cheftrainerin. Und auch Fatma Sakar durfte sich zum Abschied noch ein erstes Mal in dieser Saison (sie war lange verletzt) in der Alten Försterei zeigen.
Und für Leonie Köster war es das Comeback, nach über einem Jahr. Das hat mich sehr gefreut. (Die Stimmen der drei nach dem Spiel)
Erschreckend wie schwach Freiburg bei Defensivstandards war. Klar, das man beim ersten Tor eine 1,84 Naturgewalt nicht stoppen kann passiert, aber das beim 2. Tor wirklich gar niemand in der Nähe von Lena Lattwein war ist wirklich vermeidbar. Die Idee, Fölmli Bälle festmachen zu lassen ist leider gar nicht aufgegangen und der Wechsel zu Nachtigall hätte gerne früher kommen können, es war ja auch sofort zu sehen was da für eine Dynamik mit rein kam.
Overall kann das Mal gegen Wolfsburg passieren, aber ich bin schon froh das dieses Spiel an einem Punkt in der Saison kam wo es um nichts mehr geht, weil die Fehler bei den Toren waren wirklich vermeidbar (auch Adamcyk leider sehr glücklos dieses Spiel) und so torpediert man sich eine weitestgehend solide Performance gegen ein Topteam.
Für nächste Saison erhoffe ich mir wieder eine schnelle Spielerin Typ Csillag die in solchen Spielen einfach etwas häufiger geschickt werden kann.
Mich würde eine Einschätzung der Offensive von Union interessieren. Bisher haben sie sich für sich für die nächste Saison in der Defensive mit Janssens und voraussichtlich mit Gräwe fürs defensive Mittelfeld verstärkt. Bei den Torschützinnen sticht niemand heraus (7 - 6 - 5 Treffer) und ich bin gespannt, ob Union sich noch mit einer Torjägerin verstärkt. Was mir auffällt ist, dass die Hereingaben von außen zu selten für Gefahr sorgen / ungenau gespielt sind. Generell finde ich die Offensive in der Rückrunde deutlich besser als in der Hinrunde, was aber auch nicht so überraschend ist - sie sind besser eingespielt, haben weniger Verletzte und es sind starke Spielerinnen wie Lia Kamber dazugekommen. Denke aber, es gibt noch deutlich Luft nach oben Wie seht ihr das?
Das Team der TSG hat mir gut gefallen, ich finde den Kader beeindruckend zusammengestellt und der Wechsel von Dedes auf Viersinger hat sich meines Erachtens nach ausgezahlt.
Mit Fölmli und Luyet haben sie in der kommenden Saison dann wieder ein interessantes Duo, dem ich viel zutraue. Naomi Luyet konnte diese Saison ja aufgrund einer Schambeinentzündung noch nicht so viel zeigen. Aber was ich aus der AWSL von ihr gesehen habe …, da können wir uns freuen.
Die Hoffenheimer Spielerinnen blieben nach Abpfiff noch lange auf dem Platz und haben zugesehen wie die unterlegenen Spielerinnen von Union vom Publikum gefeiert wurden.
Anschließend postete Jill Janssens dann noch folgendes :
Das war meines Wissens nicht nur eine Entscheidung des Vereins alleine sondern auch des Trainers damals selbst, soweit man es mitbekommt, aufgrund von Differenzen bezüglich der Ausrichtung des Vereins.
Während Teodedes angeblich dauerhaft die Top3 angreifen wollte, will der Verein wohl eher weiterhin Ausbildungsclub sein.
Daher war das wohl keine rein sportliche Entscheidung damals.
Aber ja unter der neuen Trainerin funktioniert es sehr gut, da hast du definitiv recht.
Union könnte jetzt der Eintracht am letzten Spieltag ordentlich die Suppe versalzen, da bei einer Niederlage von Frankfurt, sowohl Leverkusen als auch Hoffenheim noch vorbeiziehen könnten.
Zur Harmlosigkeit der Offensive ist vielleicht für Dich auch der Blogbeitrag von @PaulKneffel interessant. Daraus zwei Zitate:
Lisa Heiseler hatte als offensive zentrale Mittelfeldspielerin in 58 Minuten gerade einmal 20 Ballkontakte und spielte elf Pässe. Das bedeutet übersetzt alle 3 Minuten ein Ballkontakt und alle 5 Minuten ein Pass. Sie fällt dabei auch gegenüber ihren Mitspielerinnen deutlich ab.
Das ist für eine zentrale Mittelfeldspielerin in diesem System kein normaler schlechter Tag, sondern ein strukturelles Problem. … Die Spielerin, die das Zentrum ordnen, Rhythmus geben und das Spiel lenken soll, bewegte sich häufig in Räumen, in denen sie nicht gefunden werden konnte – und war dadurch über weite Strecken schlicht kein echter Teil des Spiels.
Warum spielt Eileen Campbell zentral im Sturm und Sophie Weidauer auf dem rechten Flügel?
Weidauer bringt vieles von dem mit, was Union im Zentrum und im letzten Drittel fehlte: Präsenz, Ball festmachen, Klarheit und Entscheidungsschnelligkeit in den Aktionen, Direktheit im Abschluss und das Gespür für diese entscheidenden Momente im Strafraum. Campbell zentral und Weidauer außen wirkte erneut wie eine Rollenverteilung, als würden beide auf vertauschten Positionen spielen.
Das zweite Gegentor war eine Flanke und Lattwein hatte einge Gegenspielerin. Das müsste Stegemann gewesen sein, die aber nicht ins Kopfballduell kommt. Also ganz blank stand Lattwein nicht. Da stand Lattwein beim 1:1 sträflicher frei als Fölmli sie ziehen ließ und dann den Ball reinbringen kann. Beim 2:4 ist dann das passiert, was auch den Männern gegen Braga hätte passieren können. Kurze Ecke und dann wieder beim Kopfball nicht reingekommen.
Ich finde Leela Egli nun auch nicht so langsam, wenn die durchzieht. Bei ihr hakt es halt bei der Entscheidung. Da hängt sie Csillag nicht nach, denn die hat aus ihrer Schnelligkeit auch zu wenig bei uns gemacht. Hat man am Wochende bei der Niederlage im FA-Cup-Halbfinale gegen Brighton wiedergesehen. Aber generell braucht man auf jeden Fall noch die ein oder andere Neue.