#25: Werder auf Demantage in Berlin

M. E. etwa wie Kiel, aber schwächer als St. Pauli. Deren Klassenerhalt hat mich nicht überrascht.

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ja danke, habs dort auch gehört. Schön, wie sich die beiden Extreme der Fußballpodcastswelt immer wieder annähern. Stimmt die Hufeisentheorie doch? :smiley:

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Es will mir nicht gelingen, die Verbindung zwischen „der Gesellschaft“ und „dem Profi-Fußball“ (noch zumal dezidiert dem der Männer) herzustellen, die es erlauben würde, diese zwei Konstrukte auf dieser Ebene miteinander zu vergleichen, wie du es tust.

Was sehe ich nicht?

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Was hat es mit Gleichberechtigung etc. zu tun wenn ein Konzern sich einen Startplatz in der Bundesliga kauft?

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Das freut mich. Das haben viele bei uns (FCSP) bezweifelt. Da wir mit wenigen Ausnahmen mit dem Aufstiegskader die Saison gespielt haben.

naja, das ist die (neo)liberale Variante der Gleichberechtigung. Alle dürfen das Gleiche, egal ob Verein, Konzern, Staatsfonds oder EPU. :winking_face_with_tongue:

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Mich stört ein bisschen, dass „Geld von einem Konzern annehmen“ okay ist, solange keine sportliche und organisationelle Einflussnahme passiert, ansonsten aber so gar nicht. Der 1. FC Heidenheim wäre ohne die Voith GmbH & Co. KGaA auch nicht in der Bundesliga (das soll kein Heidenheim-Diss sein, ich wünschte ja, die Story würde weitergehen, aber Heidenheim würde ein 30k Stadion wahrscheinlich auch nicht immer voll bekommen). Rheinmetall hat sich ja auch vor kurzem prominent seinen Platz in der Bundesliga gekauft, aber niemand würde deswegen den BVB aus der Bundesliga wünschen, oder? Und sollte Hannover 96 irgendwann aufsteigen, ist das dann auch keine Gleichberechtigung, weil ohne Martin Kind…?

Ich finde das deshalb auch problematisch, weil dann die nächsten 100 Jahre kein Klub aus den neuen Bundesländern eine realistische Chance auf einen dauerhaften Bundesligaplatz hat. Nach wie vor hat keiner der DAX30-Konzerne seinen Sitz in den neuen Bundesländern und solche Mittelständler wie Voith sind dort auch sehr, sehr rar gesäht. (die Absage von Intel war auch für den 1. FCM ein herber Schlag btw.). Da Sponsoren nun einmal in der Regel vor der eigenen Haustür spendieren gehen (regionale Verbundenheit, dies das), und ansonsten in der Regel Einflussnahme haben wollen, war auch der Einstieg von Red Bull die einzige Chance, einen Bundesligisten aus den neuen Bundesländern zu bekommen, auch wenn das hier viele nicht hören wollen. Und das klingt für mich jetzt auch nicht nach Gleichberechtigung.

Und ja, der FC St. Pauli macht die Finanzierung noch einmal anders, da werde ich wahrscheinlich auf taube Ohren stoßen, aber wie viele Vereine können so ein Modell realistisch dauerhaft fahren?

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Das würde Pressesprecher, äh, kicker-Journalist Stephan von Nocks doch niemals tun!

Es geht vor allem um die Dimension. Sieh dir die Bilanzen von Wolfsburg an und sag mir ob Dortmund, Heidenheim oder St.Pauli damit hätten überleben können.

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Fair, da habe ich vielleicht etwas zu viel in die „Gleichberechtigung“ gelesen.

Wenn du es so argumentierst, darf es ja gar kein Sponsoring mehr geben.

Und ja, wo (viel) Geld fließt, wird es immer Abhängigkeiten geben. Aber eine direkte Einflussnahme darf nicht sein.

Beispiel Kühne beim HSV. Es hat Zeiten gegeben, da hat er mit Volker Struth im Grunde bestimmt, wer zum HSV kommt und wer nicht. (Einer der Gründe, warum wir abgestiegen sind). Jetzt ist er durch die Namensrechte des Stadions immer noch Mäzen, aber sein Einfluß ist nicht mehr so direkt. Er hat anscheinend eingesehen, dass andere es besser können.

Der Kühne von heute ist ein akzeptabler Sponsor, obwohl er durch seinen Mann im Aufsichtsrat (er ist ja auch Anteilseigner) immer noch Einfluß nehmen kann und wahrscheinlich im gewissen Maße auch nimmt.

Der Kühne von vor 10-15 Jahren war nicht akzeptabel.

Und bevor die St Pauli-Bubble hier antwortet, macht euch mal über Papa Heinz (Weisener) schlau. Ohne ihn gäbe es St Pauli nicht im Profifußball. Und viele der Vereine im Profifußball haben solche “Gönner”.

Das ist jetzt schon etwas arg verkürzt, andere Ligen versuchen es ja zumindest mit dem „Financial Fairplay“.

Weisener hat einen großen Teil seines Geldes zurück bekommen. Das war der Hauptgrund für unsere Beinaheinsolvenz 2002. Ich muss mich da auch nicht „schlau machen“. Ich war dabei.

Edit: Wir haben auch schon Profifußball gespielt bevor Weisener irgend eine Rolle gespielt hat.

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Ich denke, man kann beide Aspekte getrennt voneinander diskutieren: die finanziellen Vorteile und den gesellschaftlichen Aspekt.

Dass der Osten keine Chance hat, ohne Projekte wie Rasenballsport, ist erstens nur halb wahr (siehe Union Berlin) und liegt zweitens an der völlig verkorksten „Wiedervereinigung“.

Wenn wir den Fußball als Abbild der Gesellschaft sehen, dann stellt sich die Frage, warum man Dinge, die schief gelaufen sind, im Fußball korrigieren möchte, im „realen Leben“ aber nicht.

Und es stellt sich die Frage, ob man eine Schieflage durch eine andere Schieflage ausgleichen möchte, was eher Symptombekämpfung wäre, oder ob man nicht lieber an die Ursachen herangeht.

Darüber hinaus frage ich mich, warum man nicht längst mit einem wirksamen Financial Fairplay die Schieflage in den Bundesligen einfängt, sondern stattdessen die Werksklubs weiterhin fröhlich Geld verbrennen lässt, bis dann … ja, bis wann eigentlich? Weiß irgendwer, was 50+1-technisch gerade im Hintergrund ausgehandelt wird? Oder spielen die Carros einfach auf Zeit, bis das Kartellamt die Geduld verliert und 50+1 fällt?

Es ist ja auch heuer wieder die Frage, ob es sich zB Werder Bremen oder St. Pauli leisten hätte können, 2x in der Saison den Trainer samt Team zu wechseln - und vor allem, wie sich ein solcher Kraftakt dann bei denen auf die nächste Saison auswirkt.

Denn die Finanzpower zeigt sich ja vor allem daran, dass die „Werksclubs“ sich in der Transferphase nach einer Grottensaison völlig neu aufstellen können und fröhlich wieder oben mitspielen (siehe Hoffenheim heuer), während bei den anderen eine Saison am Abgrund mit Extraausgaben wg. Trainerwechsel(n) meist eine weitere Saison am Abgrund bzw. mit wenig finanziellem Spielraum für Verstärkungen nach sich zieht.

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Es gibt gute Gründe dafür, dass Berlin in den meisten „Neue/Alte Bundesländer“-Statistiken separat behandelt wird. Und dass eine Hauptstadt finanzkräftig ist, sollte jetzt nicht überraschen. Finde Union als Beispiel da etwas schräg.

Ich wäre ja auch sehr für striktes Financial Fairplay, umso mehr wundert es mich genauso wie dich, dass in Deutschland die Debatte darüber fast vollständig durch eine Debatte über 50+1 substituiert wird. Wir sehen ja am Beispiel Hoffenheim/RaBa/Hannover 96, dass auch mit 50+1 ein Investor sich Einfluss erkaufen kann. Und da 50+1 in seiner aktuellen Form wohl nicht dauerhaft Bestand haben wird, wäre es ja sinnvoll, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich der Einfluss von Geldgebern auch ohne begrenzen ließe. Das scheint mir eine bessere Herangehensweise an das Thema „Gleichberechtigung“, als wenn Gleichberechtigung an der Stadionauslastung aufgehängt wird.

Sehr coole Folge. Starker Einstand von Benedikt und Martin Rafelt hat sowieso einen Fan-Club hier (zurecht).

Hätte aber eine Frage a @MR_SV:
Du sagtest es gäbe eine Statistik, bzgl Gewinnchancen bei zwei Tage versus drei Tage Pause. Hast du die irgendwo zur Hand? Und ging es dabei um alle Spiele oder nur wenn Teams mit zwei Tagen Pause gegen welche mit drei Tagen Pause spielen? Mich würde interessieren wie sie die ganzen Nebeneffekte rausgerechnet haben, da es da ansonsten sicherlich systematische Verzerrungen gibt.

Die neuen Regeln zum Financial Fairplay in der DFL (maximal 70% der Sporteinnahmen für den Lizenzetat, Investorenzuschüsse dürfen nicht angerechnet werden) könnten bei konsequenter Anwendung helfen. Auch wenn 70% zu hoch angesetzt ist, limitiert das die Möglichkeiten bei einigen Teams sich den sportlichen Erfolg zu erkaufen.

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seit/ab wann gelten die? ich hab davon nix mitgekriegt, gibts da Quellen/Berichte?

ich glaube nicht, dass FFP statt 50+1 kommen sollte, sondern dass es 50+1 ergänzen muss. Ein strenges und streng ausgelegtes FFP wäre mMn der einzige Weg, die derzeitigen Eigentumsverhältnisse bei den (offenen wie getricksten) 50+1-Ausnahmeclubs so zu belassen wie sie sind.

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Im Kicker habe ich nur einen Vorbericht zur Abstimmung gefunden.

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