Ich denke nicht, dass es viel mit Bock zu tun hat. Elversberg hat sich in jeden Schuss geworfen. Schalke hatte 40 Tackles (und Karius). Und klar, Heimpublikum und Wies’n-Beginn mag einen Effekt haben, aber wann dürfen sich die Bayern-Spieler für ihre Schüsse soviel Zeit nehmen? Oder wurde Olise jemals so plump im Strafraum gefoult?
ich finde, unsere Argumente widersprechen sich nicht.
Danke, interessant deine Einschätzung zu lesen. Aus FC-Sicht war es sehr frustrierend. In der ersten Halbzeit lange sehr überlegen im Ballbesitz und man kam auch zu mehreren sehr guten Chancen. Vor dem 1-0, hätte sich der HSV mit etwas Glück auf Seiten des FC nicht über ein 0-2 beschweren können. Heuer-Fernandes hat da mehrmals gute Paraden gegen El Mala und Dallinga gehabt. Und man war im Abschluss auch nicht präzise genug (El Mala haut einen ja ins Seitenaus anstatt den besser postierten Moore abzuspielen). Auch durch den geringen Gegnerdruck fand ich da eigentlich, dass es beim FC ganz okay gepasst hat, man kam in den Zwischenraum und hatte mehrmals gute Durchbrüche über außen (auch von El Mala, da würde ich dir zu El Ouahdi zumindest in HZ 1 etwas widersprechen, es kam aber dann zu wenig aus den Chancen, in HZ2 bin ich größtenteils bei dir. Denke aber, dass es selbst bei einem schlechteren Spiel immer Mal die Situation gibt, in der El Mala vorbeikommt. In HZ2 war seine Startposition für mich aber oft auch zu tief.).
Das Tor nach Ecke ist dann (sorry) dilettantisch verteidigt. Alle gehen auf den ersten Pfosten und dahinter stehen ja drei frei… Nach dem Gegentor gegen Werder wieder ein unnötiges Ding. Zu dem Zeitpunkt nicht dem Spielverlauf entsprechend, aber so läuft es manchmal.
Wie der Poulsenwechsel das Spiel noch einmal geändert hat, war durchaus beeindruckend. Stimme mit dir überein, dass da plötzlich ein ganz anderes Anlaufen da war (was natürlich die Überlegenheit des FC in Hälfte 1 relativiert). Und hinten war dann beim FC mehr Unordnung drin - vor dem 2-0 stimmt die Abstimmung auf den durchlaufenden Grønbaek nicht: Castro-Montes schiebt hoch, die Sechser nehmen den Lauf nicht auf und Simpson-Pusey rückt zu spät raus. Da war es dann schon zu spät und in der Mitte war Lochoshvili viel zu weit von Poulsen weg. Kurz vorher hatte Moore nach schönem Spielzug vergeben…
Dann insgesamt, wie du sagst, ein ausgeglichenes Spiel in der zweiten Hälfte, der HSV cleverer und mit Kontermöglichkeiten. Fand, der FC hat Druck gemacht und am Ende dann gerade nach Einwechslung Sosa immer wieder geschafft, die Flankenpositionen herauszuspielen, aber die Flankenqualität war insgesamt nicht sehr gut. Das 2-1 kam dann zu spät…
Insgesamt aus Kölner Sicht frustrierend - es schien mehr drin zu sein, fehlt am Ende aber die Präzision. Muss man bei jungen Spielern wie El Mala und Moore vielleicht auch einpreisen
. Dallinga kommt teilweise gut in die Abschlusssituationen, aber es fehlt mir dann doch oft Ache, um mehr Bälle festzumachen. Wagner scheint die langen Bälle auf einen Zielstürmer ja eher reduzieren zu wollen, aber darin sehe ich Ache bisher noch besser als Dallinga und ich könnte ihn mir als ‚Focal Point‘ für die fluideren Spieler rundherum gut vorstellen.
Mir fällt auf, dass es noch nicht die Saison von Amiri ist. Bei 10 geschossenen Toren von Mainz ist kein Tor oder Assist dabei. Dafür ein verschossener Elfmeter und ein kaputt getretener Elfmeterpunkt. 7 Punkte nach 4 Spielen sind absolut in Ordnung, aber wenn es tatsächlich noch weiter nach oben gehen soll, müssen die Mainzer Unterschiedsspieler mehr liefern, wenn „der Rest“ bzw. die Systematik nur solide bis gut ist. Gut sichtbar in den Spielen gegen Paderborn und Frankfurt.
Hat aber auch was mit Tempo, Passschärfe usw zu tun. Wenn drei Pässe nacheinander mit ETWAS mehr Tempo gespielt werden, dann ist das der Unterschied zwischen „Ball blocken können“ und „Platz zum schießen“.
Schau dir Olise in den beiden Spielen an!
Gg Elversberg war das „ich mach das was nötig ist zum Gewinnen“, gg Union „ich zeig allen warum ich den Ballon d’Or verdient habe“.
Miguel Gutierrez ist wirklich der perfekte Ersatz für Grimaldo. Zweimal hintereinander so einen Volltrefer bei der Linksverteidigerposition zu haben ist schon beachtlich.
Fairerweise finde ich das Framing des kickers mit dem Zitat ein bisschen vereinfachend: Denn Viererkette oder Dreierkette ist ja nicht die einzige taktische Entscheidung und viele Jahre Rasenfunk haben mich gelehrt, dass man mit unterschiedlichen Grundsystem am Ende auch noch viele unterschiedliche Taktiken zusammenbasteln kann.
Für mich klingt das mehr danach, dass Schröder glaubt (oder glauben machen will), dass man für beide Ansätze das Personal hat und damit versucht er zu signalisieren, dass der Neue flexibel arbeiten kann.
Schon das hat in meinen Augen aber ein fettes Fragezeichen: Mit Diks und Itakura verfügt man über zwei IV, die das Bundesliganiveau nachgewiesen haben, die aber absolut noch nicht aufeinander eingespielt sind und mindestens Itakura ist auch noch nicht annähernd in Form. Leczynski und Chiarodia müssen dauerhaftes BuLi-Niveau sowieso erst noch beweisen. Sander kann man da auch hinschieben und das hat er letzte Saison auch ganz gut gemacht, aber a) wirkt er aktuell im defensiven Mittelfeld teilweise überfordert (für mich wirkt er insgesamt nicht richtig in Form) und b) hat man dann eine Lücke im defensiven Mittelfeld. Uno ist ein Versprechen und körperlich noch nicht so weit, Nguefack ein Talent, das noch Zeit braucht und alle anderen sind eigentlich offensiver ausgerichtet (Neuhaus, Stöger, Bolin) und überzeugen auch nicht. Solange Castrop und Leopold nicht da sind (und die fehlen wohl noch Monate), reißt man mit einer Dreierkette eigentlich immer irgendwo ein Loch.
Unabhängig davon, ob der kicker-Ausschnitt anhand der Abwehrkette also wirklich viel über taktische Überlegungen Schröders sagt, irritiert mich der Verweis auf die Ergebnisse.
Denn Polanskis erneuerte Chance (die eine Halbwertzeit von fast null hatte) war damit verbunden, dass man explizit taktisch-spielerische Verbesserungen haben wollte. Jetzt gibt man ihm den Laufpass, um dann aber keinerlei spielerisch-taktische Überlegungen in den Vordergrund zu stellen. Wohlgemerkt obwohl man gerade einen Trainer entlassen hat, dessen claim to fame letzte Saison war, dass er (passable) defensive Stabilität hinbekommen hat.
Umso mehr ich drüber nachdenke, umso mehr wird für mich deutlich, dass Schröder Polanski nicht haben wollte und ihn nicht einfach loswerden konnte, also hat er die erste Gelegenheit genutzt, in der es durchsetzbar war.
Ja, das ist schon gut, wie da gescoutet wurde, man hatte ihn wohl auch letzte Saison auf dem Schirm.
Zum Spiel:
In der ersten Halbzeit hat man bei beiden Mannschaften deutlich gesehen, dass sie sich noch nicht gefunden haben - bei Konsequentem Pressing der Leipziger fand ich es auffällig, wie oft da Medina schon jetzt gesucht wird. Im Spielaufbau tut es der Pressingresistenz der letzten Linie richtig gut, dass da Eddie nicht alleine verantwortlich ist. Oft ging es dann ja bis zum mittleren Drittel gut mit spielerischen Lösungen, aber danach war leider oft die Anschlussaktion ungenau oder einfach nicht gut abgestimmt - vor allem Maza fiel da auf. Einerseits, weil er in enge Deckung genommen wurde, andererseits weil er oft den Zwischenraum gesucht und gefunden hat. Und super ist der sowieso auch, wenn die Anschlussaktion mal nicht passt - einfach super super wichtig für das Übergangsspiel
Bei Leipzig sah das oft ähnlich aus, die haben aber den Raum hinter Gutierrez in Halbzeit 1 ganz gut bespielt - das Abseitstor fällt ja auch über die Seite.
An sich wirkte das Spiel von Leipzig körperlich auch sehr intensiv, das wird interessant, ob sich das anpasst und ob sie das durchhalten - in beiden Halbzeiten wirkten die Spieler am Ende schon arg platt.
In der zweiten Halbzeit mit der Führung und mehr Räumen war es dann einfacher und die Anschlussaktionen unter weniger Druck - und dann auch genauer - vor allem als Banunzi raus war.
Aber ausspielen der Konter und Abschlussqualität bleibt echt ein Thema - das war wieder sehr fahrlässig.
Beide Mannschaften defintiv mit Themen, das Grundgerüst wirkt bei Leverkusen gefestigter, aber noch fehleranfällig defensiv wie offensiv. Bei Leipzig vor allem ein planvolles Spiel nach vorne Thema (zumindest hier)
Aber insgesamt sieht es von Systematiken im Offensivspiel seit Martinez deutlich besser wieder aus (natürlich alles nur soweit ich das beurteilen kann überhaupt)
MVP des Spiels: Gutierrez knapp vor Maza
Unsung Hero: Medina - spät gekommen zum Team, sofort ein Leader
Wobei Amiri schon letztes Jahr nicht DER Scorer war. Im Sommer hatte ich mir das mal angeguckt und ohne Elfmeter werden 12 Tore und 3 Vorlagen schnell zu 3 Toren und 3 Vorlagen.
Joa, liebe Grüße aus dem Nachtzug aus Paderborn zurück Richtung Süden, Laune ist super. Ich bin echt sehr gespannt auf die Spielbesprechung, habe wirklich Probleme, mir das zu erklären. Fast die selbe Elf, die sich letzte Saison beinahe für die CL qualifiziert, die man dann fast zusammenhält (Daghim statt Touré ist bisher ja kein Downgrade, der ist eher nich ein Lichtblick), verliert jetzt völlig verdient und nicht einmal knapp gegen OFI Kreta und Paderborn. Was ist das? Vor 2024/25 wusste ich, dass die Saison sehr schwer werden könnte, jetzt kommt das in diesem Ausmaß für mich echt überraschend. Bin froh, dass ich davon jetzt eine Pause bekomme.
Mir wird insbesondere beim Blick auf den Spielplan ein bisschen schwindelig, zwischen den Länderspielpausen ausschließlich englische Wochen.
Ist es nicht einfach typisch Hoffenheim, dass auf eine gute Saison, eine schlecht folgt? Außerdem meine Max letzte Saison schon mehrmals, dass es ihn wundert, dass nicht mehr Teams Lösungen gegen die Spielanlange der TSG gefunden haben. Und dass mit Asllani so mit der wichtigste Spieler der letzten Saison bisher ausgefallen und Avdullahu nicht auf dem Niveau der letzten Saison ist spielt sicher auch mit rein.
Stuttgart und Hoffenheim nach 4 Spieltagen hinter den drei Aufsteigern. Das wäre was fürs Hottake-Bingo gewesen.
ich möchte nicht vorgreifen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir den Begriff Regression zur Mitte hören werden…
Der HSV hat sich über defensiven Kampf das nötige Selbstvertrauen geholt. Mit dem Stadion im Rücken. Das war wichtig.
In der letzten Woche sind die HSV-Fans teilweise dafür kritisiert worden, dass sie nach dem zweiten 0:5 die Mannschaft noch unterstützt haben. Ich denke, das war der Leistung zuträglich. Und auch der Vertrag des Trainerteams wurde in einer Phase verlängert, in der andere sich überlegen, den Trainer vor die Tür zu setzen. Stand jetzt scheint es die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Zumal die Trainer nicht die Ursache für die Probleme waren, aber letztlich doch die Lösung sein müssen.
Köln hat zwar mehr Punkte als der HSV, deren Fans meinen aber, dass die Mannschaft besser wird, wenn sie pfeifen. Ich bin eher Befürworter des HSV-Wegs
Geld schießt dann auf Dauer doch keine Tore?
Was ist den der nächste Schritt? Eine Vizemeister Saison ist ja wohl kaum wieder möglich. Danach waren sie 9.
Daghim kann ein Lichtblick sein und Trotzdem ein Downgrade zu Toure.
eben genau dieses
auf Dauer zu überwinden. Das wäre der nächste Schritt, oder?
Nur so viele, wie es der Platz in der Geldtabelle vorsieht und danach war letztes Jahr eine Überperformance und Regression würde für dieses Jahr eine Underperformance bedeuten.
Gegenthese: Würde „Geld keine Tore schießen“(ich weiß um die Fehlzitation des Kontextes, nutze hier aber mal die landläufige Verwendung), hätten wir wohl mehr als zwei verschiedene Meisterteams in der Rasenfunkgeschichte.
Das wiederum fände ich beängstigend - dann hätte man wegen interner Uneinigkeit zum zweiten Mal in Folge grundlos auf die Möglichkeit verzichtet, den eigentlichen Cheftrainer für die neue Saison bei der Kaderplanung und (noch wichtiger) der Saisonvorbereitung zu beteiligen.
Das klingt schon sehr nach „wir arbeiten hart am Abstieg“ a la HSV in den letzten Jahren der Stadionuhr (oder a la Köln eigentlich fast immer).