Vielen Dank wieder für die schöne Folge.
Ich will ein bisschen Feedback aus der SC-Fanbrille zu den Takes von Jan Lukas zu Freiburg geben.
Ich war nämlich ganz schön baff, was ich da zu hören bekam. Das deckte sich so gar nicht mit meinen Gedanken zum Spiel.
Er beginnt damit, dass das 2-2 als kurioses Tor nicht so wirklich in die Wertung mit reinzählen dürfte und tut so, als wäre diese Kuriosität der einzige Grund, dass Freiburg da “aus dem nix” zu diesem Punkt kommt. Die dargelegten xG der zweiten HZ von Max ignoriert er dazu komplett.
Zum einen, wenn man die Kuriosität des Freistoßes von Grifo anspricht, dann muss man doch mindestens die Entstehung des 1-1 dagegen halten. Und auch der Abschluss vom 1-2 ist eher glücklich als Absicht wie ich meine. Auch wenn Santos die Mauer und sich richtig stellt, ist das eine weitere gute Chance für den SC. Und das war bei der SGE wirklich Mangelware.
Der xG Wert von understat lautet 1,13 zu 0,77, woanders hab ich sogar 1,5 zu 0,8 gesehen. Aber gut, sind ja nur xGs mit all ihrer Ungenauigkeit.
Aber auch die anderen Statistiken sprechen gegen die These von Jan Lukas.
Im gesamten Spiel hält Autubolu nur noch einen weiteren Ball neben den beiden Gegentoren. Drei Schüsse aufs Tor, noch 5 weitere daneben. In der zweiten HZ sogar nur 0/3 aufs Tor.
Dagegen Freiburg mit 5 aufs Tor und 12 gesamt, ja, auch nicht herausragend, aber halt signifikant mehr.
9-1 erfolgreiche Dribblings, 15-6 Fouls won, mehr Pässe im gegnerischen Drittel, dabei 70-48% Genauigkeit, mehr als doppelt so oft im gegnerischen Strafraum gewesen…. Quasi alle anderen Statistiken sind ausgeglichen.
Also dafür, dass in den Segmenten davor wirklich oft solche Zahlen als Argumente verwendet wurden, hätte man wenigstens mal darstellen sollen, wie man TROTZ dieser Zahlen darauf kommt, dass Frankfurt öfters das Spiel gewinnt als Freiburg.
Und wenn ich mir jetzt Teile des Spiels nochmal anschaue, dann kann ich mir die 20 Minuten von 65-85 anschauen und feststellen, dass Frankfurt das Spiel kontrolliert, aber es eben auch gar nicht schafft, irgendwie den Deckel aufs Spiel zu machen. Also auch kaum eine echte Möglichkeit entsteht.
Oder ich schaue mir die 20 Minuten davor an, von der 45.-65. und sehe, dass in diesen 20 Minuten Frankfurt nicht ein einziges Mal den Ball im letzten Freiburger Viertel hat. Nicht ein einziges Mal. Und in dieser Zeit hat Freiburg mehrere wirklich gute Aktionen, in denen es meist nur der Abschluss ist, der nicht ganz sitzt.
Minute 48, Manzambi hat einen freien Kopfball aus 6 Metern, Beste kann in der Folge nur ans Außennetz schießen. Minute 54. Adamu wird ziemlich gezogen (nein, kein 11m aber fehlt auch nicht arg viel), legt den Ball auf Manzambi, der aus 16 Metern wieder Schießen kann und der Ball geblockt wird. Bei der darauf folgenden Ecke kommt Kübler im 5er zum Kopfball und setzt ihn drüber. In der 58. Minute bekommt Scherhant seitlich im Strafraum eine vielversprechende Ablage, verzieht aber deutlich. In der 60. Minute hat Höler einen freien Kopfball im 5er, setzt ihn drüber. In der 62. hat Scherhant einen freien Volleyschuss aus 11 Metern, den er nicht so richtig trifft. In der 63. flank Beste in den Strafraum und trifft leider genau den Frankfurter, der zwischen zwei völlig freien Freiburgern steht.
Das war zum Teil kläglich im Abschluss. Aber dass da nicht gleich mehrere Tore fallen liegt ganz sicher nicht an der Frankfurter Stabilität.
Danach kommen die Wechsel, und vor allem Frankfurts Umstellung sorgt dafür, dass diese Chancenflut der Freiburger wieder abebbt und Frankfurt wieder mehr vom Spiel hat. Aber eben auch überhaupt nichts Zwingendes zustande bringt.
Vielleicht bin ich auch nur so sehr begeistert, weil ich mir das Spiel davor gegen Gladbach halt auch angeschaut habe und Freiburg dort gegen den Tabellen-letzten nix nach vorne hinbekommen hat und ich erwartet hatte, dass Frankfurt Freiburg abschießt. Aber ich habe hier versucht, meine Sicht hier nochmal zu objektivieren und bin mittlerweile für mich am Urteil, spielt man dieses Spiel 10 Mal, gewinnt Freiburg das öfters als Frankfurt.