Borussia Dortmund (m)

Das stimmt, Dreieraufbau ist nicht gleich Dreieraufbau. Kann man ja immer noch unterscheiden dann am Ende der Saison. Habe nur oft ein Deja-vu wenn ich die Analysen lese

Da bin ich dann selber sehr gespannt drauf :smiley: Es ist halt dadurch dass die Gegner den BVB oft mannorientiert anlaufen eine gute Möglichkeit hinten eine Überzahl herzustellen, damit die Mannorientierung nicht mehr funktioniert. Finde es ja gut wenn Terzic so darauf reagiert.

Wenn Can sich dann fallen lässt ist es dann schon noch was anderes, weil die dann im Mittelfeld ein Loch entsteht oder, wenn Nmecha spielt, der da alleine ist. Deswegen ist der Aufbau dann auch kritischer. Aber hier aus dem 3-1-4-2 war das schon gut finde ich.

Ich fand halt richtig stark wie Toppmöller auf den BVB reagiert hat und vor allem auch wie die Mannschaft das umgesetzt hat. Bis zur HZ hat der BVB ja quasi sein Standardding gemacht. In der zweiten Hälfte war der BVB dann interessanter weil er umgestellt hat, aber man konnte darauf halt leider nicht annähernd so gut Szenen kreieren wie ihr in der 1 Hälfte. Sonst hätte ich die auch gerne reingenommen. Aber so blieb mir ja quasi nur das theoretische Beschreiben des Gedankens von Terzic.

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Die qualitative Änderung darf man dennoch nicht vergessen, denn Brandt ist Dortmunds bester Spieler, und wir wechseln auf der Schiene wegen Gleichstand offensiv statt defensiv, und so ist da auf der Seite auch viel mehr passiert.

So was macht Dortmund jetzt? Die Wochen der Wahrheit haben jeh ernüchternd begonnen. Dass mit der Spielweise, mit der Dortmund gegen Frankfurt ohne Schiedsrichterbestand verdient verloren hätte, sie Schwierigkeiten haben werden, gegen die Topteams der Liga zu bestehen, war leider abzusehen. Die Innenverteidigung in Abstimmung mit Torhüter und Defensiven Mittelfeld hat sehr oft die Türen geöffnet und die Außenverteidiger sind auch eher Notlösungen, als dass was es braucht um Sané und Co. mit Weltklassenform aufzuhalten. Was man schon vor der Saison als Fehlstellen im Kader vermutet hatte. Kann man jetzt wenig machen, zumal der Rückstand dann es Dortmund so einfach gemacht hat, mental das Spiel abzuschenken, sodass tiefere Analysen echt schwer sind. Aber was kann Dortmund jetzt mitnehmen für die weiteren Topspiele in CL und Liga?

Moin zusammen,

Ich denke viele von uns sind durch die letzten 10 Jahre in der Bundesliga an ein Bild gewohnt, dass sowohl sportlich wie wirtschaftlich eine klare Hierarchie zeigt: FCB > BVB > der Rest.

Eigentlich schon in den letzten 2 Jahren, aber spätestens jetzt sieht man sportlich eher die deutsche Version der „big four“.

Dazu habe ich mich aus Sicht des BvB mit Fokus auf Wirtschaftlichkeit gefragt:

  1. Momentaufnahme oder Dauerzustand?
  2. Wieso ist das so?

Um fuer mich die Fragen zu beantworten bieten sich mittelfristige wirtschaftliche Leistungsindiktoren an, da wir wie ja alle wissen und Zaunpfahl statistisch nachgewiesen hat, die Finanzkraft den sportlichen Erfolg bestimmt. (Kurzfristige Breakoutseasons mal ausgenommen).

Da ich absolute Kennzahlen oft wenig aussagekräftig finde, es mir moeglichst einfach machen wollte und gleichzeitig keine Ahnung habe ob die Funktionsanalyse mit dem Hilbertraum hier Anwendung finden kann :wink: , hab ich stumpf nur die direkte Konkurrenz des BvB betrachtet.

Interessant aus meiner Sicht:

  1. Kaderwert zum Bilanzstichtag (transfermarkt.de)
  2. Umsatz
  3. EK(Eigenkapital) quote: weil die DFL leider nur begrenzte Zahlen zur Verfügung stellt und in der Entwicklung der EK quote viel drin steck (Ergebnisse der letzten Jahre, wirtschaftliche Stabilität, Handlungsspielraum, etc)
  4. PK(Personalkosten)vom Umsatz: weil der wesentliche Kostentreiber und direkter Zusammenhang zum „Produkt Fussball“
  5. PK zu Kaderwert: weil ich mir erhofft habe eine Aussage zur Effizienz des Ressourceneinsatzes zu finden





Dazu ein paar Kommentare:

  • Der Sprung der EK quote von RB 2018/2019 ergibt sich aus der 100 Millionen Euro Darlehensumwandlung von RB

  • B04 hat in der Zeit knapp 40 Millionen Euro Ergebnisausgleich durch die Bayer AG erhalten

  • BvB hat September 2021 (GJ 2021/2022) eine Kapitalerhöhung durchgeführt, die 86,5 Millionen Euro Umsatzerlös eingebracht hat. Umsatz BVB ist sehr stark durch die verschleierten hust ähhh ich meine, versehentlich fälschlich nicht mehr!!! separat ausgewiesenen Transfererlöse geprägt. (2017/2018 bspw. 150 Millionen Euro durch den Verkauf von Dembele etc…)

Aus meiner Sicht haben sich folgende Erkenntnisse ergeben:

  1. FCB ist dem Rest der Liga nach wie vor deutlich voraus

  2. BVB stagniert: der BVB einerseits aus den bereits bekannten und diskutierten Gründen während corona sehr viel Finanzkraft verloren, aber hauptsächlich im Vergleich zu Konkurrenz sehr ineffizient gearbeitet ⇒ sehr hohe PK im Vergleich zur Konkurrenz, die man sich zwar leisten kann (PK zu Umsatz) aber im Vergleich nicht dem sportlichen Wert entsprechen(PK zu Kaderwert). Ich behaupte auch, wenn der BVB nicht jedes Jahr die absurden Kaderwertbooster wie Dembele, Pulisic, Sancho, Haaland, Bellingham gehabt hätte, würde die Kennzahl noch deutlich schlechter aussehen.

  3. RB hat den BVB überholt, speziell wenn man die ungebremste wirtschaftliche Entwicklung während Corona sieht und die nur aufwändig quantifizierbaren Vorteile des Multiclub Ownership in Betracht zieht (Differenz Spielerwert zu EK Preis von affiliated Clubs???)

  4. B04 holt deutlich auf

Daher folgende Fragen zum Schwerpunkt:

Wie gedenkt der BVB darauf zu reagieren?

Hat man mit den aufgerufenen „stark leistungsbezogenen Verträgen“ bei Verlängerung und Neuverpflichtungen, deren Ergebnisse sich in den Zahlen bisher noch nicht zeigen(zeigen können, da Altlasten und alte Geschäftszahlen) bereits reagiert???

Ist die aufgerufene sportliche Neuorientierung „mehr Stabilität, Resilienz, Robustheit“ zum Preis von maximaler Leistungsfähigkeit bereits die Anpassung?

Will und kann der BVB sein Geschäftskonzept mit top talenten zu wachsen noch aufrecht erhalten? (Internationale und nationale Konkurrenten mit vergleichbarem Konzept, selbst Real Madrid hat den aktuellen Umbruch mit wenigen Ausnahmen so durchgeführt). Der BVB war hier lange Vorreiter und jetzt nur noch einer von vielen mit leicht exponierter Stellung aufgrund historischen Erfolges.

So, hätte eigentlich noch Lust mit die Effizienz von Transfers näher anzuschauen, aber zwei kleine aufm Bett rumspringende Mädels und ein knurrender Magen sagen mir: not in my house Bro

Cheers

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Fantastischer Beitrag! Danke für die Mühe an einem Sonntagmorgen

Kannst du vllt noch sagen was EK und PK sind, damit man den Rest dann auch besser verstehen kann :cookie:

Eher big three oder? Ab der Saison 2017/2018 war B04 zwei Mal in den Top 4. 2018/2019 und 2021/2022.

Wirtschaftlich wäre da evtl. noch interessant wie die anderen 50+1 Ausnahme Vereine, also Wolfsburg und Hoffenheim , dastehen.

In jedem Fall aber Danke für die Auswertung :slightly_smiling_face:

Wirklich fantastischer Beitrag, vielen Dank.

Ich denke auch, dass der BVB seine Personalkosten runterschrauben muss und gerade auch versucht, mal schauen wie das wird.

Es steht in der Tat eine Zeitenwende an beim BVB, da er seine eine Nischen im Transfermarkt verliert und (wie viele, viele Vereine vor ihm) im Wettrennen mit dem Bayern in den finanziell „anaeroben“ Bereich gegangen ist, währen die Bayern seit Jahrzehnten joggen. Mit Terzic und Kehl zwei junge/neue Leute an der sportlichen Spitze kann da Fluch oder Segen sein.

Hier noch ein extra :heart:, da das Forum nur ein „Gefällt mir“ erlaubt.

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Wirtschaftlich ist die Hierachie so richtig, sportlich wenn man auf die Tabellen der letzten abgelaufenen Jahre sieht, auch noch, aber sind wir mal ehrlich, schon in der letzten, aber insbesondere in dieser Saison spielt der BVB ehrlich gesagt nicht wie eine Mannschaft die Wirtschaftlich und vom der Summe der Spielergehälter weit über allen anderen ist, außer den Bayern. Klar die Ergebnisse sprechen für Terzic, aber es ist wirklich nicht mehr schön mit anzusehen, da meiner Meinung nach überhaupt keine Spielidee vorhanden ist. Als Beispiel hängt der Mittelstürmer gefühlt zu 95% in der Luft und ist überhaupt nicht ins Spiel eingebunden…

Überhaupt gegen die Bayern von einen deutschen Klassiko zu sprechen ist schon hahnebüschen, es ist doch kein Spiel auf Augenhöhe wenn der BVB seit Jahren mindestens 2-4 Gegentore pro Spiel kassiert… aber Bayern gegen RB und Bayer kann man natürlich schlechter Vermarkten…

Kleiner Nachtrag:

Ich habe die Kennzahlen der DFL verwendt, also im wesentlichen die HGB basierten Bilanzkennzahlen. Auch wenn bspw. die teilweise verfügbaren Zahlen nach IFRS interessanter sind, wäre keine Vergleichbarkeit mehr gegegeben.

Was ich bewusst nicht verwendet habe:

Abschreibungen: theoretisch sehr interessant, da Fussball durch Transfers sehr investitions lastig ist und Transferkosten(ohne Provisionen) als Anschaffungskosten auf immaterielle Vermögensgegenstände über die Vertragslaufzeiten bilanziell abgeschrieben werden. (Spieler kostet 100 Millionen Euro mit Vertrag über 5 Jahre, ergibt pro Jahr 20 Millionen Euro als Abschreibungen in der Bilanz). Man hätte also theoretisch eine gute Kennzahl für den Kaderwert, wenn man Abschreibungen vergleichen würde.

Im speziellen Fall Fussball würde ich allerdings behaupten komplett unbrauchbar:

  • da die Kennzahlen der DFL keine genauen Informationen über nicht spielerbezogene Investitionen(Sachanlagen) zeigen
  • ablösefreie Spieler oder Spieler aus der eigenen Jugend (unentgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände) dementsprechend gar nicht auftauchen, aber trotzdem einen Marktwert haben - extrembeispiel Lewandowski oder Thomas Müller
  • Spieler nach Ende der Abschreibungen immer noch einen Marktwert besitzen. Speziell beim FCB ein Thema - siehe Statistik von Zaunpfahl zur Volatilität von Kadern.

Sonst. betr. Aufwände: grundsätzlich größere Kostenpositionen, enthalten aber zu einem grossen Anteil variable Kosten die mit der Anzahl Spiele korrespondiert (Stadion-, Spieltagsbetrieb, etc) und damit auch in Relation zu den Erlösen steht oder Einmalkosten(Restbuchwerte von Spielerverkäufen), sowie Verwaltungskosten, Werbung, etc. In Summe eher kein wesentlicher Erfolgstreiber oder anderweitig abgedeckt.

Was ich mir hätte anschauen wollen/sollen, aber zeitlich nicht hinbekomme

  1. Umsatz Transfer bereinigt (um Einmaleffekte besser bewerten zu können)
  2. Durchschnittlich gewichtete Kader Wertentwicklung aller Bundesligisten, um den Marktwert von allgemeinen Steigerungen zu bereinigen

Alle anderen Kennzahlen haben nur marginalen Einfluss oder sind reine bilanzielle Notwendigkeit, wie bspw. Rechnungsabgrenzungsposten

Schönes Restwochenende

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Ich finde es fast schade, dass der BVB-Schwerpunkt jetzt kommt und nicht min. eine Woche später, da man nach dem Newcastle Spiel am Dienstag sicherlich ein besseres Bild bzgl. der Gesamtsituation gehabt hätte, insb. in Bezug auf das Weiterkommen in der Champions League.

Tatsächlich weiß ich beim BVB aktuell nicht, wo ich anfangen soll. Es gibt aus meiner Sicht aktuell sehr viele offene Fragen bzw. Probleme, die man angehen bzw. besprechen muss. Dies bezieht sich sowohl auf die sportliche, personelle als auch die strukturelle Ebene des Vereins.

Ich denke es lohnt sich bei den sportlichen Themen anzufangen, wobei dies wahrscheinlich schnell einhergehen wird. Man sieht, insb. in dieser Saison, eine Mannschaft, die dem Anspruch der Nummer 2 in Deutschland, deutlich hinterherhinkt. Zwar ist man aktuell nur fünf Punkte hinter dem Zweiten, allerdings wäre es, aufgrund des bisherigen und kommenden Spielplans vermessen zu denken, dass man bis zur Winterpause näher an diesen zweiten Platz heranrückt. Jedoch bezieht sich das ganze nicht nur auf die Ergebnisse, sondern viel mehr noch auf die spielerische Ebene.

Früher stand der BVB für offensiven Fußball mit jungen Spielern. Dass diese jungen Spieler Leistungsschwankungen mit sich bringen, ist normal und sollte bewusst sein. Man hatte auf Grund dessen immer wieder richtig gute Phasen, allerdings auch (kürzere) Phasen, in denen es schlechter lief. Insgesamt hatte man dennoch eine spielerisch gute Basis, mit der man am Ende das sportlich realistische Ziel (zweiter Platz, direkte CL-Qualifikation) in der Regel sicher erreichte.

Problematisch war die Situation immer erst, wenn man die Gefahr gesehen hat, die Champions League Plätze zu verpassen. Auf Grund dessen wurde dann auch Lucien Favre entlassen und Edin Terzic wurde erstmalig Cheftrainer des BVB. Es folgte eine schwache Anfangsphase und ein starker Schluss, der in der direkten CL-Qualifikation sowie dem Pokalsieg endete. Maßgeblich beeinflusst von individuell überragenden Spielern wie Haaland, Sancho, Bellingham, Reus und Guerreiro, die in der letzten Saisonphase alle stark performten und mit Ihren Qualitäten das Spiel maßgeblich prägen konnten.

Es folgte ein – mehr oder weniger – verschenktes Jahr mit Marco Rose. Dies möchte ich jedoch nicht Rose zuschreiben, da, unter den damaligen Umständen, vermutlich einfach auch nicht viel mehr drin gewesen ist. Klar kann man im Pokal weiterkommen & mit etwas mehr Glück die Gruppenphase in der CL überstehen, allerdings hatte man, unabhängig von dem Abschneiden, von Anfang an das Gefühl, dass Edin Terzic bei der ersten Gelegenheit wieder als Trainer installiert werden soll, was dann ja auch, nach der Saison passierte.

Mit Edin Terzic holte man dann einen Trainer, der zuvor nie als Cheftrainer gearbeitet hat. Man war sich dessen jedoch bewusst und wollte Terzic die notwendige Zeit geben, sich als Trainer weiterzuentwickeln. Hierzu stellte man Ihm auch erfahrene Assistenztrainer zu Seite.

Das Terzic eine Entwicklung benötigt zeigte sich dann auch insb. in der Hinrunde der vergangenen Saison. In der Rückrunde lief es dann – zunächst ergebnistechnisch – besser, bevor man zum Ende der Saison auch in einigen Spielen spielerisch gut aussah. Auf Grund der schwachen Hinrunde kam man jedoch an die Bayern nur heran, die ihre schlechteste Rückrunde seit Jahren spielten. Am Ende verpasste man jedoch die Meisterschaft am letzten Spieltag und in der Folge sah Watzke einige Spieler, die dem Druck nicht gewachsen gewesen wären.

An diesem Punkt sind wir dann vermutlich wieder bei der guten alten oberflächlichen Mentalitätsdebatte, die gerne bemüht wird, wenn etwas nicht läuft, wie es eigentlich laufen müsste.

Es folgte ein Transfersommer, in dem der BVB ausschließlich auf Bundesligaspieler setzte, die mit Ausnahme von Felix Nmecha, in einem fortgeschrittenem Alter Ihrer Karriere sind und sich nicht auf dem höchsten Niveau etablieren konnten. Dazu schaffte man es nicht bestehende Schwachstellen anzugehen, sondern ersetze vielmehr nur die bestehenden Abgänge (Guerreiro, Bellingham, Dahoud).

Lediglich Füllkrug wurde als Spieler ohne konkretes Bedürfnis auf der Position geholt. Man hat zwar zwei Stürmer im Kader mit Haller und Moukoko, doch mittlerweile wurde deutlich, dass Haller mit den Folgen seiner Krebserkrankung zu kämpfen hat und Moukoko nicht in das System von Terzic passt, da dieser immer mit einer physischen starken Wandspieler spielen möchte. Theoretisch handelte man hier also auch aus Zwang und nicht um den Kader einfach nur zu verbessern.

So blieben bestehende Baustellen unbeachtet und wurden nicht angegangen:

  • Man hat nur einen Linksverteidiger mit Ramy Bensebaini, der qualitativ auch Fragen aufwirft bisher
  • Man hat zwei Rechtsverteidiger, wobei einer hier auch als LV geplant ist, wobei beide jedoch nicht zwingend das Niveau haben, welches man sich erhofft, insb. im eigenen Ballbesitz
  • Man hat auf Emre Can gesetzt und übersehen, dass viele seiner Schwächen mit Ball insb. durch Jude Bellingham ausgeglichen wurden. Einen Spieler der dies kann hat man jedoch aktuell nicht im Kader
  • Mit Donyell Malen und Karim Adeyemi spielt man auf den Flügel mit zwei Spielern, die keine Flügelspieler sind, sondern zweite Stürmer in einem Doppelsturm. Dementsprechend rücken diese bei Ballbesitz gerne ein.

Die Folgen sieht man mittlerweile wöchentlich auf dem Feld. Man hat unfassbare Probleme das Spiel zu eröffnen aufgrund der Schwachen zweiten Linie im 2-3 Aufbau. Häufig spielen die IV hohe Seitenwechsel auf die Außen, wo dann versucht wird 1 gg 1 Duelle zu forcieren, oder die AV versuchen auf die 8er zu passen, die jedoch meist zugestellt sind, oder die AV spielen in die Tiefe wo dann einer der eingerückten Flügelspieler aus dem Halbraum auf den Flügel startet.

Dadurch etabliert man den Ballbesitz zu sehr in ungefährlichen Zonen und bezieht Spieler in den Aufbau ein, die in diesem Aspekt einfach nicht stark genug sind. So kann selten tiefstehende Gegner erfolgreich bespielen. Durch die angesprochene Schwäche in Linie 2 kann man sich gegen pressingstarke Gegner zudem kaum befreien und verliert dadurch regelmäßig die Kontrolle über das Spiel.

Erschwerend hinzu kommt, dass man selber auch kaum Pressingstrukturen hat. Es hat mich gestern wahnsinnig gemacht, wie viel Platz man den Bayern im Aufbau gegeben hat, selbst wenn man Sie pressen wollte. Teilweise wurde erst Richtung Gegner losgelaufen, wenn der Pass schon gespielt ist. Wenn man das mit den Spielen der Bayern gegen Leverkusen und Leipzig vergleicht, sieht man ein unfassbaren Unterschied in der Intensität, mit der die Bayern dann auch große Probleme hatten.

Diese Kette an Problemen hat sich jedoch, aus einigen schlechten Resultaten ergeben und dem ursprünglichen Wunsch die schwachen Phasen zu mindern und eine höhere Konstanz in den Leistungen zu schaffen.

Problematisch ist jedoch, dass sich die Verantwortlichen (Watzke, Kehl & Terzic) bei der Ausrichtung des Vereins, mindestens jedoch des Kaders nicht einig zu sein scheinen. Dies hatte ich auch hier mal in einem Beitrag aufgeschlüsselt. (Borussia Dortmund - #139 von strassenkicker)

Für mich stellt sich daher immer mehr die Frage was der BVB überhaupt sein will. Seit den Klopp Jahren hat sich immer versucht als sympathische junge Alternative zum FC Bayern darzustellen, der auch Erfolge holt. Nun sind die Erfolge jedoch in den letzten 10 Jahren weitestgehend ausgeblieben und man versucht immer krampfhafter eben einen solchen Erfolg zu holen, ohne dabei zu merken, dass man sich davon immer weiter entfernt.

Hierbei wird auch immer deutlicher, dass im Verein kaum sportliche Strukturen herrschen, sondern vielmehr Watzke entscheidet in welche Richtung gegangen wird, was vor allem bei Transfers eine fragwürdige Vorgehensweise ist. Mittlerweile ist ja auch bekannt, dass die von der Scoutingabteilung vorgeschlagenen Spieler zunächst an Matthias Sammer weitergeleitet werden, damit er seine Einschätzung hierzu gibt. Auf Grund dessen scheint Watzke sich dann eine Meinung zu bilden und zu entscheiden. Wege, die den Sportdirektor Sebastian Kehl einbeziehen, sind jedoch nicht bekannt. Viel mehr scheint Watzke nebenbei bemüht zu sein seinem Wunschtrainer jeden Transferwunsch zu erfüllen, obwohl man dies, nach den Erfahrungen mit Tuchel, nie wieder einem Trainer zugestehen wollte.

Hierbei gerät außer Acht, dass der Trainer immer ein kurzfristiges Erfolgsinteresse hat, während es die Aufgabe eines Sportdirektors und Vorsitzenden wäre, die langfristige Entwicklung im Blick zu behalten. Die Freundschaft zwischen Terzic und Watzke, bzw. die spürbaren Auswirkungen auf den BVB, halte ich daher für problematisch.

Generell sollte der BVB nun an einem Punkt angekommen sein, an dem man sich gefühlt jedes Jahr wieder sieht: dem eines kompletten Umbruchs. Es sollte zwingend eine Idee im Verein etabliert werden, an der sich alle orientieren. Es muss eine spielerische Idee geben die unabhängig von den handelnden Personen besteht und funktioniert. Auf diese aufbauend müssen dann Personen gesucht werden, die diese Idee bestmöglich umsetzen. Sowohl im Kader als auch auf der Trainerbank oder in den diversen Büroarbeitsplätzen.

Wer genau aus den aktuelle handelnden Personen dann hierzuzählt, kann man halt nicht beurteilen. Ich denke nur, dass es die aktuelle Dreierkombination in der Führung nicht in voller Stärke sein wird. Selbiges gilt dann selbstverständlich auch für die Spieler auf dem Rasen. Es war jedoch schon sehr erschreckend, dass gestern min. 4 Spieler (Wolf, Ryerson, Özcan, Füllkrug) auf dem Platz standen, die auf dem Niveau einfach nicht in eine BVB Mannschaft gehören.

Diese Neuausrichtung am Kader wird jedoch schwer ohne das entsprechende Budget. Dies hat man in der Vergangenheit häufig über teure Verkäufe von Talenten erzielt. Eben ein solcher Riesenverkauf, der das Transferbudget füllt, ist jedoch aktuell nicht in Sicht.

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Naja, vielleicht big three and a half…?

Ich habe kurz über SGE und WOB nachgedacht, aber auf den ersten Blick sind beide momentan sportlich schon noch etwas weiter weg. (Ausserdem war ich faul…) :shushing_face:

TSG hat ein Rohergebnis von 116 Millionen und kommt daher unabhängig von 50+1 Ausnahme als direkter BVB Konkurrent nicht ernsthaft in Frage.

Einen Nachtrag noch, da ich irgendwie nahezu sicher bin, dass der Punkt kommt:

Es wird immer viel darüber gesprochen das Terzic die Identifikation der Fans mit dem Verein stärkt, weil er selber Fan war und auf der Tribüne gestanden hat. Dies kann ich aus meinen Erfahrungen im Freundeskreis & dem Stadion nicht bestätigen. Klar finden Terzic alle nett und die Story super, aber die Identifikation mit dem Verein geschieht primär über die Mannschaft und deren Auftreten auf dem Feld. Hier sind Spieler, die eine gewisse Identifikation mitbringen zielführender. Auch die Intention mehr auf deutsche Spieler zu setzen, die Ihren Peak beim BVB haben und lange dort bleiben um die Identifikation zu erhöhen ist meines Erachtens ein kompletter Fehlglaube. Diese jungen Spieler, Sancho, Haaland, Bellingham, haben alle so viel Lust auf diesen Verein rübergebracht und auch die Fans für sich gewonnen, das wird man durch Füllkrug, Sabitzer und Terzic nicht auffangen können.

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Diesen Aspekt habe ich nie Verstanden. Kehl meinte ja sogar, dass es ihre neue Strategie ist, aber… warum? Was soll das?

War der Plan jetzt mal Spieler zu holen die sich langfristig an den BVB binden und dadurch mehr Konstanz zu bekommen? Kann man das nicht auch mit Spielern die nicht aus der Bundesliga kommen? Oder wollten sie Grüppchenbildung vermeiden und grenzen deswegen ihr „Einzugsgebiet“ auf den deutschsprachigen Raum ein, der nur wenige Talente hervorgebracht hat die letzten Jahre?

Ansonsten hast du vermutlich Recht mit dem was du schreibst, auch wenn es sehr weh tat deinen Text zu lesen.

Irgendeine Idee warum Terzic so spielen lässt wie er es tut? Manchmal funktioniert es ja sogar ganz gut, dann wieder nicht, aber er ist ja nicht doof. Sein Mantra ist ja anscheinend „weniger sexy, mehr Erfolg“ und irgendwo hat er ja Erfolg, wenn wir das Spiel gestern ausklammern. Dortmund holt ja nicht weniger Punkte als sonst, es sieht halt nur nicht so geil aus wie früher. Bis auf die erste Hälfte gegen Hoffenheim, das hat richtig Bock gemacht… warum spielen also ein Reyna, JBG oder Moukoko nicht so viel? Wenn sie nicht spielen werden sie auch nicht besser, aber das ist doch die große Einnahmequelle für den BVB.

Da stimme ich dir zu 100% zu. Sabitzer, Nmecha, Füllkrug… vlt gerade WEIL sie aus der Bundesliga kommen und schon gegen den BVB gespielt haben müssen deutlich mehr leisten damit ich sie feiern könnte (Nmecha sowieso ausgeklammert da), während ich den jungen wilden mehr verzeihen kann wegen ihres Alters und viel mehr Spaß daran habe ihre Entwicklung zu beobachten.

Ich glaube ich komme gerade nach diesem rumgeeier zum folgenden Fazit:
Wenn der BVB mit so einem Kader wie er jetzt hat gut spiel würde, dann würde ich ihn natürlich feiern. Spielt er aber weder ansehnlich noch erfolgreich, dann wäre ich royally pissed.
Hätte er auf der anderen Seite einen jungen, spannenden Kader und hätte damit Probleme, dann wäre ich zwar genervt, aber würde es den Spielern und dem Verein eher verdenken und sie weiter anfeuern weil sie sich ja noch entwickeln können. Wären sie jung, spannend und auch noch Erfolgreich, dann hätte ich sowieso keine Hose mehr an.

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Also meine Vermutung ist ja man erhofft sich eine höhere Konstanz und nimmt dafür weniger Qualität in der Spitze in Kauf. Bei Liga und Nationalität ist halt meine Vermutung einfach dass man damit die Identifikation erhöhen will. Ich hatte dazu auch ziemlich sicher in der Sommerpause was gelesen von Watzke, dass er mehr deutschsprachige Spieler möchte um die Identifikation mit den Fans zu erhöhen, finde den Artikel aber leider nicht mehr :smiley:

Grüppchenbildung hast du doch aber immer in einem Kader von 20+ Leuten. Das ist doch auch komplett normal, oder war hier früher irgendwer mit jedem aus einer Schulklasse befreundet?!

Ich finde diesen künstlichen Einzug fatal. Insb. vor der aktuellen finanziellen Situation vieler Ligue 1 Vereine sowie der unfassbaren Anzahl an Talenten die da rumlaufen.

Tatsächlich nicht. Es würde mich aber auch interessieren. Ist das seine Vorstellung von Fußball? Ist das die Spielweise die er bei dem Kader für am erfolgsversprechensten hält? Dann würde mich aber interessieren wie seine Idealvorstellung von Fußball aussieht. Das wird aber nirgendswo öffentlich thematisiert, weswegen ich Terzic auch überhaupt nicht abschließend beurteilen kann / will.

Ich finde dieser Satz war ein unfassbares Eigentor. Er sagt damit ja quasi Schönheit für Erfolg zu opfern. Damit steht er für mich im Zwang auch Erfolg zu liefern. Die Frage ist nur, wo soll das der BVB gerade macht erfolgreicher werden als alles vorher? Dazu müsste er die Meisterschaft holen, in der CL je nach Gegnern min. ins Viertelfinale kommen, und im Pokal auch möglichst weit kommen. Alles andere haben wir ja auch mit „sexy“ erreicht. Damit hat er sich, zumindest in meinen Augen, erheblich unter Druck gesetzt diese Saison etwas zu erreichen, was wir vorher nicht unbedingt erreicht haben.

Naja JBG war verletzt zwischenzeitlich & ist noch sehr roh in seinen Entscheidungen. Reyna ist leider dauerhaft verletzt, scheint sich aber ja zumindest, gestern ausgeklammert, auch wieder in die Nähe der Mannschaft gebracht zu haben. Moukoko ist mir ein Rätsel. Man verlängert den Vertrag mit ihm, verkauft ihn als Supertalent aus der Jugend und dann hat man so garkeinen Plan wie man ihn einbinden soll und selbst wenn Haller verletzt ist setzt man lieber auf Modeste und Füllkrug die das beide nicht besser machen als er, nur weil Terzic gerne einen Zielspieler haben will, damit weiter fleißig lange Bälle geschlagen werden können. Die Situation um Moukoko ist eine Katastrophe und ich bewunder ihn mit welchem Eifer er reinkommt wenn er denn mal darf und jedes Mal zeigt, dass er die bessere Alternative wäre. Ich hoffe für Ihn, dass er, wenn er die Zeit bei uns nicht bekommt, im Winter ausgeliehen wird.

Ja den habe ich auch absichtlich rausgelassen. Über den Transfer, die Folgen und auch die verschiedene Aufnahme bei den Fans kann man vermutlich alleine eine halbe Stunde sprechen.

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This!!
Bin mir auch 100% sicher gelesen zu haben, dass der BVB dies als neues „Konzept“ ausgegeben hat. Ich finde das aus rein sportlicher Betrachtungsweise auch durchaus logisch, wenn man sieht wie viele Punkte man verblödelt hat. Wenn ich an die jahrelangen Diskussionen um Mentalität und Punktverluste gegen die „Kleinen“ denke.

Man kann dem BVB jedenfalls zu Gute halten, dass er sein Konzept konsequent umsetzt. (Mit Özcan, Süle, Schlotterbeck, etc ist man letztes Jahr bereits angefangen das Mischverhältnis zugunsten von erhoffter Stabilisierung zu gehen)

Ob die Durchführung die optimale Qualität(Stichwort effizienter Einsatz der Geldmittel) hat und ob man das Konzept grundsätzlich aus verschiedensten Perspektiven(Identifikation, Spielkultur, etc ) gut findet darüber diskutieren ja alle seit Monaten.

Im übrigen erinnert mich das an einen Disput zwischen Hoeness und Rangnick in 2017, indem Hoeneß paraphrasiert sagte: Wenn RB nicht nur auf Jugend setzen würde, dann würden sie dem FCB gefährlich werden. Darauf reagierte Rangnick mit irgendwas in Richtung: Uli der alte Fuchs will uns nur Sand in die Augen streuen, wir gehen unseren Weg weiter.

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Ich spiele jetzt mal den advocatus diaboli und behaupte frech, dass Deine Analyse auf einer Welt basiert (und ich hasse es das zu sagen) die nicht mehr existiert und damit in Teilen hinfällig ist.

  1. der BvB ist mittelfristig nicht mehr die klare Nummer 2. Ich glaube sogar es gibt gute Argumente zu behaupten die Nummer 3. Unstrittig ist jedenfalls das RB so nah dran ist, dass es nur noch an Kleinigkeiten hängt. (Siehe meinen Post weiter oben)
    In einzelnen Saisons wenn es schlecht läuft oder andere überperformen ist es nicht unrealistisch 4 oder 5 zu werden.
    Mag sein das Watzke denkt das dies noch so ist und/oder man den Anspruch hat Nr2 zu sein, die Zahlen sagen auf allen Ebenen etwas anderes.

  2. Der Anspruch an Transfers beruht auf einem finanziellen Spielraum, den der BVB nicht mehr hat.

  3. Die Konkurrenz hat besser gearbeitet. Wie kann es sein, dass B04 einen Kader aufstellt der nahezu den gleichen Wert hat wie der BVB obwohl man nur die Hälfte des Umsatzes macht. Die Ausrede die Bayer AG gleicht das Bilanzergebnis aus halte ich für eine faule Ausrede, da es in 5 jahren nur 40 Millionen Euro waren.

  4. Die nationale und internationale Konkurrenz hat den Erfolg des Geschäftsmodells BVB erkannt und für sich selbst genutzt(sie SGE, VFB). Dadurch ist es viel schwieriger das neue Superjuwel zu finden und zu bekommen. Als der BVB angefangen hat mit Sven Mislintat auf Datenbasis zu scouten war man europaweit Pionier, jetzt hat gibt es fast einen transparenten Markt. Der Vorsprung ist futsch…

Mein Fazit ist:

  • Bayern ist und bleibt der Konkurrenz weit voraus
  • BVB hat es nicht nur versäumt die Lücke zum FCB zu verkleinern, sondern auch gleichermaßen die Konkurrenten mind. auf Augenhöhe kommen zu lassen. Und am wichtigsten: nicht wegen Corona und nicht weil RB/B04 bessere Rahmenbedingungen haben, sondern weil man auf allen Ebenen nicht gut genug gearbeitet hat( Medizinsche Abteilung Stichwort Muskelverletztungen, Kaderplanung, Transfers und vor allem Gehälter)

Face it guys

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Leipzig wird den BVB - früher oder später - einholen und als (sportliche) Nummer 2 in der Liga ablösen, wenn Leipzig es will. Da sind wir uns alle einig und ich denke das der Wille durchaus vorhanden ist, hast du durch die Finanzahlen sehr gut herausgearbeitet.

Dennoch würde ich durchaus sagen der BVB ist bisher immer die klare Nummer 2 gewesen, denn in den letzten fünf Jahren schaffte es Raba nur ein einziges Mal am Ende vor dem BVB zu sein und der Unterschied war damals ein ganzer Punkt:

22/23: BVB 2. & RaBa 3.
21/22: BVB 2. & RaBa 4.
20/21: BVB 3. & RaBa 2.
19/20: BVB 2. & RaBa 3.
18/19: BVB 2. & RaBa 3.

Wer den BVB als Nummer 3 dann ablösen soll weiß ich ehrlicherweise nicht. Klar könnte man da aktuell an Leverkusen denken, aber da mache ich mir ehrlicherweise wenig Sorgen, denn wenn Xabi Alonso weg ist (was vermutlich schon nach der Saison sein wird), ist der wichtigste Kopf des aktuellen Leverkusener Erfolgs weg.

Dennoch kann man durchaus mal in schlechten Saisons auf 4 oder 5 am Ende landen. Ich denke diese Saison könnte so eine sein, maßgeblich verursacht durch das von mir beschriebene Zusammenkommen verschiedenster Faktoren.

Da gehe ich nicht mit. Es ist ja nicht so als hätte der BVB kein Geld ausgegeben. Man hat in diesem Sommer 62 Millionen ausgegeben, im Sommer davor knapp 90 Millionen und im Jahr davor 45 Millionen. Man gibt also durchaus gutes Geld aus, die Frage ist doch nur wofür. In den drei genannten Transferphasen hat man dann insg. knapp 200 Millionen ausgegeben. Dabei sind

  • Donyell Malen (30 Mio.)
  • Karim Adeyemi (30 Mio.)
  • Tony Modeste (5 Mio.)
  • Felix Nmecha (30 Mio.)
  • Marcel Sabitzer (19 Mio.)
  • Niclas Füllkrug (13 Mio.)
    Das sind insg. 117 Millionen Euro die man für Spieler ausgegeben hat, die Ihren Wert bisher in keinster Art und Weise rechtfertigen konnten und bei denen ich mir auch relativ sicher bin, dass Sie es zukünftig nicht tun werden. Dazu hat man nochmal 31 Millionen für Haller ausgegeben, die lasse ich aber bewusst Außen vor, da man diesen Faktor nicht erahnen kann.

Du musst das Geld halt nur clever und mit einer klaren Idee ausgeben. Donyell Malen und Karim Adeyemi als Flügelspieler zu holen für 60 Millionen insg. ist vielleicht nicht die beste Idee, wenn die beiden noch nie als Flügelspieler gespielt haben.

Für Felix Nmecha 30 Millionen hinzuhauen, der eine halbe Saison durchschnittlichen Bundesligafußball gespielt hat ist vielleicht auch nicht die beste Idee. Marcel Sabitzer für 19 Millionen um ihn dann in einer Rolle spielen zu lassen die nicht seine Idealrolle ist, ist vielleicht auch keine gute Idee.

Bei den Panik Notkäufen Modeste und Füllkrug im Sommertransfer Schlussfenster will ich garnicht erst anfangen.

Auch in diesem Sommer gab es Alternativen. Die Gerüchte gab es ja nicht aus dem luftleeren Raum zu diversen Spielern. Man hat sich allerdings bewusst für diesen Weg entschieden, den ich sehr schwach, enttäuschend und begrenzend finde.

Insb. vor der Aussage von Kehl aus dem Winter, man benötige auch Unterschiedsspieler und guckt dahingehend ins Ausland.

Auch da stimme ich grds. zu, halte jedoch die Schlussfolgerung für falsch. Klar suchen mittlerweile sehr viele Vereine nach diesen Talenten in einem sehr frühen Stadium der Karriere. Aber die Marktlücke sehe ich ehrlicherweise nicht als gefüllt an. Beim BVB spielst du in einer der Top 5 Ligen, bekommst deine Spielzeit und spielst auch zu 90 % in der CL. Welcher andere Verein aus den Top 5 Ligen kann dir das bieten. Leipzig und dann wird es auch schon eng. Man kann diese Spieler absolut noch bekommen und finden, davon bin ich überzeugt.

Mich würde dennoch interessieren welcher Teil durch die Frage ob der BVB die 2, 3 oder 4 ist, hinfällig geworden ist. Sie wird doch nur noch interessanter dadurch, weil der BVB sich dann eben als Nr. 2 sieht, es aber nicht mehr ist. Die grds. Kritik am Vorgehen der Verantwortlichen bleibt doch trotzdem bestehen, ob man jetzt die 2, 3 oder 4 in der Bundesliga ist.

Danke für den tollen Beitrag. War sehr gut zu lesen und hat auch viele interessante Punkte. Ich war ja selbst dabei, dass ich gesagt habe, der BVB muss ne stabilere Grundachse haben, auf der sie aufbauen können, und nicht immer nur Jahrhunderttalente, die dann nach zwei Jahren weg sind. Das Problem jetzt ist natürlich, dass diese Unterschiedsspieler fehlen und man dann eben auf das Niveau des Restkaders fällt. Dass man nun längerfristig Spieler an sich binden will, die auch Potenzial haben, 5 Jahre und mehr bei Dortmund prägend zu spielen, das ist ja aktuell für mich offensichtlich.

Dass man nun statt für Sabitzer und Nmecha das Geld in Alvarez steckt, nicht überraschend. Denn so ein Transfer, der das gesamte Transfervolumen vom Bellinghamtransfer auffrisst wäre natürlich riskant gewesen, ohne zu wissen, wie der sich in der Bundesliga schlägt. Aber auf der anderen Seite fehlt dann doch etwas Weiterentwicklungspotenzial, und so richtige Peakperformances zeigen die Neuen jetzt auch nicht. Ist ne komische Übergangsphase, die aber dann direkt auch dazu führt, dass man sportlich hinterherhinkt. Aber dass Larsson bei Frankfurt Stamm spielt, das wäre so ein Transfer gewesen, den ich Dortmund immer noch zugetraut hätte und er zeigt wenig Defizite im Vergleich zu Sabitzer. Hätte man sich Geld gespart und Potenzial gehabt, dass der sich auch noch viel weiter entwickeln kann. Dortmund war ja dran, aber Frankfurt konnte sich durchsetzen.

Insgesamt merkt man schon, dass Corona und erhitzter Talentmarkt sehr reinhauen, sich sportlich solide aufzustellen, vorallem weil man schon in den Jahren, in denen Geld da war, einfach transfermäßig viel Schindluder getrieben hat (Schulz, Hazard, Schürrle).

Aber ich bleibe dabei, der BVB braucht mehr Brandts. Spieler, die gerade so Nationalmannschaft spielen, aber die dann auch über Jahre ihre Leistung bringen, ohne dass sie irgendwie teuer verkauft werden müssen.

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Welcher Spieler macht euch denn gerade Spaß?