Wir haben mit Sascha Staat (Freier Sportjournalist, Podcast Schwarzgelbe Runde, Twitter, Instagram) über die Lage beim BVB gesprochen. Wie hat euch die Sendung gefallen?
Auch wenn es als BVB Fan keine wirklichen neuen Insights gab, fand uch die Folge sehr gut zum hören und nachvollziehen, wie der Verein trotz messbaren Erfolg in dieser Saison immernoch “in der Krise” zu sein scheint. Auch wenn ich Sascha beim Ruhrnachrichten Podcast manchmal zu polemisch fand, war er hier ziemlich gut dabei und aus mehreren Jahren RN Podcast und dieser Folge, war das mein Highlight von Sascha! Ansonsten finde ich es eigentlich ziemlich faszinierend, dass seit Jahren zum BVB immer die gleichen Debatten laufen und eigentlich die Antworten auch gleich sind. Der Verein ist da bei all der Unruhe und dem internen Chaos irgendwie konstant.
Ich kenne Sascha sonst nicht, aber gehört für mich zu den angenehmsten Experten, die ich bisher gehört habe. Sowohl von der Artikulation als auch von der ruhigen Art. Großes Podcast-Kino.
Folge hat mir sehr gut gefallen.
Die Themen wurden gut und vielschichtig durchleuchtet und dabei die Situation schön mit Rückgriffen auf die jüngste Vereinsgeschichte eingeordnet. Sehr gut hat mir das häufige “Nachbohren” gefallen, da so die üblichen Allgemeinplätze in der Besprechung von Vereinen mal differenzierter und gehaltvoller dargestellt wurden.
Mein Lieblingsschwerpunkt bisher in dieser Saison.
Ich habe eine Beobachtung, die ich allgemeiner auf die Bundesliga beziehen würde als ich mir den Punkt Konkurrenz angehört habe. Hat ebenso was mit dem Titel und Identiäten zu tun.
Mittlerweile macht gefühlt jeder der stärkeren Bundesligisten das selbe. Das Leipziger Modell hat sich damals noch extrem angefühlt aber bei so einem Fenster wie in Leverkusen fällt einem auf, dass das mittlerweile etwa der Weg für alle ist wenn auch teilweise eher angelehnt an Dortmund damals statt nur Leipzig.. Viele junge Spieler kaufen und das Risiko streuen, hoffen auf das Jahr mit dem Lucky Punch, notgedrungen verkaufen und wieder von vorne anfangen.
Der Altersschnitt wird in Dortmund gut fallen wenn 2026 und 2027 die Verträge auslaufen vorausgesetzt es wird nur annähernd wie 2025 einkauft. Ironischerweise ist die Weiterentwicklung von Dortmund zurück zum Ausbildungsverein. Immerhin hast du in Dortmund bei deutschen Talenten noch die Hoffnung dass die länger bleiben als in Frankfurt, Leipzig oder Leverkusen aber eben nur die Hoffnung.
Dafür können die Vereine letztendlich wenig denn es ist wohl der beste Weg in der jetzigen Bundesliga mit der finanzstarken Premier League als gute Geldquelle.
Allgemein hat mir die Folge gut gefallen!
Lieber Rasenfunk,
vielen Dank für die schöne Folge mit Sascha Staat. Zur Einordnung: Sascha Staat hat über mehr als 500 Folgen den RUHR-Nachrichten-Podcast rund um den BVB moderiert und wurde vor einigen Wochen offenbar sehr kurzfristig seitens der Redaktion ersetzt. Das hat in der Followerschaft seines Podcasts zu recht großer Irritation geführt, nicht zuletzt deshalb, weil es ihm über viele Jahre hinweg gelungen ist, gemeinsam mit den Redakteuren der RUHR-Nachrichten ein sehr informatives und zugleich unterhaltsames Format anzubieten.
Seine „schwarz-gelbe Runde“ ist für ihn ein Neuanfang, den er sehr ambitioniert angeht und der auf jeden Fall unterstützenswert ist. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ihr ihn eingeladen habt. Inhaltlich fand ich die Folge ebenfalls sehr interessant.
Inhaltlich finde ich es aber auch immer wieder erstaunlich, wie sehr versucht wird, prognostische Einschätzungen zu treffen – wohl wissend, dass etwa der überraschende Aufstieg von Leverkusen vor zwei Jahren unter Xabi Alonso als absolutes Traumteam mit Traumfußball von praktisch niemandem vorherzusehen war. Beziehungsweise von niemandem vorhergesehen wurde.
Man stelle sich vor, der BVB spielt sich weiter ein, festigt sich als Mannschaft und spielt auch in der Rückrunde weiterhin so erfolgreich, vielleicht sogar noch etwas attraktiveren Fußball. Dann hätten am Ende alle, die diese Mannschaft zusammengestellt haben, Recht gehabt. Oder man stelle sich vor, Jamal Musiala hätte 2023 das Tor zur Meisterschaft nicht geschossen. Dann hätte Niklas Süle back to back erst eine Meisterschaft mit Bayern und anschließend eine mit Dortmund geholt, und sein Transfer würde heute vermutlich ganz anders bewertet.
Letztlich habe ich oft den Eindruck, dass Prognosen im Bundesliga-Fußball sehr häufig erratisch sind. Umso mehr wundert es mich, mit welchem Eifer sie dennoch getroffen werden, insbesondere dann, wenn sie negativ ausfallen, wie in eurem Podcast über den BvB. Dabei rückt die Faszination des Vereins stark in den Hintergrund, gerade im Vergleich zu Leipzig und Leverkusen. Selten wird gefragt, warum Leverkusen praktisch seinen gesamten Kader verloren hat und was das möglicherweise mit der fehlenden Faszination dieses Vereins zu tun hat. Ebenso selten wird thematisiert, warum in Leipzig nach so vielen Jahren erfolgreichen Bundesliga-Fußballs bei vielen Heimspielen die Tribünen halb leer bleiben.
Meine Prognose für die Rückrunde: BvB … geiler Verein! ![]()
Nichtsdestotrotz: tolle Folge, sehr interessant.
Schöne Weihnachten,
euer Wolfgang
Ich fand es ebenfalls eine sehr gelungene Folge. Bei einer Sache kam mir aber eine Frage auf, die ich gern schon im Schwerpunkt beantwortet gehabt hätte. Ihr habt ja darüber geredet, wie Leverkusen, Leipzig und Frankfurt mehr oder weniger das Geschäftsmodell von Dortmund übernommen haben. Junge Spieler einkaufen und teuer verkaufen. Locken mit viel Spielzeit auf internationalem Niveau. Und dass der BVB wieder zurück zu diesem Modell kommen sollte. Nur stellt sich mir die Frage, kann die Bundesliga überhaupt so viele Vereine mit der gleichen Strategie supporten? Wir sehen es ja schon regelmäßig, dass die drei oben genannten Vereine plus Stuttgart oft an den gleichen Spielern dran sind. Würde Dortmund auch noch mitmischen, würde sich die Konkurrenzsituation ja noch weiter verschärften und entsprechend wahrscheinlich auch die Preise hochtreiben, sodass sich das Modell vielleicht gar nicht mehr (so ) lohnt. Und eigentlich muss es doch auch noch was anderes geben außer „18-Jährige bald-Weltstars“ und „teure gestandene Profis“. Und dann kommt ja noch dazu, dass Dortmund den Rückstand zu Leverkusen und co. ja jetzt auch erstmal aufholen muss. Wenn das wirklich so ist wie Max sagt (oder wie man es auch aus dem Eintracht-Umfeld regelmäßig hört), dass mit Spielern teilweise schon seit mehreren Jahren Kontakt besteht, dann braucht der BVB ja auch erstmal so viel Zeit, um das ebenfalls zu etablieren. Wenn man die Strategie umstellt würde man das doch wahrscheinlich erst in 2-3 Jahren wirklich merken. Nur noch so ein Gedanke, den ich zu dem Thema hatte.
Ich glaube schon dass man das zu einem gewissen Punkt über viele Vereine machen kann. Immerhin ist die Konkurrenz eigentlich sogar größer und nicht nur Bundesliga sondern Serie A, La Liga, Ligue 1. Sicherlich wird es in der Zukunft noch mehr Feeder clubs a la Girona und Strasburg geben aber die PL wird immer reicher und es können sich dort mehr Vereine hochpreisige Spieler leisten. Chelsea hat im Sommer Gittens und Garnacho geholt und mittlerweile wird direkt neuer Bedarf auf der Position angemeldet weil die Spieler nicht funktionieren. Junge, talentierte Spieler gibt es anscheinend wie Sand am Meer zumindestens wenn du ein bisschen Geld und Reputation hast.
Der richtige Flaschenhals sind die internationalen Plätze. Was machst du wenn Hoffenheim jetzt über 1-2 Saisons in diese Riege aufsteigt? Wenn Wolfsburg dort ankommt (lol)? Es kann ja nicht jeder Bundesligist spannenden Offensivfußball spielen außer alle Spiele gehen 4-5 aus und Talente sehen bei Erfolg besser aus. Dass das alles so stabil bleibt und jetzt die vordere Gruppe plus Hoffenheim konstant ihren Rang hält bezweifel ich. Stuttgart ohne Hoeneß wäre wohl Kandidat 1 abzurutschen aber wer weiß wie die Liga 2028 aussieht.
Und zurück zu Dortmund: ja Strategiewechsel brauchen Zeit. Hat man im Sommer gesehen als nach einer schlechten Saison keiner von Süle, Brandt, Sabitzer, Özcan oder Can geht. Alle entweder Stammkraft im Schlussspurt, Kapitän bzw. Vize und Özcan. Alles Spieler, die sehr oft in der Kritik standen. Fehler die du jetzt machst zahlst du im schlimmsten Fall über Jahre ab. Sahin 2024 lässt grüßen
Kleiner Story am Ende: Tullberg schlägt sich ganz gut in Dänemark. Hat sehr stark angefangen und in der EL steht sein Team auf Rang 2. Würde mich nicht wundern wenn da mittlerweile ein paar Vereine aus der Bundesliga genauer hinschauen. Jess Thorup und Bo Henriksen haben auch mal beim FC Midtjylland trainiert. Im Frühling habe ich überhaupt nicht verstanden wie man als Fan Tullberg bis zum Saisonende anstellen könnte aber freut mich für ihn dass er als Cheftrainer angekommen ist.
Lieber Max, lieber Sascha,
Herzlichen Dank für die tolle Folge. Fand den Schwerpunkt hervorragend. Ein kleines Weihnachtsgeschenk. Gefallen hat mir vor allem der Umfang an Themenfeldern sowie die differenzierte, kluge und reflektierte Diskussion. Klasse. So sollten Schwerpunkte gestaltet und umgesetzt sein.
Vielen Grüße,
Martin
Dieser Schwerpunkt hat die Messlatte für jeden zukünftigen Schwerpunkt höher gelegt.
Ich hab jetzt bis zum Strategieteil gehört und fand alles sehr gut. Auch für mich als nicht-BVB Fan nicht allzu viel Neues, aber die Dinge sehr gut und stringent eingeordnet, danke dafür!
Allerdings klebt ihr, was die Betrachtung der Strategie angeht, schon sehr an der Gegenwart, mir fehlt da die historische Betrachtung der letzten Jahre. Der BvB wollte sich doch dezidiert vom reinen Ausbildungsverein wegentwickeln, vom Durchlauferhitzer späterer Weltstars hin zu einem Verein, der Identifikationsfiguren im Kader hat, der es auf Dauer schafft, stabil um Titel mitzuspielen, auf Augenhöhe mit den Bayern zu konkurrieren und den einen oder anderen selbst entwickelten Star auch mal zu halten.
Das ist doch der Grund, warum man mit Süle, Schlotterbeck, Anton, Bensebaini, Guirassy, Groß und Beier aufgerüstet hat und warum man Hummels und Reus verabschiedet hat. Jetzt kann man natürlich sagen, dass genau das der strategische Fehler war, zu glauben, dass man mit den oben genannten Spielern dieses Ziel erreicht.
Aber ist es nicht auch wieder komisch, zu sagen, „der Status als Ausbildungsverein ist in Gefahr“, wenn der Verein doch eigentlich genau davon weg will? Oder will er das schon wieder gar nicht mehr? Und was sagt Matthias Sammer dazu? (tschuldigung der musste jetzt sein
).
Aber vielleicht kommt das ja alles noch, der Folgentitel könnte ja ein Hinweis darauf sein.
Das Modell hat Dortmund doch nun wirklich nicht erfunden. Das Modell haben viele Vereine auch schon vor Dortmund durchgeführt, die meisten aber erstens nicht so gut und zweitens erst zu Dortmunds Zeit konnte man so dermaßen viel Geld damit verdienen. Und Dortmund ist der erste Verein gewesen, sich dauerhaft in der CL mit dem System zu etablieren.
Frankfurt dagegen muss aufpassen, dass sie diesen Schritt auch schaffen, ansonsten gehen sie den Weg, den viele vorher auch schon gegangen sind. Ein-Zwei falsche überteuerte Transfers, CL-Einnahmen fehlen, das Gehaltsgefüge ist im Arsch.
Ich muss sagen, dass mir die Folge nicht so sehr gefallen hat. Sascha Staats Artikulation und seine ruhige Art wurde hier bereits gelobt und dem kann ich zustimmen. Allerdings muss ich sagen, dass ich ihn inhaltlich umso sprunghafter fand. Seine Herleitungen empfand ich häufig nicht als besonders überzeugend und seine verschiedenen Thesen widersprachen sich häufig selbst.
Ich glaube, Max hat ihn glücklicherweise öfter eingefangen und das Gesagte eingeordnet, sonst wäre das noch deutlicher aufgefallen.
Hast du da Beispiele für?
Ja, z.B. holt er mal weit aus, beginnt beim Isak Transfer und endet dann, dass man “[…] dann das NLZ schließen könnte”. Da konnte ich der Kausalkette nicht immer ganz folgen.
Dann fordert er mal mehr Einsatzzeiten für junge Spieler, dann sagt er kurz danach, dass man eigentlich Bayern unter Druck setzten müsste. Wenig später wiederholt er dann wieder, dass man auf Spieler aus dem NLZ setzten müsste, lobt dann aber den Süle Transfer.
Der Kritik, dass z.B. Mané keine Einsatzzeiten bekommt, könnte man den gleichalten Anselmino entgegenhalten, der sogar in der CL Einsätze bekam. Meiner Meinung nach sieht man an ihm, dass Kovac durchaus Jugendspielern Einsätze geben würde, wenn er sich von ihnen Leistung erhofft. Ehrlich gesagt, haben die Jugendspieler aber nicht mehr das Niveau der vergangenen Jahre.
Seine These, dass Bayern wenige Fehler macht, könnte man in den letzten Jahren durchaus ebenfalls anzweifeln. ![]()
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Boa Max, einen Tag vor Weihnachten einen Dortmund Schwerpunkt, und dann drei Tage später eine Bayernfolge, insgesamt 4 Stunden rund um Weihnachten. Hab den Dortmundschwerpunkt noch nicht durch, aber lässt sich sehr gut an! Hat mich dann dazu gebracht, mal meine Patreon Mitgliedschaft anzupassen, obwohl mir jetzt im Nachhinein aufgefallen ist, dass für euch wahrscheinlich eine direkte Überweisung besser wäre?
Zur Folge: Bin erst etwa zur Hälfte durch, aber sehr angenehmer Experte, guter Gesprächsfluss, tief in den Inhalten drinnen. Insgesamt eine Top-Folge, aber sind wir mal ehrlich, was anderes wäre auch beim Rasenfunk eine Überraschung <3
Ich habe den Schwerpunkt auch sehr gerne gehört, mochte diese Ausführlichkeit sehr.
Ein Gedanke: warum denn jetzt schon eine Weiterentwicklung? Wäre es nicht auch ok die neu etablierten Dinge in der Rückrunde zu festigen und dann in der nächsten Saison den nächsten Schritt zu gehen?
Ich habe das Gefühl, dass die Erwartungen an Trainer da schon sehr hoch sind wie schnell die Teams weiterentwickeln sollen…
Ich war leider auch etwas enttäuscht von der Folge.
Zugegebenermaßen bin ich sehr tief in dem Thema und dadurch natürlich eher an ausführlichen Analysen, als an kurzen Problembesprechungen interessiert. Die - hier teilweise gelobte - Tiefe und Komplexität, habe ich leider vermisst.
Max Fragen waren, meiner Meinung nach, schon genau die richtigen. Aber die Antworten haben dann teilweise nicht zur Frage gepasst, blieben an der Oberfläche und widersprachen sich manchmal selbst. Schade, weil da wäre echt Potential für eine sehr interessante Folge gewesen.
Max spricht ja selbst das strukturelle Dilemma des BVB an: aus finanziellen Gründen quasi dazu verdammt, jedes Jahr in die CL zu kommen, aber gleichzeitig so weit weg von den Bayern, dass eine Meisterschaft extrem unwahrscheinlich ist. Mit dieser Situation im Hinterkopf, ergibt die generelle Herangehensweise des BVB in den letzten Jahren doch insgesamt durchaus Sinn - auch wenn manche Einzelentscheidungen sicherlich unglücklich waren.
Der eine entscheidende Punkt beim BVB ist, meiner Meinung nach, die Frage wie viel Risiko man einzugehen bereit ist, um den Kader vielleicht kurzfristig besser zu machen. Sprich: wie viele “Talente” möchte man einbauen, die dann vielleicht(!) später ein, zwei, höchstens drei Jahre das Niveau des Kaders substanziell heben und den Abstand zu den Bayern kurzzeitig verringern.
Jedes dieser Talente braucht aber - neben inzwischen durchaus beachtlichen Gehältern - auch Spielzeit (und wenn es nur ist, um nicht unzufrieden zu werden). Man muss also einen erfahrenen Spieler auf der Bank lassen (oder gar nicht erst verpflichten), damit das Talent spielen kann. Man ist dann kurzzeitig tendenziell etwas schwächer und wird Punkte liegen lassen, in der Hoffnung, dass man langfristig stärker wird - bis die einstigen Talente dann so stark sind, dass sie den BVB wieder verlassen und man von vorn beginnt.
Während der BVB dieses Risiko früher durchaus gehen konnte - und andere Vereine es aktuell können - ist es aber inzwischen so, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen und auch die Erwartungshaltung im und um den Verein verändert haben. Talente holen, denen 1-2 Jahre Entwicklung zugestehen, während man vielleicht “nur” 5. oder 6. wird, um danach anzugreifen, ist inzwischen wohl keine Option mehr und man möchte lieber mit erfahrenen Spielern der gehobenen - aber eben nicht Welt- - Klasse souverän und sicher in die CL kommen.
Ob diese Risikoabwägung richtig und sinnvoll ist, kann man gern diskutieren und ich würde unfassbar gern hören, was Max dazu zu sagen hat. Auch die Frage, warum es in den letzten beiden Jahren trotz dieser Herangehensweise knapp war mit der CL, wäre sehr spannend zu diskutieren. Aber dieses Dilemma zu negieren und Kehl und Ricken stattdessen die Kompetenz abzusprechen, weil sie nicht Talente en masse holen, halte ich für unproduktiv und unterkomplex.
Der BVB hatte auch in den letzten Jahren immer Talente im Kader, die man selbst ausgebildet oder sehr jung geholt hat (aktuell Duranville, Mane und Campbell, davor auch Gittens, Wätjen, Moukoko, Blank, Reyna usw), dazu immer auch entwicklungsfähige junge Spieler, die schon etwas Profierfahrung haben (Beier, Nmecha, Bellingham - eigentlich auch Couto und Svensson z.B). Aber um diese herum eben ein Gerüst aus Spielern mit längerer Erfahrung und wenig Entwicklungspotential.
Ich würde auch durchaus die Frage stellen, ob die beispielhaft genannten Uzun und Maza wirklich in einer komplett anderen Liga spielen, als z.B. Beier, den man ja auch als damaligen Shootingstar von Hoffenheim geholt hat.
Wenn man davon ausgeht, dass das ungefähr die gleiche Kragenweite ist, dann hat man diese Kategorie ja durchaus mehrfach vertreten im Kader und eben nicht unendlich viel Platz (zumal der Kader ja aktuell auch nicht sehr klein ist). Dann ist die Kritik eben wieder - wie ausgeführt - dass man zu sehr auf Sicherheit setzt, statt auf Entwicklungspotential.
Ich sehe weder bei Uzun, noch bei Maza (und all den Spielern dieser Kategorie), dass sie die nächsten Dembele/Sancho/Marmoush/Wirtz werden, für die man IMMER Platz haben muss. Das sind sehr gute, junge Spieler aber mehr, meiner Meinung nach, nicht. Darum sehe ich es nicht als Fehler eigener Kategorie (oder gar Unfähigkeit von Ricken/Kehl), dass man die nicht geholt hat.
Ich hätte mir wirklich sehr gewünscht, dass die Frage der Risikoabwägung deutlicher und viel, viel tiefer und detaillierter besprochen wird. Das ist das, was die Strategie des BVB prägt und für alles andere entscheidend ist.
Auch bei der Frage der aktuellen Umsetzung unter Kovac, hätte man durchaus etwas tiefer gehen können. Ich will hier den Rahmen nicht sprengen, darum nur ganz kurz:
Es wurde kritisiert, dass man nicht “schöner” spielt und das Stadion nicht mitnimmt. Beides valide Punkte, aber hätte man dann nicht fragen müssen, was “schön” in diesem Kontext bedeutet? Einfach nur offensiver? Die Phasen in denen man beim BVB das Heil in der Offensive gesucht hat, habe ich auch nicht als besonders “ruhig” in Erinnerung. Ist es “schöner” wenn man dominanter ist? Die Kritik an Favres Stil war nicht gerade leise.
Und warum nimmt man das Stadion nicht mit? Geht es da nicht letztlich auch wieder hauptsächlich um Spannung? Das letzte Saisonspiel gegen Kiel habe ich als durchaus stimmungsvoll in Erinnerung, auch wenn der Spielstil sehr ähnlich war.
Persönlich sehe ich den BVB auch am liebsten, wenn das Spiel mit Leidenschaft und Intensität geführt wird. Allerdings kann ich mich bei diesem Punkt aktuell überhaupt nicht beschweren. In den meisten Spielen sehe ich doch viel Wille und Kampfgeist.
Ich bin ganz am Anfang der Folge. Aber geil ey der “Champagnerfußball” ist zurück, den ich zum ersten mal bei der Frauen-EM von dem österreichischen Gast gehört habe
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Edit: Mir kam beim Hören der “verrückte” Gedanke, dass es dem BVB vielleicht auch mal gut tun würde in einer Führungsposition a lá Kehl/Ricken eine Frau zu engagieren😅! Ist/war nicht in England bei irgendeinem Premier League Verein eine Frau dort tätig? Leicester? Chelsea?
Ich hatte letztens die Erkenntnis es ist wichtig sein Team divers zu halten/verändern und auch immer wieder junge Leute ins Team zu holen. Aber das ist natürlich das Gegenteil von “weiter so”.