Feiert sich Köln in den Abstieg?


#1

Ich kann im Kollegenkreis erleben, wie scheinbar entspannt effzeh-fans die Situation hinnehmen, weil man international spielt (wäre es mein Verein, hätte ich Muffensausen). Bei den Fans ja noch ok, aber ist es bei der Mannschaft vielleicht auch so. Der Weggang von Modeste erklärt ja nicht wirklich, weshalb man hinten so viel eingeschenkt bekommt?


#2

In der aktuellen Schlusskonferenz hat sich Steffen Meyer sehr deutlich dazu geäußert. Bin gespannt, was du dazu sagst!


#3

Naja, Modeste fehlt nicht nur vorne - meiner Meinung nach. Ich glaube schon,dass die Reputation eines Stürmers auch die Offensivbemühungen des Gegners ein wenig beeinflussen kann, nach dem Motto: “Lieber mal nicht zu früh aufmachen, sonst kriegt Stürmer X zu viel Platz”. Die Sorgen braucht man sich im Moment als Gegner des Effzeh nicht machen, denn das Bedrohungsszenario durch die jetzige Offensive ist doch eher überschaubar (in der jetzigen Form). Das sind vielleicht nur 0,5%, aber trotzdem nicht ganz aus der Luft gegriffen. Wenn man dann noch bedenkt, dass a) Modeste den Ball einfach besser halten konnte als die jetzigen Stürmer (=Phasen, in denen kein Tor des Gegners fallen kann, Kontervermeidung) und b) er auch einfach hinten super viel rausgeköpft hat bei gegnerischen Ecken kommt da schon was zusammen.

Das heißt jetzt nicht, dass Wohl und Wehe dieses Vereines an Modeste hängen wurden - es gibt auch viele Formverluste,Fehlsysteme, Chancenwucher, etc. - aber man kann ihn auch nicht “nur” auf seine Tore reduzieren.

Aber du fragtest ja eigentlich nach der Stimmung: Insgeheim geht uns allen die Muffe. Und ich habe (als in Hamburg lebender Fan, also nicht mittendrin) das Gefühl, dass nicht mehr viel fehlt, bis die Stimmung umschlägt und wir wieder Solbakken-Zeiten auf Fan-Seite haben, ABER die derzeitige Ruhe kommt aus einem tiefen Vertrauen in Stöger und weite Teile der Mannschaft. Schmadtkes Mantra der “Ruuuuuhe” ist jetzt anscheinend im Kollektivbewusstsein der Fans angekommen und man versucht seinen Teil zur sportlichen Wende beizutragen - nämlich, indem man Stimmung macht anstatt Schwarze Wand. Stimmung in Köln wird vielleicht oft mit Feierei verwechselt, aber gerade gegen RaBa war es doch mit Händen zu greifen, wie die Fans die Mannschaft zu einem Tor schreien wollten -das ist keine kölschseelige Feierei. Diesen Vorwurf lasse ich höchstens für das London-Spiel gelten (war im Stadion), das sportlich nicht genug aufgearbeitet wurde, aber, okay, seien wir ehrlich, das war auch ein besonderes Spiel. Das ist so wie auch das Sommermärchen-Spiel gegen Argentinien nicht als eher schwaches Spiel zweier vorsichtiger Gegner in die Analen eingegangen ist. Manchmal ist das Drumherum eben größer als das Spiel als solches. Aber daraus zu schließen, dass uns nicht die Muffen gingen, halte ich für voreilig.