NT243: Aitana überlistet das Bollwerk

Almuth Schult war einfach super und hat gern auch mal darüber hinwegsehen lassen, dass Bernd Schmelzer manchmal doch ein bißchen zu dampfplaudrig war.
Im ZDF war Katrin Lehmann erfrischend und ebenso kenntnisreich wie Almuth Schult. Neben ihr verblasste Sven Voss, schien oft nur sehr oberflächlich vorbereitet. Claudia Neumann hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Ich habe spätestens zur zweiten Halbzeit immer in die Audiodeskription geschaltet.

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am Ende kann sich Wück bzw der DFB darauf zurückfallen lassen, dass die Spiele in Anbetracht der Umstände bemerkenswert eng waren. Nicht nur die roten Karten, sondern natürlich auch die Verletzungen. Man denke sich in die Spielverläufe gegen Spanien und Schweden eine Oberdorf in Topform rein, die eben nicht nur gegen den Ball Weltklasse ist, sondern auch nach Ballgewinnen mehr Qualität im Ballbesitz mitbringt als die restlichen Defensivspielerinnen, so dass die Gegnerinnen wesentlich mehr Respekt vor dem deutschen Umschaltspiel haben müssen. Sie alleine wäre der Unterschied zwischen „kein Spiel war überzeugend aber wir haben immerhin gut gekämpft“ und einer ernsthaften Favoritenrolle trotz des destruktiven Ansatzes.

Auch im Nachwuchsbereich wird der DFB sich nicht viel vorwerfen lassen. Mit Zicai und Kett haben zwei Spielerinnen des letzten U20 Jahrgangs den Sprung geschafft, Alara liegt auch voll im Zeitplan und wird auch bald wieder nominiert werden. Ohne die Verletzung wäre evtl auch Alber schon ein Thema gewesen. Jetzt liegt es an ihr, sich auf der Insel durchzusetzen.
Mit Oberdorf, Nüsken, Brand und Bühl hat man vier weitere U25 Leistungsträgerinnen mit einer Erfahrung von schon ca 50 Länderspielen, die zur (erweiterten) Weltspitze gehören oder den Sprung in den nächsten 1-2 Jahren schaffen könnten und diesem Team noch jahrelang ein mehr als solides Fundament geben werden.

Das es bis auf diese einzelnen Leuchtturmspielerinnen im Nachwuchsbereich ziemlich übel aussieht, was die Qualität in der erweiterten Spitze angeht, lässt man dabei unter den Tisch fallen. Ebenso das es in Zukunft noch düsterer werden wird, da man durch die Jugend Buli Reform quasi alle verbandsseitigen Subventionen für den leistungsorientierten Mädchenfußball wegrationalisiert hat. Ein Verband mit der Größe des DFB muss leider keine gute Arbeit leisten, sondern kann sich darauf verlassen, dass es pro Jahrgang immer eine Hand voll so gute Spielerinnen gibt, dass man sie nicht finden oder fördern muss, sondern sie ihren Weg trotz aller Widrigkeiten von alleine gehen.

Kämpferisch, mentalitätsmäßig war das Tunier gut. Spielerisch ist da (sehr) viel Luft nach oben. Und das sollten wir alle akzeptieren. Sonst ändert sich nichts. Wenn ich vom DFB höre, dass alles tutti ist, dann weiß ich, dass nichts passieren wird.

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Also den grundsätzlichen Ansatz gegen Spanien fand ich sowohl erwartbar als auch richtig. Hinten erstmal verteidigen und dann Chancen über Konter, Standards usw. suchen. Spanien war bisher das deutlich stärkste Team der EM, Deutschland dagegen hatte mit diversen Ausfällen und Sperren zu kämpfen. Ich finde in Anbetracht dieser Ausgangslage war der gewählte Ansatz richtig.

Allerdings darf man dann durchaus kritisieren, dass die Konter teilweise sehr schlecht ausgespielt wurden. Auch die Standards waren kaum gefährlich, ganz im Gegensatz zu den Spanierinnen! Wenn man die Ausrichtung so wählt, dann muss man in diesen Disziplinen besser sein. Dass am Ende doch noch eine Hand voll sehr guter Chancen dabei rumkommen macht es nicht besser. Nach vorne hatte man eigentlich keinen echten Plan.

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