NT250: One Zweifel after another

Wir haben mit Martin Rafelt (Spielanalyst und Trainer, Spielverlagerung Academy, The 3rd Circle Podcast, Twitter, Bluesky) über die Spiele gegen Luxemburg und die Slowakei gesprochen. Wie hat euch die Sendung gefallen?

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Ich freu mich schon aufs Hören. Danke, dass Ihr so schnell über die Nationalmannschaft in der Qualifikation sprecht.

Hey, sehr ungewohnt, sowas zu schreiben, aber mich hat die Sendung leider nicht überzeugt.

Mir kam Max’ Herangehensweise voreingenommen negativ vor. Martin hat mindestens zweimal dran erinnern müssen, dass das zweite Spiel nun 6:0 gewonnen wurde.

Ich denke, die negative Herangehensweise wurde dem Spiel gegen die Skowakei, vor dem man ja echt Bammel hatte, nicht gerecht. Das war schön anzusehen, das war mutig und direkt gespielt, auch wenn nicht immer alles klappte. Und der Slowakei wurde nach meinem Eindruck sehr früh sehr entschlossen der Saft abgedreht. Dass muss man auch erstmal so gut hinkriegen.

Ich muss mich leider anschließen, mir ging es sehr ähnlich. Grundsätzlich schätze ich den Rasenfunk, und Max persönlich vor allem, sehr dafür dass überzeugende einzelne Siege richtig eingeordnet und im Großen und Ganzen betrachtet werden. So wirkte es jedoch sehr voreingenommen negativ, was dem Spiel gestern nicht gerecht wurde in meinen Augen

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Gegen Platz 46 der Weltrangliste? Oo
Muss eins das an neun von zehn Tagen so hinkriegen.

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Mir hat die Sendung ganz gut gefallen und ich sehe unsere Natio ähnlich kritisch wie Max. Nagelsmann experimentiert mir zu viel. Einmal will er die besten auf dem Platz und setzt Havertz als LV ein. Dann baut er um Kroos herum Real nach. Dann “kopiert” er die Basketballer (jeder Spieler hat eine klare Rolle), dann geht es um das Leistungsprinzip, dann sind wieder eher “emotional Leader” gefragt, jetzt wird Bayern “kopiert” , usw. Spieler werden mal nominiert, dann wieder nicht. Ich sehe keinen Plan, bzw in jeder Länderspielpause einen anderen. Nur weil das Spiel gestern 6:0 ausging, heißt das ja nicht, dass im März nicht wieder eine neue Idee ausprobiert werden kann.

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Ich würde ja gerne mal wissen, wo dieser Anton-Stach-Hype herkommt. Der Typ wechselt von einem Abstiegskandidaten in Deutschland zu einem Abstiegskandidaten in der Prem, und es wird teilweise so getan, als wäre es völlig absurd, den nicht in Betracht zu ziehen.

Er mag ja gute Statistiken haben, aber wenn er ernsthaft Ansprüche anmelden will, soll er sich halt bei einem ambitionierten Club durchsetzen, oder alternativ bei einem kleineren Club dafür sorgen, dass dieser deutlich überperformt, wie es Amiri und Burkardt bei Mainz getan haben.

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Und was passiert nach der WM, wenn man jetzt so gar keine Jungen mehr aufbaut?

Baumann: 35

Kimmich: 30

Tah: 29

Anton: 29

Gnabry: 30

Goretzka: 30

Sane: 29

Nübel: 29

An sich besteht die halbe Mannschaft, die spielt, aus einem Jahrgang und wenn die alle gleichzeitig aufhören, dann hat man ja richtigen Umbruch auf und neben dem Platz.

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Ich glaub Torhüter würde ich in solchen Gedankenspielen rauslassen.

Deren Alter ist nicht so relevant. Mal abgesehen davon, kommen mit Atubolu, Seimen und Co. vernünftige Keeper nach.

Ja, aber die werden nicht ohne Reibung Nr. 1 im Tor, das ist doch klar, wenn sie vorher kaum eine Rolle spielen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir aneinander vorbei reden :sweat_smile:

Also irgendwer wird schon nach Baumann und ter Stegen im Tor stehen.

Ich wäre mir recht sicher, dass es nach aktuellem Leistungsniveau nicht dauerhaft Nübel sein wird. Ob es dann auf Atubolu, Urbig oder wen auch immer hinausläuft, ist glaub ich schwierig vorherzusagen.

Die Konstellation, dass man zwangsläufig einen bestimmten Keeper als feste Nr.1 über 10 Jahre oder mehr im Tor hat, wie es in der dfb Historie häufig der Fall war, braucht es ja nicht zwangsläufig. Andere Nationen, außer Italien, wechseln da auch schneller zum nächsten Keeper.

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Zu den Feldspielern:

Havertz 26

Schlotterbeck 25

Stiller 24

Beier 23

Woltemade 23

Musiala 22

Wirtz 22

Pavlovic 21

Ouedraogo 19

Kommt doch einiges nach. Habe sicherlich auch irgendwen vergessen.

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Klar aber sie spielen aktuell nicht, das heißt sie kennen keine Abläufe auf und neben den Platz. Es geht mir nicht darum, dass es keine Spieler mehr gäbe, sondern es wird kein laufenden Motor geben, der sie trägt. Es ist doch erstaunlich dass die Nationalmannschaft eigentlich aus genau einem Jahrgang besteht, die alle zusammen beim selben Verein waren.

Also bei Tah/Anton wird vorraussichtlich nur einer von beiden spielen. Dafür kommt Schlotterbeck rein. Der hat auch Praxis.

Gleiches vermute ich bei Gnabry/Sane. Da wird Musiala zurück kommen. Musiala und Wirtz werden sicherlich die Zentrale der N11 bilden in den nächsten Jahren. Auch Havertz war bis zu seiner Verletzung eigentlich gesetzt. Woltemade scheint eine gute Alternative zu sein. In der Offensive ist man ganz gut aufgestellt.

Kimmich hat evtl. noch 2-3 Jahre auf höchstem Niveau. Der kann der Mannschaft noch was geben. Pavlovic wird evtl. als 6er gesetzt sein. Nmecha ist auch noch jung und hat schon Spielpraxis gesammelt. Stiller könnte auch nach der WM mehr Einsätze bekommen.

Ich seh das ganze also nicht so eng wie du. Solche Generationswechsel sind auch ganz normal. Die Weltmeister von 2014 bestanden auch im Kern aus der U21 Euro-Mannschaft von 2009.

Wirtz, Woltemade, Pavlovic und Schlotterbeck spielen und Havertz und Musiala spielen nur deswegen nicht, weil sie grad verletzt sind. Das sind 6 von 11.

Wird wird wird, ich will erstmal sehen wer von den ganzen fehlenden Spielern bis zur WM in Form ist.

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Fand die Folge sehr gut und besonders durch das P.S. am Ende richtig wertvoll. Das war eine gute Entscheidung, die Aufnahme da nochmal anzuschmeißen! :slight_smile:

Zur (vermeintlichen) Negativität von Max: Fand ich grundsätzlich gerechtfertigt. Gerade zum Einstieg wurde das ja auch konkret auf das Luxemburg-Spiel bezogen. Vielleicht hätte man die Klammer “Das letzte Spiel war gegen einen an dem Tag nicht sehr starken Gegner sehr gut” stärker betonen können, aber für mich war es ausreichend genug. Und mMn ist es eben auch kein Widerspruch, dass man das vergangene Nagelsmann-Jahr kritisch bespricht, obwohl das letzte Spiel ein gutes war. Da sollte man die Beteiligten nicht zu schnell vom Haken lassen.

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Ich fand die Folge super.

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Ich kann also doch noch Fussballprofi werden! :partying_face:

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Ich würde übrigens gerne noch etwas zum Einspieler zu Beginn (natürlich wollen wir Weltmeister werden, das will jeder! - sinngemäß) bzw. Martins neckische Frage, ob Luxemburg wohl auch Weltmeister werden wolle, sagen:

Also natürlich sitzen weder die Luxemburger Fans noch die, in welcher Hinsicht auch immer, Verantwortlichen dort und sagen “wir wollen Weltmeister werden!”.

Ich denke aber doch, dass man eine gewisse Motivation gepaart mit einem “von Spiel zu Spiel”-Denken nicht ganz einfach wegwischen kann.

Vereinfacht:

Ich bin Werder Fan. Ich will jede Saison den Pokal gewinnen und Meister werden. Logischerweise glaube ich auf lange Sicht nicht, dass das realistisch ist, aber einzeln betrachtet hoffe ich ja in jedem Spiel auf einen Sieg, auch in München. Insbesondere in einem Turnier (+Quali) spielt ja der Zufall bzw. die Tagesform eine krasse Rolle. Natürlich überdreht man jegliche Wahrscheinlichkeit, wenn man nun Neukaledonien (Teilnahme am Playoff-Turnier, also noch theoretisch möglich) als WM Favoriten sähe, das Leistungsgefälle ist dann doch sehr krass bei der nun bald stattfindenden WM.

Aber wo zieht man denn die Grenze? Also, bspw. Kroatien oder Norwegen, die würde ich nun aktuell trotz souveräner Quali nicht als Titelaspiranten ansehen, dennoch können die Spiel für Spiel definitiv jeden schlagen, und das wollen sie auch. Sprich: ja, auch Norwegen will m.E. nach Weltmeister werden. Es ist natürlich keine Aufforderung an Trainerteam und Mannschaft zu formulieren, dass der Anspruch sei Weltmeister zu werden.

Und ich denke so meint es Nagelsmann. Dass jeder Sportler, der eben nicht lächerlich unterlegen ist, sondern wo Tagesform, Glück, Schiedsrichterentscheidungen oder meinetwegen sogar das Wetter, einen Sieg nicht völlig aussichtslos erscheinen lassen, Weltmeister werden will.

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Also mir hat die Sendung sehr gut gefallen, auch wenn mich, anders als meine Vorredner*innen, die „positive“ Einstellung von Martin irritiert hat :sweat_smile: .

Meiner Meinung nach hat Max sehr gut dargelegt wieso Nagelsmann ansatz etwas willkürlich erscheint. Das Leistungsprinzip gilt nur für manche, Bayernsystem nachzubauen gilt nur für einige Spieler… Ich meine Martin hat im Prinzip versucht die Gründe zu erläutern wieso Nagelsmann das so machen könnte wie er es macht. Aber das macht es halt nicht sinnvoller.

Sanè wurde in der Folge mehrmals erwähnt und ist auch das beste Beispiel mMn. Er hat in der Nationalelf immer und immer wieder gezeigt, dass er keine konstanten Leistungen hinbekommt. Er spielt in einer schwächeren Liga ohne herauszuragen. Und in seiner Zeit bei Bayern hat er auch gezeigt, dass das Mittel seiner Leistungen halt nicht gut genug ist. Klar hat er immenses Talent. Natürlich haben wir keinen besseren Außen wenn er seine Topleistung abruft, aber das macht er halt in einem von 10 Spielen gefühlt…

Wenn Sanè momentan aufgestellt wird, find ich es unglaublich schwer wie man das anderen Spielern erklären soll.

Wie Martin gesagt hat, wir haben mit dem System „Mannschaftsblock + Ergänzungsspieler“ 3 WM Titel geholt, also kann man das mMn auch so machen und muss sich nicht „rein“ auf das Leistungsprinzip versteifen (auch wenn es mir am besten gefallen würde). Aber die Spieler die den Block ergänzen sollten halt entweder, das System ausgiebig kennen und können, oder individuell die Besten auf ihren jeweiligen Positionen sein…

Edit: Ich hab den Post nach dem Outro verfasst und erst später festgestellt dass es da noch einen Zusatz gab. Teile des Posts sind daher zu streichen, hat Martin ja selbst in der Folge gesagt :see_no_evil_monkey:

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