Grundsätzlich haben mich die Spiele gegen Côte D’Ivoire als auch gegen Ecuador ein bisschen erinnert ans DFB-Pokalfinale. VfB als „Underdog“ mit sehr körperlicher und intensiver Spielweise, der den Bayern als „DFB-Team“ in dieser Analogie das Leben schwer macht. Mit dem Unterschied dass die beiden WM-Gegner das über einen längeren Zeitraum durchziehen konnten wogegen Stuttgart damals irgendwann einfach müde wurde und dem Unterschied, dass die Bayern schlussendlich durch ihre Qualität sich verdient und relativ „locker“ durchsetzen konnten . Und die Qualität hat das DFB-Team meines Erachtens gerade nicht.
Die Einwechslungen sahen für mich schon aus nach „okay, den hab ich schon ausprobiert, jetzt probiere ich noch unter Wettkampfbedingungen andere Spieler aus“ - und ich muss sagen, dass mich Groß nicht wirklich überzeugt hat, Thiaw war „okay“, Beier hat mir ganz gut gefallen aber war bisschen allein auf weiter Flur was Ballerkämpfung und Pressing angeht, Stiller fand ich in diesem Spiel nicht als downgrade (er führt ja auch statistisch viele Zweikämpfe (Platz 55 gewonnene Zweikämpfe in der Bundesliga letzte Saison mit 252 vs. Pavlovic Platz 191 mit 138)) aber hat das Spiel auch nicht entsprechend „ordnen“ können - ich erwähne das der Vollständigkeit halber weil viele ihn ja eher kritisch gesehen haben.
Abgesehen davon hat er natürlich auch Undav gebracht und da waren 2 oder 3 vielversprechende Situationen, aber er hing halt auch ziemlich in der Luft. Mein Hauptknackpunkt ist der, dass es als Kimmich draussen war ziemlich bergab ging spielerisch (und ich bin wohlgemerkt nicht der größe Kimmich-Fan)
Ich werfe hier einfach mal die Frage in den Raum „Wenn Undav als Einwechselspieler brillieren kann, weil der Gegner dann müdegespielt ist und er keine Anlaufzeit braucht“, - loses Zitat JN- kann das Ganze dann nicht theoretisch auch für einige der aktuellen Stammspieler gelten?
Kann Musiala seine Qualitäten nicht vielleicht gegen müdere Gegner besser ausspielen? Kann Sané sich gegen müdere Defensiven besser durchsetzen und besseren Output liefern? Wie siehts bei Havertz aus ? (da sprechen die Daten eher dagegen, er scheint laut den Daten letzte Saison sowohl als Startspieler als auch als Einwechselspieler ähnliche Scorer zu liefern).
Weitere Frage die ich mir stelle ist, ob physisch stärkere Spieler eine Option wären , Leweling fällt mir da ein, der theoretisch ja auch die defensivere Rolle als Wingback bekleiden KÖNNTE und dann Gegner müdespielen könnte, sodass Sané dann brillieren könnte gegen den müderen Gegner 
Anderer Spieler: Maxi Beier als Pressingspieler, der hoch und runter läuft und ggf Bälle erkämpfen kann - hat er meines Erachtens gegen Ecuador auch ganz gut gemacht, aber stand bisschen alleine da.
David Raum fand ich schwierig, vor allem defensiv. kleines Zahlenspiel: Raum hat in der Bundesligasaison nur halb so viele Zweikämpfe gewonnen wie ein gewisser Yan Dimonade
um den auch nochmal unterzubringen und nochmals zu betonen, dass das gegen die Côte d’Ivoire ggf, sogar eher Richtung oberes Ende dessen war, was an Leistung von gegnerischen Flügelspielern, was das Thema Intensität zu erwarten sein könnte . Sehe aber nicht das Szenario, dass man Brown auf rechts und Raum auf links stellt weil da schon ne ordentliche Kluft zwischen beiden zu sehen war.
Bei Pavlovic seh ich schon auch, dass er in der Bundesliga deutlich stärker war, aber der ist auch noch sehr jung und es ist sein erstes Turnier. Fragt sich halt, ob das „reicht“… oder ob man ähnlich wie bei Sané sein Selbstvertrauen nicht kaputtmachen möchte, indem man ihn draußen lässt.
Meine logische Konsequenz wäre Pavlovic auf die Bank, Kimmich auf die 6 mit Nmecha und rechts hinten ein „Abenteuer“ mit wahlweise Anton, Leweling oder Thiaw . Oder eben ne 3er/5er Kette im 3-4-2-1 mit Rüdiger Tah und Anton innen, Brown links und Sané/Leweling rechts (sind vom Speed her sehr ähnlich um die 35km/h unterwegs, aber ich halte Leweling für physisch stäker und soweit ich weiß hatte man ihn auch schonmal als Wingback gesehen). Ausserdem empfand ich Leweling gegen COD nicht als „downgrade“ gegenüber Sané - aber auch nicht als wesentlich besser . Für mich gehts da eher ums Profil.
Ich muss aber auch sagen, dass ich die Kritik an Sané für überzogen halte und diese Diskussionen von relevanteren Themen ablenken, wie beispielsweise Zweikampfhärte und Konzentration.
Im Endeffekt glaube ich halt nicht, dass JN irgendetwas ändern wird, auch wenn EIGENTLICH viel dazu gesagt wurde von allen Seiten… Ich glaube sogar, dass er etwas riskieren könnte und es schiefgeht und die Leute inzwischen sagen würden „gut dass er sich getraut hat“.