"RaBa" stört mich


#21

Der Vergleich hinkt für mich sehr deutlich: Würde sich der FC Bayern in Telekom München umbenennen, oder hieße die TSG nicht TSG sondern SAP Hoffenheim (Sportaußenstellenplatz Hoffenheim), dann würde ich ebenfalls zu einer Verballhornung greifen. Aber der Begriff FC Bayern oder FCB steht doch nicht synonym für Telekom. Für Kommerz, Dominanz, eine gewisse Arroganz - meinetwegen. Aber nicht für ein einzelnes Unternehmen. Vielleicht noch am ehesten für Uli Hoeneß.


#22

Leipzig finde ich auch am elegantesten. Anderseits nervt es mich manchmal wenn über Hertha nur als Berlin gesprochen wird. Schließlich ist es nicht der einzige Verein in der Stadt. Das trifft auch auf Leipzig zu, insofern könnte ich auch hier Bedenken verstehen.


#23

Ja, da hast du Recht. Aber glaub es mir oder nicht: Bei RBL verheddere ich mich ständig so, dass das L (also gesprochen "E-el) so ans B drangeklatscht wird, dass es sich total geschludert anhört. L ist mein kritischer Konsonant da ich aus Mittelfranken komme (ich bilde den weiter vorne am Gaumen als es sein sollte und muss das immer korrigieren. Die Mittelfranken bilden das L oft an den Schneidezähnen). Ganz ehrlich.


#24

Dagegen spricht vermutlich die simple Tatsache, dass viersilbrige Worte im schnellen Sprachgebrauch schwer über die Lippen gehen, sprich also der Terminus zu lang ist. Nicht umsonst spricht man bei Mönchengladbach gerne von “Gladbach”.

Darüber hinaus glaube ich nicht, dass “RaBa” von Max als Witz benutzt wird, auch wenn er sagt, dass am Ursprung der Wortschöpfung ein leichter Schalk stand. Es ist eben der Versuch, sich nicht von Red Bull vereinnahmen zu lassen. Wobei man da zwangsläufigerweise auch niemals irgendwelche der modernen Stadionnamen erwähnen dürfte, denn auch die haben ja keinen anderen Zweck, als den Namen des Sponsors in die Welt hinaus zu blasen: Weder wurden sie vom Sponsor gebaut, noch haben sie sonstwas mit ihm zu tun. Da habe ich jetzt zuletzt nicht aufgepasst, wie konsequent der Rasenfunkt mit diesem Thema umgeht.

Letztlich merkt man aber daran natürlich schon: Der Fußball ist nun mal auch ein Geschäft für Sponsoren und Werbetreibende geworden, und Leipzig ist nur das krasseste aktuelle Beispiel. In anderen Sportarten wie beim Radsport macht sich schon seit Jahrzehnten niemand darüber Gedanken und jeder benutzt ganz alltäglich Namen wie “Team Sky” oder früher “Team Telekom”. Wie soll man sie auch sonst nennen? Es sind ja reine Sponsoren-Teams.

Das Perfide an RB Leipzig ist ja, dass Red Bull die Regel, dass ein Sponsorenname nicht im Teamnamen auftauchen darf, damit übergangen hat. Das war, man kann das auch so herum sehen, sehr gerissen, aber ich stimme Max da zu, dass man deswegen nicht zwangsläufig sich zum Botschafter von Red Bull machen lassen muss. Und ja, als Antwort aus Nicht-Leipziger-Sicht: Natürlich denke ich bei “RB Leipzig” an Red Bull Leipzig. Wie soll man denn auch anders, wenn das (leicht veränderte) Logo das Vereinswappen ist, und nebenher noch Clubs wie Red Bull Salzburg existieren? Der gesamte Begriff “Rasenball” ist ja eine Kunstschöpfung. Eine schnell einleuchtende zwar, aber trotzdem ein komplettes Kunstwort.

Ich bin da in der Begründung auch völlig bei Max: Was RB Leipzig als Club besonders schwer verdaulich macht, ist nicht das Geld. was reingepumpt wird. Das hat der HSV auch. Es ist auch nicht die “junge Geschichte”, die haben andere Clubs auch. Es ist auch nicht die Nähe zu einem Sponsor, die haben Wolfsburg und Leverkusen auch (wobei ich beide Vereine ebenfalls nichtssagend finde). Was Leipzig aus der Masse heraushebt, ist die Tatsache, dass der Club von Anfang an als Littfasssäule geplant wurde, als reine Werbebotschaft. Dafür stehen Logo und Name sinnbildlich, und das gibt es in dieser Form bei keinem anderen Verein, inklusive all der anderen vorher aufgelisteten Sachen. RB ist ein wandelndes Werbeplakat. Damit steht der Club sinnbildlich und als leuchtendes Symbol für eine Richtung, in die sich das Fußball-Business bewegt. Die Ablehnung von Leipzig ist aus meiner Sicht eine Ablehnung gegenüber der Vision, dass es in ein paar Jahren haufenweise Clubs gibt, die Sponsorennamen tragen, und der Frage, was das bedeutet und was damit einher geht.

Mein Vorschlag übrigens wäre: Einfach von Leipzig zu sprechen.

Das kann die Fans nicht stören, es hat nur zwei Silben, und es umgeht die ganze RB-Problematik.


#25

Klaro, ist nachvollziehbar. Wollte ja auch nur meine emotionale Reaktion ausdrücken. Dass du keine Werbung machen willst, verstehe ich, gut finde ich, dass du die Schwierigkeit siehst und Fans von RB können sich in ihrer Rolle als Fußballfeind No.1 wohl fühlen. Ist ja ein Kompromiss fürs erste :slight_smile: Schade nur für die Hoffenheimer.


#26

Danke, fasst vieles gut zusammen. Zu den Stadionnamen: Achtet mal drauf, ich verwende die ganz ganz selten. Am ehesten rutscht mir noch die Allianz Arena raus, einfach weil ich dort immer wieder bin, ständig an ihr vorbeifahre, in München wohne, Bayernumfeld habe. Aber das dürfte die Ausnahme sein, überzeugt mich gerne mit Hörbeispielen vom Gegenteil. :slight_smile:


#27

zu @23 Da bist du nicht allein, hört man sogar von einigen Fans im Stadion, die beim Wechselgesang statt ER-BE-EL – ER-BE-EE rufen.

Insgesamt finde ich, dass “RaBa” den Fokus mehr vom Fußball ablengt als es “RB”, “RBL”, “Leipzig” oder “RB Leipzig” oder auch “Rasenball” (von Unwissenden gern genutzt Kurzform) tun würde, eben weil es dazu anregt darüber nachzusinnen, warum hier ausgerechnet so ein merkwürdiges Kürzel benutzt wird.

Zum Thema was denken die Leipziger bezüglich des Namens: Die wenigsten werden hier direkt sagen, morgen gehen wir zu Red Bull, dass ist hier keine gängige Form und steht weniger im Fokus als bei der Diskussion um das Für und Wieder von RBL oder bei den Talkrunden. Hier sagt man RBL, RB Leipzig, oder man geht eben ins Stadion (so man sich nicht gerade mit einem Lokfan unterhält). Grundsätzlich hat in der aktiven Szene auch Rasenballsport seinen festen PLatz, REd Bull eher noch weniger als früher, wo man häufiger z.B. “Red Bull mit Cola” intonierte. Insgesamt sehen sich die meisten Leipziger eben nicht als “RB leipzig” Fans, sondern als “rb LEIPZIG” Fans.


#28

Ganz ehrlich: Nenn das Kind doch einfach beim Namen: Red Bull Leipzig. Jeder weiß was gemeint ist, denn ohne Red Bull müsstest Du ja im Rasenfunk gar nicht über Leipziger Bundesliga-Fußball reden. Und dann kannst du auch weiterhin beruhigt Bayer Leverkusen sagen, auch wenn ich dir zustimme, dass es zwischen Red Bull und Bayer noch einen geringfügigen Unterschied gibt.

Man muss ja nicht jeden Marketing-Quatsch mitmachen. Mir käme es auch nie in den Sinn, von 1899 Hoffenheim zu sprechen, nur weil die sich in einem Anflug von “Tradition finden wir doof, wollen aber trotzdem den Anschein erwecken, ein Traditionsverein zu sein” so genannt haben.


#29

Ich soll also kostenlos Werbung für Red Bull machen? Harte Nuss für mich, der gerade versucht durch ein Community-Modell den Rasenfunk zu finanzieren.


#30

Ich fände es “ehrlicher”, deswegen schreibe ich auch in meinen Blogposts konsequent Hoppenheim. :wink:

Denn wenn man den Einfluss, den Konzerne wie SAP, Bayer, Volkswagen und Red Bull auf den Fußball nehmen, kritisieren will oder zumindest kritisch sieht, sollte man meiner Meinung nach diesen Einfluss auch benennen und nicht das Spiel der Marketing-Abteilungen dieser Konzerne (ok, in Hoffenheim ist SAP nur indirekt beteiligt) mitspielen, indem man deren Namensspielereien ernst nimmt.

Ich finde nicht, dass du damit kostenlos Werbung für Red Bull machst. Im Grunde arbeitest Du ja mit dem Rasenfunk als Journalist. Und die kriegen ja auch kein Geld dafür, dass sie den Konzernnamen im gleichen Atemzug mit der Fußballabteilung des Konzerns nennen, oder?


#31

Einen Gedanken vermisse ich hier, den ich sehr wichtig finde:

Der Rasenfunk ist - zumindest aus meiner Sicht - keine objektive Dienstleistung für die Anhänger der 18 Erstliga-Teams, sondern ein subjektives Format, zu dem sich Max und der Andere einige Menschen einladen, um deren subjektive Sichtweise zu erfragen.

Wen Max nun ein kleines Scherzchen einbaut, dann hat er sich vielleicht vor seinem Mitstreiter zu verantworten, aber nicht vor mir, Dir oder gar einem übergeordneten verobjektivierbaren Konstrukt wie dem “Respekt gegenüber Fanidentitäten”. Wo soll denn das enden? Darf man dann keine Witze mehr über Kühne machen, weil sich der HSV-Fan in seiner Identität als Anhänger eines unabhängigen Sportvereins angegriffen fühlt?

Der einzige Maßstab, in dem dies zum Tragen käme, ist meine eigene, wiederum höchst subjektive Grenzziehung: Wird es mir zu bunt, dann schalte ich halt ab. Und wenn Euch das so gehen sollte, dann sagt das doch. Feedback ist ja nichts verbotenes. Auch kein subjektives Feedback. “Das stört mich, ich fühle mich da persönlich veralbert und das möchte ich nicht”. Das kann man doch sagen (wie in der Überschrift dieses Threads auch geschehen). Aber versteckt Euch doch nicht hinter angeblich objektiven Konstrukten, der angeblich homogenen Masse der Leipziger Anhänger oder am Ende sogar hinter Max’ (potentiellen) Gesprächspartnern. Die werden ihm schon sagen, wenn sie das Scherzchen auch stört.

Wobei ich letzteres stark anzweifeln möchte. Alle RB-Fans, die ich im Internet durch ihre Blogs und Twitter-Accounts kennen gelernt habe, wirken auf mich nämlich extrem tiefenentspannt, selbstironisch und für jeden Schabernack zu haben. So wie auch die Anhängerschaft in der Kurve insgesamt auf mich von weitem ziemlich lässig wirkt, gelassener jedenfalls als in fast jedem anderen Stadion. Ein Grund, weswegen ich auch mit einem gewissen Grad an Sympathie nach Leipzig blicke. Obwohl ich persönlich den Konzern und das Produkt Red Bull verabscheue.

Um jetzt mal den Bogen zur von mir selber geforderten Subjektivität zu schlagen: Ich bin bekanntlich zufällig Anhänger der Borussia aus Mönchengladbach. Und natürlich fühle ich mich wohlig und behaglich, wenn zwischen dem Dreinschlagen auf alle anderen Vereine in so einem Format von meinem Verein nur geschwärmt wird (hier fehlt ein Konjunktiv). Aber wenn es denn einen sinnvollen Hintergrund gibt, dann bitte her mit der Kritik und dann bitte auch her mit den Witzchen. Man könnte sich zum Beispiel auch bei Gladbach über den Namen lustig machen - zeigt er doch an, mit welch Freude damals in den von den Zumutungen bürgerlicher Rechte befreiten Rheinlanden dem militaristischem Preußen gehuldigt wurde. Oder man könnte sich über das seltsame Gebaren vieler Gladbach-Fans lustig machen, die ständig so tun, als sei Gladbach-Fan sein etwas, was gegenüber “den Bauern”, “der falschen Borussia”, “den Plastik-Clubs” oder sonstwem irgendwie moralisch höherwertig anzusiedeln sei. Als würden am Niederrhein ausschließlich in familiärer Atmosphäre die blutjungen Spieler aus dem ach so tollen Fohlenstall entwickelt und denen dann von den bösen Mächten der Großclubs der Kopf verdreht. Auf eine Moderationsbrücke wie “und jetzt zu Scheinheilig Mönchengladbach” wäre ich bei entsprechender Einordnung also nicht böse.

Bei entsprechender Einordnung. Diese beiden Punkte, die mir gerade spontan in den Sinn kamen, sind nämlich nicht jedem präsent, ein solcher Scherz bräuchte Erklärung. Langwierige Erklärung. Was hingegen wirklich jedem Fußball-Interessierten präsent ist:

Mit Verlaub, liebe Leipziger, aber die Posse um die Benennung der deutschen Red-Bull-Franchise in “Rasenball” Leipzig gehört zu den albernsten Treppenwitzen in der an Albernheiten nicht eben armen Geschichte der Sponsorbeziehungen des deutschen Profi-Fußballs. Darüber wird man sich ja wohl noch lustig machen dürfen. Denn das ist lustig.

Und wenn ihr nicht die Größe habt, Euch einzugestehen, dass dieser Name eine Posse ist und dass man den Namen nicht sprechen kann ohne die Posse zu denken, dann seid ihr bei einem Format, in dem (im besten Fall) sehr verschiedene Menschen ihre sehr verschiedenen Subjektivitäten austauschen, vielleicht grundsätzlich an der falschen Adresse.

Im Übrigen finde ich Max Weg, damit umzugehen, clever. Sie wollen gerne als Red Bull in unseren Kopf, aber offiziell soll das bitteschön Rasenball heißen? Na, dann denken wir das doch mal zu Ende.

Ich persönlich finde allerdings “Blubberlutsch Leipzig” schöner. Oder einfach Leipzig.


#32

Ich bin einer der RasenBallsport Leipzig Fans. Es ist irgendwie witzig dieses RaBa und gefällt mir.
Jedoch widerspricht es dem Fansprech. Wir verwenden in unseren Liedern ja auch eher da EER BEE ELL.
Für mich steht RB gedanklich nie für Red Bull und ich kann bei der Auslegung der Abkürzung, ob nun RasenBall oder Red Bull, zwischen echtem Fan und Mitläufer sowie Kritiker unterscheiden.
Im Grunde der Aussage ist RaBa der richtige Inhalt, der allerdings auf Gewohnheit stößt.
Diese Disskusion hier sagt mir, das RaBa als Kritik und Scherz gegenüber RasenBallsport gesehen wird und evtl. auch so gemeint ist.
Das schmerzt etwas, stört aber nur kurz.


#33

Genau wie es kein Zeichen von Respekt ist sich durch kleinen Asterisk an einer wichtigen Regel der DFL vorbeizumogeln und praktisch mit einem Sponsorennamen als Vereinsnamen aufzulaufen. Und wenn man das nicht ohne weiteres akzeptieren will kann man eben nicht “RB”, “RB Leipzig” oder “RBL” sagen. Den Besitzern wäre es ja sowieso lieber man spräche grundsätzlich nur von den roten Bullen.

Red Bull hat den Namen zu einem Politikum gemacht, nicht MaJaOs oder der RaFu :wink:


#34

In diesem Fall beginnt die kritische Auseinandersetzung eben schon mit dem Namen der nunmal eine reine Marketingmasche ist. Und RaBa ist ein Weg sich damit auseinanderzusetzen.


#35

Auf meiner Tippspielseite wollte ich auch keine Werbung haben und habe den Club deshalb Rasenballsport genannt. Ich fand das RaBa von Max eigentlich sehr nett, aber es gab dann Mitstreiter aus Leipzig, die meinten meinen Club mit BaSpVe abzukürzen. Deswegen nun komplett ausgeschrieben. So ein Wortungetüm geht natürlich nicht so leicht von der Zunge, deswegen würde ich als kürze Bezeichnung auch “Leipzig” vorschlagen.


#36

Erstmal vorne weg: Max, Eure Podcasts sind sensationell gut!!! RaBa stört mich allerdings auch, nicht weil ich Leipzig-Fan wäre, sondern einfach nur ästhetisch. Für mich klingt es albern. Der Verein heißt nunmal wie er heißt. Klar kann man das kritisieren, trotzdem heißt er so. Natürlich kann ich nachvollziehen, dass man sich nicht mit Red Bull gemein machen will, andererseits unterstellt das doch auch kein Hörer, wenn Du RB sagst. Ich denke, dass wir uns an den Club gewöhnen werden so wie wir uns an Hoffenheim gewöhnt haben. Vielleicht kommen manche zu dem Schluss, dass sie sich an die kommerzielle Entwicklung des Fußballs nicht gewöhnen wollen, aber die sollten dann vielleicht auch keinen Bundesligapodcast hören, sondern mal wieder häufiger beim Kreisligaspiel um die Ecke vorbeischauen. Mich interessiert primär: Welchen Fußball spielt Leipzig? Welche Spieler machen sich wie? Wie gut machen die maßgeblichen Akteure neben dem Platz ihren Job? Bei der Diskussion über die Punkte muss ich nicht in aller Regelmäßigkeit auch noch eine Kritik an Red Bull untergejubelt bekommen.


#37

Um mal einen Gegenpunkt zu setzen (und hiermit entschuldige ich mich für etwaige Wiederholungen des eben erfolgten Twitterdialogs): Wer den offiziellen Vereinsnamen oder die offizielle Abkürzung nutzt, macht damit unentgeltlich Werbung für das Getränk. Dafür ist der Name (auch die ungetüme Variante Rasenballsport) da, wäre dem nicht so, hätte man das Gebilde auch Empor Leipzig oder was auch immer nennen können oder RBS als Abkürzung wählen können, nachdem Red Bull nicht sein durfte.
Wenn ich nicht gerade über den Namen philosophiere, sage und schreibe ich ausschließlich Werbung Leipzig, das ist am ehrlichsten und ich mache mir die Hände nicht schmutzig. Wird sich auch nicht ändern, solange der Getränkekonzern mir kein Geld anbietet, damit ich für ihn Werbung mache. RaBa ist ein Kompromiss, wenn auch ein lauer.
Die hier geäußerte Vermutung, dass doch kein Fußballfan bei “RB” mehr an Red Bull, sondern ausschließlich an Rasenballsport denken würde, kann ich nicht bestätigen: Keiner der mir bekannten Fußballfans (aller möglichen Vereine) sagt je Rasenballsport. Entweder RB oder eben Red Bull, ich glaube letzteres häufiger.


#38

Sehr interessante Diskussion. Ich persönlich finde die RaBa Idee sehr gut. Wieso und weshalb man dem “Verein” und insbesondere dem Namen und der Abkürzung kritisch gegenüberstehen kann (uns sollte) wurde schon zu Genüge und gut begründet. RaBa ist für mich eine logische Konsequenz die eigentlich Idee des Konzerns zu untergraben. Und wenn Max das in seinem Podcast gerne machen möchte steht es ihm doch frei das genau so zu handhaben. Ich würde auch keine Werbung für ein Produkt machen welches ich verabscheue.

Letztlich ist es mir allerdings sogar fast egal. Ich beachte das erste Mal einen Club in der Bundesliga nicht. Ich schaue kein Spiel (übrigens: Glaubt jemand an Zufall das Leipzig 9 von 12 bislang angesetzten Spielen ohne Konkurrzenz also Freitags, Samstag 18:30 oder Sonntag spielt?!), keine Zusammenfassung und selbst hier überspringe ich die Teile mit RaBa. Selbst im Stadion wird mein Platz leer bleiben wenn das Spiel gegen dieses Konstrukt ansteht. Für mich wurden hier eindeutig Grenzen überschritten.

Ich plädiere jedenfalls dafür dass die Macher dieses wunderbaren Podcasts das einfach genauso machen sollten wie sie es für richtig halten. Sofern der Inhalt nicht beleidigend ist halt ich Aufregung über Namensformen eh für spitzfindig und spießig.


#39

Bevor ich auf die Aussprache eingehe würde ich kurz eines Vorwegstellen; leider zeigt sich auch hier wieder, dass gerade von Seiten derer, welche dem Verein kritisch gegenüberstehen, eine gewissen Unausgewogenheit in der Urteilsfindung zu erkennen ist.

Beginnen wir mit folgendem: Es ist vollkommen irrelevant welchen Ursprung der Verein hat, wenn es um dessen Aussprache geht. Es spielt auch keine Rolle ob es Personen gibt welche der Meinung sind dass dieser Verein die Regeln bis zu Grenze ausnutzt. Solange er sich an die von der DFL vorgegebenen Maßgaben hält, ist daran nichts zu kritisieren. Einzig und allein wäre hier die DFL an die Kandare zu nehmen weil sie solche laxe Regeln aufgestellt hat.

Zweitens, es steht mit Sicherheit nicht zur Debatte dass die Red Bull GmbH diesen Verein unter anderem auch als Marketinginstrument verwendet. Die reiht sich jedoch in alle bisher getätigten Investitionen, sei es Extremsport oder die Formel 1, ein. Daher wurde eben auch der von vielen als ungelenk betrachtet Vereinsname RasenBallsport gewählt. Welcher zum Einen, wie von vielen kritisiert, die Initialen der dahinterstehenden Firma/Marke widerspiegelt, zum Anderen aber auch sehr genau definieren wobei es sich hierbei handelt. Einen Verein der Rasenballsport = Fußball spielt (dies mag für den ein oder anderen sicherlich lächerlich erscheinen, ist aber faktisch nicht falsch). Für sich genommen dürfte der Name kaum kritischer gesehen werden als VfB = Verein für Ballspiele.

Um nun den Bogen zur Aussprache zu schlagen. Der “Verein” (Gänsefüßchen beabsichtigt). Nennt sich RasenBallsport Leipzig GmbH. Also sollte es 3 Varianten geben wie man dies nun ausspricht.

  1. Rasenballsport Leipzig
  2. RB Leipzig (ER-BE Leipzig)
  3. RBL (ER-BE-EL)

Gerade das Argument, dass viele mit RB Red Bull assoziieren, halte ich für vorgeschoben. Wenn man einer Person, welche über die Hintergründe des Vereins nichts weiß, den Namen RB Leipzig (und hier meine ich nur den Namen) nennt, wird dieser sehr wahrscheinlich nur auf Grund des Kürzels RB nicht auf die Firma/Marke schließen.

Was aber passiert, wenn man dem Verein andere Namen gibt ist, dass man genau diese “Besonderheit” herausstellt. Dass man mit ihm Red Bull assoziiert hängt doch nicht mit dem Kürze RB zusammen, sondern zum einen mit der Tatsache dass die Red Bull GmbH als Investor dahintersteht und zum anderen das diejenigen welche den Vereine kritisieren dies wie ein Mantra wiederholen.


#40

Verzeih mir, aber aus meinen Erfahrungen mit Red Bull im Fußball in Österreich kann ich das nicht anders als als naiv bezeichnen.

Red Bull verbiegt die Regeln, wo immer sie können, siehe Logo und Vereinsname, siehe die endgültige Entwertung der österreichischen Liga mit dem aggressiven Abwerben so gut wie aller Talente und dem wider sämtliche ÖFB-Regularien gehenden Parken ihrer Zweitmannschaft in der zweiten Liga (dass der ÖFB da klein beigegeben hat ist mir ehrlich egal). Und so haben sie’s in Deutschland ja auch gemacht: siehe das Logo und siehe ihre fadenscheinige Spielgemeinschaft im Frauenfußball. Red Bull ist kein normaler Sponsor, ja Red Bull geht sogar noch weiter als bisherige Besitzer wie VW oder Hopp. Und die Verbände kuschen, da sie nach dem Potential und der Marktmacht dürsten. Bis sie dann merken, dass Red Bull alles mit einem Schlag wegnehmen kann und verbrannte Erde hinterlassen so wie jetzt in Salzburg.
Red Bull ist auch kein “Verein” und war es nie, ja will es auch nicht sein. Das hat mich schon bei der Schlusskonferenz mit den Gästeliste Geisterbahn Leuten gestört. Die singuläre Kritik gegen Red Bull richtet sich nicht daran, dass RBL ein unsympathischer Verein wäre (was es mit Geldeinsatz, aggresivem Wegscouten von Talenten und diversen anderen Sachen wäre), sondern dass es eben keiner ist und auch nie einer war. Red Bull Leipzig, ebenso wie Red Bull Salzburg sind ein Teil der Red Bull Marketingabteilung. Und das ist nochmal deutlich etwas anderes als ein Großsponsor oder ein Mäzen.

Dass das ein Leipziger Fußballfan, der nach Bundesligafußball dürstet ignoriert (oder “anders sieht”, obwohl das allesamt Fakten sind) mache ich niemandem zum Vorwurf. Ich finde es auch dämlich von Ultras und anderen Leuten, Red Bull Leipzig Fans das Fansein abzusprechen, so als gäbe es Vereine, die aus dem Boden wachsen wie Pflanzen. Natürlich fiebern Fans von Red Bull genauso mit wie alle anderen. Das macht halt den “Verein”, den sie zujubeln nicht zu einem Verein wie jedem anderen.

Bayer Leverkusen, einen gewachsenen Werksverein mit Red Bull Leipzig gleichsetzen ist tatsächlich ein Witz. Es gibt mehr als genug am SV Bayer zu kritisieren (die Abwürgung von vielen anderen Sektionen des Vereins zugunsten des Profifußballs zum Beispiel), aber bloß weil beide Vereine Marken im Namen haben sind noch lange nicht gleichzusetzen.

Ehrlich gesagt wäre die einzige Möglichkeit Leipzig als Fußballverein zu erwähnen, ohne Red Bull zu erwähnen -wenn eins sich die Diskussion ersparen will- analog zu “FC Salzburg” wohl “FC Leipzig”. Denn die UEFA wird sich RB Leipzig als Name nicht gefallen lassen. Genauso wenig wie sie es sich bei RB Salzburg gefallen lassen haben.
Ich sage immer und absichtlich Red Bull Leipzig. Weil ich nicht gerne lüge und weil ruhig jeder wissen darf, wer das ist, der hier dem Fußball nachhaltigen Schaden zufügt: Red Bull.