Wir haben mit Ulli Kroemer (Freier Sportjournalist, u.a. für die MZ, und RBlive, und Buchautor, Twitter, Volleyball Magazin) über die Lage bei RaBa Leipzig gesprochen. Wie hat euch die Folge gefallen?
Ich fand es eine sehr gute Folge. Und vielen Dank für das Ansprechen des Ungleichgewichts was Berichterstattung von Ost-Vereinen angeht.
RaBa Leipzig, wird nach meiner Wahrnehmung in Jena, Erfurt, Magdeburg, Dresden, etc. pp. nicht als Ostverein gesehen, ähnlich wie ein Franchise-Konzept in der Gastronomie wenig Lokalkolorit transportiert.
Dazu kommt, dass die Umstände vor der Wende und die Schwierigkeiten nach dem Beitritt der DDR viele Ostvereine geprägt haben. Die allermeisten Ostvereine haben in dieser Zeit ähnlich eindrückliche Erfahrungen gemacht.
Das mal als zur Ergänzung, ohne das Fass mit den Schlüsselbegriffen 50+1, Multi-Club-Ownership, Vereinskonstruktion, … erneut aufzumachen.
Ich möchte aber noch ganz unabhängig vom Fussball einen Aspekt ergänzen, als Erfahrung von meiner Arbeit im medizinischen Bereich, den ich im Bezug zu RaBa Leipzig passend finde.
Energydrinks sind gesundheitlich bedenklich. In meinem Arbeitsalltag erlebe ich leider zunehmend, dass Beta-Blocker als Regulativ für das Herz-Kreislauf-System verordnet werden, ohne die Ursache anamnestisch zu erfassen, den regelmäßigen Konsum von Energydrinks in höheren Mengen.
Die Problematik von Energydrinks ist vielschichtig (Link zur Deutschen Herzstiftung und zur Verbraucherzentrale)
Ich persönlich fände ein Werbeverbot für Energydrinks mittlerweile angemessen, ähnlich wie es dies für den Tabakprodukte oder Alkohol gibt, zusammen mit einer Altersbeschränkung im Verkauf.
Ich, Wessi, würde nicht einmal bezweifeln, dass es eine gewisse Arroganz bezüglich Obstvereine gibt und eine Diskrepanz in der überregionale Berichterstattung gibt und Max hat mit seinem Einblick in den Journalismus sicherlich einen noch besseren Eindruck davon.
Jetzt kommt aber noch natürlich das „aber“:
Ich habe mir mal die letzte PK von Magdeburg vor dem Spiel gegen Arminia Bielefeld angeschaut und Patrick Sander ist nun auf der PK auch nicht besonders emotional, aber sie haben mehr Journalisten bei der PK.
Vielleicht liegt das wegbleiben der Journalisten also auch am fehlende Interesse an RaBa Leipzig und VfL Wolfsburg und nicht primär am Standort von RaBa Leipzig…
PS: Wenn ich mich an das Tribünengespräch mit Gunesch erinnere, frage ich mich schon, wie viele Spieler von Rangnick und wie viele vom finanziellen Angebot überzeugt wurden…
Bei der Frage ob das Glas jetzt voll oder leer ist finde ich dass das Problem nicht der 5-6 Platz dieser Saison wäre sondern die Kombination aus zuerst kein Europa und dann nur 5-6. nach dem guten Start.
Das große Argument in der Frühphase der Saison war dass man als Leipzig ohne internationalen Fußball einen Vorteil hat. Ich dachte auch die marschieren einfach durch.
Sehr spannende Folge, fand es insbesondere auch interessant, von einer Person, die so nah an RaBa dran ist, eine Einschätzung zur Personalie Klopp und seiner Rolle zu hören.
Den Punkt zum gesundheitlichen Aspekt kann ich nur genauso unterschreiben.
Leider ist die Aufarbeitung der Wende auch im Fußball (und im Sport allgemein) leider genauso gewollt misslungen wie in anderen Bereichen auch (Wirtschaft, Verwaltung, Gesundheitssystem, Bildungswesen). Dass nun RaBa Leipzig dabei herauskommt, ist leider kein Zufall.
Ich bin westsozialisiert, hatte aber aus beruflichen Gründen zehn Jahre in Sachsen gelebt, und konnte so ein Gefühl für die Verwerfungen entwickeln, die die o.g. Vorgänge verursacht haben.
Leider kommt aus westdeutscher Perspektive oft nur hingemurmelte “Schlimm”, “Blöd gelaufen”, “Wie konnte das passieren?” in der eigenen bigotten Art. Ich denke, nach einer fundierten Analyse dieser Zeit wäre es heute trotzdem noch möglich zielgerichtet Maßnahmen zu ergreifen, um die Fußballlandschaft im Osten wieder konkurrenzfähiger zu machen, wenn es denn gewollt wäre. Damit möchte ich die ostdeutschen Verbände nicht aus der Verantwortung gehen lassen.
Vielleicht wäre das auch ein Thema für ein Tribünengespräch.
ich denke die Antwort darauf ist sehr simpel und wurde von erfreulich vielen Medienschaffenden auch an Tag Eins seines Wechsels zu Raba genau so analysiert: man darf sein Engagement bei Raba nicht versuchen, logisch in eine Reihe mit Mainz, BVB und Liverpool zu bringen, sondern in eine Reihe mit DVAG, Opel und Mediamarkt. Wenn man das kurz auf sich wirken lässt, bleibt keine Frage übrig.
Ich mochte die Folge auch sehr.
Ein Tribünengespräch über die systematische Ausbeutung des Ostfußballs ( nach der Wende )durch die „sogenannten“ Traditionsvereine aus dem Westen würde mir sehr gefallen. Auch vielleicht mit einem Bezug dazu, warum es nur mit einem potenten Geldgeber möglich war beziehungsweise ist, eine Mannschaft aus dem Osten regelmäßig auf die internationalen Plätze zu bringen. Ohne ins Schwafeln zu kommen, glaube ich schon, dass es da einen Zusammenhang gibt.
Zum Thema Energydrinks und gesundheitliche Schäden – ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Wie sagt man so schön? Die Dosis macht das Gift. Man sollte die Kirche im Dorf lassen und nicht nach verboten schreien, wenn es mindestens genauso ungesunde, potentielle Gesundheitsschädliche Lebensmittel wie fast Food, Süßigkeiten Schokolade, ect. ect. Gibt.
Und wenn man nur lange genug sucht, findet man immer Studien und Veröffentlichungen etc., die ein Argument bestätigen oder entkräften.
Ich glaube, eine gesunde Aufklärung und ein bewusster Umgang mit den Risiken helfen enorm, um für diese Thema zu sensibilisieren. Warum sowas nicht in den Schulunterricht mit nehmen…?!
Zum Abschluss noch etwas Persönliches: Ob Uli sich noch daran erinnern kann, wie er bei einer Lesung seines ersten Buches über RB (im Tante Rosi) einem Kreuzbandgeschädigten eine Widmung ins Buch geschrieben hat? ![]()
Irgendwie würde es mich freuen …![]()
Ich fand Max bei dem Abschnitt zu Klopp an zwei-drei Stellen etwas zu gewollt kritisch. Die Frage "Was soll da [in den Leitlinien des „Raba-Kosmos] schon drinstehen?“ fand ich etwas forsch angesichts der Tatsache, dass über Jahre hinweg auch im Rasenfunk von „RB-Fußball“ gesprochen wurde und dass dieser schon unterscheidbar war. Und der Satz „Jürgen Klopp hat enorm an Ansehen verloren bei ganz vielen Fußballfans durch seinen Wechsel“ halte ich ein bisschen für deutsche Saumseligkeit. Jürgen Klopp ist eine globale Figur, dessen Wirken nun schon seit vielen Jahren weit über Deutschland hinausgeht und in New York, Salzburg und Japan wird sein großer Name sicherlich auch sehr viel Euphorie erzeugt haben. In Summe wird, global gesehen, Jürgen Klopp durch seinen Wechsel mehr Ansehen gewonnen als verloren haben.
That being said war es ein sehr gelungener RaBa-Schwerpunkt und Uli ist einfach ein ganz wunderbarer Gast, bei dem ein bisschen kritisches Nachfragen auch ganz gut ist, um sich nicht in seiner Fülle an guter Laune zu verlieren. Es wurden eine Menge wirklich spannende Themen angesprochen, von denen man kaum etwas mitbekommt, wenn man nicht sehr nah dran ist. Dass der Rasenfunk immer versucht, alle Bundesliga-Vereine zu beleuchten, ist für mich so ein bisschen der USP. Und deswegen fand ich die Reflektion am Schluss auch noch mal so gut. Ich meine, da könnte man ja beim Rasenfunk anfangen: Letzte Saison, wo es noch (fast) jede Woche einen Schwerpunkt gab, war Leipzig zusammen mit Wolfsburg und Hoffenheim einer der drei Vereine, die in der Rückrunde keinen Schwerpunkt hatten. Max hat mir die Gründe erläutert und ich kann sie nachvollziehen, deswegen will ich das hier nicht als „Meckern“ verstehen. Aber ich denke, hinter diesen Gründen liegen auch einige der Gründe, wegen denen Leipzig so wenig Coverage bekommt. Insofern haben mir die Schlussminuten dieser Folge wirklich gut gefallen und ich bin sehr gespannt, wie es mit der RaBa und dem Rasenfunk weitergeht.
Ich denke es ist genau umgekehrt und das war auch der Grund für seine Verpflichtung. Klopp wurde geholt um das Ansehen RaBas zu verbessern, in der Hoffnung so nochmal Sympathiepunkte zu gewinnen und mit ihm eine „Lichtgestalt“ des Fußballs als RaBa Botschafter in die Welt zu schicken (Siehe Olympia).
Für mich ist er inzwischen nur noch ein Werbebotschafter.
An Ansehen gewonnen hat er mit Sicherheit nicht, denn das war bereits auf einem entsprechenden internationalen Level, dafür hätte er RaBa nicht gebraucht.
Verloren hat er in der deutschen Fußball Bubbel dagegen sehr. Warum ? Er konnte ja nichts mehr gewinnen, viele haben ihn schon gefeiert, nur wenige sahen ihn kritisch. Das hat sich komplett gedreht. Die Gruppe seiner Kritiker ist deutlich größer geworden.
Ich bin mir nicht sicher, ob die deutsche Sicht auf Raba wirklich repräsentativ ist. Es ist wohl wie mit der Katholischen Kirche: die „Progressivität“ (bewusste Setzung der An- und Abführungszeichen) entspricht leider in keinster Weise der Sicht der Dinge des Großteils der Katholischen Christinnen und Christen weltweit. Analog: In anderen Ländern sind die Probleme (Übernahme Fußball“verein“, Mateschitz, Gesundheit/Energydrinks usw.) nach dem, was ich hier mitbekomme, nicht so im Vordergrund.
0b man jetzt die katholische Kirche in Deutschland als „progressiv“ bezeichnen kann, weiß ich nicht. Da hilft vermutlich auch die An und Abführung wenig. Aber das ist ein anderes Thema und gehört nicht hierher
. Ich verstehe aber worauf du hinaus möchtest und stimme Dir zu.
Für mich ist es leider auch ein rein deutsches Thema und ich denke dass die Klopp Verpflichtung eben dahin abzielt. Die deutsche Bundesliga hat international doch einen größeren Stellenwert als die österreichischen / brasilianischen und amerikanischen Clubs mit der Marke im Klubnamen.
Mintzlaff ist sicher nicht zufrieden mit RaBas Stellenwert innerhalb der Bundesliga und bemüht sich hier um mehr Akzeptanz und Sympathie. Die Verpflichtung von Mario Gomez als Technischer Direktor geht ja auch in die Richtung.
Da mein Hass gegenüber der Filiale Ost ungebrochen ist, habe ich die Folge ignoriert. Normalerweiße verpasse ich keine Spieltagsbesprechung, keine Ligatour, keine Vereinslupe. Für mich ist die Filiale weiterhin der Pickel an meinem A… und daran wird sich auch nichts ändern.
Sehe ich ganz genau so !
Du hast in einem anderen Thread ja gerade deinen ersten Beitrag hier geschrieben, deswegen einerseits herzlich willkommen im Forum, aber andererseits auch der Hinweis, dass “Hass” nun wirklich nicht in dieses Forum passt. Es gibt sehr viele Leute hier, die RaBa kritisch sehen, aber für eine gute Atmosphäre hier, wäre es gut, wenn du ein bisschen drauf achten würdest, wie du dich ausdrückst. Und das hier ist ja der Thread zur Rückmeldung zur Sendung und ich bezweifle etwas, dass der Hinweis, dass du die Sendung nicht gehört hast, weil du RaBa nicht magst, so extrem hilfreich ist.
Dieser Satz deckt sich nicht mit dem, was ich in der Folge gehört habe. Wenn er vor allem Maskottchen sein soll, warum war er dann nicht, wie die restliche RedBull-Prominenz, bei der Eröffnung von der Geschäftsstelle dabei? Breiter gesprochen: Wenn er Werbung machen soll, warum hat dann selbst der Gast nur so eine vage Idee, was Klopp den Tag so für sein Gehalt eigentlich macht? Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass er sportlich durchaus tätig ist, zum Beispiel als Ansprechpartner für die Trainer. Nach der Folge denke ich schon, dass Red Bull ihn für Tätigkeiten bezahlt, die einen Bezug zum Sport haben, und entsprechend auch etwas von ihm erwarten.
Da hast Du mich missverstanden, oder ich habe mich unklar ausgedrückt.
Für ein Maskottchen halte ich ihn nicht.
Meine (subjektive) Wahrnehmung von Klopp veränderte sich schon vor seiner Verpflichtung.
Es begann ja gefühlt jeder Konzern mit ihm zu werben.
Natürlich hat der Mann eine Menge Expertise, Kontakte und einen entsprechenden Ruf in der Branche. Bei Personalverpflichtungen und Transfers ist das sicher kein Fehler. Auch konzeptionell wird er viel Input liefern können.
Mit Werbegesicht für RaBa speziell, meine ich eher die Tatsache, dass es ja nun niemanden mehr gibt, der nicht weiß dass er dort einen Posten inne hat und das dem Club einen gewissen Anstrich verleiht.
„Wenn Kloppo dabei ist, muss das ja gut sein“
weg von
„Wer zu RaBa geht, hat den Fußball nie geliebt“
Ich meine hey, gefühlt 80% der inoffiziellen deutschen Bundestrainer wollten unbedingt ihn an ihrer Stelle, statt Nagelsmann.
Dafür muss er bei keinem Treffen der Konzern-Prominenz sein, das Läuten der Biathlon Glocke bei den Olympischen Spielen ist da sicher hilfreicher.
Aus Marketingsicht halte ich die Idee seiner Verpflichtung für einen sehr schlauen Move.
Welches Resümee in ein oder zwei Jahren gezogen wird, wir werden sehen.
Ich und andere der Fußball Bubble sind aus diesen Gründen eben mit ihm durch
.
Aber um „uns“ geht es da ja auch niemandem. RaBa nicht und ihm nicht.
Fand den Schwerpunkt sehr interessant und hörenswert. Beim Nachdenken darüber ist mir aufgefallen, wie lang inzwischen schon die Ära mit Cottbus und Rostock in der ersten Liga her ist. Als in den 90ern mit Fußball sozialisierte waren die beiden immer das Aushängeschild der „neuen“ Bundesländer im Profifußball. Freilich aus West Sicht /Wahrnemung ![]()
Interessant fände ich, wie dort damals lokales und nationales Medieninteresse war
Rostock ist ja immer noch präsent und vermutlich die Mannschaft mit den meisten Fans in Berlin(das soll kein Diss sein gegen Union oder Hertha, aber zb. die Sticker die am längsten hängen bleiben im Osten und Westen sind die von Hansa(außer natürlich in Stadionnähe) und es zieht halt viele Menschen aus MV nach Berlin und den Verein nimmt man halt mit)
Und auch ansonsten egal wo ich war ob chilenische Pampa, schottische Highlands georgisches Hinterland du findest immer n Koggensticker
Man könnte an Hansa vermutlich wunderbar untersuchen, wie viel Einfluss Medien auf die Entwicklung der Beliebtheit von Vereinen haben(Hansa war vor dem Mauerfall ja eher ein Mauerblümchen in der DDR(also schon beliebt in Rostock aber durch die vielen Vereine nichts besonderes))
Auch spannend an deiner Fragestellung: Hansa wirkt auf mich im Nachhinein immer so als Ausrede, dass die Wende für den Ost Fußball ja gar nicht so schlimm war(weil gab ja immerhin Hansa) und man deswegen immer Hansa dann auch so ein bisschen als Vorzeigeossi präsentiert hat, damit man nicht über Calmunds Raubzug sprechen muss