Rasenfunk Royal 18/19 - Saisonrückblick Mainz 05

#1

Wir nehmen zwischen dem 20. und 29. Mai den nächsten Rasenfunk Royal auf.

Hier ist der Ort, an dem ihr eure Fragen und Anmerkungen dazu los werden könnt. Wie jedes Jahr bringt der Gast fünf Aspekte mit, die ihr oder ihm wichtig zur Beschreibung der vergangenen Saison war. Gerne könnt ihr eure eigenen Vorschläge oder auch Fragen an den Gast hier posten.

Die Zusatzfrage für alle Gäste dieses Jahr lautet: Welches Gericht beschreibt die Saison deines Vereins gut?

Knüpft an das Küchenutensil aus dem Winter an. Erfahrungsgemäß freuen sich die Gäste besonders bei der Zusatzfrage um Tipps aus der Community.

#2

Heute hat man die 40-Punkte-Marke erreicht. Nach 21 Punkten in der Hinrunde finde ich es gut, dass man dieses Ziel erreicht hat. So seltsam das klingt, aber bei weniger Punkten hätte man eine gute Saison leider nur zu einer befriedigenden dowgngegradet. Nach dem letzten Spieltag schreib ich noch etwas ausführlicher :smiley:

#3

Mir ist als erster Gedanke der Kartoffelbrei gekommen. Schmeckt eigentlich immer gut, egal wer es macht. Man weiß, in der Regel was man bekommt aber es reisst einen nicht vom hocker. Es gibt ausnahmen, man kann den Kartoffelbrei auch zu einem unfassbaren Gaumenschmauss machen, aber nur wenn einer wirklich Ahnung davon hat. Ich finde wir hätten diese Saison durch wirklich richtig gute Einzelspieler (Mateta, Gbamin, Aaron, Boetius etc.) auch eine etwas bessere Rolle spielen können und leider versteht man nicht alles was der Schwarz da macht (Ausbootung von Bell und Brosi, viele Einwechslungen während dem Spiel teilweise viel zu spät und zu langsames reagieren bei taktischen umstellungen der Gegner), ausserdem wurden nach dem Beginn der Saison, wo noch einige Spieler frisch reingeschmissen wurden (Burkhardt, Baku, Gürleyen hatte in meiner erinnerung auch mal einen kureinsatz) irgendwann kaum noch Spieler ausserhalb der top 14 reingeworfen, was sehr schade ist. Schwarz ist nicht gut in der kommunikation mit den Fans, nicht weil er es nicht kann, sondern weil er die chancen nicht nutzt. Er ist grundsymphatisch und hat vermutlich auch viel ahnung von Fussball, aber ich habe jetzt nach 2 Jahren immernoch kaum eine Ahnung was genau er spielen will und wie er das erreichen möchte, bei Pressekonferenzen erklärt er nie taktische zusammenhänge oder begründet mal seine wechsel (liegt leider auch an der sehr armseligen Presselandschaft in Mainz) er wiederholt sich bei jeder PK und reisst dieselben floskeln runter “wir müssen kämpfen” “wir versuchen alles um die 3 punkte zu holen” “die jungs haben bock” “die jungs haben super trainiert” manchmal wünsche ich mir einfach ein bisschen mehr Charakter, ein bisschen mehr klare kante und klare meinungen. Rouven Schröder macht das beispielsweise sehr gut, er ist öfter mal in sky-filmen zu sehen oder sagt in interviews vor und nach dem spiel wie er das gesehen hat und was seine meinung ist, ohne wie ein parolenkommandant zu wirken.

Man muss sagen, wir Mainzer sind verwöhnt mit Trainern, erst Kloppo, dann Tuchel, über die anderen muss man nicht unbedingt reden😂. Aber ich gebe mich damit nicht zufrieden was ich jetzt auch schon gehört habe “aja wir können halt nicht immer nen Tuchel oder nen Kloppo ausm hut zaubern”, ja das stimmt, aber das muss nicht heissen das wir uns mit weniger zufrieden geben müssen. Paderborn, Kiel oder auch Frankfurt machen es ja vor, man kann grossartige Trainer verpflichten, auch ohne Borussia Dortmund oder Bayern München zu heissen.

Edit: Dieser Text klingt wie ein abgesang auf Mainz 05 und Sandro Schwarz aus der Bundesliga, so bin ich aber garnicht drauf und das meine ich auch nicht. Ich bin im grossen und ganzen zufrieden wie die Saison gelaufen ist, ich sehe aber trotzdem vieles, was man besser machen kann und wo man mehr Akzeptanz schaffen könnte.

#4

Wenn ich so drüber nachdenke, komm ich eher auf das Gegenteil. Viele neue Zutaten, ein einerseits pragmatischer Koch, der aber auch mit Zutaten und exotischen Gewürzen experimentiert, was aber halt auch mal daneben geht. Gerne noch französisch angehaucht. Spontanes Googeln spuckt das aus :smiley:
https://kitchengirls.de/rezepte/franzoesisches-aligot

#5

Die Zutaten sind neu, da geb ich dir recht, das gericht ist aber dasselbe:D

#6

nein tatsächlich fehlen mir eben genau diese experimente (Gewürze) wir haben fast die gesamte Saison in der raute als startformation begonnen und waren dadurch extrem ausrechenbar, zumal in der startelf eben auch immer nur 2,3 spieler getauscht wurden die immer rotiert haben (Öztunali, Baku ganz selten mal, Onisiwo)

#7

Die Raute kam doch erst im Hinspiel gegen Hertha. Und z.B. gegen Dortmund im Hinspiel und der ersten Halbzeit im Rückspiel hat man mit 5er-Kette gespielt. Gegen die Bayern auch. Mit dem Spiel gegen Düsseldorf wurde die Raute meine Empfinden nach noch offensiver interpretiert, weil Mateta, Quaison und Onisiwo gleichzeitig auf dem Platz standen. Vorher waren eigentlich immer nur zwei von ihnen gesetzt. Die Grundordnung mag oft gleich sein, aber Nuancen eben nicht. Mein Eindruck ist auch eher, dass relativ viele Spieler vor allem im Mittelfeld eingesetzt werden. Kunde, Maxim, Öztunali, Baku kommen auch auf ihre Einsatzzeiten.

#8

Auch wenn es dieses Mal hier im Thread nicht vorgegeben wurde, orientiere ich mich ein wenig an den Leitpunkten für die Rasenfunk Royale-Beiträge der letzten Saisons, damit das hier nicht komplett unstrukturiert wird. Sind jetzt keine konkreten Fragen dabei, dennoch vielleicht auch als Diskussionsgrundlage für die Folge hilfreich.

wichtige Spiele/Saisonverlauf

Die Mannschaft kommt solide in die Runde rein, gerät dann im ersten Drittel der Saison allerdings in eine mehrere Spiele andauernde Torlosphase. Meist noch im 4-2-3-1 unterwegs, stellt Schwarz dann irgendwann (ich erinnere mich zum ersten Mal bewusst beim Heimspiel gegen Hertha daran) auf das 4-4-2 mit Raute um, das fortan die meistens gespielte Standardformation sein soll. Die Offensivkrise kann überwunden werden, sodass man zum Ende der Hinrunde solide dasteht. Die zweite Saisonhälfte dann teilweise wieder mit etwas kritischerem Beginn, es gibt vermehrt Bemerkungen aus dem Fanlager, dass man an genau dem gleichen Punkt wie noch vor einem Jahr stehe (was sich allein durch einen Blick auf die Tabellenkonstellation schnell entkräften ließe). Die Mannschaft fängt sich aber erneut und kann vor allem in den Heimspielen auch spielerisch überzeugen. Erwähnenswert sind hier vor allem die Spiele gegen Schalke, Freiburg, Leipzig und jetzt der Saisonabschluss gegen Hoffenheim. In diesen Spielen war teilweise beeindruckender Offensivfußball mit großer Effizienz zu sehen! Auswärts tritt das Team bisweilen auch noch deutlich gefährlicher als in der letzten Saison auf, kann teilweise sogar Punkte mitnehmen und auch spielerisch überzeugen (beim BVB in der zweiten Halbzeit, in Frankfurt).

Die – wie geschrieben – von einigen Fans kritisierte Spielweise sehe ich demzufolge auch auf einem guten Weg. Sandro Schwarz hat es geschafft, vor allem gegen schwächere Gegner konstant gut zu punkten, hat eine klare Spielidee und – für mich sehr bedeutend – eine Formation gefunden, in der viele Spieler im Kader ihre Stärken ausspielen können (Beispiele: Harmonierende Sturmpaare in verschiedenen Konstellationen, Boetius auf der Zehn) und in der die Schwachstellen des Kaders (Qualität und Quantität auf den Flügeln) gut kaschiert werden.

Auffällig noch die sicherlich ungewöhnlich hohe Anzahl an hohen Niederlagen, die man in den letzten Jahren in Mainz nicht so gewöhnt war. Spontan fallen mir die Spiele in Leipzig, Mönchengladbach, München und daheim gegen Leverkusen sein. Gemeinsam mit der torlosen Phase in der Hinrunde hat das dann auch ein wenig das Torverhältnis versaut.

Kader (insbesondere Neuverpflichtungen)

Im letzten Sommer erfolgte ein nicht geringer Umbruch mit signifikanten Abgängen (Muto, Diallo, Serdar) und vor allem einer recht hohen Anzahl an „unbekannten“ Neuzugängen aus dem Ausland. Es lässt sich rückblickend sicherlich sagen, dass die meisten dieser Neuverpflichtungen voll eingeschlagen sind. Im Folgenden kurze Anmerkungen zu den einzelnen Transfers meinerseits:

  • Aaron besetzt die vakante Position links hinten hervorragend. Enorm ballsicher und dazu mit starkem Offensivdrang. Es existieren nicht ohne Grund Gerüchte, dass er uns ggf. nach einem Jahr schon wieder verlassen wird.

  • Niakhaté als solider Diallo-Ersatz. Freilich vor allem im Offensivspiel nicht so auffällig wie sein Vorgänger und auch noch mit einigen Fehlern in seinem Spiel auf einem guten Weg. Mit starkem Nebenmann in der kommenden Saison ein Entwicklungskandidat.

  • Kunde hat sich im Laufe der Hinrunde auf der Sechs festgespielt und war nach der ersten Halbserie meiner Meinung nach dann auch unser bester Feldspieler. Dynamik, Physis, teilweise tolle lange Bälle, Zweikampfstärke. Es hat sich manchmal angefühlt als stünde hier eine perfekte Kombination aus Johannes Geis und Julian Baumgartlinger auf dem Platz. In der Rückrunde dann gelegentlich mit deutlich reduzierter Spielzeit und nicht mehr so konstant wie noch in der ersten Saisonhälfte, wird aber in der neuen Saison im Zuge des vermutlichen Gbamin-Abgangs wieder wichtiger werden.

  • Boetius als Schlüsselspieler auf der Zehn. Neben seiner starken Einbindung ins Offensivspiel mit vielen Vorlagen für mich vor allem auch in der Defensive enorm wichtig. Sehr kluges Anlaufverhalten im Pressing, dort teilweise als höchster Mainzer Spieler, wenn sich die beiden Stürmer auf die Außenpositionen fallen lassen. Aktuell wahrscheinlich neben Aaron auf individueller Ebene am schwersten zu ersetzen. Blühte jetzt auch besonders im letzten Saisondrittel auf, was auch ein Blick auf seine Scorer-Werte zeigt.

  • Mateta ist ein sehr kompletter Stürmer, der die Robustheit eines Cordoba mitbringt – dabei aber auch Fußball spielen kann. Teilweise noch mit etwas Pech im Abschluss hat er spätestens in der Rückrunde seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellen können und kann dabei auch von der Bank aus ordentlich Schwung bringen. Sehr beliebt auch bei den Fans, da er immer wieder das Publikum zur Unterstützung auffordert und gute Laune verbreitet. Ist dann natürlich leider irgendwann weg, wenn er so weiter macht.

Darüber hinaus haben auch schon länger im Kader stehende Spieler einen Sprung nach vorne gemacht. Ich denke da primär an Onisiwo und Quaison, die nicht nur durch Torgefahr glänzen konnten, sondern vor allem auch mit Mateta sehr gut harmonieren. Interessanterweise interpretieren die beiden ihre Rolle dabei verschieden. Onisiwo mehr über Wucht und Dynamik, Quaison lässt sich öfter fallen und nimmt gefühlt mehr eine Position „um Mateta herum“ an. Falls im Sommer irgendein Premier League-Verein durchdreht und 20 Millionen auf den Tisch legt, könnte ich mir aber auch vorstellen, dass man einen von beiden gehen lässt.

Trotz all dieser starken individuellen Leistungen sehe ich einige Baustellen im Kader. Aufgrund von auslaufenden Verträgen (Donati, Bussmann), Karrierende (Bungert) oder Abwanderungsgedanken (Gbamin) wird man vor allem in der Defensive investieren müssen. Auch die Flügelposition soll laut Aussagen von Schwarz im Kader wieder stärker besetzt werden, aktuell steht da lediglich Holtmann und ggf. noch Boetius auf der Liste.

Themen im Umfeld/Stimmung bei Fans

Kurz gesagt: Es war deutlich ruhiger als in der vergangenen Saison. Dadurch, dass man sich von den Abstiegsrängen immer recht gut weghalten konnte, gab es wenige kritische Stimmen. Kleine Ausnahme vielleicht dann die sportliche Schwäche zu Beginn der Rückrunde, in der eben von manchen Fans kritisiert wurde, dass man genau dasteht, wo man vor einem Jahr auch stand. Nichtsdestotrotz habe ich den Eindruck, dass das Umfeld die Zukunft sehr positiv sieht. Die Mannschaft ist noch sehr jung, hat noch mehr Potenzial und kann höchstwahrscheinlich auch im nächsten Jahr zusammengehalten werden (Gbamin wird wohl Richtung Premier League ziehen, für Mateta beispielsweise hat Schröder aber auch schon unmissverständlich klar gemacht, dass es keine Freigabe geben wird. Der Diallo-Abgang nach bereits einer Saison sei nach wie vor die absolute Ausnahme). Ich habe die Hoffnung, dass stabile sportliche Leistungen dann auch wieder die Zuschauerzahlen bei Heimspielen wieder erhöhen können, was aktuell vielleicht noch eine bestehende Baustelle beschreibt.

Welches Gericht?

Hm, vielleicht ein Salat mit vielen verschiedenen Zutaten? Wirklich beeindruckend ist ja, dass es auch bei so vielen verschiedenen Nationalitäten im Kader so gut zusammenpasst. Allein gestern wieder Spieler aus sieben verschiedenen Ländern in der Startelf. Sandro Schwarz wirft alle Zutaten zusammen und kreiert dann noch die perfekte Vinaigrette, um alles abzurunden.

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#9

Im Großen und Ganzen kann ich mich nur @eistonne26 anschließen:

Müsste ich die Saison mit einer Schulnote versehen, wäre es wohl eine 2+. Nachdem zwei Jahre viel dafür getan hat, abzusteigen, hat man sich spielerisch stark verbessert, was für Schwarz spricht und richtig gute Spieler verpflichtet, was für Schröder spricht. Dennoch gab es zwei “Krisenphasen”: die 5-6 Spiele ohne Tor und die vielen Niederlagen Mitte der Rückrunde. Gegen beide Probleme hat Schwarz eine Lösung gefunden, was dafür spricht, dass er taktische Defizite erkennt und die Spieler insofern verbessert, dass diese Probleme gelöst werden. Beispiel erzielte Tore: in der Hinrunde gab´s 17 Tore und der Rückrunde 29. Dennoch ist natürlich nicht alles perfekt. Bei den Gegentore stehen in der Rückrunde 35 gegenüber den 22 aus der Hinrunde. Hier gibt es definitiv Verbesserungspotential.

Auf die nächste Saison blicke ich optimistisch. Viele Vereine, die ich von der Spielerqualität in ähnlichen Tabellenregionen sehe wie Mainz, müssen einen Umbruch meistern. Schalke, Hertha, Wolfsburg, Hoffenheim bekommen einen neuen Trainer, Werder Bremen verliert einen absoluten Schlüsselspieler. Zudem kommen zumindest ein krasser Außenseiter aus der 2. Liga. Ich sage nicht, dass Mainz die alle hinter sich lässt und in einem Jahr auf Platz 6 steht, aber verstecken muss man sich keinesfalls. Ein Zitat von Sammer in der Halbzeitanalyse gegen Leipzig ist mir in Erinnerung geblieben: “Mainz hat eine klare Spielidee, ist aber sowohl mit als auch gegen den Ball noch etwas schlampig”. Viele Gegentore hätte man verhindern können und vorne kommt es auch mal vor, dass man sich zu wenig belohnt (in beiden Spielen gegen Hannover z.B., wo man nur einen Punkt holt). Wenn das Niveau gehalten werden kann, gute Transfers getätigt werden und “nur” Feinarbeit geleistet werden muss, dann wird Mainz mit Sicherheit nicht absteigen und im Mittelfeld (8-12) landen.

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#10

Oh, eines hab ich fast vergessen. Auf einer Mehrzahl der getippten Endtabellen habe ich am Anfang der Saison Mainz gesehen, unter anderem beim Spiegel: https://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-bayern-muenchen-wird-meister-borussia-dortmund-knapp-dahinter-a-1224040.html

Genugtuung…relativ viel sogar :smiley:

#11

Grossartiger Text! sehr gut zusammengefasst, vielleicht ein bisschen sehr optimistisch, das geht mir dann doch etwas ab :D. Aber die Mannschaft ist sehr sehr jung und wird wieder viel geld generieren, da bin ich mir sicher. Vorallem Schröder macht einen herausragenden Job und verpflichtet grossartige Spieler (vllt mit kleineren griffen ins klo á la Bojan Krkic). Auch Schwarz hat sich gemacht, er hatte einen schweren Stand bei den Fans und lässt meiner meinung nach in der Kommunikation noch Chancen liegen, seine Standpunkte besser zu vertreten und an Profil zu gewinnen. Aber auf dem Platz ist das schon alles ganz gut, ich persönlich hätte mir gewünscht etwas öfter mit einer anderen Anfangsformation zu spielen (seltener 442 Raute) vorallem gesehen nach der Winterpause, wo man einfach zu ausrechenbar war. Aber das ist nur ein anderer Ansatz und man kann natürlich auch für die Konstanz im System argumentieren. Alles in allem eine angenehme Saison und hoffentlich wird die nächste genauso gut.

Das Stadion-thema ist echt nurnoch leidig. Man hat ein Stadion das ca 10% der Bevölkerung von Mainz fasst, zudem haben wir in unmittelbarer Regionaler Nähe 3 grosse traditionsklubs (Wehen Wiesbaden, Eintracht Frankfurt, Kaiserslautern) die uns viele Fans wegziehen UND wir sind eine Studentenstadt, ich bin student und bekomme das deshalb mit, das ist halt gefühlt die halbe stadt, die hinzugezogen aus ganz Deutschland ist, die du auch nicht einfach so mal zu Mainz 05 Dauerkartenbesitzern machst. Das Stadion fasst genug um es 1 vllt 2 mal pro saison voll zu machen und wo es sich sonst einpendelt hängt vom Fussball ab den die dort drin spielen. Das Thema ist für mich einfach keins mehr.

#12

Gude Max,
Es wurde schon viel gutes und richtiges gepostet. Ich möchte mein Küchen-Utensil (französisches Opinel) von letztem Jahr wg Boetius noch um ein Gouda-Messer ergänzen.
Schön und verdient, dass wir auch 19/20 wieder Platz in eurer Schlusskonferenz haben werden.

Unser Traum lebt weiter!

Herzlichen Dank für die vielen schönen :soccer:-Stunden beim Straße kehren und räumen, Rasenmähen und Zugfahren etc. :wink:. Roland14
Support folgt.

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#13

Gefühlt war diese Saison nach zwei mühsamen Jahren ein Meilenstein in der Entwicklung von Mainz 05. Zu verdanken ist das vor allem Sandro Schwarz. Ich würde hier in nahezu jedem Punkt Markus1610 widersprechen. Sandros letztes Jahr allenfalls in Andeutungen auf den Platz gebrachte Spielidee wurde dank starker und zu diesem Spiel passender Neuzugänge in großer Konsequenz vor allem gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte (Ausnahme: beide Spiele gegen Augsburg) umgesetzt: Dominanz im Mittelfeld durch hohe Laufbereitschaft und gutes Verschieben, schnelle Pässe in die Spitze.

Leider zeigte die Mannschaft zu selten gegen die Topteams den gleichen Mut, ein ums andere Mal aber zumindest eine Halbzeit lang. Das Spiel in Dortmund war hier ein Paradebeispiel.

In der Rückrunde bewies Schwarz dann auch öfter mit taktischen Umstellungen und Einwechslungen ein gutes Gespür. Die Zahl der fragwürdigen Wechsel ging vor allem gegenüber der Vorsaison deutlich zurück. Auch hier eine positive Entwicklung.

Was in den letzten Jahren oft in Mainz zu beobachten war: Dass die Mannschaft nur so gut spielte, wie es gerade so ausreichte, um über die Runden zu kommen. Als dieser Schlendrian in der Rückrunde einzuziehen drohte, reagierte Schwarz mit der Herausnahme von Kapitän Bell und Brosinski, zwei in dieser Phase durch Unkonzentriertheiten auf dem Platz und mangelndes Problembewusstsein in Interviews auffälligen Spielern. Donati auf Außen sowie Bungert / Hack in der IV waren hier echte Problemlöser. Das mündete im frühzeitig klargemachten Klassenerhalt und einem für Genugtuung sorgenden Saisonabschluss mit tollen Spielen gegen Leipzig, Frankfurt und Hoffenheim - und damit am Ende sogar noch mit Punkten gegen Mannschaften von den vorderen Plätzen.

Die Baustellen, auf denen sich Rouven Schröder den Sommer über austoben darf, sind offensichtlich: Donati und Bungert müssen 1:1 ersetzt werden, schon um Brosinski und Bell Beine zu machen. Ansonsten darf man ausnahmsweise für Mainz erwarten, dass der Kader - abgesehen von Gbamin - auf den wichtigsten Positionen unverändert bleibt. Diese Mannschaft im zweiten Jahr auf dem Platz? Könnte für viel Freude sorgen - und die Nullfünfer am Ende womöglich mal wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz landen.

Gericht? Eine französische Bouillabaisse, die nicht immer heiß genug serviert wurde, aber auf perfekte Temperatur gebracht absolut köstlich und sogar kräftig genug, um mit einem Rioja zu harmonieren.

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#14

Danke für euren Input! Aufzeichnung des Segments findet heute statt.

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