Rasenfunk Royal 20/21 - Euer Input zu Gladbach

Zwischen dem 23. und 29.Mai nehme ich den Rasenfunk Royal mit je einem Gast pro Verein auf.

Mehr denn je freue ich mich dabei über Input von euch zu den einzelnen Vereinen. Und auch die Gäste sind meist gespannt auf eure Gedanken zum Verein.

Wenn ihr mögt, dann schreibt hier doch mal rein, was eurer Meinung nach wichtig für eine Besprechung der Saison wichtig wäre.

Ich würde diese Form vorschlagen:

Stichwort
Erklärender Absatz dazu. Warum ist das wichtig, wie schätzt ihr das ein.

Stichwort 2
Erklärung dazu. Die Fettung könnt ihr übrigens mit zwei Sternchen vor und nach dem Wort machen oder über das Formatierungsmenü.

Dieses Jahr bekommen alle Gäste wieder eine Frage, die sie beantworten müssen. Das ist manchmal etwas knifflig, auch hier freuen sie sich bestimmt über eure Ideen.

Die Frage lautet:
Wenn dein Verein sich mit einem Wahlslogan vorstellen würde - wie würde er wohl lauten? Und wie wäre die ehrliche Version davon?

Wie immer werde ich hier schreiben, wenn die Aufnahme im Kasten ist.

Danke euch schon jetzt für eure Mithilfe!

Irgendjemand muss ja hier mal anfangen.

Also:

Transfers
Abgänge: ganz böse gesagt: Gladbach hat wohl mit die wenigsten wichtigen Spieler verloren. Ehemalige Leistungsträger wie Raffael spielten in der letzten Saison schon keine Rolle mehr, dafür nun Spieler wie Lazaro und Wolf zusätzlich im Kader. Nominell für mich eine Verbesserung.

Saisonverlauf
Der Saisonstart schwer: Dortmund (0:3), Union und Wolfsburg (je 1:1) innerhalb der ersten 5 Spieltage. Dazu zwei Siege gegen Köln und Mainz. Und dann Leipzig. Sieg. 1:0. Eigentlich denkt man, nun könne etwas passieren. Und dann fängt man sich ein 3:4 in Leverkusen ein.
Danach viele Unentschieden.
Ab Spieltag 14 kommt man plötzlich ins Rollen: Bielefeld, Bayern, Dortmund, Bremen werden geschlagen. Gegen Union und Stuttgart gibts Unentschieden. Dann Unruhe. Geht Rose. Ja. In der Phase, als der Abschied immer klarer wird, verliert Gladbach 5 von 6 Spielen. Da helfen dann auch einzelne Siege nicht mehr. Insgesamt wird man am Ende wohl 7. oder 8. Mit dem Kader eine enttäuschende Saison. Auch weil man auf anderer Ebene zeigte, dass man vielleicht nicht zu den Top 5 Europas gehört, aber immerhin die Vorrunde in der CL übersteht. Und das in einer Gruppe mit Real, dem späteren italienischen Meister Inter und dem ukranischen Spitzenteam Donezk. Dass man dann gegen ein starkes City ausscheidet: geschenkt.
Auch im Pokal verpasst man die Chance auf den Titel: in einem spannenden Spiel gegen Dortmund fliegt man raus.
Woran also liegt das?

Tore
60 geschossene Tore ist okay. 54 kassierte (beides nach Spieltag 33) allerdings für ein Spitzenteam eigentlich nicht. Da ist für mich von außen die Frage: woran lag es? Nach 34 Spieltagen der letzten Saison standen da 40 Gegentore. Deutlich weniger…

Also: woran lags, liebe Experten? :wink:

Danke für den Startschuss alex_muc86,

ich musste mich nach dem Stuttgartspiel erstmal schütteln und sammeln und starte mal meinen ersten Beitrag im Rasenfunkforum.

Zu meinen Themen:

Sportliche Entwicklung

Die grundlegende Frage für mich ist, wie es zu dieser Saison kommen konnte.

Denn ehrlich gesagt gab mir die Mannschaft und vor allem ihre Spielweise in dieser Saison Woche für Woche Rätsel auf und das nicht erst seit der Bekanntgabe des Wechsels von Marco Rose. Hier muss der Bogen noch zur Vorsaison gezogen werden.

Nach dem Wechsel vom Verwaltungsfußball unter Hecking ist mit Rose eine andere Herangehensweise in das Gladbacher Spiel eingezogen und es wurde insgesamt ein viel größerer Fokus auf „Dampf“ gelegt. In diesem Zusammenhang sind auch alle Neuzugänge mit Embolo, Thuram zu sehen, sowie, dass mit Bensebaini und Lainer endlich mehr Power auf den Außenverteidigerpositionen eingezogen ist.

Wo ist diese Energie in der Saison 20/21 geblieben?

In der Saison 19/20 wurde ein (für Gladbacher Verhältnisse) großer Fokus auf Pressing und Gegenpressing gelegt und die spielerischen Abläufe wirkten stark abgestimmt, jeder wusste, was er wann zu tun hat und die Mannschaft war auch spielerisch auf der Höhe.
Mit Fortschreiten der aktuellen Saison war die Mannschaft immer mehr von Einzelaktionen abhängig und das Pressing bzw. Stressen des Gegners fand immer seltener, sinnloser und unabgestimmter statt. Der Gipfel der Planlosigkeit im Aufbauspiel war im Stuttgartspiel im ständigen Festdribbeln von Thuram zu beobachten.
Was ist also hier geschehen?
Die Doppelbelastung kann hier nur sehr unzureichend als Entschuldigung angeführt werden. Die Mannschaft hat über die gesamte Saison hinweg in nahezu allen Statistiken die Fortschritte der Vorsaison wieder verspielt und ist gefühlt seit Herbst (mit Ausnahme von Galaauftritten in der CL) im Niedergang. Unterbrochen wurde dies, relativ überraschend um den Jahreswechsel herum.

Dies führt zum nächsten Punkt:

Moral / Motivation / Einstellung / (geistige) Fitness

Nach dem 33. Spieltag hat die Borussia unglaubliche 29 Punkte nach Führung teilweise desolat verdaddelt. Die Last-Minute-Nackenschläge in den Hinspielen gegen Inter und Real kann man mit viel Wohlwollen noch der Erfahrung und individuellen Klasse des Gegners zuschreiben, wobei der Gladbacher Kader auch nicht mehr ausschließlich mit internationalen Novizen gespickt ist.

War in der Vorsaison noch eine Stärke, dass man viele Spiele drehen konnte und „auf dem Papier“ schwächere Gegner relativ solide bespielt hat scheinen in dieser Saison in vielen Spielen die Ernsthaftigkeit und Konsequenz zu fehlen, in erster Linie seriös Fußball zu spielen. Weiterhin ist die alte Gladbacher Krankheit präsenter denn je, dass der Mannschaft mit gesunder Härte sehr einfach der Zahn zu ziehen ist.
Es war eine der größten Errungenschaften der „neuen“ Borussia unter Rose, dass das Team endlich mit Entschlossenheit aufgetreten ist und sich den Schneid nicht mehr so schnell abkaufen ließ. Hiervon ist der Saison 20/21 nichts geblieben.

Abgesehen von einigen starken Spielen (z.B. gegen Bayern im Januar) waren die Leistungen in dieser Saison sehr oft schlecht.

Warum?

Offensichtlich helfen auch Führungen der Mannschaft überhaupt nicht, Spiele zu gewinnen sondern noch eher den Schlendrian zu befeuern, dass man schon noch gut genug sein wird, die Spiele zu gewinnen. Selbst Geschenke in schlechten Spielen zum Halbzeitpfiff (siehe Hoffenheim oder Stuttgart) führen nicht dazu, die Spiele nach Hause zu bringen. Anstatt sich dann wenigstens mit Unentschieden ins Ziel zu retten kann man fast sicher davon ausgehen, dass das Spiel völlig kippt, sobald das erste Gegentor fällt.

Warum?

Die Mannschaft ist inzwischen sehr erfahren, wurde im Sommer zusammengehalten und eher verstärkt. Trotzdem scheint sich niemand gegen drohende Niederlagen zu stemmen.

Wenn man über eine ganze Saison hinweg Spiele oft in der Schlussphase verliert muss auch die Frage nach der körperlichen und geistigen Fitness gestellt werden.
Wie kann man einen derartigen Abfall zur Vorsaison erklären?

Trainer

Hier kann ich nur die generelle Frage an die Experten stellen:

Gibt es Punkte, in denen Rose die Mannschaft oder einzelne Spieler in dieser Saison weiterentwickelt hat?

Wurden vom Trainerteam falsche Reize gesetzt (evtl. Fokus auf Pokalwettbewerbe)?

Wurden hinsichtlich Aufstellungen und Auswechslungen (in der Rückrunde und v.a. in der Saisonschlussphase) die richtigen Entscheidungen getroffen?

Ich kann leider zu keiner dieser Fragen eine positive Antwort geben.

Sehe ich das mit Raute im Herzen rückblickend zu schwarz, weil er im Sommer den Verein wechselt?
Hier freue ich mich auf eure Einschätzung.

Zukunft

Zum Abschluss bleiben aus meiner Sicht einige Fragen an die Experten zur neuen Saison.

Was ist spielerisch von einer Borussia unter Adi Hütter zu erwarten?

Ist der Kader für den neuen Trainer und seine Spielweise ausgewogen aufgestellt?

Muss Max Eberl im Kader evtl. Reizpunkte setzen?

Welche Risiken seht ihr?

Wohin geht die Reise?

Ich hoffe, der Input war nicht zu ausschweifend, ich habe während des Schreibens gemerkt, dass einiger Frust von der Seele musste.

Viel Spaß bei der Diskussion, ich freue mich darauf, den Royal zu hören!

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Möchte mich bei meinen Vorrednern nur anschließen und nur eine kleine Einsicht in ein Fanherz geben.

Ich bin mit so viel Vorfreude wie lange nicht in eine Saison gegangen. Starke Vorsaison, kaum Abgänge und mit einigen Zugängen die Breite im Kader verbessert. Was dann aber im Herbst folgte, war schon hart. Zu viele Unentschieden/schlechte Spiele, die du eigentlich gewinnen musst, wenn du oben mitspielen willst und es auch die Konkurrenz zulässt (keiner mit mehr als 10 Siegen in 17 Spielen (Bayern abgesehen).

Selbst die CL half nicht sich abzulenken mit den ganzen Treffern in der Nachspielzeit und trotzdem kam man weiter um dann gegen City sang- und klanglos auszuscheiden.

Und wenn der Herbst schon hart war, kam dann das Frühjahr und oh Mann, hatte ich schnell keine Lust mehr. Das 1:1 gegen Union am 19. Spieltag war der Anfang. Da hattest du die Chance noch oben reinzurutschen und dann fing alles an. Derbyniederlage gegen diese schwachen Kölner, Rose-Abgang, Niederlage gegen Mainz usw. Ab da war aus meiner Sicht, die Saison vorbei, ich hatte keine Lust mehr (hängt vl. auch mit Corona zusammen und keinen Fans). Aber für mich hätte die Saison da aufhören können und so hat sich bis jetzt eigentlich auch nichts verändert.

Ich hoffe jetzt nur, dass sie sich am Wochenende noch zusammenreißen und gegen Werder gewinnen, weil ich lieber die Kölner in der Liga haben will als die anderen beiden Vereine da unten, aber kann mir gut vorstellen, dass sie wie eigentlich immer am letzten Spieltag abschenken.

Hi Zusammen,

ich sehe das ähnlich wie meine Vorredner. Diese Saison hatte ein paar Höhepunkte, der Rest war leider viel zu wenig. Folgende Punkte sind mir immer wieder während der Saison aufgefallen:

Gegentore
Wenn man über die Abwehr von Gladbach spricht, dann werden die Meisten wohl von einer der besten Abwehrreihen der Liga sprechen… Mit Ginter und Elvedi hat man zwei top Innenverteidiger die angeblich regelmäßig mit anderen Vereinen in Verbindung stehen. Dazu kommen die beiden Außenverteidiger, die ordentlich Tempo und Kampfgeist in die Mannschaft gebracht haben. Wie kann es da sein, dass man in der Liga beim Torverhältnis so schlecht abschneidet? Das kann doch nur an der mannschaftlichen Defensivleistung liegen?

Und hier kommt dann auch direkt der nächste Punkt, der auch schon angesprochen wurde: Niederlagen nach Führung, sowie komplett trostlose Darstellungen. Es scheint so, dass Konzentration, Ehrgeiz oder Ähnliches fehlen… Oder kann es nur an dem von Kramer angesprochenen fehlenden Konzept bei Führungen liegen? Kann hier vielleicht auch Grüppchen-Bildung innerhalb der Mannschaft eine Rolle spielen?

Nächste Saison
Gerade mit Blick auf die oben genannten Probleme bei Ehrgeiz bzw. Konzentration usw., sowie mit Blick auf den Alter des Kaders muss hier eigentlich im Sommer einiges passieren. Hier sollte Platz gemacht werden für junge Talente. Vor allem im Mittelfeld fehlt es an Tempo.

Borussia Dortmund
Geht es nur mir so, dass sich die Probleme der beiden Mannschaften ähneln? Auch dort wird der Mannschaft regelmäßig der letzte Wille abgesprochen. Bin gespannt was Rose bei denen anstellt…

Ich freu mich auf den Royal und bin gespannt was eure Begründungen für diese merkwürdige Saison sind.

Management
Vielleicht der wichtigste Punkt, auch wenn er für die sportliche Leistung immer nur bedingt ausschlaggebend zu sein scheint. Es ist der Vereinsführung und insbesondere Eberl gelungen den Kader zusammenzuhalten, die Unruhe so zu moderieren, dass die Leistungen gelitten haben, aber man zumindest aus meiner Position keinen Bruch in der Mannschaft erkennen kann (siehe Punkt 2). Management und Chefetage scheinen immer an einem Strang zu ziehen und weiterhin die strategische Entwicklung der Gladbacher Borussia mit Augenmaß voranzutreiben. Es bleibt der Arbeit von Eberl und seinem Team zu verdanken, dass man das Achtelfinale in der CL erreicht hat und zumindest die meiste Zeit oben anknüpfen konnte. Gleichzeitig sind da auch Fehler passiert (siehe Punkt 2) und das Rose-Debakel scheint Eberl nicht vorhergesehen zu haben. Am Ende kostet das einen Europa-Platz, aber Eberl scheint bereits daraus gelernt zu haben und hat mit Hütter einen, meinem Empfinden nach, gleichwertigen oder besseren Ersatz abgeworben.

Kaderzusammensetzung/planung
Ich plädiere nochmal dafür die Corona-Situation bei der Bewertung der Saison mit einzubeziehen. Gerade bei den Mannschaften mit Dreifachbelastung und eher mittlerer internationaler Erfahrung (Gladbach, Hoffenheim) hat man das glaube ich ganz gut gesehen. Aber: Es gibt auch einige hausgemachte Probleme in der Kaderzusammenstellung. Fehlt ein Knipser? Vielleicht nicht. Mit 64 Toren ist man auf Platz 4 nach Toren. Das ist schon ein ziemlich guter Wert und man braucht keinen Weghorst, Haaland oder Silva, wenn die Tore auf viele Schultern verteilt sind. Das Problem ist aber die Verteilung: Hohen Siegen stehen Spiele gegenüber wo man beste Chancen liegen lässt und das Tor nicht trifft. Also ein klares Jein zum Knipser. Mit Plea, Thuram und mit Abstrichen Embolo sah das vor der Saison auf dem Papier jedenfalls danach aus mehr als einen 10-Tore-±Stürmer zu haben. Bei Thuram wird die nächste Saison interessant, Plea vielleicht auch, Embolo wird keine 10-Tore-Saison mehr schaffen, denke ich. Für alle gilt aber: Zu unkonstant.
Das ist sowieso der Leitfaden diese Saison: Mangelnde Konstanz.
Im Mittelfeld kann man sich scheinbar nicht beklagen. Wobei doch ein bisschen. Offensiv sah das ganz gut aus, aber defensiv funktionierte die Absicherung häufiger nicht und es kam immer wieder zu Fehlpässen, die dann gleich brandgefährlich wurden. Liegt das an den Spielern? Ich denke eher nicht. Neuhaus hat defensiv noch einige Schwächen, aber die gesamt Defensivschwäche scheint mir eher ein Taktikproblem gewesen zu sein, jedenfalls was das Mittelfeld anging.
Bleiben zwei Fehler in der Kaderplanung im Mittelfeld: Bénes und Wolf. Man hat im Winter Bénes abgegeben, obwohl das zentrale Mittelfeld erst mit ihm breit aufgestellt war. Das war in meinen Augen ein Fehler. Wolf ist kein Fehleinkauf. Bei ihm habe ich das Gefühl, dass das spannend werden kann unter Hütter, wenn er Chancen kriegt. Dadurch, dass es diese Saison aber nicht lief, sind einige Impulse von außen (über ihn) verpufft, was schlechte Spiele nicht mehr retten konnte - im Gegensatz zur letzten Saison. Auch habe ich ein bisschen das Gefühl, dass mit Wolf falsch umgegangen wurde: Ein bisschen wurde eine Erwartungshaltung aufgebaut, die sich gegen ihn gewendet hat als es nicht lief. Da hat Rose nicht immer klug agiert und ihn durch seinen Abgang noch zusätzlich belastet, da er immer wie der Rose-Transfer wirkte und Rose ihn gerade in der zweiten Saisonhälfte ein bisschen allein gelassen zu haben schien. Angesichts des Drumherums vielleicht verständlich, aber für BMG und Wolf nicht gerade förderlich.
Zur Abwehr: Die Schwachstelle. Einmal wegen Roses Spielsstil. Dann aber auch wegen der Besetzung. Es fehlte ein IV-Ersatz und es ist nicht gelungen die jüngeren als Alternativen aufzubauen (Beyer, aber auch Kurt). Wahrscheinlich wäre ein Leihgeschäft vor der Saison sinnvoll gewesen, um die Verteidigung zu verbreitern und so die Belastung zu senken. Max hat es schon ein paar Mal angesprochen: Die Fitness war ein Problem. Ein Problem, dass jedenfalls in der Defensive durch eine leichte Verbreitung hätte reduziert werden können. Am Ende ist das vielleicht der Unterschied zwischen Rang 8 und Rang 6.
Die Leihe von Lazaro war richtig und für die Außenverteidigung und das Mittelfeld Gold wert. Seine Ausfallzeiten und insbesondere Bensebainis Corona-Erkrankung haben die Saison aber sicher erschwert, könne aber weder die mangelnde Breite in der Defensive, noch die mangelnde Fitness, noch das teilweise zu risikoreiche Konzept Roses erklären oder diese entschuldigen.

Da die Frage bisher keiner beantwortet hat, hier meine Vorschläge:
Slogan: Als Familie gemeinsam in die Zukunft!
Ehrlich: Mit Kalkül und Planung nach Europa.
Warum? Die Borussia hat es geschafft einen Kader zusammenzustellen der menschlich ziemlich gut funktioniert (auch wenn es sportlich nicht immer ideal läuft). Der gesamte Verein ist eine eingeschworene Gemeinschaft und man versucht auch die Fans dabei immer einzubinden. Trotzdem gibt es Streit und Auseinandersetzungen, aber am Ende betont man immer die gemeinsame Verbundenheit. Und dass der Verein größer sei als seine Teile. Ob einzelne Spieler, der Trainer oder die Fans. Niemand steht über der Gladbacher Borussia und Papa Eberl versucht das auch genauso zu moderieren.

Das enthält auch durchaus einen wahren Kern. Der Umgang mit Zakaria während seiner Verletzung war wohl hervorragend und eine echte Stütze für ihn. Die Story um Doucouré weckt Sympathien für den Spieler und den Verein. Es ist eben auch einfach vorteilhaft für den Verein. Es ist ein Zeichen an alle (potentiellen) Spieler: Wir lassen euch nicht im Stich. Das ist auch ein Argument, um Spieler zu bekommen und andere zu halten.
Ist das deshalb alles nur geplant und Kalkül? Nein, auch nicht. Es ist vorteilhaft, aber die Strukturen im Verein scheinen dieses Familiäre auch zu befördern und die Stimmung im Umfeld, der Mannschaft und den Strukturen geht wirklich voll in diese Richtung - das kann man nicht herbeibefehlen oder planen.

Für den Erfolg (und den hat Gladbach unter Eberl unterm Strich, trotz Auf-und-Ab) ist das aber die kleinste Stellschraube. Stattdessen wird eben sehr genau analysiert, gescoutet und gerechnet. Jedes Investment muss sich lohnen oder zumindest sein Risiko überschaubar bleiben. Die Planung geht immer 3 Saisons in die Zukunft. Geschäftsfelder außerhalb des eigentlichen Sports werden beobachtet, erschlossen und beackert.
Nimmt man diese Strategie und das gleichzeitige Schauen-nach-den-Mitarbeitern zusammen, dann fühlt man sich, oder zumindest ich, an einen gewissen Ulli H. erinnert, der auf diese Art ein Fußballunternehmen über Jahrzehnte in die Erfolgsspur gebracht hat.
Das ist in Gladbach auch der Fall, nur eine Nummer kleiner. Davon lenkt auch diese halbe Saison zum Vergessen nicht ab. Beziehungsweise sollte sie nicht.
Gladbach-Fans sollten das nicht vergessen, aber auch nicht, dass es eben ein Fußballunternehmen bleibt. Auch wenn es vielleicht sympathischer ist/erscheint als andere.

PS: Ich vermute, dass Eberl diese Saison unterm Strich als Erfolg verbuchen wird. Die Mehreinnahmen aus dem CL-Achtelfinale dürften finanziell das Verpassen der Conference League, vielleicht sogar der EL, aufwiegen.

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Kann bisher allen Vorrednern nur zustimmen.

Zum Thema defensive Stabilität. Glaube ein richtig wichtiger Faktor ist Zakaria, der verletzungsbedingt sehr lange gefehlt hat und letztes Jahr der wichtigeste Spieler bis zu seinem Ausfall im System Rose war. In dieser Saison ist er wieder zurück gekommen etwa zu dem Zeitpunkt, wo Rose seinen Abschied angekündigt hat bzw. es deswegen Unruhe gab. Die Mannschaft war verunsichert und so hat Zakaria lange keine tragende Rolle gespielt nach seiner Verletzung.

Vom Gefühl her, hat man Rose angemerkt, dass er mit der Wut und Enttäuschung von den Fans, glaube ich so nicht gerechnet hat. ( Hat ja bisher nur bei einem Kunstprodukt gearbeitet).
Glaube auch weiterhin, dass es dadurch in der Mannschaft einen emotionalen Knacks gegeben hat.

Selber schuld, er hat mit seinen Ansagen vor 2 Jahren Hoffnung geweckt hat und viele bitter enttäuscht.

Das hat viel mit ihm gemacht. Ich will ihm jetzt keine Lustlosigkeit in den letzren Spielen unterstellen, aber ich glaube er ist auch froh jetzt sich um den BVB kümmern zu können. Er wirkte in vielen PKs sehr distanziert und wenig energiegeladen. Das war vor einem Jahr noch anders. Glaube in Dortmund wird er aber nicht mit Vorschusslorbeeren empfangen.

Mal sehen was Adi Hütter mit der Mannschaft erreicht. Ob Neuhaus und Ginter bleiben, und wer ggf. als Ersatz geholt wird. Hoffe und glaube das Spieler, wie Wolf und Embolo, aber Plea vielleicht nochmal einen Schritt machen unter ihm.

Die Frage ist bei mir, wie wird die Beziehung zu den Fans und der Mannschaft. Ich würde bis jetzt davon ausgehen, dass es bei Ihm auch nur ein Step ist in seiner Karriere zu noch höheren Aufgaben. Kann alle bei der SGE gut verstehen. Finde die Entwicklung nach der Bekanntgabe des Wechseln sehr änhnlich wie bei uns.

Zum Thema Gladbach als Familie Max. Ich würde da keinen haben wollen, der nur seine Karriere im Blick hat und bei der nächst besten Gelegenheit wieder weg ist. Vor allem nicht auf dem Trainerstuhl. Dann lieber wieder einen wie Hecking zurück, bei dem hat man wenigstens das Gefühl der ist mit dem Herzen dabei und nicht nur am gucken wie sein Karriereplan aussieht!

Das ist jetzt aber Hecking-Nostalgie, die auch nicht korrekt ist: Hecking hat ja auch versucht sich als DFB-Trainer in Stellung zu bringen. Mal abgesehen davon, dass die Vereine doch auch nicht treu zu ihren Trainern sind.
Die Frage ist doch: Passt Hütter zu Gladbach? Und die Antwort ist: Ja. Er ist kein Angeber à la Nagelsmann oder Wendehals à la Herrlich. Hat er eigene Interessen, die im Zweifelsfall wichtiger sind als die des Vereins? Ja. Es gibt wahrscheinlich niemanden bei Gladbach bei dem das anders wäre.
Er kann aber definitiv Spieler besser machen und auf Fehlentwicklungen reagieren. Beides wird nach dem zähen Rose-Ende gebraucht.
Gleichzeitig bin ich mir nicht so sicher wie manche Frankfurt-Fans, dass er der große Lügner ist und die Eintracht jetzt ‚verraten‘ hätte. Für mich wirkt es glaubwürdig, dass er bei einem Bobic-Verbleib womöglich noch jahrelang am Main gebliebne wäre.
Diese Form der ‚Treue‘ - es passt zwischen Management und Trainer sehr gut und deshalb sind alle zufrieden - ist am Niederrhein zumindest auch möglich. Heißt: Womöglich wird Hütter auch der ‚treuste‘ Trainer seit Heynckes oder gar seit Weisweiler. Warten wir’s ab.

Du hast ja Hannes Wolf etwas ausführlicher angsprochen. Ich würde das auch gerne als konkrete Frage für den Royal formulieren: Wie seht Ihr sein Potenzial - im allgemeinen und im besonderen unter Hütter?

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Vielleicht habe ich mich etwas falsch ausgedrückt, bin kein Hecking Nostalgiker. Es geht mir darum, dass wir bei Spielern gewohnt sind, dass sie gefühlt jede Transferperiode irgendwo hin wechseln und alibimäßig das Wappen jedes Vereins küssen, um es mal etwas überspitzt auszudrücken.
Wenn das jetzt bei Trainern auch so anfängt, wie will dann ein Verein etwas längerfristiges Aufbauen mit einer bestimmten Philosophie? Klar jetzt haben wir Hütter als Rose Nachfolger, aber wenn Trainer alle paar Jahre den Verein wechseln. So viele gibt es dann nicht, die dann wieder zum Verein und der Spielidee passen in dem Moment ggf.
Und viele Speiler machen ja auch ihre Wechsel von Trainern abhängig. Sehe diese Entwicklung sehr kritisch…

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Genau das habe ich mich im Zuge der Rose und Hütterwechsel auch gefragt! Es wird doch immer so viel von langfristig was aufbauen und Philosophie geredet, nur so könne ein Verein erfolgreich sein. Die aktuelle Entwicklung gibt das ja überhaupt nicht her…jetzt auch noch der Wechsel von Glas er…finde ich wirklich einen interessanten Diskusdionspunkt.

Danke für euren Input. Aufzeichnung ist heute Abend.