Rasenfunk Royal 20/21 - Euer Input zu Hertha

Zwischen dem 23. und 29.Mai nehme ich den Rasenfunk Royal mit je einem Gast pro Verein auf.

Mehr denn je freue ich mich dabei über Input von euch zu den einzelnen Vereinen. Und auch die Gäste sind meist gespannt auf eure Gedanken zum Verein.

Wenn ihr mögt, dann schreibt hier doch mal rein, was eurer Meinung nach wichtig für eine Besprechung der Saison wichtig wäre.

Ich würde diese Form vorschlagen:

Stichwort
Erklärender Absatz dazu. Warum ist das wichtig, wie schätzt ihr das ein.

Stichwort 2
Erklärung dazu. Die Fettung könnt ihr übrigens mit zwei Sternchen vor und nach dem Wort machen oder über das Formatierungsmenü.

Dieses Jahr bekommen alle Gäste wieder eine Frage, die sie beantworten müssen. Das ist manchmal etwas knifflig, auch hier freuen sie sich bestimmt über eure Ideen.

Die Frage lautet:
Wenn dein Verein sich mit einem Wahlslogan vorstellen würde - wie würde er wohl lauten? Und wie wäre die ehrliche Version davon?

Wie immer werde ich hier schreiben, wenn die Aufnahme im Kasten ist.

Danke euch schon jetzt für eure Mithilfe!

Nach einer vogelwilden letzten Saison hatte Hertha dieses Mal gute Vorzeichen. Ein professioneller Trainer mit Labbadia war da. Es gab keinen Trainerneuling wie Covic. Es gab keinen „Trainer-Trump“, der über facebook und twitter permanent die Aufmerksamkeit hochhält. Stattdessen ein Urgestein der Liga.

Man hatte zu Saisonbeginn sehr viel Geld zu investieren. In der Annahme, dass viele Vereine nach dem ersten Lockdown finanziell angeschlagen sein würden, dachte man groß.

Götze, Draxler, Jovic. Es blieb unkonkret.

In der Saison davor war die rechte Abwehrseite eine Schwachstelle. Auf der linken Seite hatte man den jungen Dilrosun und rechts Wolf, beide mit erheblichen Formschwankungen. Im Tor schwächelte Jarstein.

In der Sommerpause kam ein Umbruch, der Klinsmann stolz gemacht hätte. Alte Zöpfe wurden abgeschnitten. Mit Skjelbred, Grujic und Ibisevic verliessen drei Stammspieler und Führungspieler den Klub. Mit Wolf, Rekik, Kalou, Maier verliessen weitere Spieler mit teils hohen Einsatzzeiten den Klub.

Der Investor Tennor versprach 150 Millionen. Er hielt aber 100 Millionen bis in den Oktober zunächst zurück und zahlte diese 100 Millionen dann nicht.

Für Wolf kam Zeefuik von Groningen. Neue Nummer Eins wurde Schwolow aus Freiburg.

Für Ibisevic kam Cordoba, allerdings sehr spät. Für Grujic kam Guendouzi auch sehr spät. (6. Spieltag)

Meine These dazu:

Die Windhorst-Millionen haben dem Klub in dieser Transferphase eher geschadet.
Ob man 100 Millionen mehr oder weniger hat, ist sicherlich ein wichtiger Baustein, wenn man dem ( auch zum Budget) passenden Spieler ein Angebot macht.
Sowohl links offensiv und rechts offensiv/defensiv wären vielleicht Perspektivspieler eine gute Ergänzung gewesen. Wenn über Draxler gesprochen wird, unterschreibt natürlich kein junger Spieler mit Ambition für diese Position. Trotzdem wusste man aus der letzten Saison, daß Piatek ohne Vorlagengeber nicht funktioniert. Schlussendlich war man doch auf Pekarik und Leckie angewiesen.

In den letzten Wochen der Vorbereitung fehlten durch Länderspielreisen mit Pekarik, Darida und Piatek wichtige Säulen mit abschließender Quarantäne. Zum Saisonstart schied Hertha, ohne nominellen Stürmer auf dem Platz gegen Braunschweig aus.

Es zeigte sich ein überraschendes Problem. Obwohl Hertha vor allem im Mittelfeld und Sturm, Spieler getauscht hatte, war die gesamte Hinrunde die Abwehr anfällig.

Labbadia setzte bald auf Niklas Stark als Abräumer vor der Abwehr. Defensiv wurde es besser. Eine Mittelfeldzentrale mit Stark, Darida/ Guendouzi und Tousart funktionierte offensiv die ganze Hinrunde nicht.

Rechtsdraussen schrie sich Labbadia den Hals rauh, um Lukebakio zu einem Flügelspieler zu machen, der auch in der Rückwärtsbewegung etwas tut. Auf der linken Aussenbahn gab es nach der Verletzung von Dilrosun nur Cunha, der aber ständig bemüht war ausserdem das kreative Vakuum in der Mitte zu füllen.

Das Programm mit den schweren Gegnern am Anfang und die schlechteren Teams am Ende des Saisonplans trug nicht zur Sicherheit bei.

Meine These dazu:

Hertha lief vom ersten Tag der neuen Saison auf Notbetrieb. Wäre Labbadia nicht schon der Trainer gewesen, man hätte nach einem Feuerwehrmann wie Labbadia gerufen.

Ein passender Slogan für Hertha wäre:

If you think small, your world will be small. If you think big, your world will be big.” – Paulo Coelho

Ehrlich wäre wohl:

Geld schiesst keine Tore

Oder wie ein Bundestrainer - ja vor Löw gab es andere- sagte:

Konzepte sind Kokolores.

Die Themen der Rückrunde wären einen eigenen Beitrag wert.

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Ehrlicher wäre: da wir nicht wissen, wie wir die Gegenwart einzuordnen haben und nur den Klassenerhalt brauchen, vertagen wir alles andere auf die Zukunft.

Es gab nach Preetz mit Friedrich einen sehr kommunikativen, sprich transparenten und ehrlichen Neuanfang, der hoffentlich mit Bobic und Dufner forgesetzt wird. Die Entlassung von Lehmann und Torwartrainer machten was die einheitliche Außendarstellung Hoffnung. Die spielerische Zukunft liegt noch im Dunklen, der Kader wirkt überteuert und unausgewogen. Einige Spieler werden gehen und ob Dardai weitermacht ist auch nicht klar.

Vielleicht ein paar Fragen an Euch. Was meint Ihr zur Hertha?

Wächst in der Quarantäne der Kern einer neuen Mannschaft zusammen? Oder werden die Spieler nun zum Saisonende verheizt? Bei Trainingsauftakt kann dann keiner mehr laufen?
Ist das eine Mannschaft, in der nun auch Jugendspieler wie Ngankam einen Platz haben? Oder bildet Hertha weiterhin Spieler aus, die man nur in Ausnahmen (wie M. Dardai) einbinden kann.

Wie sehen die Finanzen zur neuen Saison aus? Hat Tennor die 100 Millionen Tranche aus dem letzten Oktober gezahlt?
Weiß die Hertha, ob und wann Tennor Geld gibt?

Oder steht ein weiteres Chaos-Jahr bevor?
Finanzrahmen für Transfers unklar? Trainerposition fraglich?