SVW: Gefühlt abgestiegen

Wir haben mitLars Knieper (Host von Hör mal Werder hämmert, Bluesky, Instagram) über die Lage bei den Männern von Werder Bremen gesprochen. Wie hat euch die Folge gefallen?

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Ich wollte kurz auf das Thema Kaderplanung eingehen.

Max, deine Argumentation in der Podcast-Folge bezüglich der von Werder verpflichteten Spielerprofile begann aus meiner Sicht eigentlich genau an der richtigen Stelle. Leider hast du dann eine Ausfahrt genommen und deinen zunächst richtigen Gedanken selbst wieder relativiert.

Denn aus meiner Sicht ist es ziemlich offenkundig, dass unter Clemens Fritz eine klare Devise verfolgt wurde: Verpflichtet werden vor allem Spieler, die es in irgendeiner Form bereits in eine Top-5-Liga geschafft haben oder dort zumindest Erfahrung gesammelt haben.

Die Gegenbeispiele, die du anführst – etwa Marco Grüll, Jens Stage, ich würde noch sagen Olivier Deman und Senne Lynen – relativieren aber deine Argumentation meiner Meinung nach gerade nicht. Denn diese Transfers wurden letztlich noch unter der sportlichen Führung von Frank Baumann eingetütet. Seit Clemens Fritz federführend verantwortlich ist, lässt sich meines Erachtens eine deutlich andere Transferlogik erkennen: Spieler kommen fast ausschließlich aus Top-5-Ligen oder haben zumindest bereits auf diesem Niveau gespielt.

Die wenigen Ausnahmen – etwa Julian Malatini – bestätigen dabei eher die Regel, als dass sie sie widerlegen.

Grundsätzlich ist an dieser Strategie nichts auszusetzen. Das Prädikat „Top-5-Liga-Spieler“ kann durchaus ein sinnvolles Suchkriterium sein, auch für einen Verein wie Werder. Das Problem entsteht erst dann, wenn dieses Kriterium fast zur Voraussetzung für einen Transfer wird.

Denn damit verkleinert man den Pool potenzieller Verpflichtungen erheblich. So viele Spieler mit Top-5-Liga-Erfahrung, die für Werder sowohl bei Ablöse als auch Gehalt realistisch darstellbar sind, gibt es am Ende nicht. Wird der Scouting-Fokus zu stark auf dieses Segment eingeengt, steigt zwangsläufig die Gefahr, andere interessante Ligen (Japan, Nordeuropa, Osteuropa etc.) außen vor zu lassen.

Hinzu kommt: Top-5-Liga-Erfahrung ist nicht automatisch ein Qualitätsnachweis. Sie bedeutet zunächst nur, dass ein anderer Verein diesen Spieler irgendwann einmal für gut genug befunden hat. Aber auch dieser Verein kann im Scouting falschgelegen haben (z.B. Isaac Schmidt). Wenn Werder einen solchen Spieler dann vor allem deshalb verpflichtet, weil er bereits dieses Etikett trägt, übernimmt man im schlimmsten Fall den Bewertungsfehler des abgebenden Vereins und baut die eigene Bewertung zu stark auf genau dieser fehlerhaften Ersteinschätzung auf.

Grüße.

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Meiner Ansicht nach ist neben dem Sturm die größte Baustelle die defensive Außenbahn. Der talentierteste Werder-Spieler, Mbangula, funktioniert nur, wenn Werder hinten mit 4er-Kette spielt. Dafür hat Werder aber auf Außen nur den ständig verletzten Agu, der immerhin auf beiden Seiten spielen kann. Deman und Weiser sind für eine 4er-Kette zu offensiv.

Also stellt sich die Frage, ob man auf 4er-Kette umstellt und defensivstarke Außenverteidiger holt oder ob man bei der 5er-Kette bleibt, wofür die Schiene mit einem fitten und bleibenden Weiser, Deman und Agu ok wäre und dafür in die verletzungsgeplagte Innenverteidigung investiert.

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Ich würde sagen, dass ist ein noch größeres Problem wenn man sich auf die Fahnen schreibt, dass man die Transferstrategie auf mehr Wertschöpfung ausrichtet. Denn dann bleiben wirklich wenige Spieler übrig, bei denen da Potential ist. Denn eine der größten Wertschöpfungsoptionen ist ja: Junger Spieler ist gut in schlechter Liga → kann er das auch in besserer? → Junger Spieler ist gut bei Bremen in Top 5 Liga → Größerer Verein aus Top 5 Liga will den Spieler, denn er hat gezeigt er kann es in einer Top 5 Liga.

Jetzt setzt man aber im prinzip am Ende dieser Kette an, und dann muss man darauf hoffen, dass ein Team mit relativ viel Staff (da Top5 Liga) das Talent des Spielers verkennt und man so Profit schlagen kann. Das passiert aber immer weniger und weniger, ich weiß es von Mainz 05 dass es da im Prinzip seit 20 Jahren keinen gab, der (halbwegs spät) im Nachwuchs aussortiert wurde und später groß wurde. Höler ist der einzige, und der auch mit sehr großem Anlauf.

Vielleicht denkt man zu viel, dass auch andere Vereine die Woltemades haben, aber das war schon ein sehr großer Einzelfall.

Sind nicht die Hauptsäulen der aktuellen Transferpolitik:

  1. Anderen Bundesligisten deren A-/B-Jugend-Toptalente abluchsen
  2. Bis zum Ende des Transferfensters warten und hoffen, dass man billig Spieler bekommt, die bei ihrem aktuellen Verein unglücklich sind, was mal besser (Weiser, Sugawara, Puertas), mal schlechter klappt (Boniface, Philipp, André Silva)

Da sind Chuki und Quetant relativ erfrischende Abwechslungen. Beide werden in der 50+2-Folge vom 14.05. ab Min. 6:32 ausführlich besprochen.

Danke für das Royal für mich eine Spur zu viel Zynismus aber das hat Bremen sich auch verdient..

Die U19 und das eine durchlässig zu den Profis gut gegeben ist hätte man vlt noch ein bisschen mehr aufzeigen können. Das zeigen ja auch die Transfers der aktuellen U19.

Ich hoffe das Max und wir nächste Saison mehr Spaß und Freude an der Weser haben werden

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