Tribünengespräch 33 - Athletiktraining

#1

Jan-Philipp Hestermann hat sich die Zeit genommen uns von seinem Job als Athletiktrainer beim FC ingolstadt zu erzählen. Bin gespannt auf euer Feedback!

#2

Wieder einmal ein sehr sehr interessanter Blickwinkel aus einer Ecke, die sonst eher selten zu Wort kommt.

Zu der einen Frage wegen diesem Typ aus Dänemark: Kritisiert der nicht alle paar Monate mal irgendeinen Trainer? (z.B. auch schon van Gaal?) Oder war das jemand anderes?

#3

Interessante Folge.

Wenn ich mich recht erinnere, hast du, Max, früh im Gespräche gesagt, dass du nochmal zum Aufwärmprogramm vor einem Spiel zurückkommen wolltest, was ihr dann wohl nicht mehr geschafft habt. Ich hoffe, ich liege damit nicht ganz daneben.

Mich hätten ein paar Minuten dazu tatsächlich sehr interessiert. Insbesondere, weil ich immer das Gefühl habe (sofern ich mal im Stadion bin), dass das direkte Aufwärmprogramm sehr kurz ist. Kurze Mobilisierungsübungen beim Traben, ABC Übungen, Stretching, Sprints und dann ein paar Pässe, Abschlüsse, Flanken für das Ballgefühl.

Ich weiß, vollkommen andere Voraussetzungen: Aber wenn ich das mit dem Programm vergleiche, was ich während meiner Leichtathletik-Zeit (8. bis 16. Lebensjahr) vor einer einzelnen Disziplin abspulen musste, dann empfinde ich jenes der Fußballer als sehr dünn. Vermutlich gibt es dafür aber logische Erklärungen, die ich mir im Gespräch gewünscht hätte. Auch das vormittägliche (oder bei Abendspielen) nachmittägliche “Anschwitzen” hätte man mal anreißen können. Hab nicht wirklich eine Vorstellung, was damit erzielt werden soll. Ob es dafür dient den Körper schon mal auf eine gewisse Temperatur zu bringen, bzw. die Müdigkeit in den Beinen loszuwerden?

Dann noch ein kleiner Einwurf zum Segment, als ihr über Doping geredet habt. Herr Hestermann war ja sehr hin und her gerissen bei dem Thema und sah die Wirkung von Einzelfall-Doping eher im regenerativen Bereich und weniger im leistungssteigernden Bereich. Vor allem der Beisatz “90 Minuten Fußball kann man trainieren” löste bei mir Verwunderung aus. Aber es würde doch einen großen Unterschied machen, ob ein Spieler in der 89. Minute noch einen Sprint wie in der 2. Minute anziehen kann.

Hatte auch den Eindruck, dass Herr Hestermann zwischen “traditionellem” Athletiktrainer und “modernem” Atheltiktraienr steht, der technische und digitale Möglichkeiten der Trainingsüberwachung und -steuerung gut findet, aber als nicht essentiell betrachtet. Beim Hören dachte ich mir teilweise, dass er diese Haltung einnimmt, da er “nur” bei Ingolstadt ist, wo die finanziellen und damit personellen und technischen Möglichkeiten geringer sind als bei Top-Clubs. Vielleicht hätte er als Athletiktrainer von Leipzig oder dem BVB die Bedeutung digitaler Trainingssteuerung noch mehr hervorgehoben und als heutzutage unabkömmlich eingestuft. Ging mir nur so ab und zu mal durch den Kopf.

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#4

Ich fand auch den Abschnitt zu Doping etwas merkwürdig…Für mein Empfinden ging das in die Richtung “Doping zur Leistungssteigerung bringt im Fußball nichts”…

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#5

Spannende Folge.

Das Thema Aufwärmen hätte mich auch noch interessiert. Wenn ich an die paar NBA Spiele, welche ich live verfolgen konnte, zurückdenke scheint mir dort das Aufwärmprogramm doch ausgetüftelter zu sein. Häufig wurde die Spieler dort von einem Physio gedehnt oder hatten alle einen Physio der ihnen bei der Ausführung der Übungen assistiert hat. Im Vergleich (und da gucke ich vor allem auf dem SCF) ist das Aufwärmprogramm auf dem Platz doch wesentlich kürzer. Vielleicht sind die Übungen jedoch auch einfach viel mehr auf das Spiel fokussiert. In der NBA waren es doch sehr viele statische Dehnübungen.
Der Vergleich zur NBA hinkt natürlich ein wenig, wenn das Lizenzspieleretat vom “finanzschwächsten” Club in der aktuellen Saison in Dallas bei 97 Millionen USD liegt.

#6

Was soll er denn “öffentlich” sonst sagen?!

Der wird schon wissen, was möglich ist und was gemacht wird.

Dennoch wird sich kein Aktiver egal, ob auf oder neben dem Platz dazu etwas sagen.

Richtig das Max fragt, aber eine umfassende Antwort ist schlicht nicht erwartbar.

Zudem er ja von der Superkompensation spricht…
Jeder der an dieses Prinzip (vgl. Prof. Liesen) glaubt, weiß, was da möglich ist. :wink: