Wir haben mit Louis Loeser (Blindenreporter beim SV Sandhausen und TSG-Experte, Bluesky @der_loeser ) über die Lage bei Hoffenheim gesprochen. Wie hat euch die Folge gefallen?
Wie immer sehr gut. Neues Erfolgsmodell: einfach mal die Spieler tauschen statt den Trainer. Muss man sich halt auch leisten können.
Super Folge, natürlich. Bei dem Datenschutzvorfall möchte ich ergänzen, dass die Kommunikation vom Verein hier mittelmäßig war. Als Mitglied habe ich davon aus einem Kicker Artikel erfahren, ziemlich genau eine Woche hat es dann gedauert, bis eine Mail von der TSG kam. Inhalt war das, was in der Folge ja schon richtig angesprochen wird, dass das jetzt geprüft wird, es bisher keinen Hinweis auf Weitergabe nach außen gibt etc pp. - also alles Sachen, die man von außen betrachtet direkt hätte rausgeben können. Bei mir hat das jetzt nicht geholfen, Vertrauen aufzubauen.
Zur IV: Kabak sehe ich tatsächlich mittelfristig vor Hranac, das deutet sich glaub ich grade an. Der entscheidende Faktor bei Kabak ist grade, wie viele Spiele über 90 Minuten sein Körper mitmacht.
Der Umbruch im Sommer 25 wurde komplett durch den Verkauf von Stach refinanziert. Von den Spielern, die geholt wurden, hat keiner über 10 Mio. gekostet. Diesen Umbruch hätte sich jeder Bundesligist leisten können.
Wenn man Gehälter etc. ignoriert könntest du Recht haben.
Aber auch nur wenn man die 12 Mio. die lt. öffentlichen Quellen für Stach bezahlt worden sind ebenfalls ignoriert.
Und wenn man ignoriert, dass die TSG ohne die Hopp-Millionen weder aufgestiegen bzw. mittlerweile schon längst wieder abgestiegen wäre.
Wer sagt denn, dass man das ignorieren soll? Niemand leugnet das, es hat nur grade nichts mit dem Thema zu tun - der Punkt ist doch hier grade der, dass man nach Jahren der krassen Misswirtschaft jetzt aktuell wieder auf eine Gesundung hinarbeitet. Das hat man mit einer objektiv ziemlich guten Arbeit am Transfermarkt gemacht. Es gibt schon Vereine in der Liga die mehr zahlen und ein höheres Standing haben, die auch Burger, Avdullahu oder Lemperle hätten haben können, die diese Deals aber so nicht gemacht haben. Dazu kommt natürlich die Arbeit an der Akademie, einen “fertigen” Spielertyp Asllani hätte man auch nicht finanzieren wollen, der Weg von Moerstedt wird ziemlich sicher auch interessant.
Dass der Weg dieser finanziellen Gesundung ein langer wird, der aktuell noch unter vielen Altlasten leidet, sollte ja auch klar sein. Beispielsweise zahlt man bei der aktuellen Leihe von Attila Szalai nach Polen von seinem Jahresgehalt (1.2 Millionen) weiterhin einen riesigen Teil (etwa 1 Million). Wenn man sich anguckt, wie viele Spieler grade verliehen sind kann man sich ja denken, dass sich das ganz schön aufsummiert, die Zahlen werden also auch in den nächsten 1-2 Jahren nicht hübsch.
Der Satz:
ist Realitätsverweigerung. Mindestens Heidenheim und wir (FCSP) sind weit davon entfernt einen solchen Umbruch finanzieren zu können.
Ich bezog mich auf die Aussage von Ralle Rangnick: “Der Umbruch im Sommer 25 wurde komplett durch den Verkauf von Stach refinanziert. Von den Spielern, die geholt wurden, hat keiner über 10 Mio. gekostet. Diesen Umbruch hätte sich jeder Bundesligist leisten können.” Ich bin Fan von Greuther Fürth (ja, ich kenne die Diskussion um SpVgg Fürth…), wir hätten uns keinen der genannten Spieler leisten können, Hoffenheim könnte das ohne Geldgeber auch nicht. Hoffes Transferumsatz ist größer als Fürths Gesamtetat. Das war/ist der Punkt.
Nicht mal der VfB hätte sich vor zwei Jahren leisten können
Wer bezweifelt denn, dass Hoffenheim eine gute Arbeit auf dem Transfermarkt gemacht hat?
Diese Arbeit findet aber halt in einem sehr speziellen Umfeld statt. Einerseits ist es wahrscheinlich noch schwieriger, wenn Hopp&Rogon im Hintergrund stehen und reinreden wollen, aber anderseits gäb es den Verein in dieser Form in der Bundesliga nicht. Er finanziert sich einfach nicht selbst.
Zu behaupten, jeder Bundesligist könnte diesen Umbruch machen, der beinhaltet aufsummiert 100 Mio minus zu machen ist einfach eine Realitätsverweigerung. Es kann nicht jeder Verein ein IV für 4.5 Mio. verpflichten, Pech mit der Verletzung haben und daraufhin wieder 5 Mio. für den nächsten IV ausgeben.
Auch bei den nächsten veröffentlichen zahlen werden die Einnahmen zu den Personalkosten in einem ungesunden Verhältnis stehen.
Ernst gemeinte Frage: Wie sehr leidet denn die TSG? Muss die TSG ihr Tafelsilber verkaufen? Muss die TSG Spieler ohne Ersatz ziehen lassen? Muss die TSG notgedrungen verdiente/gute Spieler abgeben, die sie eigentlich behalten wollen? Droht bei der TSG der wirtschaftliche Totalschaden? Wo leidet die TSG?
Insgesamt wohl ein interessanter Podcast, aber es war schon viel „Normalisierung“ der TSG Hoffenheim dabei.
Erstmal glaube ich schon, dass Vereine und auch Fankurven einen generationenübergreifenden Charakter haben, es langfristige Themen gibt und somit auch aktuelle Fans einen gewissen Bezug zur Vergangenheit haben. Dieses "Heutige Fans haben mit dem Aufstieg der TSG nichts mehr am hut.’ finde ich daher schwierig. Gerade wenn die Fans sich als Ultras bezeichnen…
Im Falle der TSG Hoffenheim ist aufgrund der Vergangenheit ja auch die Entwicklung so positiv. Sonst wäre dieser emanzipatorische Akt nicht so erwähnenswert und beachtlich. (Ist er wirklich und meine ich ganz unironisch.)
Habe damit auch kein Problem dies anzuerkennen und da wir nun einmal die TSG in der Bundesliga haben, ist mir eine positive Entwicklung und attraktive Spielweise auch lieber als die Situation in der vergangenen Jahren. Und ja, es gibt auch coole Aktionen von den TSG Hoffenheim-Fans… Auch von den RaBa-Fans gibt’s positive Aktionen. Natürlich kann man das auch anerkennen, weil mindestens meine Antipathie ja nicht gegen die einzelnen Fans geht sondern die Vereine bzw Konstrukte.
Um einen weiteren Querverweis zu machen: Genauso gibt’s auch positive Aktionen von Alemannia Aachen-Fans, die man positiv erwähnen soll und unterstützen sollte, aber wirklich sympathisch ist mir nun Alemannia Aachen auch nicht unbedingt.
Auch den amüsanten (?) Verweis von Max bezüglich Traditionsvereine und Köln vs. Wolfsburg finde ich schwach… Ja, die Tradition beruht nicht auf das Gründungsjahr. Wer behauptet das? Es würde auch niemand behaupten, dass mein Dorfverein ein Traditionsverein in der Bundesliga ist, weil er älter als der 1. FC Köln ist.
Auch wenn es sich wiederholt und langweilig sein mag, muss man sagen, dass die TSG nicht wegen der positiven Entwicklung Bundesliga spielt. Deswegen spielt sie nun meinetwegen um die CL mit, aber ihren Platz in der Bundesliga haben sie eben, weil sie einen Investor haben…
… Und genauso gibt’s halt auch bei der Transferperiode ein Sternchen. Ich mein, es würde ja auch niemand behaupten, dass Bayern München laut Transfermarkt ein Plus von gerundet 10 Mio. in der letzten Transferperiode hatte und deswegen jeder Bundesligist diese Transferperiode hätte haben können.
Mainz 05, seines Zeichens Bundesligist seit über 15 Jahren und in 20 der letzten 22, hat letzten Sommer seinen ersten Transfer von 10 Millionen getätigt. Und dass dieser eine Schiefging ist mit einer der Hauptgründe warum man gerade um seine Existenz kämpft. Man hat jetzt aus der Not mal ca. 5 Millionen im Winter investiert.
Bei solchen Behauptungen muss man sich echt bewusst sein, dass das ein echter Schlag ins Gesicht für Fans dieser Vereine ist, und dass man damit den Wut anderer auf sich zieht. Also außer das war das Ziel (und dann gehört man nicht hier ins Forum), etwas mehr Vorsicht walten lassen. Ansonsten tut man seinem Verein und der Fangesellschaft generell einen Bärendienst
Kann man eigentlich Lois ohne sein Wissen aufstellen?
Der Schwerpunkt über Hoffenheim ist für mich einer der Hauptgründe warum ich möchte, dass sie in der 1. Liga bleiben
Ich frage mich gerade ob ich die nun folgende Frage überhaupt selbst recherchieren könnte.
Sind die „alten Bundesligavereine“ wirklich durch / mit ihren Mitgliedsbeiträgen in die Bundesliga „aufgestiegen“ bzw so groß geworden oder hatten die irgendwann doch einen Investor?
Zumindest bei meinen lokalen Vereinen bekomme ich es so mit, dass es ab einer gewissen Ligahöhe (bzw längerer Zugehörigkeit dazu) einen Geldgeber gibt. Ist der Weg geht es wieder nach unten. Deshalb frage ich mich einfach ob es sowas da auch gab.
Edit: Bei Mainz ließt es sich für mich zumindest so, dass sie so ein vorgehen in den 70ern und 80ern angewendet hatten.
Naja, auch Hoffenheim arbeitet mit Budgets, wenn du mehr Geld generierst kannst du auch am Standort Hoffenheim mehr Geld ausgeben, dir manche Vertragsverlängerungen leisten etc. - selbstverständlich gibt auch Hoffenheim Spieler ab, die man prinzipiell gerne gehalten hätte. Eine Allstar-Elf aus Spielern, die Hoffenheim aus wirtschaftlichen Gründen abgegeben hat, sähe ziemlich gut aus, da spielen ja einige auch gute Rollen in der Premier League. Die Wahrscheinlichkeit für einen wirtschaftlichen Totalschaden ist natürlich kleiner, als bei anderen Vereinen.
Ich möchte nicht bestreiten, dass Hoffenheim ein anderes finanzielles Modell hat, als andere Bundesligisten, am Ende ist da jeder Standort unterschiedlich, daraus ergeben sich auch unterschiedliche Risiken bei Fehlschlägen, klar ist hier Mainz ganz anders aufgestellt.
- Ohne Hopp würde Hoffenheim kein Geld generieren.
- Amazon arbeitet auch mit Budgets, vergleichbar mit dem Kleidungseinzelhändler vor Ort, also kann man die dann auch vergleichen? Nein, nicht vergleichbar!
- Dem Ende deines Posts stimme ich zu.
Sicher, ich frage mich nur immer noch was das für dieses Gespräch für eine Rolle spielt. Kein Bundesligist steht zufällig da, wo er steht, alle haben halt gewisse Standortvorteile in sehr verschiedenen Größenordnungen. In Hoffenheim ist es halt die SAP und die Person Dietmar Hopp, in Fürth bspw. Puma, in beiden Fällen liegt da glücklicherweise Kapital in der Region rum ohne das man nicht dort stehen könnte, wo man steht.
Es ist ja nicht so, dass wir in den Bundesligen von 31 autarken Konstrukten sprechen, die sich irgendwie über ihre Zuschauer*inneneinnahmen und die Ausbildung von Jugendspielern finanzieren und im Gegensatz dazu von einer Hand voll bösen Investoren- und Werksvereinen, die mit Geld zugeschüttet werden und daher unabsteigbar sind. Bei allen Standorten kommt, mehr oder weniger viel, Geld von außen rein. Dass sich die Zahlen dann halt so krass unterscheiden, dass man von einem Wettbewerb im Sinne des Wortes nicht mehr sprechen kann ist natürlich ein Problem, was allerdings DH auch nicht erfunden hat. Aber ich schweife ab.
Hallo,
ich fand die Folge interessant und langsam beginnt mich Hoffenheim wieder mehr zu interessieren.
Danke an den Gast für den interessanten Input und Einblick, wie man sich als Fan fühlt.
Bei ca. 1:11:15 kommt von @GNetzer allerdings etwas, was mich total überrascht hat.
Er sagte „dass sich der Hass an der Person Dietmar Hopp wahrscheinlich zu Recht entladen hat“. Ist das nicht entgegen den Werten des Rasenfunk? Wie kann denn Hass gerechtfertigt sein?
Habe die Stelle mehrfach angehört. Lag es am Gesprächsfluss, dass dies gesagt wurde oder habe ich da was anders verstanden?
Ich bin auch mal sehr gespannt, wo Hoffenheim in 10 Jahren steht, wenn Herr Hopp evtl. nicht mehr am Ruder ist (die Gesundheit mag den Zeitpunkt früher datieren, was kein schlechter Wunsch meinerseits ist).
Vereine wie Stuttgart, Köln, Frankfurt und Hamburg haben immer Vorteile gegenüber kleineren Vereinen wie Bremen, Freiburg oder Mainz.
Der Standort ist dabei eine Metropole, die Vereine haben ihrer Fussballabteilung ausgegliedert und haben bis auf Köln Anteile verkauft. Dazu alle ein Stadionum die 50.000 oder größer.
Dazu noch eine wirtschaftlich starke Region mit großen Hauptsponsoren im Hintergrund.
Mainz und Freiburg sind noch eingetrage Vereine. Bei Freiburg wird es auch noch lange so bleiben.