Übertragungsrechte Bundesliga

Heute haben DAZN und Eurosport bekannt gegeben, dass unter anderem die Lizenz der BL-Übertragungen der Freitags- und Montagsspiele sowie der Spiele am Sonntag um 13:30 Uhr per Sublizenz an DAZN übergeben werden.

Jetzt ist das Konstrukt für den Außenstehenden und Laien relativ undurchsichtig, da unter anderem auch die Rechte an den Grand-Slam-Turnieren (außer Wimbledon) sowie der Tour de France an DAZN übertragen werden. Im Grunde bedeutet es, dass Eurosport seine Pay-TV-Sparte mehr oder weniger aufgibt.

Ohne jetzt näher auf Linzenrechte usw. einzugehen, macht das für mich den Eindruck, als ob die Melkkuh der Sportübertragungen abgemolken wurde. Aus Drei Abonnements, die man zum Empfang der Livespiele in der vergangenen Saison benötigte, werden nun zwei. Stellt man es geschickt an, hat das für den Endverbraucher kaum finanzielle Auswirkungen.

Vereinfacht gesagt: Glaubt ihr, dass die kommende Vergabe der BL-Rechte eine Art Gipfel High-Noon wird, nachdem für die Bundesliga nie mehr soviel zu holen sein wird? Und was sind die Folgen daraus? Spalten sich dann doch die großen Vereine ab und die Rechte werden dezentral vermarktet? Wäre wirtschaftlich die logische Konsequenz, für den Fußball aber wohl die falsche Richtung.

Ich als Fußball-Romantiker sowie ewiger Optimist, bin in der auch in der Hinsicht froher Dinge, dass die Giganten-Lizenzen langsam ein Ende nehmen. Ob dies nur für Deutschland der Fall ist, oder ob es derartige Tendenzen auch im europäischen Ausland gibt, kann ich nicht sagen.

Dass Eurosport mit den paar Spielen nicht besonders erfolgreich sein kann, war fast abzusehen. Drei Anbieter sind einfach einer zu viel.
Ich würde mir wünschen, dass auch die 3.Liga noch zu einem der zwei großen wechselt.

Was den Wert der Rechte angeht:
In England z.B. ist man sich völlig bewusst, dass der Binnenmarkt für die PL-Rechte am Zenit angekommen ist. Der Auslandsmarkt dagegen bietet noch ordentlich Potential.

Für die Bundesliga sehe ich das ähnlich. Sky wird sich kaum leisten können, mehr für die Binnenrechte hinzulegen und ist dazu noch unter Druck, weil man auf der technischen und preislichen Seite verglichen dem, was der Kunde von Streamingdiensten im allgemeinen gewohnt ist, (DAZN, Netflix, Amazon) unfassbar miserabel abschneidet.
Auch für die Bundesliga sehe ich persönlich (ich bin natürlich kein Experte) höchstens im Auslandsmarkt noch erwähnenswertes Steigerungspotential. Dazu müsste aber auch das Produkt attraktiver werden, um sich gegen England, Italien, Spanien zu behaupten, was schwierig ist, solange die Vereine nach der Ausbildungsliga-Prämisse “geil, wieder unseren besten Spieler teuer [im internationalen Vergleich btw gar nicht mal so teuer] verkauft” arbeiten. Aber das ist eine andere Geschichte :wink:

Ich seh es erstmal positiv. Statt 2 Playern brauch ich nur noch einen. Sky hatte ich noch nie, da ist mir das Preis/Leistungsverhältnis nicht gut genug. Allerdings hat DAZN auch gleich die Preise erhöht von 10 auf 12 Euro im Monat. Als Ausgleich gibt es aber ein Jahresabo für 120 Euro (also wieder 10/Monat).

Das große Problem bei der Vermarktung sind mMn die Exklusivrechte. Eigentlich wurde ja angeordnet, dass es sowas nicht mehr geben soll. Aber ob ich nun an einen oder 2 oder 3 Anbieter verkaufe ist doch egal, denn es sind immer Exklusivrechte.
Mehr Geld ließe sich vielleicht mit Zusatzrechten machen. Also man verkauft bspw. alle Spiele an Sky. Gleichzeitig wird aber bspw. das Samstagabendspiel an die Öffies verkauft. Der Hauptanbieter kann damit werben alles zu zeigen (Konferenz wär ja immer noch exklusiv). Und die anderen kriegen eben die guten Sendezeiten mit idR attraktiven Mannschaften. So könnte man auch einzelne Spiele leichter/teurer verkaufen.