Schlusskonferenz 170 - #31


#1

Wie hat euch die Folge mit Jonas Friedrich und Klaas Reese gefallen?


#2

Die Elfmeter-Szene in K√∂ln ist f√ľr mich keine Frage der Kameraeinstellungen sondern Ausdruck eines weiteren Konstruktionsproblems des VARs. Denn der Ball geht von Embolo ins Toraus und der Schiedsrichter entscheidet auf Absto√ü.

In dem Moment wo der Absto√ü ausgef√ľhrt ist, kann die Szene nicht mehr zur√ľckgenommen werden. Ab da gibt es eine Spielfortsetzung durch den Schiedsrichter, die eine Tatsachenentscheidung ist.

Nun mag sich jeder ausmalen k√∂nnen wie lange ein Heimtorh√ľter braucht um so einen Absto√ü ausf√ľhren zu k√∂nnen. Vlt 10 Sekunden? Dies ist ein deutlich k√ľrzerer Zeitraum als die 30-45 Sekunden die mal angepeilt worden sind. Ein normales Review scheint f√ľr den Fall also ziemlich utopisch.

Bei dem umgekehrten Fall sieht die Geschichte allerdings schon ganz anders aus. Wenn der Heimmannschaft ein Elfmeter verwehrt wird, hat sie durch die Balljungen ja deutlich andere M√∂glichkeiten um das Spiel zu verz√∂gern. Das k√∂nnen dann sehr schnell die entscheidenden Sekunden sein die der VAR f√ľr das Review braucht.

In sofern bringt der VAR einen klaren Heimvorteil. Aber da bei Heimspielen im Regelfall mehr zahlende Zuschauer des Heimteams sind, ist das sicherlich nur Kompensation an den Stadionzuschauer f√ľr die mangelhafte Kommunikation und die willk√ľrliche Anwendung und wir k√∂nnen das unter dem ‚Äěmehr-Gerechtigkeits-Narrativ‚Äú laufen lassen :wink:


#3

Das Thema VAR, bzw. die gesamte Thematik der Schiedsrichter und wie mit ihnen von Vereins-, Fan- und Medienseite umgegangen wird, mit freundlicher Unterst√ľtzung der Kommunikationsabteilung des DFB/DFL, geht mir schon seit sehr sehr langem auf den Keks und stimme sehr vielem was in dieser Folge gesagt wurde zu. Ich hab eh vor beim Rasenfunk Royal in der Sektion mir ein bisschen was von der Seele zu schreiben‚Ķ (Brace Yourself!!!)


#4

Die Kategorisierung von Freiburg als kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den sich alle Fu√üballfans als sympathischen Verein einigen k√∂nnen, ist mir zu positiv. Der Coach leistet √ľber Jahre nat√ľrlich sehr gute Arbeit und die Verantwortlichen scheinen ganz okay zu sein, aber au√üer, dass die Stadt sch√∂n und die Bev√∂lkerung recht jung ist fehlen mir da die guten Gr√ľnde. St√§ndig wird gejammert und gejammert, ob jetzt das Geld zu wenig, die anderen Vereine zu gro√ü oder die Schiris zu b√∂se sind, ich kann es nicht mehr h√∂ren. Freiburg hat sich als Bundesligist finanziell etabliert, das √§ndert sich nicht durch den letzten oder den n√§chsten Abstieg, weil sie viel zu schlecht wirtschaften m√ľssten, um nicht direkt wieder aufzusteigen. Sie waren mit Leipzig absolut Kr√∂sus in einer recht guten 2. Liga und sind ziemlich ungef√§hrdet aufgestiegen, obwohl der 3. Platz historisch gut war. Die Schirischelte und als Extrem die Klage gegen einen verdienten Platzverweis, bei dem sich vor allem der Spieler falsch verhalten hat (ignoriert den Schiri, obwohl dieser noch nicht fertig war mit dem Bewerten der Szene) und das st√§ndige r√ľckw√§rtsgewandte Verweisen auf die Schlechtigkeit des VAR sind mir mehrere Dornen in allen H√ľhneraugen.
Freiburg ist ein verh√§ltnism√§√üig ruhig gef√ľhrter Verein, der Vorz√ľge hat, aber unterm Strich seinen eigenen Erfolg, egal was es kostet, durchsetzen m√∂chte und einen Trainer hat, bei dem es angesichts seiner Kompetenz unglaublich ist, dass er bei finanzst√§rkeren Vereine nie √∂ffentlich zur Debatte steht.


#5

Die gleiche Einleitung wie fast immer. Mal wieder eine sehr gute Folge.

Bei der VAR Entscheidung in Freiburg gehe ich davon aus das sich der DFB nicht √§u√üert um nicht Argumente f√ľr einen Einspruch gegen die Spielwertung zu geben.

Diese Wagenburgmentalit√§t nervt mich gewaltig. Ja nicht irgendwie angreifbar machen, im Zweifelsfall ist es ein Wahrnehmungsfehler. Egal wie absurd die Entscheidung ist . ‚ÄúIch habe so wahrgenommen‚ÄĚ ach dann war es halt ein √§rgerlicher Wahrnehmungsfehler.

Vor der Saison war ich ein entschiedener Gegner des VAR. Mittlerweile sehe ich ihn trotz aller Probleme positiver. Es gibt zwar viele Szenen in denen der Einsatz des VAR katastrophal abläuft, wenn diese Fälle einspielen kann ich gut mit dem VAR leben.

Die drei genannten Szenen gehören dazu, auch wenn die Liste bei weitem nicht vollständig ist.

Ab jetzt drifte ich etwas off topic ab auch zu alten Szenen ab…

Ein Spiel fällt mir da noch besonders ein, BVB gegen Köln. Hier wurde eine Fehlentscheidung durch einen Regelverstoß ersetzt. Horn den Ball nach einer Flanke fallen gelassen, Sokratis schoss das Tor. Der Schiri gab erst Foul und nach Videobeweis gab er das Tor.

Wer die Szene nicht mehr vor Augen hat. 0:35

Wenn der VAR die Entscheidung zur√ľck nimmt m√ľsste es Schiedsrichterball geben. Das Spiel war mit dem Pfiff unterbrochen. Jetzt hat der Schiedsrichter das ganze mit einem Wahrnehmungsfehler kombiniert um das Tor zu geben. Ich kann mir einfach schwer vorstellen wie der Schiedsrichter seinen eigen Pfiff zeitversetzt wahrgenommen hat.

Ja der Ball wäre so wie so rein gegangen. Er hat die Regeln so gebeugt wie sie die meisten lieber hätten. Er hatte wohl auch etwas angst das die Situation komplett aus dem Ruder läuft wenn er Schiedsrichterball am 5er gibt.

Am ende wurde es akkzeptiert da das Spiel am Ende mit 5:0 doch sehr deutlich aus ging und die meisten die falsche Entscheidung als Fairer empfinden als den Schiedsrichterball.

Als Musterbeispiel f√ľr den deutlichsten und doch akzeptierten Regelversto√ü kommt mir immer das WM Finale 2006 in den Kopf. Der Schiedsrichter h√§tte Zidane nicht Rot zeigen d√ľrfen. 1. Ist es mittlerweile ein offenes Geheimnis dass das gesamte Team den Kopfsto√ü nur auf der Videowand gesehen hat. 2. Unabh√§ngig davon war das Spiel schon fortgesetzt.

Hätte Zidane nicht Rot bekommen wäre es aber wohl ein großer Skandal gewesen. Nicht auszudenken wäre aber der Skandal gewesen wenn Frankreich Protest eingelegt hätte und ein WM Finale hätte wiederholt werden muss.


#6

Eine Folge, die mich freuen l√§sst und mir Angst macht. Und zwar vor ein und demselben Fakt. Der Rasenfunk Royal wird wohl diese Sommerpause um ein Segment zum VAR l√§nger. Da kann man gef√ľhlt sechs RR Folgen dr√ľber reden.
Ansonsten genie√üe ich es ja immer, Jonas Friedrich zuzuh√∂ren, aber seine immer wieder ge√§u√üerte Meinung, dass die Fu√üballregeln nur dezente Hinweise f√ľr ein gr√∂√üeres Fu√üballgef√ľhl sind, kann ich nicht nachvollziehen. Alleine schon die Diskussion, dass beim Halbzeit- und Schlusspfiff das Spiel vorbei ist, war f√ľr mich unertr√§glich. 17.15, Abpfiff, Pfeife fallen lassen und blo√ü schnell weg. Beamtenmentalit√§t schlechthin. Ich konnte da nur Klaas Reese zustimmen. Kein Mensch h√§tte etwas gesagt, wenn der DFB hier gesagt h√§tte, die M√∂glichkeit f√ľr ein R√ľckholen des Teams besteht nat√ľrlich, wurde hier aber nicht korrekt angewendet. Statt dessen ein typisch DFBisches Rumgeeiere.

Zum Thema Abstieg bin ich mir immer noch nicht sicher, ob der HSV nun absteigen sollte oder nicht. Verdient hätten sie es, aber GZSZ läuft auch schon seit ewigen Zeiten.


#8

Mit Klaas Reese als Gast hat mich die Diskussion √ľber den Videoschiedsrichter auch interessiert,da es in der letzten Woche schon einige fragw√ľrdige bzw. einfach falsche Entscheidungen gab.

In der Folge hat dann Reese gesagt, dass eine Diskussion √ľber die Regeln und Richtlinien notwendig f√ľr einen verbesserten Einsatz w√§re.

Mich w√ľrde es interessieren, wie wahrscheinlich so eine Diskussion ist. Was gibt uns die Hoffnung, dass im Jahr 2019 nicht die gleichen Fehler passieren?

Wenn denn die Fehler nicht behoben werden, mag der Videoassistent theoretisch eine gute Sache sein und theoretisch bin ich auch ein Fan davon, aber am Ende m√ľssen wir den Videoassistent doch in der praktischen Umsetzung bewerten und da sammelt er wenige Pluspunkte in den letzten Wochen.


#9

Sehr gute Sendung, ich bin ein gro√üer Fan von Jonas Friedrich und Statements ala ‚ÄúWenn so die Regeln lauten, sind die Regeln falsch‚ÄĚ. Zum VAR scheint mir inzwischen aber auch fast alles schon mehrmals gesagt, vielleicht spart man sich weitere ausuferende Diskussionen jetzt bis zum Rasenfunk Royal auf, den es hoffentlich auch wieder zu den Schiedsrichtern geben wird.


#10

Meinetwegen bräuchte ich den Sky-Jonas nicht wieder. Ist mir zu tendenziös und teilweise zu schadenfroh. Und das sage ich nicht nur wegen Hertha, das traf auch andere Mannschaften, z.B. Frankfurt bei Erreichen der Europaleague.

Ich bin immer beim erw√§hnten Marxelinho/Bert, wenn er lobt, aber wenn er kritisiert, ist er mir oft zu weit im Negativen (aber das mit dem ‚Äúzynisch‚ÄĚ konnte ich in seinem Blog so nicht wiederfinden‚Ķ).


#11

Ich hab das mit dem zynisch wohl aus diesem Absatz abgeleitet:

‚ÄúPunkte heiligen nicht alle Mittel. Hertha hat jetzt 18 in der R√ľckrunde, es k√∂nnten 25 oder sogar 27 werden. Das w√§re nat√ľrlich toll. Ich w√ľrde mir trotzdem w√ľnschen, dass sich die Mannschaft f√ľr die restlichen drei Spiele noch etwas anderes vornimmt, als irgendwie mitzunehmen, was halt so auf dem Weg liegt. Ein wenig Fu√üballkultur, ein kleiner Beitrag zu einer Liga, die etwas anderes ist als der gestrige Abn√ľtzungskampf, w√§re wunderbar. Es w√§re auch ein Zeichen, dass die Betreuer begreifen, dass dieses Jahr nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. Im Gegenteil: das war bisher ein statistisch halbwegs erfolgreiches, sportlich aber besch√§mendes Jahr.‚ÄĚ

https://www.marxelinho.net/blog/davie-longlegs-strikes-again/


#12

Danke f√ľr die Antwort! Habe ich mir schon gedacht‚Ķ :wink:

‚ÄúEs w√§re auch ein Zeichen, dass die Betreuer begreifen, dass dieses Jahr nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.‚ÄĚ

‚ÄĒ> als ob die Betreuer das denken w√ľrden. Nie im Leben glaube ich das. Klar geht es immer besser, das wird noch! Ich bin da positiver und freue mich z.B. sehr auf Lazaro und Arne Maier in der Zukunft. Klappt vielleicht nicht mehr in diesen letzten Spielen, aber dann.