Erst mal vielen Dank für die viele Arbeit, die ihr euch gemacht habt. Es war sehr interessant. Ich habe nicht alles gehört, nur die Vereine, die mich besonders interessieren und den Schlussteil mit WM-Rückblick und VAR und Schiedsrichterkritik.
Zum Thema Abschaffung des VAR, die Ströll gefordert hat/haben soll, möchte ich meinen Eindruck widergeben, dass er da eher der eigenen Fan-Szene ein Zuckerl geben wollte, das nicht weh tut. Kommt ja eh nicht und man zeigt Verbundenheit mit einem Anliegen der Ultras. Interessant dazu die Aussage von Alex, dass der VAR von den Bundesligavereinen gewünscht wurde und von diesen auch wieder abgeschafft werden könnte. Nur gibt es wohl keine Mehrheit dafür.
Die ganzen Regeln, die ständig überarbeitet, angepasst und wieder verworfen werden. Seufz. Angeblich ist Fußball doch ein so einfaches Spiel. Und ja, man sollte das vor den Turnieren vllt. auch für die Öffentlichkeit kommunizieren, dann ist diese nicht ganz so verwundert. Die Sache mit der Spielerverwechslung (übrigens Max, sagst du zweimal Spanien-Schweiz, aber Paredes ist Argentinier) ist ein Witz - also die echte nicht, aber dass man diese bei einer klassischen Fehlentscheidung heranziehen muss, damit der VAR überhaupt eingreifen darf. Der VAR sollte von seiner Intention her doch vor allem glasklare Fehlentscheidungen korrigieren oder verhindern. Also muss er sagen dürfen, dass Embolo eine Schwalbe produziert hat, wenn das die Bilder belegen und letztlich muss es egal sein, ob es dafür gelb gab oder nicht, sollte ein Tor im Anschluss fallen, wird er diese Sequenz doch auch heranziehen müssen bei der Bewertung, ob das Tor zählen kann.
Das Abseitsdrama: Für mich persönlich ist die Feststellung des Abseits eine deutliche Verschlechterung, die durch den VAR eingetreten ist. Die ursprüngliche Absicht der Regel (Spieler lungert vor dem Tor rum, ein Abwehrspieler muss für ihn bereitgestellt werden, es werden nur noch hohe Bälle auf diesen geschlagen) wird konterkariert, indem Schuhgröße und Nasenspitzenlänge darüber entscheiden können, ob ein wunderschön herausgespieltes Tor zählen kann oder nicht. Die pragmatische Auslegung, gleiche Höhe im Zweifelsfall für den Stürmer wurde für eine u.U. nicht genaue technische Ermittlung verworfen. Dabei kommt sie doch dem ursprünglichen Regelgedanken am nächsten.
Ich finde, es wäre hilfreich, man käme von den Körperteilen, die korrekt Tore erzielen können, weg und auf diese ursprüngliche pragmatische Auslegung zurück. Gleiche Höhe ist kein Abseits. Ist der Stürmer näher zum Tor als der maßgebliche Verteidiger ist es das. Wie soll man das ermitteln? Mit dem Brustgurt, den eh jeder Spieler heute tragen muss. Es sollte doch möglich sein da noch einen Chip einzufügen, der das feststellen kann. Vllt sogar so schnell, dass die Linienrichter nicht doch versehentlich ein Abseits winken, das keines war. Dass es nicht zielführend war, als man im Anfangsstadium abseits überhaupt nicht mehr auf dem Feld anzeigte, um genau das zu vermeiden, ist klar. Aber inzwischen heben die Linienrichter die Fahne leider schon wieder sehr rasch. Und dann ist die Chance halt dahin und das ist eine krasse Ungleichbehandlung, wenn man andererseits bei einem Tor auf den Millimeter vermisst, den der Stürmer im Abseits gewesen sei.
Vllt. könnte man dann noch eine aus meiner Sicht immer schon völlig unsinnige Regel aufheben - nämlich die des aus dem Abseits Kommens. Wer aus dem Abseits kommt hat im Regelfall eine Laufrichtung weg vom Tor und schon aus diesem Grund keinen Vorteil. Wenn er sich im Moment der Ballabgabe wieder korrekt im Nichtabseits befindet - warum bitte wird die Situation abgepfiffen? Wenn ich was übersehe höre ich gerne eine Begründung., warum die Regel sinnvoll/notwendig ist. Es ist ja so, dass ein Spieler bei einem Steilpass bewusst ins Abseits laufen kann, um sich in eine günstige Position zu bringen, wenn der nicht im Abseits befindliche, der den Ball erhält sich aufgrund seiner Schnelligkeit gegen den Verteidiger durchsetzen kann. Dann ist das auf einmal gar kein Problem. Christian Streich bejubelte das bei Harry Kane unlängst mal als taktische Meisterleistung. Schon. Aber richtig im Sinn der ursprünglichen Regelung?
Und zum Tragen von Schmuck, das teilweise wieder erlaubt sein soll, wenn er abgeklebt werden kann (angeblich aus Rücksichtnahme auf religiöse Vorlieben). Ich fände es wünschenswert und an der Zeit, dass Haartracht, die über die Schultern reicht, nur zusammen- und hochgebunden getragen werden darf, so dass sie bei Kopfbewegungen dem Mitspieler oder Gegner nicht ins Gesicht/Auge fliegen kann. Über schulterlange Haare/Zöpfe/Pferdeschwänze gehören hochgesteckt. Schon gar nicht darf es sein, dass die Zöpfchen mit irgendwelchen Schmucksteinen abgeschlossen werden. So gesehen bei einer Amerikanerin, deren Extensions gleich bis zur Hüfte reichten.
So und dann wünsche ich uns allen einen spannenden torreichen Bundesligaauftakt und eine tolle Saison. Max einen schönen wohlverdienten Urlaub.