#17 - Euer Input für die Schlusskonferenz


#1

Ich werde mit Nele und Chris aus der Saisonvorschau über den Spieltag sprechen. Freue mich über Input, Aufzeichnung ist fast direkt nach Abpfiff des zweiten Sonntagsspiels.


#2

Das Spiel von 96 gegen Düsseldorf war leider aus 96er-Sicht genau das, was nach der Füllkrugmeldung unter der Woche zu Erwarten war: ein Offenbarungseid.

Ich weiß nicht ob die vielen langen hohen Bälle ins Zentrum von 96 eine Vorgabe von Breitenreiter waren oder ob es der Hilflosigkeit der Mannschaft geschuldet ist - aber ohne Füllkrug kommen die Dinger vorne nirgends an. Weydandt mag ich da keinen Vorwurf machen, aber die Ballsicherheit und -behandlung von Bobby Wood ist halt über weite Strecken nicht BuLi tauglich. Dass es keinen (!?) ernstzunehmenden Abschluss im Strafraum von Düsseldorf gab, zeigt, wie wichtig Füllkrug auf dieser Position ist (weil der die eben angesprochenen Bälle wenigstens mal festmacht), auch wenn er die Hinrunde kaum getroffen hat.

Was genau der Plan des Trainers war, um ein Tor zu erzielen, konnte ich nicht erkennen. In der zweiten Halbzeit hatte er die letzte Kette etwas vorgeschoben, aber das behob die Schwächen im Angriffspiel ja nicht. Es brachte dann nur Düsseldorf mehr ins Spiel, die ab der ~70. Minute auch deutlich frischer wirkten. Aber ein Blick auf die Bank macht die Problematik halt deutlich: Da waren mit Maina und Hadzik keine echten Alternativen verfügbar.

Weydandt und Musliya machen ihre Sache echt ganz gut - aber die hatte man geholt, damit sie mal die letzten 10-15 Minuten spielen. Dass die Verletzungen von Bebou und Füllkrug dazu führen, dass so Perspektiv-backups (auch wenn “Henne” schon älter ist) auf einmal in der ersten Reihe stehen, zeigt, wie dünn der Kader dort besetzt ist. Auch wenn Haraguchi jetzt zwei ordentliche Spiele gemacht hat, ist er mit 883/1530 Buli Minuten nicht die erhoffte Verstärkung gewesen; gleiches gilt in noch viel stärkerer Weise für Asano mit nur 358/1530 Minuten in der Buli-Hinrunde.
Das Verletztungspech ist noch nicht so arg, dass es an Hexerei grenzt, daher sind es mMn Konsequenzen aus der Kaderplanung die einem hier auf die Füße fallen: Spieler wie Weydandt (538 BuLi-Minuten) und Muslija (388 Min) sind mittlerweile für die Startelf gesetzt. Einziger Offensivspieler mit Offensiverfahrung ist Bobby Wood mit seinen Limitationen (s.o.). Auf der Bank sitzen als Alternative für die Offensive mittlerweile nur noch Maina (unter 700 Minuten Buli-Erfahrung) und der von den Amateuren hochrekrutierte Hadzic (18 Minuten). Bei so wenig Angriffsroutine kommt dann halt so ein zahnloses Offensivsspiel raus, auch wenn Maina/Weydandt/Muslija das im Rahmen ihrer Möglichkeiten sogar gut bis sehr gut machen. Aber so ein Routinier wie Harnik den man letzte Saison halt hatte, fehlt hier total. Hätte man den 40jährigen Pizarro im Kader wäre der im Moment sogar ohne Frage die erste Angriffoption!

Einige fordern jetzt ja noch vor der Winterpause Breitenreiters Kopf, weil er ratlos wirkt: Im Angesicht der Perspektiven im Kader wirke ich allerdings auch ratlos und ein neuer Trainer kann mit diesem Personal den Abstieg auch nicht verhindern. Ich halte “Breite” zu gute, dass er vor der Saison genau diese Schwächen benannt hat und einen offensiven und einen defensiven Spieler gefordert hat, der dann aber nicht kam. Mit einer vernünftigen defensiven Option hätte er die Freiheit gehabt, Anton auch mal auf die 6 zu ziehen, um da stabiler zu sein. Ohne Anton bricht hinten aber alles endgültig zusammen. Warum man in der Spitze einen Offensivspieler noch gut hätte gebrauchen können habe ich ja gerade dargelegt.

Für 96 steht jetzt die Quadratur des Kreises an: Man will nicht absteigen, aber hat laut Präsident auch kein Geld - aber unter den derzeitgen Vorzeichen dürfte der Klassenerhallt personell nicht machbar sein. Klar, bei erfolgreicher Rückkehr von Hübers und Bebou ist wäre da schon viel gewonnen, aber vor einer erfolgreichen Rekonvaleszenz stehen ja immer diverse Fragezeichen.

Das_Daw


#3

Eine Frage habe ich nur zur Herrlichdämmerung: Im Rasenfunk wurde neulich analysiert (eine der letzten beiden Schlusskonferenzen glaube ich? Durch den Input in der englischen Woche bin ich etwas durcheinander mit den Folgen), dass Herrlich phasenweise zu offensiv hat spielen lassen.
Jetzt hat man sich Peter Bosz geholt, der - soweit ich als nicht Dortmundfan verfolgt habe - ja ausschließlich durch ein teils irrsinniges Offensivspiel aufgefallen ist. Wie passt das denn zusammen? Also was genau erhofft man sich denn von Bosz (außer einen besseren Tabellenplatz)?
Mehr Tore? Immerhin hat er damals mit Dortmund in 15 Buli-Spielen 35 Tore geschossen, während Leverkusen jetzt in 17 Spielen nur 26 hat. Aber ist es das schon? Bosz’ Offensivphilosophie hat doch deutliche Schwächen offenbart und ich bin mir nicht so sicher worauf man die Annahme stützt, dass es die bei dieser Trainerstation nicht gibt. Sind das noch Ajax-Meriten die ihn interessant machen oder hängt es damit zusammen, dass (wie man läuten hört) Leverkusen ihn damals schon haben wollte und sich jetzt sozusagen einen alten Traum erfüllt?

Es wird ja über den Trainerwechsel mit Sicherheit gesprochen werden und die Frage was ihn nun zum Instant-Kandidaten macht, würde mich sehr interessieren. Ich hatte eigentlich gedacht, dass er nach seiner Dortmundstation, wo er keinen Erfolg hatte seine Spielphilosophie zur Verbesserung der Spielergebnisse zu reformieren, für die Bundesliga verbrannt war.

Das_Daw