Momentan ist es als Heidenheimerin nicht wirklich vergnügungssteuerpflichtig – und doch zeigt der Spieltag wieder, warum ich froh bin, es zu sein.
Wenn mir Spieler des gegnerischen Vereins zeigen, was ich bei meinen Spielern nicht sehen möchte. Wenn die Osttribüne klare Kante gegen Nazis und Faschismus zeigt und den Verein auffordert, Sponsoren zu canceln. Wenn der Zeugwart in den Heimblock geht, um den Jubel der Gäste vor der Ost zu erklären – weil niemand wusste, dass es einen Trauerfall gab. Wenn der Block beim Stand von 1:4, auf dem Weg in die 2. Liga, ab Minute 80 den Namen des Trainers skandiert. Wenn die Fans nach der 2:4-Niederlage Mannschaft und Trainerteam wieder aufrichten und feiern. Wenn weder Spieler noch Trainer danach stundenlang über Schiedsrichterentscheidungen jammern.
Es hieß, Heidenheim wäre zu harmlos und nett für die Bundesliga – denn nett sei ja die kleine Schwester von Scheiße. Inzwischen denke ich: Ja, das stimmt. Und es ist gut so.
Ich hab zu Heidenheim - Hoffenheim nicht so super viel beizutragen und halte es kurz. Man kriegt schon den Eindruck, dass das ganz große Formhoch und die damit verbundene Selbstverständlichkeit aktuell nicht mehr da ist. Ende der Hinrunde hätte man ein 3:0 einfach runtergespielt, das ist grade schwieriger umzusetzen. Coufal ist nicht mehr so konstant wie in der Hinrunde, Defensivverhalten mehr als 2x richtig schwach, nach vorne einige Konterchancen wirklich fürchterlich ausgespielt. Wenn man auf jeder Position besser besetzt ist, dann gewinnt man so ein Spiel mit ein bisschen Glück dann trotzdem und ich war jetzt auch nie ängstlich nervös oder so dass man das ernsthaft verspielt - man hätte es trotzdem souveräner machen können, das haben alle gesehen. Gestern hab ich dann mehrmals den Satz gehört “In der Champions League darfst du so nicht verteidigen”, na gut, wenn das grade unser größtes Problem ist dann denke ich einfach mal nochmal an 25/26 zurück und sonne mich an der Tabelle. Woran das liegt, dass man sich grade schwerer tut kann ich aber nicht so ganz entschlüsseln, vielleicht hilft mir da der Rasenfunk ja mal wieder. Vielleicht kann einen aber auch das High, was man da geritten hat, nicht über eine ganze Saison tragen und jetzt sieht man mal eher wieder die Stärken UND die Schwächen von Hoffenheim, ich hab den Eindruck dass das Bayernspiel da schon so ein kleiner Bruch war in seiner Art und Weise.
Abgesehen davon: Heidenheim ist natürlich ein ganz toller Ort um auswärts hinzufahren, da hatten alle recht. Falls ihr ganz viel DB-Puffer einplant und aber alles klappt empfehle ich einen Ausstieg in Schnaitheim und einen ausgiebigen Spaziergang die Brenz entlang über den Brenzpark (Eintritt kann man machen, ist wahrscheinlich noch schöner wenn es da grade blüht) bis in den Hauptort hinein, bevor dann der Aufstieg zur Burg ansteht. Fühle mich grade wie nach 3 Tagen Urlaub.
Nicht die 6 Kilometer mehr sind das eigentlich Erstaunliche, sondern dass es 130 Kilometer sind.
124 Kilometer liegen ja schon im oberen Bereich.
Das zieht sich bei Hoffenheim durch die ganze Saison. Ich habe nach den ersten Spieltagen schon angesprochen, wie enorm ich das finde. Bin sehr gespannt auf die nächste Saison, wenn sie es tatsächlich in die CL schaffen.
Eigentlich unfassbar, dass das Spiel nicht gewonnen wird. Stuttgart bis Minute 20 schon besser, aber dann bis zum Doppelschlag harmlos. Zwei mal wird slapstickmäßig das 2:0 vergeben. Nebel hätte vielleicht eher auf Tietz spielen sollen statt Becker. Erstgenannter danach sichtlich wütend und beim zu kurzen Rückpass, den Becker abfängt, muss Tietz schneller auf das leere Tor schießen.
Trotz des späten Ausgleichs hat sich keiner über das Ergebnis gefreut. Das ist das dritte Unentschieden in Serie nach eigener Führung. Mit Leistungen wie diesen kannst du nicht absteigen, aber eine Ergebnisgarantie gegen Bremen hast du trotzdem nicht.
Mein, nicht empirisch überprüfter, Eindruck ist, dass der Abstand meist bei 1-2km herum liegt. Und dabei häufig das Team mit der niedrigeren Laufleistung die absolute Zahl bestimmt. 6km ohne Platzverweis sind für mich daher erstaunlich viel.
P.S. Bei Freiburg - Leverkusen waren es sogar 8km Unterschied.
Vielleicht reden wir ein bisschen aneinander vorbei. Heidenheim lief mit 125 Kilometern schon wirklich viel, aber Hoffenheim war in der Lage da nochmal 5 Kilometer mehr zu gehen und das finde ich erstaunlich. Ich halte sie für wirklich sehr fit und das macht einen großen Teil ihres Erfolges aus. Leverkusen ist mit 117 Kilometern da weit hinterher und die wirken auf mich auch in vielen Spielen müde. HDH hat sich während der Saison deutlich gesteigert, Hoffenheim ist nie eingebrochen.
Das Spiel gegen Köln war eine perfekte Zusammenfassung der Dortmunder Saison bisher.
Man geht gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte irgendwie nach Standard in Führung und hat dann noch Glück mit einer Schiri Entscheidung, so dass Köln in Unterzahl spielt. Danach stellt man das Spielen ein und lässt zehn Kölner komplett unnötig wieder ins Spiel kommen, auf das man mit viel Glück und Zittern irgendwie die drei Punkte nach hause holt.
Danach stellt sich Kovac hin und beschimpft die Mannschaft, die nicht motiviert genug war. Dabei soll sich der Herr bitte selbst an die Nase fassen, wofür sollen die Spieler denn noch spielen? Das falsche Signal und damit auch (für mich) die Kirsche auf der Torte waren die Einwechselungen am Ende:
Du führst mit zwei Toren gegen einen schwächeren Gegner in Unterzahl. Was machst du? Du könntest einem Jugendspieler mal ein bisschen Spielzeit geben, damit er sich langsam reinschnuppern kann und Spielpraxis für die Zukunft bekommt. Das könnte Inacio in der Offsenive sein, wo Fehler weniger schlimm sind und er eventuell unbefreit aufspielen die Kölner Abwehr beschäftigen könnte. Oder Reggiani, der schon international in der IV gespielt hat, falls du wirklich und unbedingt gegen 10 Kölner auf mehr Defensive setzen möchtest.
… oder du wechselt einen 30 Jährigen Süle ein, der Ende der Saison gehen wird, weil seine Leistungen einfach nicht zu seinem Gehalt passen und sorgst damit dafür das keiner der drei Spieler noch irgendwie motiviert ist. Das Süle beim 2:1 dann auch noch dem Kölner Geleitschutz gibt ist dann die Krone auf der Kirsche auf der Torte.
Danach wird noch verkündet, dass Jule Brandt den Verein am Ende der Saison ablösefrei verlassen wird, ein weiteres Indiz auf herausragende und vorausschauende Kaderplanung in der BVB Führungsriege. Welcher Fußballspieler mit irgendwelchen Ambitionen sollte derzeit zum BVB wechseln oder seinen Vertrag dort verlängern? Eventuell sehe ich das ganze auch zu schwarz, aber nächste Saison wird… spannend.
Ich verstehe die Kritik nicht so wirklich. Kovac hat doch das gleiche wie du kritisiert und war das ganze Spiel über nicht zufrieden dass eben genau das passiert ist was du gesagt hast, Viel besser als dass man sich in Dortmund jetzt die letzten 10 Spieltage kommentarlos dem Schicksal ergibt weil ja alles egal ist. Mit Niederlage wären es dann schnell mal 5 Punkte gewesen auf Leipzig. Es geht doch auch darum, wortlaut Kovac, dass man nichts aus der Halbzeit besprochene umgesetzt hat. Da kann dann der Trainer dran schuld sein (gleiches mit der Einstellung) aber den Ärger kann ich vollkommen verstehen.
Zu Brandt wäre meine Frage was deine genaue Kritik ist. Ich interpretiere das so das man sich neuaufstellen wollte und Brandt wollte eben keine Nebenrolle. Brandt fällt hier nicht rein weil eine Verlängerung möglich gewesen wäre ajer im Endeffekt ist es für 99.9 Vereine im Profifußball schwer Spieler ab einem gewissen Niveau zu verlängern. Ein Reus ist eher die Ausnahme während Hummels, Götze und Gündogan damals den Verein verlassen haben. Die nicht-deutsche Liste wäre zu lang. Schlotterbeck wäre da mal wieder ein Erfolg falls es klappt.
Ich sehe allgemein sogar positive Zeichen. Köln war offensichtlich nicht genug und Ricken war in der WAZ relativ deutlich darin dass sich im Sommer was ändern wird nach tiefgreifender Analyse. Brandt nicht zu verlängern ist ein erster Schritt denn wenn der Trainer derselbe bleibt muss der Kader sich bewegen. Ich sehe eher keine Selbstzufriedenheit und ein weiter so und die Worte von Ricken haben viele Fans in Dortmund eher positiv gestimmt.
Natürlich sind das erstmal Worte kann ja jeder behaupten dass man in Dortmund besseren Fußball spielen will. Am Ende muss der Ersatz für Brandt sitzen.
Dass der Trainer in Dortmund die fehlende Einsatzbereitschaft und Mentalität kritisiert ist jetzt nichts neues und genau das nervt mich ja. Wir haben dieses Problem seit Jahren, mit verschiedenen Kadern und Trainern. Der BVB ist immer dann gut, wenn er etwas gewinnen kann und für das Ziel motiviert ist - siehe diverse Aufholjagten am Ende einer Saison. Mir geht es darum, dass Kovac nicht nur einfach nach dem Spiel seine Mannschaft kritisieren soll, sondern auch selbst etwas dagegen tun muss. Und eben einen unmotivierten Süle einzuwechseln ist genau das falsche Zeichen finde ich. Dann bring entweder jemanden offensiven und sag „wir wollen das dritte Tor“ oder bring einen jungen Spieler der Bock hat sich zu zeigen und 15min durchsprintet. Aber die Worte und Taten von Kovac passen für mich nicht zusammen. Vielleicht bin ich da auch blauäugig, kann sein.
Meine Kritik ist gar nicht mal, dass er jetzt nicht verlängert wird, sondern die Kaderplanung der letzten Jahre. Brandt ist 29 Jahre alt und definitiv kein schlechter Bundesligaspieler. Den hätten wir entweder letzten Sommer verkaufen müssen oder den Vertrag verlängern. Aber ihn jetzt ablösefrei(!) gehen zu lassen war mMn einfach unnötig und zeugt von mangelnder Planung. Du hast Hummels, Götze und Gündogan genannt, aber die haben wir ja für teuer Geld abgegeben, nicht für lau. Wie gesagt: Subjektive Meinung, aber es passt einfach zu dem Gesamtbild derzeit.
Man könnte mit Verständnis für die Dortmunder Führung auch sagen, dass das, wie sich die Sache mit Brandt entwickelt hat, darauf schließen lässt, dass da etwas kräftig schiefgelaufen sein muss, denn natürlich hätte man Brandt im Idealfall „entweder letzten Sommer verkaufen müssen oder den Vertrag verlängern“.
Man kann es relativ einfach runterbrechen mit Verweis auf Goretzka, Werner, Haidara, Özcan, Süle, Sabitzer, Schulz und Konsorten. Wenn der Spieler sagt ich bleibe bleibt er, erst recht als Stammspieler und Vize nach Can.
Es stand ja letzte Saison ein Exodus im Raum aber am Ende qualifiziert man sich für die CL und dann gehen Spieler nicht vor allem wenn sie wie Süle oder Brandt im Schlussspurt Stammspieler waren. Sabitzer wollte von den Fans ebenfalls keiner mehr sehen aber der Spieler wollte sich zurückkämpfen (mit Erfolg).
Wichtiger als BVB wäre es sich um Spieler wie Schlotterbeck und Adeyemi zu kümmern, die wirklich verlängern oder gehen sollten. Nmechas Vertrag läuft ebenfalls nicht mehr lange.
Mit der Xgoal/xpoints Tabelle kannst die Mainzer langsam echt jagen. Da hat man wohl zu viel gutes Karma letzte Saison verbrannt (und natürlich einen sehr effektiven gegen viele sehr ineffektive Stürmer getauscht)
Die letzte Saison war gar nicht so weit von den xPoints Weg. Aber insgesamt sind die letzten Jahre was die xPoints angeht sehr komisch.
Ohne die XGoals und Points wirken die letzten Mainzer Jahre seit Heidel, Schmidt, Svensson übernommen haben ja etwas wie ein ständiges auf und ab zwischen Abstiegskampf ohne Hoffnung und Europa.
Wenn man aber die xP Tabellen der letzten Jahre betrachtet ist das eigentlich relativ konstant (laut Understat).
Und auch in der Henriksen Rettungs Saison hat er nicht groß überporformt. Als er übernommen hat lag Mainz Nach 21 Spieltagen bei 12 Punkten. xP: 27! Er hat danach einfach nur die xP erfüllt die man erspielt hat. Am Ende lag man immer noch 14 Punkte hinter den xP. Das ist schon alles sehr verrückt.
Da ist irgendwie auch Null Tendenz die man ablesen kann. Es ist alles recht nah beieinander aber ob man sich für Europa qualifiziert oder zum Winter hoffnungslos am Tabellenende hängt Schein komplett random. Keine Ahnung was man daraus jetzt schlussfolgern kann.
Andere lustig/ interessante Tabelle die demletzt jemand gepostet hat:
In der Tabelle bis zur 75 Minute hat Mainz 36 Punkte und liegt auf Rang 8 punktgleich mit Frankfurt auf Rang 7.
Auch hier weiß ich aber nicht so recht was ich mit dieser Spielerei anfangen soll. Hier könnte man aber zumindest hineininterpretieren, dass gegen Ende auf Grund der conference league die Luft oder die Konzentration nachlässt. Dagegen würde sprechen das viele der Punkte in den letzten Wochen verloren gegangen sind.