#26 - Euer Input für Schlusskonferenz 217

#1

Sonntag Abend zeichne ich mit Mara Pfeiffer (@Wortpiratin) und Max Bergmann (@MaxBergmnn) die Folge zum Spieltag mit Schwerpunkt Mainz auf. Freue mich über Input von euch!

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#2

Ich war gerade bei Gladbach-Freiburg im Stadium, deswegen ein paar Eindrücke:
Freiburg hatte einen guten Matchplan und hat diesen auch gut umgesetzt. Im Spielaufbau lief man Gladbach an und lenkte sie auf die Außen. Die Stürmer hatten dabei stets Strobl in ihrem Deckungsschatten, sodass dieser nicht angespielt werden konnte. Ergab sich doch einmal die Möglichkeit Strobl anzuspielen, ist Abrashi aggresiv vorgerückt und hat ein Aufdrehen von Strobl verhindert. Das Zustellen von Strobl war in dieser Saison schon öfter der Schlüssel zum Erfolg gegen Gladbach. Dies liegt auch an der zumeist sehr hohen Positionierung der Achter, die sich am Aufbauspiel weniger beteiligen. Vorteil der hochstehenden Achter ist derweil, dass fast immer die beiden gegnerischen Sechser/Achter gebunden werden. Ziehen die Achter Gladbachs nun nach Außen oder werden die gegnerischen Zentrumsspieler durch einen Ball auf Außen gezwungen ballnah zu verschieben, eröffnet sich ein Loch im Zentrum. Dieses weiß Stindl durch kluges Fallenlassen immer wieder zu nutzen. Das Positionsspiel Stindls gepaart mit seiner Spielintelligenz ist einfach hervorragend. Er erkennt Räume, die durch Läufe seiner Mitspieler frei werden und bietet sich dann kurz an. Durch diese klugen Laufwege ist er zumeist auch in der Lage den Ball ohne Gegnerdruck anzunehmen, kann somit aufdrehen und den Ball klug verlagern. Nach einer ordentlichen Anfangsphase hat Freiburg dieses Mittel aber auf schon beschriebene Art und Weise kaltgestellt. Anschließend entwickelte sich ein Spiel, indem Freiburg klug verteidigte und Gladbach zu oft ein klar ersichtlicher Plan B fehlte. Beide Teams hätten sich durchaus noch Möglichkeiten erspielen können, die Entscheidungsfindung in diesen Situationen war aber suboptimal. Die Punkteteilung geht somit vollkommen in Ordnung.
Wer mich übrigens besonders positiv überrascht hat: Keven Schlotterbeck. Der Innenverteidger hat mit 21 Jahren sein erstes Bundesliga-Spiel über 90 Minuten gemacht. Dabei kommt er nicht mal aus einem Nachwuchsleistungszentrum, sondern aus der Jugend eines Oberligisten und kam vor der Saison 17/18 zur zweiten Mannschaft Freiburgs im Zuge der Verpflichtung seines Bruders Nico Schlotterbeck, der ebenfalls Innenverteidiger aber 2 Jahre jünger ist und heute auf der Bank saß. Schlotterbeck musste als Linksfuß auf der rechten Innenverteidigungposition spielen, was seine Aufgabe noch erschwerte. Das erste Tor leitete er dann aber grandios per flachem Vertikalpass ein. Im restlichen Spielverlauf spielte er einen weiteren schönen Pass dieser Sorte sowie einen starken Diagonalpass. Insgesamt war sein Passspiel logischerweise auf Sicherheit ausgelegt, diese war aber auch vorhanden. Weiterhin beeindruckte er durch seine Ruhe am Ball, auch wenn er angelaufen wurde. Defensiv erschien er grundsolide, wurde aber auch nicht besonders gefordert. Das Ganze wirkte auf mich schon sehr abgeklärt und intelligent. Ich bin gespannt, ob er weitere Einsatzminuten bekommt und ähnlich überzeugen kann.

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#3

Kann man bitte Thomas Doll Mikrofonverbot geben? Ist ja nur noch grausig was er von sich gibt.

EDIT: Viel Liebe an die Wortpiratin! Schön dass sie mal wieder im Rasenfunk ist.

#4

In der Radio Schlußkonferenz hieß es, dass Schalke deutlich verändert gespielt hätte. Mehr Willen, mehr Kämpfen, mehr Selbstvertrauen. Teilt ihr diese Einschätzung und wenn ja was haltet ihr von diesem Verhalten der Mannschaft?

#5

@alxalix: Habe das Spiel im Fernsehn verfolgt. Generell teile ich deine Ansichten, möchte nur kurz ein paar Sachen hinzufügen.
Ich fand es wieder einmal wahnsinnig stark wie diszipliniert Freiburg defensiv umschaltet. Alle sind sich für keinen Meter zu schade. Zu Schlotterbeck: Definitiv beeindruckend. Möchte nur kurz anmerken, dass auch ein Katastrophenpass ins Toraus dabei war. Besonders klasse, wie er sich dadurch nicht hat verunsichern lassen. Fantastisch zu sehen, wie Freiburg es Jahr für Jahr schafft junge Spieler zu entwickeln. Streich meiner Meinung deswegen einer der Trainer der am meisten Wert(Value?) für ihr Team, ihr Verein generieren.
Gegen Ende des Spiels fand ich sogar, dass Freiburg dem zweiten Treffer einen Hauch näher war als Gladbach. Höler hat einige Konter doch sehr schlampig ausgespielt indem er vorzeitig ins Eins-gegen-Eins gegangen ist.
Insgesamt ein verdientes Unentschieden.
Grüße aus den USA

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#6

BMG - SCF

Zu diesem Spiel hat @alxalix in seinem hervorragenden Beitrag eigentlich schon alles gesagt. Mir hat aus SC Sicht insbesondere die mutige und abgeklärte Haltung gefallen, mit der man im Grunde die kompletten 90 Minuten agiert hat. Deutlich erkennbar war der Wille, selbst mit dem Ball das Spiel zu gestalten und flach aufzubauen. Mit so viel Ruhe sieht man den Sportclub nur selten auswärts. Exemplarisch dafür natürlich der bereits erwähnte Keven Schlotterbeck - mutiges Passspiel mit auffällig konsequenter Passschärfe, dazu mit klasse timing im Zweikampf. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle aber auch der gute Auftritt von Pascal Stenzel der wochenlang außen vor war, offensichtlich stagnierte und dem von Kübler deutlich den Rang abgelaufen wurde. Am Freitag dann aber mit einem (unerwartet) souveränen Spiel, in dem er gerade in der ersten Halbzeit mehrfach mutig nach vorne verteidigt hat und sich auch offensiv gut eingebracht hat - nicht nur belegt durch seinen klasse Assist zum 0:1. (Apropos: eine gezielte flache Hereingabe von Außen statt “blinder” hoher Flanke - da freut sich der @GNetzer doch sicher ganz besonders:grin:)

Noch kurz zu Gladbach: Spielerisch größtenteils unkreativ und gegen disziplinierte Freiburger meistens zu langsam und unpräzise im Umschaltspiel, sodass insgesamt erstaunlich wenige klare Torchancen heraus gespielt wurden. In Anbetracht der guten Trends der Teams hinter der Borussia muss man sich ernsthafte Sorgen machen, dass sie das super Polster der Hinrunde und damit das internationale Geschäft noch komplett verspielen könnten.

Hertha - BVB

Hertha hat in der ersten Halbzeit mit einer unglaublichen Intensität im Pressing insbesondere das Mittelfeldzentrum enorm verdichtet und den BVB dadurch im Spielaufbau ziemlich ratlos zurückgelassen. Auffällig war dabei aus Sicht der Dortmunder abermals, dass vorne sowohl zentral, als auch außen physisch starke Spieler fehlen, die als Option gegen das dichte Mittelfeld auch mal hoch angespielt werden und Bälle entsprechend “klemmen” können. Ein hohes überspielen des gegnerischen Pressings ist daher nur möglich, wenn die Abwehrreihe des Gegners überlaufen wird, wie es Sancho nach einem super gespielten langen Chipball von Diallo auch einmal gelungen ist. Ansonsten neben des aus Hertha Sicht unglücklich zustande gekommenen Ausgleichstreffers kam der BVB in der ersten Hälfte daher auch kaum in die Tiefe (bis auf 1,2 tiefe Läufe von Sancho).
In der zweiten Halbzeit zollte die Hertha dem hohen Aufwand dann Tribut und konnte den BVB nicht mehr so konsequent vom eigenen Tor fernhalten. Dementsprechend die Borussia dann mit deutlich mehr flachen Bällen in die Tiefe, mehr Torchancen und trotz des späten Zeitpunkts mit einem insgesamt verdienten Sieg.

Zum Spiel allgemein: von beiden Teams erfrischend offensiv gestaltet und daher herrlich kurzweilig und unterhaltsam. Dazu trug auch der Schiedsrichter Tobias Welz aktiv bei, in dem er viele harte Zweikämpfe laufen ließ und so den Spielfluss nie unnötig unterbrach. Die Spieler selbst will ich dabei auch auch hervorheben, die diese Linie annahmen und sich vergleichsweise wenig theatralisch verhielten und kaum lamentierten.
Die beiden Platzverweise waren für mich auch korrekt (auch die erste gelbe Karte gegen Torunarigha). Auch die mögliche Elfmetersituation gegen Duda kann man so vertreten, auch wenn der Stoß im Tempo schon wirklich grenzwertig war. Bei konsequentem VAR-Einsatz dann aber auch nicht klar genug, um einzugreifen. Insgesamt wirklich eine hervorragende Schiedsrichterleistung in einem der unterhaltsamsten Bundesligaspiele 2019.

#7

Stimme @9einhalb für die Spieleinschätzung Hertha - BVB absolut zu: Ein sehr attraktives Spiel, das von der Intensität etwas an das BVB - SGE Spiel erinnert hat.

Favre hat sich anschließend ja tierisch über den gegebenen Elfmeter aufgeregt. Meiner Meinung völlig zu Unrecht, aber vielleicht war er noch etwas aufgeheizt. Weigl macht eben eine mega komische Bewegung mit dem Arm, in dem er ihn zwar nur vor den Körper legt, aber auch deutlich die rechte Hand über die linke Schulter streckt/hebt. Das ist mehr als unglücklich, aber es muss eben gepfiffen werden, wenn der Ball dagegen klatscht. Die Schiedsrichter-Linie hat mir insgesamt auch sehr gut gefallen.

Zudem wähle ich Ibisevic in meine Völkerballmannschaft :wink:

#8

FCA - H96
Die erste Halbzeit hat aus 96er Sicht seit Wochen endlich mal Spaß gemacht zu gucken. Die Mannschaft hat zwar - wie eigentlich immer diese Saison - schlecht verteidigt und das wurde jedesmal deutlich wenn Augsburg einen ernstgemeinten Angriff fuhr: Da wurde der Ball drei Mal hoch im 96 Strafraum quergespielt, ohne das ein IV da klären konnte (weil deren Hochspringen schlecht getimed war), etc. Im Grunde völlig unverständlich, warum Augsburg bei diesen dicken Schnitzern nicht öfter in HZ1 vorne gefährlich wurde. Denn die Schwächen hinten heraus waren im Grunde genauso gravierend wie in den letzten Wochen, aber WENIGSTENS nach vorne gelang in der ersten Hälfte gefühlt mehr als in den ganzen letzten Wochen zusammen.
Seitdem man Haraguchi nicht mehr auf den AV Positionen versteckt und durch das hinzukommen von Maina war ja auf Mitte-Links so viel Betrieb, dass man wenigstens zwischendurch (trotz aller defensiven Schwächen) mal von einem Punktgewinn träumen durfte. Das war in HZ 2 dann total abgemeldet, aber zumindest eine Halbzeit sah man aus wie - ich muss das so provokativ sagen - ein echter Bundesligist. Wie Weydandt in der 12’ Minute den Ball mit dem Kopf annimmt und Volley abschließt, der falsch angenommene Querpass auf Müller und später der Haraguchi-Freistoß - da war unter dem Strich offensiv zumindest endlich mal einiges spielerisch ansehnlich.
Ohne allerdings die defensiven Schwächen zu übertünchen, die auch in der besten Phase des Spiels sichtbar blieben, obwohl Doll mittlerweile ja seit dem Leverkusespiel auf die aus Mannschaftskreisen gewünschte 4er-Kette umgestellt hat. Wenn Augsburg über außen angreift, rückt dann ein Verteidiger raus und der nächste in der Kette ist dann nicht wirklich sicher was er dann machen soll. Der pendelt erst nach außen und dann nach innen - da ist immer noch keine eindeutige defensive Zuordnung, wie in den letzen Wochen im Rasenfunk ja auch bereits angemerkt.
Wenn ich aber nach vorne trotz besserer Chancen maximal ein Tor schieße, dann darf ich (ich wiederhole mich da), nach Standards hinten nicht so anfällig sein. Die Entstehung des Eckball (1:0) und des Freistoß (2:0) sind für ein besseres Team absolut vermeidbar. Die Situationen selbst sind auch nicht unkontrollierbar - aber wenn du im Tabellenkeller bist, hast du hier dann halt kein Glück. (Trotzdem war Weydandt wieder gut und war auch ständig hinten am Aushelfen / und ja, das Freistoßtor geht ins Torwarteck, aber Zieler hat davon jeden Monat einen in Hannover gekriegt und bei Esser war das glaube ich jetzt erst das zweite Mal).

Lirum larum: Ihm Rahmen der ausweglosen Situation hat sich die Mannschaft dann doch motiviert gezeigt um in Augsburg was zu reißen. Aber auf Grund der vielen Baustellen, reichte eine leicht offensiv verbesserte Leistung in einer Halbzeit halt nicht, um auch die defensiven Defizite wegzulügen.

Zu dem was Doll noch nach dem Spiel in Richtung des Schiedsrichters gebracht hat: Optimisten sagen jetzt, dass er den Druck (a la Rudi Völler) von der Mannschaft durch das Aufhitzen von Nebenkriegsschauplätzen nehmen will. Pessimisten wie ich schämen sich einfach, dass der 96 Trainer nach so einem Spiel die Schuld beim Schiedsrichter sucht. Die Gründe an denen der Punktgewinn gescheitert ist existieren seit Wochen und haben meiner Meinung nach nichts mit dem Mann mit der Pfeife zu tun - der hat das recht aufgeregte Spiel über weite Strecken wirklich gut geleitet.

Das_Daw

#9

Mal ein kurzer Einwurf zu Schalke. Huub Stevens oder Mike Büskens scheinen Deinen superinteressanten Kurzpass zum Einwurftrainer gehört zu haben. Sie haben nämlich endlich die Einwürfe von Weston McKennie als „Offensivoption“ eingesetzt. Der US-Amerikaner hat einen unglaublich weiten und durchaus auch (gefühlt) präzisen Einwurf. Ab der 75igsten durfte er von beiden Seitenauslinien den Ball immer wieder in den 16er werfen. Dort hatte Stevens dann auch Sané als Abnehmer platziert. Hat gegen Leipzig zwar noch nicht zu einem Tor geführt, kann aber in den nächsten Spielen noch ganz interessant werden. Glückauf

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#10

Ich hoffe, ihr könnt mir etwas Klarheit zu Schalkes Trainerentscheidung geben. Mir schwirren da viele unklarheiten im Kopf herum, welchen Weg der Verein gehen will. Ich hab sofort nach der Entscheidung gedacht “Das wird euch noch in den A**** beißen”.
Und jetzt Stevens. Ich muss da sehr an das Doll Argument denken, das einer der letzten Gäste gebracht hat. So schwer es ist (selbst für mich als Dortmund Fan) müsste man einen Möglichen Abstieg doch zumindest mit bedenken. Und dann wäre wieder die Frage, ob man nicht besser einen Trainer nimmt, der die Option “Aufbau in der 2. Liga” mit abdeckt? Würde Stevens das denn machen?
Baut man auf Stevens in dem Sinne, dass er genug Ruhe ausstrahlt um die Wende noch zu schaffen? Seh ich das zu negativ und es gibt Argumente die in Richtung Klassenerhalt zeigen? Aber was ist wenn nicht, stände man dann im Sommer nicht wieder mit leeren Händen da? Das hieße wieder ein neuer Trainer, wieder Unruhe auf Schalke?

#11

Also so wie ich die Meldungen verstanden habe ist Stevens nur als Interimstrainer installiert worden und man hat sich eigentlich direkt darauf festgelegt, dass das keine dauerhafte (d.h. denke ich "über die Saison hinausgehende) Lösung ist. Aber da ja auxh Heidel geht soll vermutlich dessen Nachfolger das entscheiden.
Außerdem glaube ich nicht, dass Schalke sich ernsthaft mit einem Liga 2 Szenario beschäftigt - das ist nicht darstellbar bei dem eigesetzten Geld. Was dafür spricht, dass es gar nicht so weit kommt: die absolut schlechte Leistung der letzten drei teams in der Tabelle, sie allesamt eine um ~20 Tore schlechtere Torbilanz haben, als die nächstschlechteren Mannschaften. Da ist also einfach nochmal ein ganz erheblicher Qualitätsabfall der es unwahrscheinlich macht, dass Schalke noch in die relegation rutscht.

Nachtrag zu 96:
Thomas Doll hat auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gesagt “wer ihn kennt, weiß, dass er keinen Platz für Arroganz hat” - da sieht man, wie die eigenwahrnehmung von der fremdwahrnehmung (Bspw. Aller Gäste im Rasenfunk der letzten Wochen!) Doch ein gehöriges Stück abweicht.
Ich kann nur hoffen, dass Heldts Ausspruch des Vertrauens für Doll auch für die zweite Liga, nur der Versuch ist, den eigenen Rauswurf zu provozieren. Denn bei aller liebe: meinetwegen kann man wie Max argumentieren, dass Motivationsmonster Doll den Rettungsversuch wert war, aber niemand kann ernsthaft glauben, dass Team Doll das richtige für den direkten Wiederaufstieg ist. Warum muss man sich da jetzt ohne Not drauf festlegen? (Und nicht einfach sagen: wir haben heute gute Ansätze gesehen und warten jetzt erstmal das Spiel gegen Schalke ab…")

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#12

Ruhe wird nach diesem Fiasko in dieser Saison so schnell nicht wieder einkehren. Die jetzige Lösung ist klug, aber eben nur eine Interimslösung. Klug vor allem, weil sie die Fans und das Umfeld befriedet. Der Mythos der „Eurofighter“ und „Jahrhunderttrainer“ schwebt permanent über der Arena. Da ist es nur folgerichtig, diese Generation jetzt in die Verantwortung zu holen. Als neuer „Trainer der Herzen“ wird schon Mark Willmots gehandelt. Auf Schalke geht es nicht ohne Folklore. Auch wenn es ohne Tradition bestimmt nicht geht, erschwert diese Verbrämung der glorreichen [?] Vergangenheit den Aufbruch hin zu einem modernen und zukunftsfähigen Konzept. Da macht mir Jochen Schneider mit seinen Erfahrungen aus Leipzig allerdings schon noch ein wenig Hoffnung. Glückauf

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#13

SGE - FCN:

Das Elend setzt sich fort. Wenn man von den (trügerisch) knappen Ergebnissen absieht, ist der Trainerwechsel absolut wirkungslos verpufft. Schwankungen durch häufige Umstellungen wie unter Köllner, die ohne Frage insgesamt öfter nach unten als oben ausschlugen, wurden zugunsten eines durchgängigen Defensivspielstils aufgegeben, der die ohnehin schon unheimlich geringe Offensivpower weiter dezimiert und bis auf das Konzept “mit viel Glück das Spiel offen halten und irgendwie mal einen reinstochern” keinerlei Plan erkennen lässt, wie man den sicheren Abstieg denn noch irgendwie verhindern wollte und will.
Zumal, wie gesagt, die knapperen Niederlagen und die vermeintlich viel bessere Abwehrarbeit trügerisch sind und das Bild des vogelwilden FCNs unter Köllner auch sehr durch die beiden Freakpartien gegen BVB und RBL verzerrt werden, die allein mit Mathenia wohl deutlich “normaler” geendet wären, landete da nun wirklich jeder Schuss im Tor. Gegen Hoffenheim und nun die SGE hätte man nun jeweils lockerst 3, 4 Buden fangen können, wie sich auch bei den xG zeigt.
Den Erfolg des Setzens auf Konter mit dem recht langsamen Team, das nicht grundlos unter Köllner auch in Liga 2 einen recht behäbigen Fußball im Ballbesitz spielte, kann man dazu jede Woche mitverfolgen. Das bleibt weiter unheimlich dürftig und wird durch manch Personalentscheidungen auch nicht besser.

Die Nichtberücksichtigungen u.a. Ishaks und Kubos gegen Ende von Köllners Zeit hier offenbaren sich inzwischen als absolut berechtigt. Dass vor allem letzterer nun Stammspieler ist (obwohl er mit seiner Behäbigkeit wiederum kaum zum Kontern taugt), und man stattdessen Spieler wie Knöll, Palacios oder Rhein, die in dieser Saison immerhin schon Ansätze zeigten und als junge Spieler über den Sommer hinaus an uns gebunden sind, keinerlei bis kaum eine Rolle mehr spielen, ist für mich nicht verständlich. Durch die weiterhin vielen Verletzten sind die Alternativen zwar nicht allzu groß, aber die Genannten hätte man zumindest noch zur Auswahl. Stattdessen wechselt man Salli ein, dessen Vertrag aufläuft und nicht verlängert wird. Gut, immerhin zaubert dieser durch seine Aktionen (wie auch heute das Dribbling nach toller Absicherung, meine Lieblingsszene des Spiels gleich nach unserem hervorragend verbaselten 4-gg-2-Konter) selbst uns Clubfans doch noch mal ein Lächeln auf die Lippen.
Die Umstellung am Ende aufs 3-5-2 (?) mit der Einwechslung Margreitters ging dazu nicht wirklich auf, bin auch kein Freund dieser IV-nach-vorne-für-lange-Bälle-Methode.
Dass man schließlich dennoch absolut unverdient den Ausgleich erzielen hätte können, wäre da nicht der überragende Trapp gewesen, zeigte meines Erachtens auch, dass die Eintracht dann doch recht müde wurde durch die vollgepackten letzten Wochen. Und die Ambivalenz von Behrens, der am Spielanfang eine Riesenchance freistehend völlig ungefährlich vergibt (wie schon häufiger leider) und dessen mangelnde spielerische Klasse eins unserer größeren Probleme ist, dann aber am Ende aus der Drehung dennoch noch sowas aufs Tor bringt.

Kerks Aufstellung und Leistung als LV hat mich hingegen positiv überrascht, man ist fast versucht, ihn dort auch nach Rückkehr seines Kumpels Leibold weiterspielen zu lassen. Mühls Auftreten gefällt weiterhin, ich könnte mir bei ihm gut vorstellen, auf Starks Spuren zu wandeln, den ich sogar damals bei seinem Wechsel noch nicht so weit sah wie nun Mühl. Denke auch, dass er uns im Sommer verlassen wird.

Nach inzwischen über einem Monat ohne sportliche Entscheidungsträger gibt es da nun ja auch keine Ansprechpartner, die den Zukunftsplänen mancher Spieler vllt. noch irgendwie entgegenschreiten könnten. Oder einen Trainer, der den ein oder anderen Spieler motivieren könnte, mit ihm in Liga 2 was Neues aufzubauen. Stattdessen: Dilettantische Ungewissheit mit einem AR-Vorsitzenden, der sich in seiner neuen Rolle als öffentliches Sprachorgan offenbar sehr gefällt und Woche für Woche auf einen Riesenberg an Bewerbungen hinweist, weil der Verein ja so toll und attraktiv sei. Aua.

P.S.: Glückwunsch an die SGE, das Team macht hingegen einfach nur Spaß.

#14

Gegen Liverpool ohne irgendeine Chance, gegen Gladbach, Wolfsburg und Mainz mit Kantersiegen.
Wie ordnen wir die Bayern denn jetzt sein?

Faszinierendes Timing für einen Mainz-Schwerpunkt :wink:

#15

Ich finde es wirft ein sehr schlechtes Licht auf die Bundesliga. Von vielen internationales Kommentatoren wird die Bundesliga bereits als zweitklassig beschrieben. Mir fehlen dagegen momentan leider die Argumente. War Bayern wirklich so gut oder waren Mainz und Wolfsburg echt erbärmlich? Ich fand Bayern gegen Liverpool echt schwach. In beiden Spielen.

#16

Ich muss sagen ich bin gerade echt mega bedient und frustriert aufgrund der Leistung in München. So darfst du da nicht auftreten 3 Meter Sicherheitsabstand und eine Passivität als wäre das Spielfeld Lava. Man darf sich ja freuen das es nicht noch mehr Buden von Bayern waren. Von den letzten 6 Spielen hat man 5 verloren und jetzt führe ich noch mal an das ich es vor 3 Wochen als zu früh empfand mit Schwarz zu verlängern. Man hätte die Saison bis zum Ende abwarten können so geht man jetzt halt mit Überzeugung und einen scheiß Gefühl in den Rest der Spiele. Die Saison ist gelaufen, können die anderen Spiele jetzt auch mit Lustlosigkeit angehen. Die Rückrunde hat die Defensivstärke der Hinrunde komplett verloren und die Offensive ist immer noch die größte Baustelle des gesamten Kaders man ist einfach die viert schlechteste Mannschaft was die geschossenen Tore angeht. Mit dem schwachen Angriff und der aktuellen Fagrlässigkeit in der Defensive gehört man genau da unten in die Tabelle wo man sich jetzt hinbegibt. Ich hatte ehct die Hoffnung zwischenzeitlich das man ein guten Mittelfeldplatz belegen kann, aber wenn ich sehe wie die anderen Spiele wird das nichts. Nach unten wird es denke ich dennoch nicht mehr eng und dennoch glaube ich nicht mal dran das wir die 40 Punkte diese Saison knacken und das war eigentlich das Ziel! Ich weiß da stehen auch nur Menschen auf den Spielfeld, aber ich verstehe diese so extremem Schwankungen wie sie bei Mainz 05 auftrteten nicht. Man verliert die guten Spiele, man verliert im moemnt die gleichwertigen Spiele und dazu auch noch die schlechten. So jetzt höre ich auf zu schreiben und beende es einfach mal mit dem Humor den der Verein scheiber witzig findet.
6 Buden in München kassiert und dabei alles vermissen lassen, egal unser Traum lebt :zipper_mouth_face:

#17

Mainz hat sich nur auf den Platz gestellt und zugeschaut.
Wenn man in München wirklich was holen will, dann sollte man vielleicht erst mal drei gelbe Karten investieren bevor die Bayern das 3:0 machen können.
Mainz war aber ohne gelbe Karte geblieben.
Bei Wolfsburg gegen München war es ähnlich. Da gab es eine Karte fürs Ballwegschlagen.

#18

Danke für euren Input! Sendung startet gleich.