#30 Euer Input für die Männer Spieltagsbesprechung 30. Spieltag

Hallo,

der 30. Spieltag mit seinen Spiele wird am Montagvormittag besprochen.

Das sind unsere Gäste:

Wie immer freuen wir uns eure Spieltagsbeobachtungen zu lesen.

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Ein paar Beobachtungen zu St. Pauli - Köln: (aus meiner FC-Sicht)

War insgesamt ein eher zäher Kick. Der FC ist eigentlich in beide Halbzeiten etwas strukturierter reingekommen, um dann jeweils nach 10-20 Minuten von Pauli unter mehr Druck gesetzt zu werden und in lange Bälle zu verfallen, die leider oft zu ungenau waren. Wäre als Befreiung mit Ache und El Mala vorne ja auch ein probates Mitte gewesen, aber eigentlich kam der lange Ball fast immer zu tief für El Mala oder zu unpräzise auf Ache. Hat Wagner ja auch angesprochen, dass das nicht der Plan war.

Zudem auffällig wie schwach die Abschlüsse auf beiden Seiten waren. Pauli hatte mehrfach gute Chancen ohne Schwäbe wirklich in Bedrängnis zu bringen und der Effzeh hat viel auf die Tribüne gehauen, wenn sie Mal zum Abschluss kamen.

In der ersten Hälfte war ich überrascht, wie tief Thielmann regelmäßig stand - wirkt fast wie ein Wingback, glaube aber nicht, dass das so gedacht war. Er hatte teilweise wieder Defensivaktionen am eigenen Strafraum, die im eben nicht liegen. Maina hat es dann für mich in Hälfte zwei besser hinbekommen, stand da etwas höher.

Standardsituationen waren mal wieder ein Thema beim FC: hat sich in den letzten Wochen ja eigentlich gebessert, aber gestern war es eigentlich eher nichts. Sankt Pauli ist fast immer gefährlich geworden, selbst hat der FC mehrmals versucht El Mala am langen Pfosten zu finden - die Bälle kamen dann aber zu unpräzise, als dass er sie noch einmal in die Mitte legt. Auffällig fand ich, wie Ache bei Einfwürfen von Pauli (die alle eher lang kamen), sehr früh mit zurückgerückt ist.

Am Ende macht der FC dann etwas besser Druck, gerade das Zusammenspiel Kaminski, Maina, Waldschmidt auf rechts hat da für etwas mehr ‘spielerische Ansätze’ gesorgt. Aber zwingend war es nicht wirklich - auch, da man ein paar Mal dann versucht hat auf links zu verlagern, um dort zu langsam zu spielen und wieder abzubrechen (die Situation von El Mala, in der Ando Gelb sieht, war einmal etwas ‘gefährlicher’).

Insgesamt ein etwas glücklicher Punkt, aber doch das Minimum erreicht, um St. Pauli auf Distanz zu halten.

Zumindest zweimal (und bei dem Tor) waren unsere Abschlüsse nicht so schlecht. Beim 1. lenkt Schwäbe den Ball mit dem Fuß über die Latte, beim 2. rettet Bülter vor der Linie.

Die Entscheidung das Spiel nach dem 1:0 zu Ende zu verteidigen halte ich für nachvollziehbar. Köln hat aus dem Ballbesitz ganz wenig Gefahr erzeugt und wir hatten das Spiel auch ohne Ball unter Kontrolle. Leider war die Leistung der eingewechselten Spieler nicht gut.
Ohne den Strafstoß kommt Köln meines Erachtens nicht zu einem Tor.

Bei diesem Strafstoß frage ich mich ob die Szene wirklich die Schwelle für einen VAR Eingriff überschritten hatte.

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Stimmt, bei den Abschlüssen hast du Recht. Hatte eben vor allem die zwei ersten Chance von Hountondji im Kopf (freier Kopfball nach Eckballverlängerung und einmal nach Verzögerung am Fünfer), die ich eher schwach fand - aber es gab durchaus noch bessere und Schwäbe hat ein gutes Spiel gemacht.

Auf der anderen Seite hat der FC es nicht geschafft zu Abschlüssen (aufs Tor) zu kommen. Weiß auch nicht, ob ohne den Elfer ein Tor gefallen wäre.

Den nach VAR zu geben, finde ich vertretbar. Denke, Kaminski hätte den Ball ohne das Einsteigen wohl noch vor der Linie kontrollieren können (was er ja auch versucht), und Mets fällt ihm im Video schon relativ klar auf den Knöchel. Finde da auch das Argument von Blessin, dass Kaminskis Fuß doch erst zur Wade ginge, nicht schlüssig - Kaminski macht den Schritt, um abzuschirmen, aber Mets springt grätschend in den Zweikampf und landet mit Wade/Schienbein auf dem Fuß, der wegknickt.

Wenn er bei dem Schritt zum Abschirmen den Verteidiger trifft, ist es meines Erachtens ein Offensivfoul. Mets macht die Bewegung ja auch um den Ball ins Zentrum zu blocken. Gibt Jöllenbeck das direkt ist es OK. Aber ich halte die Entscheidung ihn nicht zu geben eben nicht für eindeutig falsch.

Aber Mets springt doch in die Grätsche und landet auf Kaminskis Knöchel. :thinking: Selbst wenn Kaminski abschirmt, sehe ich da kein Offensivfoul. Dass der Schiri es nicht richtig sieht, finde ich nachvollziehbar, da die Szene verdeckt ist und Kaminski noch versucht weiterzuspielen, es aber nicht mehr schafft. Es dann zu überprüfen, finde ich richtig, und Mets landet nun mal auf dem Fuß, sodass der Knöchel wegknickt.

Abgesehen davon ist das für Pauli auf jeden Fall ärgerlich, denn ich bin mir auch nicht sicher, dass der FC sonst noch getroffen hätte.

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Ohne die Bewegung von Kaminski zu Mets hin gibt es keinen Kontakt. Die Laufbewegung ist parallel, Mets Ziel ist es den Ball zu blocken. Meines Erachtens hat Kaminski hier das Ziel, dass es zum Kontakt kommt.
Und sollte Blessin recht haben und Jöllenbeck wurde nicht der komplette Ablauf gezeigt, wäre das aus meiner Sicht ein erheblicher Fehler. Ich war im Stadion und kann das daher nicht beurteilen.

OK, verstehe, was du meinst. :+1: Für mich sucht Kaminski nicht den Kontakt, um einen Elfer zu bekommen oder foult Mets durch die Berührung, sodass ich das nicht als einen Umstand gesehen habe, der die Entscheidung ändern würde.

Das mag sein. Aber ohne diese Bewegung wird es da maximal eine Ecke geben. Daher meine Zweifel, dass der VAR Einsatz korrekt war.

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denkwürdiger Auftritt von Exner+Rafalski mit zwei spielentscheidenden (Fehl)Entscheidungen:

  • vorm 2:1 kriegt Omari einen deutlichen Tritt mit dem Spann in die Wade. Ebenso unverständlich ausbleibender VAR Eingriff wie bei Andrichs sehr vergleichbaren Wadentritt bei Frankfurt vs Leverkusen vor ein paar Wochen, der sein Glück in den Interviews nach dem Spiel kaum fassen konnte, dafür keinen Elfmeter gegen sich gepfiffen bekommen zu haben. Nichts Schlimmes und auf gar keinen Fall eine Karte aber halt ein klarer Freistoß.
  • die rote Karte gegen Otele ist auf den ersten Blick vergleichbar mit Manzambi vor ein paar Wochen (ironischerweise auch gegen Bremen und auch von VAR Rafalski). Der Eingriff wurde damals medial kontrovers diskutiert, aber intern hat Rafalski die volle Unterstützung bekommen. Der DFB stufte den Eingriff als korrekt ein. Auf den zweiten Blick sind die Szenen dann aber doch gar nicht so vergleichbar. Manzambi agiert mit offener Sohle und durchgestrecktem Bein im 45° Winkel weg vom eigenen Körper und trifft den Gegenspieler deutlich über Grashöhe. Otele möchte dagegen einfach nur auftreten und tritt dabei versehentlich auf das heranrutschende Bein des Gegenspielers. In der Form dann doch anders als bei Manzambi eine relativ krasse Fehlentscheidung.

Unterm Strich wird lange über diese Leistung gesprochen werden und der DFB wurde nicht für das Risiko belohnt, in so einem wichtigen Derby ein so unerfahrenes Gespann eingesetzt zu haben (Schiri in seiner zweiten Bundesligasaison und VAR der selber nie höher als Regionalliga gepfiffen hat).

edit: shoutout an Harnik, der im Livekommentar sehr sachlich und kompetent aber ebenso entschieden eingeordnet hat, warum das aus Spielersicht zwei sehr praxisferne Entscheidungen waren.

edit2: zum HSV würde ich mich interessieren, woher dieser Zusammenbruch kommt. Ich erinnere mich noch an diesen unfassbar geilen Spielzug zum Ausgleich gegen die Bayern, wo man etliche Polzin-Prinzipien mit rotierenden Positionen, vorschiebenden IVs, etc exemplarisch beobachten konnte. In der Formtabelle ist der HSV aber mittlerweile neben Wolfsburg das schlechteste Team der Liga. Klar, Vuskovic, Sambi und Capaldo fehl(t)en. Aber durch ein paar fehlende Leistungsträger kann ja nicht jedes Spielprinzip und damit auch jegliche bundesligatauglichkeit verloren gehen.

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Nordderby:

Habe live nur Radioübertragung bis circa 60 Minute und dann abends die Sportschau geschaut.

Im Radio hörte es sich teilweise nach ganz guten Spielzügen von Werder an, konnte ich in der Zusammenfassung nicht so richtig wiederfinden. Es bleibt dabei, dass Justin nijmah vorm Tor nix zu Stande bringt, das ist wirklich deprimierend. Das wusste dann auch DSugawara und nimmt ihm dann mal lieber den Ball ab :grinning_face_with_smiling_eyes:Naja, und ohne Stage schießt Werder keine Tore.

Aber insgesamt stimmte auf jeden Fall die Einstellung des Teams. Ich habe schon den Eindruck, dass Thione es geschafft die Stimmung zu verbessern und die Motivation zu steigern.

Die rote Karte gibt mir rätsel auf. Fand ich zu streng und nun Frage ich mich, ob Werder es auch ohne die geschafft hätte.

Zu Union: ich persönlich finde es schön sehr besonders, dass da jetzt eine Frau Cheftrainerin ist und ich finde auch, dass man das ruhig betonen muss, einfach , um nochmal zu betonen, wie absurd es ist, dass diesen Job nur Männer machen. Ich glaube für Frauen und Mädchen ist das total wichtig zu sehen. Ich habe mich sehr gefreut!

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8 Platzverweise und die Saison ist noch nicht zuende. Das muss dringend besser werden! Kaum eine Karte dabei, die klar war, fast jede war diskutabel. Trotzdem muss das besser werden. Das hat uns schon viele Punkte gekostet. (HSV)

Favè hat Rot bekommen, weil er zum Schiedsrichter gesagt haben soll, er sei sehr nervös.

Exner hat ihm postwendend gezeigt, dass er Recht hatte.

Bis zur roten Karte hat er gar nicht mal schlecht gepfiffen. Danach war seine Spielleitung eine Katastrophe. Er war vollkommen von der Rolle.

Vielleicht sollte man ihm keine Spiele überlassen, in denen es hektisch werden könnte.

Ich finde beide Elfmeter gegen Dortmund und auch die rote Karte gegen Otele korrekt? Über die rote Karte kann man mMn deutlich mehr diskutieren als über die Elfmeter.

Bei beiden Elfmetern ist der Arm deutlich vom Körper weg, die aktive Bewegung geht nicht vom Ball weg (bei Süle mWn sogar deutlich zum Ball), der Ball wird eindeutig berührt. Ist halt Elfmeter. Dass Süle vorher wegrutscht und dann verletzt ist und die Hand eine reflexhafte Schutzhand ist ist soweit ich das verstehe irrelevant, “Schutzhand” gibt es im Regelwerk nicht. Ich finde da auch die Regel nicht “falsch”, am Ende des Tages blockt er damit klar den Torschuss. Wir haben da auch diese Saison ganz andere Handspiele oder Foulspiele in irgendwelchen Seitenbereichen des Strafraums gesehen, die teilweise aus Aktionen Richtung Eckfahne dann 85% Torchancen gemacht haben. Das hier war zumindest mal ein Schuss (vermutlich aufs Tor?). Da ist zwar noch Verkehr zwischen dem Ball und dem Torwart, aber so was kann immer mal durchrutschen oder abgefälscht werden oder so.

Der zweite Elfmeter ist doch unter der aktuellen Regel keine Diskussion, oder?

Und auch wenn ich bei der roten Karte die Argumente durchaus verstehen kann, unter dem Strich trifft Otele ihn mit seinem vollen Gewicht auf das Schienbein, nachdem der Bremer klar vorher am Ball ist. Otele “spielt” den Ball auch nur, weil er angeschossen wird. Er kann das halt komplett verhindern, in dem er einen Schritt vorher realisiert “ich komme nicht dran” und drüber springt. Stattdessen versucht er ja mit dem rechten Fuß noch den Ball zu spielen, nachdem er das linke “Standbein” auf dem Schienbein des Bremers abgestellt hat. Klar war das keine “Absicht”, aber das ist für Foul oder rote Karte mWn nicht ausschlaggebend. Ich würde davon ausgehen, dass er den Kontakt so auf dem Spielfeld nicht wahrnimmt und dann wegen eines “Serious Missed Incident” rausgeschickt wird. Ich verstehe schon, dass das im Spiel dann wahnsinnig schnell geht (und dass Schiris dann als Einstieg oft in den Review das Standbild des Treffers gezeigt wird finde ich komplett falsch), aber ich finde es nicht falsch, da das Signal an die Spieler zu senden “verhindert so Kontakte”, weil da kann halt richtig was kaputt gehen. Das nächste mal zieht Otele bei sowas vermutlich nicht durch.

Hot Take zum Abschluss: Riera ist aktuell mein Kandidat für die erste Trainerentlassung nächste Saison.

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Zum eigentlichen Spiel SVW vs HSV

Ich hab Schwierigkeiten das Spiel ansich einzuordnen. Ich bin etwas ratlos.

Fakt ist, Capaldo tut dem HSV gut und sowohl Luka Vuskovic wie auch Sambi-Lokonga fehlen deutlich.

Glatzel zu bringen, war auch ne gute Entscheidung.

Diese vermaledeiten roten Karten sind unser Verderb.

Ansonsten bin ich auf eure Aufarbeitung des Spiels gespannt.

ps: Ich weiß schon, warum ich Derbys hasse. All das, was rund um das Spiel geschehen ist, die Gewalt, die Aktionen der Bremer vor dem Teamhotel der Hamburger usw. Mich kotzt das alles an.

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Wenn er das so gesagt hat, ist das mMn klar rot und vorallem strunzdumm.

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Für mich zeigen beide Handelfmeter in Hoffenheim, dass die Regel dazu entweder kompletter Blödsinn ist, oder falsch ausgelegt wird. Gerne hierzu noch einmal Bezug nehmen, Max.

Jeder Fußballer hat in der Bewegung automatisch die Hände von Körper weg. Ansonsten könnte man nicht Rennen, würde umfallen bzw. hätte keine Stabilität. Somit ist diese Formulierung “von Körper abgespritzt" irreführend da es klingt als wäre dies unnatürlich, was es nicht ist.

Bei beiden Szenen ist weder eine unnatürliche Bewegung noch Absicht (ist dieser Fakt nicht weiterhin in den Regeln als entscheidend beschrieben?). Ryerson dreht sich ganz natürlich vom Ball weg. Und ja die Hand ist nicht am Körper. Ganz natürlich. Kein Ziel den Ball mit der Hand zu spielen. Keine Bewegung zum Ball. Bei Süle auch ähnlich. Er rutsch aus, fällt hin. Er sieht den Ball auf sich zukommen, und reflexartig geht die Hand (Schutz) hoch. Keine bewusste Aktion. Keine Abschließende. So meine Einordnung.

Wenn man für Dinge die man nicht bewusst macht, die reflexartig basierend und oft auch komplett natürlich sind, dann hat dies nichts mit vernünftigen, sinnvollen und durchdachten Regeln zu tun. Dann ist dies nicht im Sinne des Spiels. Und für mich ehrlich gesagt auch total absurd.

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Aber sind dann die beiden Szenen nicht grundsätzlich unterschiedlich, was “unnatürlich” angeht? Süles Hand geht Richtung Ball, weil er sich wegdreht und mit der Hand schützen will aus Reflex, weil er den Ball auf sich zukommen sieht mMn, Ryersons Arm ist aus dem Sprung heraus “abgespreizt”. Das zweite wäre für mich eher fußballtypisch, wird aber halt einfach oft gegeben aktuell. Das erste ist ein Arm, der sich Richtung Ball bewegt (vermutlich als Schutzreflex, aber trotzdem). Oder wie definieren wir “unnatürlich”? Ich weiß aber auch nicht, was da aktuell die Regel und was Regelauslegung ist.

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Evtl. verstehe ich dich falsch, aber es wird doch jedes Tor geprüft und ich wäre jetzt erst einmal davon ausgegangen, dass diese Szene Teil der Prüfung war. Oder gehst du davon aus, dass zuviel Zeit zwischen dieser Szene und dem Tor gelegen hat?
Jedenfalls hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn das als Foul gepfiffen wird, auch wenn ich persönlich das nicht gepfiffen haben möchte, wenn beide Spieler so zum Ball gehen. Aber das spielt ja keine Rolle :wink:

Ich fand auch die rote gegen Otele schwierig. Interessant fand ich dazu aber das Sky-Interview von HSV Spieler Remberg direkt nach dem Spiel. Ihm wurde die Szene gezeigt und er meinte darauf hin, dass er die rote Karte dann verstehen könne.

Wobei es, was ich jetzt so gelesen habe, nur vereinzelt Gewalt im Sinne von körperlicher Auseinandersetzung gegeben hat. Siehe z.B. Bericht vom Weserkurier der sich auf den Bericht der Polizei bezieht.

Wirklich bedenklich finde ich den stark zunehmenden Einsatz von Pyros und Feuerwerkskörpern. Sei es die Aktionen aus dem HSV Block vor und nach dem Spiel[1] oder die Aktion in der Nacht davor vor dem Hotel des HSV-Teams[2]. Früher gab es solche nächtlichen Aktion auch schon, aber da wurde eher harmlos oder kreativer versucht das Team zu stören. Hatte dann auch eher etwas kindisches/albernes.
Von der HSV-Aktion eine Toilette (den ganzen Raum, nicht eine einzelne Schüssel) im Stadion anzuzünden ganz zu schweigen.

Meinem Eindruck nach und das trägt zu meinem „bedenklich“ sehr bei, kommen solche Aktionen vermehrt auch fernab von Derbies oder Rivalitätsspielen vor.

Zum Spiel selbst. Ich fand das 1:1 zur Halbzeit völlig in Ordnung evtl. sogar etwas positiver für Werder, da ich den HSV vor dem 1:0 stärker fand. Sie haben Werder sehr gepresst und ins letzte Viertel gedrückt. Auf der anderen Seite hatte Werder mehr Chancen bezogen auf wir kommen in eine Abschluss-Situation. Dann aber halt das Problem: Der Abschluss :wink:
Njinmah kann man gestern aber zu gute halten, dass er zumindest ein paar Aktionen hatte wo er doch mal den Kopf oben hatte und einen Mitspieler angespielt hat. In Summe aber, wie fast in jedem Spiel, zu eigensinnig bzw. mit zu wenig Überblick und nem schlechten Abschluss. Aber damit ist er ja in Werders Offensive nicht allein.

Insgesamt hatten beide Teams Möglichkeiten das Spiel für sich zu entscheiden und das wäre dann auch jeweils ok gewesen. Mit Vuskovic hätte das vermutlich anders ausgesehen.
Die Leistung des Schiedsrichter-Teams fand ich eigentlich gut. Vor allem weil die Linie für beide Teams gleichermaßen galt. Ich würde sogar sagen auch noch in dem Zeitraum der die vermeintliche rote Karte, die dann in gelb gewandelt wurde einschließt. Danach wurde es aber irgendwie wild.

Für Werder unglaublich wichtige Punkte, angesichts des Restprogramms vor allem. Der HSV hat ein ähnliches vor sich. Ich hoffe einfach mal, das beide die Klasse halten können.


  1. Es wurden Raketen etc. vom HSV Block auf das Spielfeld, in andere Blöcke und auch auf die DAZN Reporter am Feldrand geschossen. Nach dem Spiel wurden Raketen vom Gästeblock (in der West) in die Ostkurve geschossen. Diese Raketen landeten in der Ost, vor der Ost im Bereich der Ordner und Fotografen und am Rand des Spielfelds wo sich Werders Spieler aufhielten. ↩︎

  2. Eine größere Gruppe Werderanhänger hat sich in der Nacht vor dem Spiel vor dem Hotel versammelt um zu stören; dies vor allem durch den Einsatz von Pyro und Feuerwerk ↩︎

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Bei Muheim hat mal leichte Entwarnung gegeben, Sambi-Lokonga steht für das nächste Wochenende auf der Kippe und Vuskovic wird, stand jetzt, noch 1-2 Spiele ausfallen.

SCF - FCH
Mehr als nur ein Fußballspiel oder eben doch NUR ein Fußballspiel

Nach den Spielen der letzten Tage, die gefühlt hauptsächlich aus Provokationen, Rudelbildungen und Theatralik bestanden :grimacing:, war Freiburg gegen Heidenheim eine ganz andere Partie und das obwohl es für beide Mannschaften um viel ging. Bekannterweise bin ich ja die Spezialistin für Gefühle und weiche Faktoren und insofern möchte ich Euch auch daran teilhaben lassen :wink:

Schon vor dem Spiel haben beide Vereine gemeinsam eine Typisierungsaktion auf die Beine gestellt, weil die Partnerin von Eren Dinkci an Leukämie erkrankt ist. Auch beim kommenden Heimspiel in HDH gegen St. Pauli wird es das geben.

Das war auch in der Heidenheimer Pressekonferenz vor dem Spiel großes Thema und wurde noch einmal im Stadion und von DAZN aufgegriffen.

Dinkci selbst war nicht im Kader, gab aber vor dem Spiel ebenso wie Freiburgs Kapitän Günter ein emotionales Interview.

Dazu kommt, dass es für Heidenheim ohnehin ein schwieriges Spiel war – der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums war wenige Tage zuvor unerwartet verstorben.

Was dann auf dem Platz passiert ist, war einfach angenehm. Spieler halfen sich gegenseitig auf, kümmerten sich um Gegenspieler und vergewisserten sich ernsthaft ob es demjenigen gut ging.

Kein großes Drama, einfach ein normaler, fairer Umgang miteinander – der leider selten so normal ist.

Dann die Szene mit Michael Honsak: Bekommt eine Ecke zugesprochen, sagte dem Schiedsrichter aber, dass er zuletzt dran war und es eigentlich Abstoß für Freiburg sein müsste.

Klingt nach einer Kleinigkeit, ist es aber irgendwie nicht, wenn gefühlt in jedem Spiel versucht wird, Fouls und Elfmeter zu ziehen, oder maximal Zeit von der Uhr zu nehmen.

Noch kurz zu Freiburg. Ich habe ja in einer Rasenfunk-Folge viel Kritik an Taktik und vor allem Spielweise geübt, da ich den Kader und die Möglichkeiten als deutlich besser einstufte als die bis dahin sehr biederen Vorstellungen.

Das ist inzwischen Geschichte und es freut mich sehr, wie die Mannschaft jetzt agiert. Es macht Spaß zuzuschauen, und ich hoffe, das werden noch zwei Finals in dieser Saison und mindestens ein Titel!

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