Breitenreiter: Der König ist tot, es lebe der König?


#1

Also als 96 Fan waren die letzten Tage wirklich kaum zu ertragen: Dem enttäuschendne Rückrundenauftakt, der offenbarte, dass es nach der Winterpause so weitergeht wie zuvor, folgte ein ziemlich deutliches absägen des Trainers, von dem man sich jetzt wieder etwas distanziert. Damit hat man Breitenreiter endgültig zur lame duck gemacht.

Der Verein gibt diese Saison, und das ist das fast schon unmögliche, ein noch schlechteres Bild ab als in den Saisons zuvor. Da wurde immer viel über des Streit um 50+1 und die Fanproteste geredet, aber das waren im Lichte der Entwicklungen dieser Saison ja fast schon Lapalien. Mir ist unbegreiflich:

  • Wie kann ich im August noch einen Trainer verlängern, wenn ich mir nicht absolut sicher bin, dass ich mit dem notfalls auch den Weg in den Abstieg gehe. Denn ganz ehrlich: Dann lieber die Vertragsverhandlungen in den Winter schieben. Das birgt zwar die Gefahr, dass der Trainer bei toller Entwicklung der Mannschaft nicht verlängert, aber in dem Fall ist es ja mit der Mannschaft ganz gut gelaufen und man kann einen anderen Trainer holen. Ich kann nicht immer nöhlen, dass kein Geld da ist und dann solche Verträge machen.
  • Wie kann ich vor der Winterpause (im Dezember) einem Trainer noch den Rücken stärken und dann über den Winter trainieren lassen, wenn ich ihn offensichtlich nach einer enttäuschenden Niederlage zum Rückrundenauftakt direkt schassen will?
  • Wie kann ich mich kommunikativ so bescheuert anstellen, dass mein Trainer durch Verhandlungen über seine Zukunft (an denen er nicht teilnahm), so beschädigt wird, dass er jetzt so angezählt noch weiter machen muss. Warum? Damit man mehr Zeit zum verhandeln hat? Damit der neue Trainer dann mit nem Heimspiel anfangen kann und nicht beim Tabellenführer ran muss? Hätte ich mir das nicht überlegen können, bevor ich mich Sonntag im Sichtbereich der Öffentlichkeit zusammensetze?
  • Wie kann ein Sportdirektor eine solche Aktion wie die Rückholung von Jonathas bei der Dezemberbilanz von 96 erst Anfang Januar ernsthaft erwägen? Müsste man da nicht im Dezember für diesen Fall schon mal vorfühlen? Der Bedarf auf der Position ist seit dem Füllkrugausfall bekannt.
  • Wieso wird eigentlich Breitenreiter für alles verantwortlich gemacht? Klar, der Erfolg fehlt und da greifen dann die Mechanismen der Branche. Aber die maßgeblich verfehlte Transferpolitik ist mit Sicherheit mehr das Werk von Horst Heldt als von Breitenreiter. Man hatte zur Verbesserung der Transferpolitik ja mal Andermatt installiert, der dann aber im Oktober gehen musste. Offensichtlich hat diese Maßnahme ihr Ziel auf verfehlt, denn Heldts Transfers passen - wie von Max im Rasenfunk ja mehrfach analysiert - nicht ins Konzept des Trainers. Warum mach Heldt eigentlich keiner einen Vorwurf? Der Sportdirektor, der sich bereits ZWEI mal mehr als wechselwillig zeigte!? Nach der Duffner Katastrophe, der vor seinem Abgang nochmal schnell was zusammenkaufte, gelange ich auch hier zu dem Eindruck, dass Menschen die eigentlich gar nicht da sein wollen auch keine gute Arbeit machen.
  • Breitenreiter ist nicht frei von Fehlern, aber für gewisse Aspekte der Vereins- und Transferpolitik und vor allem für das Verletzungspech kann er nichts. Für die ersteren beiden Punkte kann man aber mit einigem Recht Kind und Heldt verantwortlich machen, die jetzt recht unelegant versuchen, Breitenreiter im Fokus stehen zu lassen. Wie gesagt: Wenn man mit der Entwicklung nicht leben kann, dann hätte man ihn nicht vorzeitig verlängern sollen. Zumal man dann jetzt noch einen weiteren Trainervertrag aufsetzen wird, der je nach Entwicklung auch nochmal richtig Geld verbrennen könnte.

Das gesamte Verhalten der Verantwortlichen zeigt vor allem eines: Die absolute Hilflosigkeit. Der Kader ist in der Zusammensetzung mit der Verletztenliste nicht Konkurrenzfähig und kein Spielertransfer wird das beheben. Ich bin mir auch recht sicher, dass Kind und Heldt wissen, dass kein Trainertransfer das beheben kann. Aber man muss sich dann nicht Tatenlosigkeit vorwerfen lassen und kann nochmal sagen, dass man nen frischen Impuls gesetzt hat etc. Für das bisschen Medienkosmetik wird man aber teuer bezahlen müssen. Und bitte: Wenn man es dann schon macht, dann bitte geradlinig. Die Außendarstellung ist katastrophal und wenn das innere Chaos jetzt so stark wahrnehmbar nach außen tritt, zeigt das nur, wie schlimm es tatsächlich ist.

Mir ist endgültig die Hoffnung auf einen glimpflichen Saisonausgang genommen wurden, denn wenn die Vereinsverwantworlichen schon so kopflos handeln, dann werde ich von den 96 Spielern auch nicht mehr erwarten dürfen. Breitenreiter war das Versprechen, dass man mit einem für 96 Verhältnisse vielleicht überdurchschnittlichen Trainer längerfristig etwas entwickelt. Jetzt werden die Thomas Dolls und Gisdols dieser Liga über den Verein hinwegrollen und höret meine Worte: Auch der in der Schlusskonferenz unmöglich empfundene Korkut ist noch im rennen. Kind ist ein totaler Fan von Tayfun, der dann auch noch kurzfristig über Hannover hinwegfegen dürfte…

Das_Daw


#2

Kind muss weg!
Heldt will weg!

Slomka und alle anderen sind nicht die Lösung!
Aber es gibt viele die gerade Slomka wieder wollen.
Ich muss zugeben das ich Slomka unsympathisch finde und das meine neutrale Sicht versperrt ob sein Spielkonzept gerade zum Kader und der Situation passt.

Ich wünschte mir die Einsicht vor allem bei Herrn Kind das H96 ein Verein ist, der damit leben muss auch mal 2 Liga zu spielen. Mit Glück aber auch mal Europapokal.
Es brauch ein Bekenntnis dazu und ein Konzept das maßgeblich mit einem Trainer langfristig verfolgt wird.
Andersrum Hörgeräte Kind ist nicht so erfolgreich geworden weil ständig Manager und andere leitende Angestellte eingestellt und entlassen wurden. Alle und auch ich bemängeln das Herr Kind den Verein wie ein Wirtschaftsunternehmen führen würde. Er tut es aber nicht wie mit seinem Konzern.
Vielmehr agiert er wie ein Finanzhai der versucht seine Investitionen schnellst möglich wieder mit Gewinn aus der Sache zu ziehen. Fußball als Rendita und Anlage Projekt.

Herr Kind hat Fehler gemacht.
Schmadtke zu vergraulen war ein Nein der Fehler schlecht hin.
Heldt nicht ziehen zu lassen war auch ein Fehler.
Satzungsänderung,Entmachtung des Ev. genauso ein Fehler
Andermat ein Fehler.
Kommunikation mit der Fan Szene
Fehler.

Alle die sagen „wir haben Martin Kind so viel zu verdanken“ wirklich oder hat es sich nicht schon aufgewogen?
Oder ist es nicht mehr schon ins Gegenteil gekippt?

Ich finde schon das Herr Kind allen Kredit aufgebraucht hat.
Leider verstehen viele im Stadion die Kind muss weg rufe nicht richtig. Oder fühlen sich gestört von den Ultras.
Soll man es Ihnen verübeln?
Es sind nur Konsumenten die sich oft nicht mit der Tiefe der Probleme beschäftigen oder die Komplexität der Probleme nicht sehen.
Kind hat seinerzeit Ende der 90ziger viel versprochen und wenig gehalten.
Leider :roll_eyes:


#3

Ist der einzige Punkt wo ich mittlerweile eine andere Meinung zu habe. Schmadtke scheint einen Riecher zu haben, wann man das sinkende Schiff großherzig verlässt. Das war so als es bei 96 knirschte und er dann ging - da war dann Slomka der Buhmann der Schmadtke vergrault hat. Bei Köln ist er auch gegangen als es schon nicht mehr lief, aber hängen geblieben ist vor allem, dass Stöger die Wende nicht schaffte. Von dem kaderverantworlichen Schmadtke redete da keiner mehr, der immerhin seinen (Schwieger-)Sohn (!?) als Scout installiert hatte - eine mehr als fragwürde Methode.

Wenn man die Interviews vom Neujahrsempfang sieht, dann tun jetzt alle so als hätte es keine Diskussion um Breitenreiter gegeben bzw. kein Misstrauensvotum. Aber das ist von Seiten Kind und Heldt einfach nur verlogen. Die sind doch beide ihr halbes Leben im Fußballgeschäft. Dass ein Treffen im Kokenhof am Tag nach einer Niederlage wo sich der Sportdirektor nicht vors Mikrofon stellt unter besonderer Beobachtung steht ist doch klar. Zu sagen, dass war ein turnusgemäßes Treffen (ohne Implikation) ist doch lächerlich. Ferner dürften alle lange genug dabei sein um zu wissen: Wenn hätte man am Sonntag zur Not spät abends noch ne Erklärung dazu abgeben müssen, um größeren Schaden zu verhindern. Wenn man dann erst am Neujahrsempfang auf mehrfache Nachfrage ein halbgewalktes Dementi abgebe, was alles und vor allem nichts bedeuten kann, hat man mMn die für den Trainer schlimmste Situation geschaffen: Man tut so als hätte er das Vertrauen, aber jede Geste, jede Mine, jeder Satz behauptet das Gegenteil.

Man kann sich nur wundern, wie Bundesligavereine so unprofessionell agieren können. Letzte Woche Düsseldorf und diese Woche Hannover… Vielleicht sollte man mal nicht mehr Fußball- sondern mehr Kommunikationssachverstand in den Vereinen bei sky90 fordern…

Das_Daw


#4

Ist auch fragwürdig warum es Pressestellen in den Vereinen gibt wenn Manager, Trainer und Präsidenten ständig alles selber kommentieren.
S.Seibert wäre das Desaster bestimmt schöner gelungen😉

Inzwischen habe ich gelesen das
Stendel eine bessere Bilanz hat als Breite
Hier zeigt sich auch wieder der fehlende Mut einfach an einem Trainer festzuhalten und ein langfristiges Konzept zu ersinnen und zu verfolgen.
Okay AB war auf dem Markt und Hinterher ist man immer schlauer aber bis auf die Tatsache das AB zu haben war hab ich den Trainer Wechsel nicht verstanden.
Wenn das Prinzip „Gelegenheit ist günstig vor reiflicher Überlegung steht“ sagt das doch schon alles aus.
Insgesamt muss man in Hannover die diskussions Richtung drehen. Gerade erst unter einem anderen Artikel auf NDR.de wieder gelesen „ohne Kind wären wir …“ Ich frag mich warum keine ehrlich Bilanz gezogen wird. Kind war mal gut für den Verein und die Profies aber legitimiert das auf ewig Fehler frei zu sein? Wo sind die Kontroll und entscheidungsgremien die Kind kritisch bilanzieren? Investigative Presse?
Pro Verein wirklich so ein großes übel wie man glauben machen will?
Martin Kind der Fussball Parte von Hannover ? Don Kind von der Leine???


#5

Es wäre dumm jetzt Breitenreiter zu entlassen. Die nächsten Gegner sind Dortmund und Leipzig. Vermutlich darf Breitenreiter da noch schön verlieren und danach kommt dann so einer wie Gisdol.


#6

Das ist aber auch ein bisschen Augenwischerei. Denn Stendl hat einen viel höheren Anteil an Zweitligaspielen in seiner Bilanz (13 Siege bei 25 Spielen) - und da ist der 96 Kader im Verhältnis natürlich Favorit gewesen. (Breitenreiter kommt auf 6 Siege von 9). In der Bundesliga hat Stendel von 6 Spielen immerhin zwei gewonnen und ist damit mit 1/3 Siegbilanz selbstverständlich auch besser als Breitenreiter - aber hier kommt Stendl jetzt einfach die geringe Anzahl der Spiele statistisch zu Gute.
Ich bin auch für ein langfristiges Trainerkonzept und da hat Breitenreiter halt nachgewiesen, dass er unter den richtigen Bedinungen auch taktisch gut coachen kann. Bei Stendl stand die Taktik meist weniger im Vordergrund und er hat sich meiner Erinnerung auch mehr so als Motivationskünstler Daumscher Prägung verstanden. Da halte ich Breitenreiter schon für den besseren Kandidaten und, wie schon mal geschrieben, für Hannover vom Trainerniveau ein guter Fang mit Verbindung zur Region. Man hat ja gesehen, was mit Schaaf, Frontzeck und Co. sonst in Hannover anheuert - da fährt sogar nochmal Peter Neururer mit dem Porsche am Maschsee vor…

Aber wenn das der Plan ist, dann müsste ich doch als Verein vorher nichts nach außen dringen lassen. Es ist doch eine Katastrophe, dass der jetzige Trainer mit dieser Aussicht in die nächsten Spiele geht und es alle wissen. Hätte man einfach dicht gehalten, hätte man nach drei Auftaktniederlagen (so es so kommt) dann sagen können: Wir wollten vor dem wichtigen Heimspiel gegen Nürnberg noch mal was machen, blabla. Wäre auch nicht elegant, aber normaler Bundesligastandard. Aber den Trainerstuhl von Breitenreiter jetzt anzusägen und ihn dann drauf sitzen zu lassen, macht aus Sicht der Mannschaft und des Verein in keinerlei Hinsicht Sinn. (Es sei denn man glaubt, dass die Mannschaft sich jetzt für den Trainer irgendwie zerreißt und in Dortmund drei Punkte klaut…)

Das_Daw


#7

Oder man macht was ganz orthodoxes und verkündet, das man nach reifer Überlegung keinen so guten Perspektive Trainer wieder bekommt und den Vertrag erfüllt, auch mit ihm Absteigt und ein langfristiges Modell zusammen entwickelt.
Mir haben die ersten Spiele der Hinrunde sehr gut gefallen nur hat sich die Manschaft nicht belohnen können und dann blieb schnell das Selbstvertrauen auf der Strecke. Dann wurde die Verletztenliste länger und länger. Da hat man doch als Trainer Team keine richtige Chance. Ich halte nichts von diesen „Mechanismen“der Bundesliga. Das Geschwätz von Managern und höheren Verantwortlichen die nicht bereit sind Farbe zubekennen das sie die Schuldigen sind.
Ich sag es ungern aber beim FCB haben sie sich auch intern hinter den Trainer gestellt und da so einige Spieler ins Böro zitiert und Tacheles geredet.
Letzte Patrone Trainerwechsel.
Wie wäre es mal im Vergleich zur Patrone Gehaltskürzung beim Spieler?
Im Fall von 96 liegt es jetzt nicht daran das die Manschaft nicht will oder gegen den Trainer spielen. Die können nicht besser.