BVB: Kovac hat keine Chance

Wir haben mit Magdalena Austermann (Sportjournalistin, u.a. beim ZDF Sportstudio, Instagram, TikTok) über den BVB gesprochen. Wie hat euch die Sendung gefallen?

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Sorry, die VfB Perspektive: ja, macht Waldemar Anton zum Kapitän. Er wird seine Liebe zum BVB mit seinem Herzblut unterschereiben und eine Woche später in die Premier League wechseln. Also dann nehmt doch besser Ryerson!

Eher andersrum. Würde mich nicht wundern wenn Ryerson dem BVB mitteilt dass er gerne diesen Sommer nach England will.

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Spannende Folge!

Bei Guirassy stimme ich Max zu und irgendwie ist man da teilweise noch im Winter hängen geblieben wo er eben länger nicht getroffen hat und seine xG stark unterperformt hat.

Jetzt hat er seit dem Brustlöser gegen Heidenheim 11 Tore in 15 Spielen. Davor waren es 2 in 15 und der Rest kommt vom guten Saisonstart. Der Verein und Kovac haben sich immer hinter Guirassy gestellt und man will ihn offensichtlich nicht verkaufen. Wenn er geht dann weil jemand die AK zieht oder der Spieler unbedingt unbedingt gehen will.

Zur Geschäftsführung habe ich schon das Gefühl dass da zeitweise um die Verpflichtung von Book sehr offensive Ansagen gemacht wurden aber generell will der Verein nicht Wasser auf die Mühlen der schlechten Stimmung kippen. Ricken und Kovac scheinen mir aber wenig als die Personen, die große Ansagen machen wie es vielleicht in der Vergangenheit passiert wäre.

Interessante Folge.

Trotzdem ein paar Gedanken als Fan:

Kovac händelt das Umfeld und vor allem die Presse echt souverän. Trotzdem kann man anmerken, dass er auch schon in das ein oder andere Fettnäpchen bei den Fans getreten ist. Beispielsweise in dem er Beiers Meisteransage nach dem Spiel in Heidenheim öffentlich „einkassiert“ hatte oder jetzt erst kürzlich, den Meisterkampf für die kommende Saison schon als quasi erledigt bezeichnet hat (hat natürlich nicht Unrecht, kommt aber trotzdem nicht gut an).

Bezüglich der Nachwuchsarbeit, ist es wichtig zu erwähnen, dass der BVB mit Thomas Broich die Jugendakademie konzeptionell auf den Kopf stellt. Gibt dazu auch mehrere spannende Interviews (kürzlich auf Transfermarkt.de beispielsweise.

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Viel Liebe von mir für die Laudatio für Julian Ryerson. Genau so habe ich ihn bei Union kennen und lieben gelernt.

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Was mir bei der Folge aber auch bei fast allen Medienschaffenden rund um den BVB aufgefallen ist, ist wie stark Narrativ-Getrieben die Betrachtung der Saison und des gesamten Vereines ist. Es wird kaum auf die Daten oder das konkrete Geschehen auf dem Platz eingegangen, dafür umso mehr auf Gefühle und Geschichten rund um Trainer, Spieler und Funktionäre.

Beispiele:

  1. Bellingham soll ein Flop sein, weil ihm die Tore fehlen. Der ist klarer defensiver Mittelfeldspieler der zudem in den letzten Spielen direkt an Toren beteiligt war. Zudem ist der gerade 20 und wird dann mit Stiller verglichen. Ein Couto sei dagegen noch nicht so richtig zu bewerten gewesen, obwohl der inzwischen ganz klar ein Fehleinkauf war.
  2. Die Jugendarbeit sei schlecht, weil Campbell und Duranville sich nicht durchsetzen konnten. Zum eine werden da verschiedene Themen vermischt und zum anderen MUSS man sich hier auch mit dem neuen Ansatz von Broich und co. intensiver auseinandersetzen. Sonst braucht man es auch nicht ansprechen. Denn ja, die war nicht gut. Aber eher in den letzten 15 Jahren und weniger die letzten 2.
  3. Der Spielstil ist unattraktiv und die Fans finden es doof und würden lieber mehr verlieren als schlechte Spiele zu sehen. Sorry, aber die besonders lauten X User sind nicht das Sprachrohr der BVB Fans. Klar wollen alle tollen Fußball sehen, aber als erstes wollen wir Siege und dann auch wieder Titel sehen.

Dazu kommen noch viele weitere Punkte bei denen ich mir tatsächlich mal eine sachlichere Auseinandersetzung mit dem BVB gewünscht hätte. Das hätte im Übrigen auch ein Niko Kovac verdient. Nicht weil der sooo geil ist, sondern einfach aus Fairnessgründen.

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Nach so langer Zeit immer noch beleidigt? Ihr müsst langsam mal klar kommen.

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@GNetzer 1. Könntest Du bitte 2-3 Beispiele für in dem 90ern und 00er Jahren aktive Fußballer geben, die KEINEN Modellathletkörper hatte und heutzutage gefeiert werden? Ich hab nachgedacht und mir fiel nur Mario Basler als Kettenraucher ein, aber ich weiß nicht, ob Du den meintest.

  1. Als aktuellere Gegenthese: Hatte nicht Max Kruse eine zeitlang Übergewicht und wurde trotzdem für seine fußballerische Performance gefeiert?

Ronald 9

Ailton

das finde ich sehr schön auf den Punkt gebracht, würde da die meisten Fans mit einschließen. Wahrscheinlich ist das sogar ein zentraler Punkt in der Fanbindung, vor allen auf Fans von außerhalb gemünzt. Hier speziell das Narrativ „echte Liebe“, das behauptet, der BVB sei ein ganz besonderer Verein, der viel mehr für Zusammenhalt stehe, als das andere Vereine tun.

Auch Magda steigt beim Thema Emre Can voll auf dieses Narrativ ein, wo ich schon ein bisschen schmuzeln musste. Denn was sie hier vollmundig als „Teil der BVB-Identität“ verkauft (eine Vertragsverlängerung für einen schwer verletzten Spieler), ist doch in Wahrheit der Normalfall in der Bundesliga, zumindest bei verdienten Spielern. Ich wüsste jedenfalls kein Gegenbeispiel in vergleichbaren Fällen.