Das eine schließt das andere meiner Meinung nicht aus . Eine Altersgrenze wäre meiner Ansicht nach alleine schon deshalb sinnvoll, weil Menschen ab 65 weiter weg von aktiven Fußballern weg sind als die meisten aktiven Fußballer überhaupt gelebt haben. Also vom Alter her. Da wäre es meiner Ansicht nach schon sinnvoll zumindest etwas mehr Nähe zu haben.
Frauenquote ist ähnlich, es muss nicht besser werden, aber schaden würde es meiner Meinung nach halt sicher nicht und der DFB repräsentiert nunmal auch den Frauenfußball, darum sollten halt auch Frauen in den obersten Funktionen sichtbar sein…
Ansonsten geb ich dir vollkommen recht. Der DfB wäre für mich einer der Fälle bei dem ne externe Agentur gut wäre, die das Headhunting übernimmt… Ex-Spieler können ja die besten Personen für die Jobs sein. Aber halt nicht nur weil sie Expspieler sind und sich früh genug ums Networking gekümmert haben…
Die tiefen Einblicke habe ich auch nicht und ich glaube auch nicht, dass es daran liegt was ich jetzt schreibe, nur ne theoretische Erklärung wie sowas zu Stande kommen kann:
Man scoutet va die körperlich überlegenen Spieler, die sind dann im Jugendbereich noch besser als die kleinen Yamals, wenn es dann aber Richtung Erwachsenen Fußball geht, ist die körperliche Überlegenheit weg und die Technik kann nicht mehr mithalten.
Diese Faktoren gibt es, NLZ und Stützpunkte sind sich der Problematik aber bewusst und es gibt seit mind. 10 Jahren eine ganze Reihe von Maßnahmen dagegen.
Ich war in den 10er Jahren Jugendtrainer und Jugendleiter bei einem ambitionierten Amateurverein, habe eine C-Lizenz gemacht und ehemalige Spieler von mir sind in der Landesauswahl und in NLZ gewesen. Etwas Einblick habe ich aus der Zeit also.
Ich führe ein paar Punkte auf die meines Erachtens größere positive Entwicklungen darstellen:
breite Verbesserung der Trainer*nnenausbildung, die Qualität des Trainings gibt bei Kindern und Jugendlichen den Ausschlag, in unserem Verein haben wir durch diese Maßnahme erreicht, dass nicht mehr 1-2 Teams in der Landesliga gespielt haben, sondern 5-6 Landes- oder Oberliga
Kinderbereich: kleinere Gruppen, viele Ballkontakte, implizites Lernen von Fähigkeiten (Funiño unterstützt peripheres Sehen, die Entwicklung alternativer Lösungsansätze und bietet hohe Intensität)
den NLZ und Stützpunkten sind eine Reihe von Faktoren bewusst: Altersunterschiede innerhalb eines Jahrgangs bspw. Gerade bei der Stützpunktauswahl wurden daher Kriterien eingeführt um auch Kinder aus späteren Monaten zu „entdecken“ und stärker zu fördern
Nachwuchsligenkonzept: die Abschaffung des Abstiegs im Leistungsbereich ermöglicht den Fokus auf die individuell richtige Ausbildung zu legen
Ich finde auch, dass der DFB mit seiner Reform im Jugendfußball einen guten Job gemacht hat. Sehr positiv finde ich hier auch, dass nicht gewartet wurde, bis der Druck von außen riesig wurde, sondern die Reform proaktiv schon vor einigen Jahren eingeleitet wurde.
Fiel dieser Satz nicht, als ein Interimstrainer gesucht wurde?
Damals war Völler doch tatsächlich der Richtige. Man hatte doch auch nur ein paar Tage Zeit, jemanden zu finden - Flick war doch gerade erst entlassen wurden. Die Stimmung war vorher am Tiefpunkt und er hat die gedreht. Hat er dann nicht sogar gegen Frankreich gewonnen? Vorher und nachher gab es doch eigentlich nur schlechte Ergebnisse.
Ich glaube, man musste ihn auch sehr überzeugen, da überhaupt einzuspringen. Man hat ihm nach dem Spiel doch auch angesehen, wie sehr in das Spiel (und die Verantwortung!) gestresst hat.
Völler finde ich wirklich ein schlechtes Beispiel. Er könnte doch immer bei Bayer Leverkusen arbeiten, eine Job Zugeschoben zu bekommen, hatte er nicht nötig.
Ein Verdienst von Hannes Wolf. Das ist so ein Fachmann und brennt für diese Aufgabe. Peu a peu krempelt er die Ausbildung der Jugendlichen um.
Und schauen wir uns unsere Jugend an, da kommen gute Jungs nach.
Aber bis sich das richtig auf die Nationalmannschaft auswirkt, dauert es halt.
Die größten Fehler macht man im Erfolg, heißt es so schön. Wir, bzw der DFB, haben die Fehler zur Zeit der Weltmeistergeneration in der Nationalmannschaft gemacht. Die wiederum ihre Erfolge aus den Lehren nach der Flaute um die Jahrtausendwende gezogen haben. In die wir durch eine gewisse Selbstgefälligkeit nach dem Titel 1990 gerutscht sind.
Neben Wolf wären sicher noch andere zu nennen. Er wurde ja z.B. von jemanden mit diese Aufgabe betraut.
Und genau da behauptet der Podcast ja, es gebe im DFB niemanden für den Position, die Wolf als DFB Direktor eben innehat.
Insgesamt fand ich den Podcast relativ flach. Da war doch wenig Substanz.
Ja, es gibt keine / kaum Frauen in DFB. Das ist nun aber auch sehr offensichtlich und etwas mehr braucht es dann doch, um wieder ein besseres Turnier zu spielen.
Zum Argument die Trainerausbildung für mehr nicht Profis zu öffnen. An Trainern, die selbst keine Profis waren, gab es in den letzten Jahren ja wahrlich genug. Gisdol, Kohfeld und noch viele mehr. Im Endeffekt trifft das sogar auf Nagelsmann zu.
Relativ viel Platz nahm das Thema Föderalismus ein. Das hat natürlich auch zwei Seiten. Föderalismus biete zumindest die Möglichkeit, dass in kleineren Verbänden besser und innovativer gearbeitet wird. Auch habeich mal einen Dopingexperten gehört, der sagte, Zentralismus führt immer zu Doping (Beispiel war damals UK vor den Olympischen Spielen in London).
Wo der Podcast allerdings recht hat ist, dass die internationale Vermarktung der Bundesliga amateurhaft ist. Da sehe ich auch wahnsinnig viel Optimierungspotential.
Der DFB hat zur Nachwuchsförderung schon 2024 ne Studie in Aufttag gegeben, die leider nicht öffentlich Verfügbar ist. In dem Interview hier zitiert Nouri aber einige male aus der Studie und da sind diverse Punkte dabei, die ich sehr spannend finde:
Deutschland produziert wohl unter den westeuropäischen Fußballnationen mit weitem Abstand die wenigsten Profis pro Einwohner
Nouri und sein Co-author, ein Prof der Wirtschaftswissenschaften, analysieren darauf hin 15 000 Lebensläufe von aktuellen Profis quantitativ und kommen zu den folgenden Ursachen, von denen ich ausgehen würde, dass sie statistisch belastbar sind:
Ausbildung ist zu früh zu ergebnisorientiert
Spieler werden zu schnell aussortiert
Damit verbunden: 40% mehr Wechsel zwischen NLZs als in vergleichbaren Ländern
Abstand zwischen Amateur und Leistungsbereich im Jugendfußball zu groß
Zu wenige Möglichkeiten für Spielpraxis im Herrenbereich da im Vergleich zu wenige zweite Mannschaften und Leihen. Allgemein zu wenige Einsätze für Junge Spieler in der 3. Liga
Schlechte Förderstrukturen in strukturschwachen Regionen
Bei vielen dieser Punkte scheint der DFB durchaus schon versicht haben zu verbessern. Wie hier schon im Forum genannt:
Kein Abstieg mehr im Jugendleistungsbereich
Mehr Bewusstsein für unterschiedliche Entwicklungstempos von Spielern in Trainerausbildung
Darüber hinaus:
Höhere Kompensation bei Wechsel zwischen NLZs
Meinem Eindruck nach gibt es auch wieder mehr zweite Mannschaften in der Regio. Im Südwesten haben jetzt Eintracht Frankfurt, Kaiserslautern und der KSC wieder 2. Mannschaften aufgebaut
Auch die Leihen scheinen zugenommen zu haben. Man denke nur an Elversberg.
Das lässt somit nur die Punkte strukturschwache Regionen und Abstand Amateur und Leistungsbereich undbehandelt.
Leider wird man erst in 5+ Jahren sehen, ob die Reformen wieklich wirken. Grundsätzlich bin ich aber positiv überrascht, dass der DFB in der Lage ist sich diesen Themen seriös wissenschaftlich zu nähren und dann entsprechend der Ergebnissenzu handeln.
Auch in Norwegen bleiben die Spieler verbunden mit dem Heimatverein. Das verhindert, dass zu früh aussortiert wird und natürlich ist das weniger disruptiv für die Entwicklung.
Ich sehe das Problem ehrlich gesagt weniger beim DFB als bei den NLZs der Profivereine.
Ich kann hier mal von einem Erlebnis berichten…
Mein Junior (Torwart) wurde in der U10 von der TSG Hoffenheim gescoutet und zum Probetraining des Perspektivkaders eingeladen.
Das erste was mir dort von einem anderen Vater erzählt wurde, ob das stimmt weiß ich nicht, war, dass wenn mein Junior dauerhaft eingeladen wird, muss ein anderer gehen. Das ist für mich schon nicht logisch. Warum nicht alle fördern die das Zeug dazu haben?
Es waren 2 Trainings. Und wirklich „nur“ Trainings. Dort wurde den Spielern nichts beigebracht, die wurden einfach nur trainiert. (etwas Ahnung habe ich, habe den C Schein nach alter Ausbildung mit Torwart Kurs und Erwachsene Kurs)
Der Ablauf war imho auch ne Katastrophe.
Es war mittwochs, 16.30 Uhr.
Wir haben ihn von der Schule geholt, dadurch hat er im Vergleich zum Bus 20Min gespart. Dann Hausaufgaben, fahrt nach Zuzenhausen, 1 Std Torwarttraining, danach 2 Stunden noch Training mit den Feldspielern. Wir waren dann gg 21 Uhr daheim, der Junior komplett platt.
Meine Frau und ich hatten schon vor der Absage durch die TSG beschlossen, dass wir das nicht dauerhaft machen.
Für mich gibts da mehrere problematische Punkte:
Die halten sich die Spieler nur warm, wenn ein besserer kommt fliegt ein anderer.
Schule und Privatleben leiden, dadurch machen das viele erst gar nicht mit.
Es wird nicht ausgebildet, den Spielern wird nichts beigebracht.
Es mag sein, dass das nur bei den Kleinen so ist, mein Einblick war ja nur da. Allerdings habe ich ähnliches auch schon öfter vom ganzen Jugendbereich und von anderen Vereinen gehört.
Auf die Torwartrolle spezifizisches Training halte ich in der U10 für verfrüht.
Ich verstehe auch den Unterschied zwischen Training und „beibringen“ nicht. Bzw. meinst du damit, dass den Kindern Bewegungsabläufe beigebracht werden sollen?
Mein Junior ist Torwart bzw möchte ins Tor stehen. Das Thema war ja aber bei den Feldspielern das gleiche.
Die Problematik die ich schildere ist ja auch bei jedem gleich. Ob Feldspieler oder Torwart ist egal.
Natürlich ist es eig im U10 Bereich zu früh sich zu spezialisieren.
Wenn ich doch aber scoute und Spieler einlade, dann sollte das Ziel sein, denen auch Technik und etwas Taktik zu vermitteln. Stattdessen wurde mit den Torhütern ein normales Training gemacht und ihnen die Bälle um die Ohren geschossen ohne Techniken zu korrigieren, dasselbe mit den Feldspielern.
Beim Stützpunkttraining ist das zB anders!
Ob das in den älteren Jahrgängen bei der TSG noch so ist, weiß ich allerdings nicht.
„Um die Ohren geschossen“ klingt nicht so gut. Ansonsten ist das altersgerechtes Training.
Eine Standardisierung von Bewegungsabläufen hat sich als negativ herausgestellt. Besser ist es (zumindest in dem Altersbereich) implizit zu Ergebnissen zu führen indem Komplikationen und Spielformen passend gewählt werden.
Ich empfehle das Buch „Fußball durch Fußball“ u.a. von Rene Maric.
endlich formiert sich auch im DFB eine Opposition gegen die Art von Watzke und Völler, den DFB wie eine Vereinsmannschaft zu führen und die Nike-Millionen in Rekordzeit für Trainergehälter- und Abfindungen zu verprassen:
Uwe Döring, der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes:
»Als Fußballfan und Mitglied des FC St. Pauli habe ich Klopps Engagement bei Red Bull nie verstanden, Geld kann es ja eigentlich nicht mehr sein«, sagte Döring. »Aber vielleicht liege ich da auch falsch, dieser ganze Irrsinn bei Trainergehältern und Abfindungen, die auch bei Nichtleistung gezahlt werden, stößt mich nur noch ab.«
Auch die angedachte Doppelfunktion von Klopp als Bundestrainer UND externer Berater von Red Bull ist natürlich für die anderen 35 DFL-Mitglieder vollkommen inakzeptabel:
Theo Zwanziger
„Einerseits will Red Bull mit ihm Geld verdienen, andererseits soll er als Bundestrainer die möglichst optimale Leistung für den deutschen Fußball erbringen“, meinte er weiter. „Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es ein völliges No-Go.“
Laut diesem Bericht soll Klopp statt als Werbebotschafter als gelegentlicher Berater von Red Bull firmieren. Statt der kolportierten 10 Mio Gehalt jährlich soll er 7 Mio bekommen.
Dass aber nie zur Debatte stand, dass er Werbebotschafter bleibt, glaube ich irgendwie nicht. Wo Rauch ist, ist bekanntlich auch oft Feuer. Aber reines Gefühl von mir.
Nach der grundsätzlichen Einigung zwischen DFB und Jürgen Klopp stehen in dieser Woche die entscheidenden Gespräche mit dem Noch-Arbeitgeber des Bundestrainer-Wunschkandidaten an. Das Thema Werbebotschafter braucht dabei erst gar nicht diskutiert zu werden.
was ich sogar noch schlimmer finde. Für die anderen 35 DFL Mitglieder ist das wie gesagt absolut inakzeptabel.
Der Bundestrainer hat Einblicke in Leistungsdaten, medizinische Akten, usw. Er führt vertrauliche Gespräche mit seinen Spielern, wo auch mal Themen wie Zukunftsperspektiven, Vereinswechsel, usw auf den Tisch kommen. All das ist ein offensichtlicher Interessenskonflikt, wenn er gleichzeitig für einen Konkurrenten des Arbeitgebers der Spieler tätig ist.
Es heißt ja immer, Klopps langfristiger Plan war, als letzte Station seiner Karriere Bundestrainer zu werden. Das hat zumindest sein Biograf so geschrieben. Er hat sich eine Villa in der Nähe des DFB-Campus gebaut. Vieles deutet darauf hin. Aber warum zur Hölle bindet er sich dann, kurz bevor seine Zeit kommt, mit einem langfristigen Vertrag ohne Ausstiegsklausel an ein dystopisches Fußballverwertungsunternehmen?
Meine harte Meinung dazu ist: Der DFB sollte kein einziges Gespräch mit Red Bull führen. Entweder Klopp löst seine Probleme mit seinem Arbeitgeber selber, oder es wird halt jemand anderes Bundestrainer.