Die Super League kommt

Nun haben wir den Salat…

6 englische, 3 spanische und 3 italienische Top-Clubs haben sich losgesagt und sind im Begriff eine neue, eigenständige Superliga zu gründen. Der Spielbetrieb soll noch diesen August starten. Ich könnte jetzt natürlich meine Vorahnungen und Kommentare aus 2020 hier hoch halten und mich selbst beweihräuchern, weil genau das, was ich prophezeit habe, sich nun abzeichnet und Wirklichkeit wird. Ich mache es deshalb schon nicht, weil ich in negativen Verläufen nur ungern Recht behalte.

Der Profi-Fußball war für mich schon seit einiger Zeit zum Sterben verurteilt. Durch die Pandemie hat sich noch weiter heraus kristallisiert, das dem eigentlichen „Geschäft“ Fußball der Fan komplett am A… vorbei geht. Man muss sich das einmal nur vor Augen halten. Sky bietet während seinen Live-Übertragungen der Bundesliga-Spiele einen Tonkanal an, in dem Stadionatmosphäre mit läuft, obwohl nicht ein Zuschauer aufgrund der Pandemie-Auflagen im Stadion ist. Damit wird sich auch noch gebrüstet und als innovativ verkauft.

Was sich aber jetzt am Wochenende zugetragen hat, ist in meinen Augen der Dolchstoß in Sachen Fußball. Da legen Vereinspräsidenten verschiedener europäischer Topclubs ihre Ämter bei der UEFA nieder um einen Tag später die Gründung einer Superliga zu verkünden. Ich schließe mich da gerne den Worten von Reo Ferdinand an, der in einem Interview von einem „Krieg“ sprach. Und es ist ein offener Krieg gegen den Vereinsfußball. Schrecklich zugleich ist noch die Tatsache, das ein Traditionsverein wie der FC Liverpool da mit macht. Ein Verein, dessen Hymne „You´ll never walk alone“ ist und ziemlich „alone“ jetzt seinen Fans davon zieht.

Was allerdings nicht wundert ist einer der Hauptsponsoren dieses Vorgehens, die Privatbank JP Morgan. Und das ausgerechnet 6 englische Topclubs da mit ziehen, ist genau auf diese Zusammenarbeit zurück zu führen, stammen deren Vereinseigner größtenteils aus den USA. Investoren, die von Fußball so viel Ahnung haben, wie eine Kuh vom Leiter klettern. Und das letzte Wort, das keine deutsche Mannschaft daran teilnehmen wird ist meines Erachtens noch nicht gesprochen. Auch wenn der FC Bayern, Dortmund und Leipzig vorerst eine Absage erteilt haben und sich an diesem Konstrukt nicht beteiligen wollen. Ich glaube es erst, wenn diese Superliga läuft und kein deutscher Verein mit von der Partie ist. Ich glaube so ziemlich keinem Vorstand der Bundesligavereine mehr, dafür ist zu viel vor und während der Pandemie kaputt gemacht worden.

Es stehen heiße Zeiten bevor und es kann das Aus für den Profifußball bedeutet. Jedenfalls so, wie wir ihn heute kennen. Was auch sein Gutes hätte, denn so würde vielleicht eine schon lang benötigte Reform stattfinden können, die den Wettbewerb und Mannschaftssport wieder in den Mittelpunkt verschiebt. Und letzten Endes den Fan auch wieder als das wahr nimmt, was er ist. Die Seele des Spiels.

Ich glaube die Diskussion dazu findet bereits unter Champions League Reform statt.

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Hab ihn mal verschoben, nicht wundern.