FCB: Kann Bayern zurückschlagen? (Saisonbilanz 23/24)

Wir haben mit Steffen Meyer (ehemals miasanrot.de, Kolumnist für web.de/gmx.de , Twitter) über die Lage beim FC Bayern gesprochen. Wie hat euch die Sendung gefallen?

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Das war mal wieder eine Folge auf dem Prime Rasenfunk Royal Niveau. Die Zeit ist beim Hören wirklich verflogen und obwohl die Bayern ja in den Sportmedien eigentlich schon omnipräsent sind, waren doch viele spannende Punkte dabei. Einfach eine gute Einordnung der Saison, ohne ins Boulevard abzurutschen oder all zu viel Fan-Folklore. Großes Lob!

PS: Soll die anderen Folgen, die mir persönlich mal besser mal schlechter gefallen haben, nicht all zu sehr abwerten - weil man einfach ein hohes Niveau beim Rasenfunk gewöhnt ist. Dennoch sticht die Bayern-Episode positiv heraus.

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Da kann ich mich nur anschließen: Wirklich eine fantastische Folge, vielen Dank!

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Chapeau - klasse Analyse in jeglicher Hinsicht. Fachlich (sachlich) fundiert - Danke dafür

Kann ich mich nur anschließen, top Sendung.

Einzig bekommt man als nicht-Bayern-Fan natürlich Schnappatmung wenn man sich den Wunsch anhört die Erfolgsgaranten von Leverkusen und Stuttgart zu kaufen um die aufkommende Konkurrenz direkt wieder im Keim zu ersticken :wink:

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Ich bin mit dem Anhören noch nicht ganz durch und würde trotzdem einen klitzeleinen Kritikpunkt anbringen, bzw. eine offene Frage aufwerfen wollen: Steffen Meyer fragt wiederholt sinngemäß, wer zukünftig der eine Mann/Mensch sein wird, der wie einst Uli H. in den Flieger steigt, wahlweise Pep Guardiola oder die Eltern von Florian Wirtz zu Tode umarmt und den Dal eintütet.
Ich verstehe die kritische Sichtweise auf die aktuelle Bayernführung als mutmaßlich manpövrierunfähiger 6-köpfiger Ausschuss/Tanker.
Andererseits: Ich frage mich, ob dieser eine starke Mann, der beim Recruiting die 1:1-Situation sucht und erfolgreich abschließt, heute noch so entscheidend ist. Was, wenn das weder notwendig noch hinreichend, um nicht zu sagen zielführend ist? Möglicherweise ist das eher eine Art Phantomschmerz.
Weil es den neuen Uli H. zwar aktuell nicht gibt, die Zeit in der Uli H. gut funktioniert hat aber auch eine andere war. Möglicherweise fängt für den Rest Bundesliga der Ärger erst so richtig an, wenn die Bayern und ihr Umfeld zu der Einschätzung gelangen, dass das Ende von Uli H. nicht das Problem ist, sondern die Lösung (bzw. im zeitlichen Verlauf zunehmend letzteres).
Auch wenn bei der Identifizierung und Verpflichtung von Spielern aus der absoluten Weltspitze Methoden wie datenbasiertes Scouting keine große Rolle spielen mögen, weil man vielleicht keine 8 Analysten braucht um z.B. jemanden wie Harry Kane zu „entdecken“ (?): Mal angenommen, die Bayern konkurrieren bei der Verpflichtung eines Spielers mit Topteams aus England, Spanien, Italien und/oder Paris: In meiner Vorstellung würde sich das Führungspersonal eines Vereins wie des FC Liverpool im Recruiting Prozess dem Spielter gegenüber auch als Manager einer gut geölten und schlau konzipierten Maschinerie von hochkompetenten Spezialisten präsentieren, die anschaulich darlegen können, warum der Spieler das von ihnen gesuchte Puzzleteil ist. Wenn man es im Kontrast dazu bei den Bayern nicht mit einem wie auch immer gearteten einzelnen großen Zampano vom Tegernsee mit der leuchtend rot pulsierenden Ader auf der Klingonenstirn zu tun bekommt, könnte das in der Außendarstellung Teil der Lösung sein. Weil sich im Jahr 2024 Professionalität und erfolgreiches Arbeiten im Fußballgeschäft zumindest auf einer atmosphärischen/habituellen Ebene anders dokumentieren als noch im Jahr 1990.
P.S. Unabhängig davon eine super Folge. Merci.

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Andererseits: Ich frage mich, ob dieser eine starke Mann, der beim Recruiting die 1:1-Situation sucht und erfolgreich abschließt, heute noch so entscheidend ist.

Das Problem – und so hab ich Steffen auch verstanden – ist nicht, dass es keine One-Man-Show gibt, sondern dass es keine Verbindlichkeit gibt. Normalerweise müsste der Sportvorstand genug Vertrauen haben, eigenständig zu handeln. Eberl fährt zu Wirtz, spricht mit ihm und macht ihm ein mündliches Angebot. Darauf folgen dann noch Detailaushandlungen auf Beraterebene und am Ende folgt eine Prüfung auf Sachebene für die Organisation FCB durch den Aufsichtsrat.

So, wie es jetzt den Anschein hat, gibt es diese Verbindlichkeit aber nicht. Weil alles, was zum Beispiel Eberl aushandeln könnte, immer erst mehrmals durch einen Ausschuss muss. So ist man einerseits sehr langsam, andererseits leidet aber auch keine Glaubwürdigkeit. „Wie willst du mir denn X versprechen, solange Uli und Kalle das mit nur zwei Worten aushebeln können?“

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Das Problem – und so hab ich Steffen auch verstanden – ist nicht, dass es keine One-Man-Show gibt, sondern dass es keine Verbindlichkeit gibt.

Guter Punkt. Andererseits: Andere große Vereine bekommen dass mit der Verbindichkeit ja auch auf die Reihe. Da ist dann vermutlich in der Regel zwar kein 6-köpfiger Ausschuss im Spiel. Das andere Extrem, der eine Manager mit Quasi-Blankovollmacht, ist anderswo aber doch auch nicht die Regel, oder? Und: Dass die Verbindlichkeit in der Zeit nach dem Manager Uli H. nicht gegeben ist, liegt eben auch daran, dass er nach wie vor im Hintergrund als Geist herumspukt. Was aber irgendwann auch ein Ende finden wird.

Nachtrag: Die Ablösung von Uli H. hat natürlich zwei Seiten: Ein Uli H., der sich zurück zieht und die für’s operative Geschäft verantwortichen Personen „ihr Ding machen lässt“, und eine sportliche Führung, die ihre Arbeit inhaltlich und in der Verpackung/Kommunikation nach außen hin so erledigt, dass sie nicht selbst die ewige Wiederkehr von Uli H. heraufbeschwören. Man könnte das Auftreten von Eberl und Co. auf der Vorstellungs-PK von Vincent Company so interpretieren wollen, dass sie diesen Punkt verinnerlicht haben. Wenn Eberl und Co. Souveränität austrahlen (statt Überforderung/Hilflosigkeit/Schutzbedürftigkeit/etc.) und Erfolg haben, kann und wird Uli sich auf seine Wurstfabrik konzentrieren.

Als die Awards kamen, war ich überrascht, dass das wir jetzt echt schon hier sind. Glaube damit ist alles gesagt. Sehr flüssiges und rundes Segment, auch wenn ihr die großen Lösungen für Bayern natürlich jetzt auch nicht gefunden habt. Das hätte noch Stunden so weitergehen können

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Ich fand die Folge super und wie meinen Vorrednern war ich auch erstaunt als schon die Awards verteilt wurden.

Ich hab auch keine Kritik an den Themen, ich bin nur etwas traurig wie es um meinen Verein steht :sweat_smile::

  • Taktik unter Tuchel: Weder Max noch Steffen wussten was so der „Richtige“ Plan war. Jetzt muss ich mich zumindest nichtmehr selbst geißeln, dass ich zu blöd bin zu erkennen was Bayern machen wollte, deprimierend ists aber halt trotzdem wenn jetzt mehrere Toptrainer der Mannschaft kein klares Grundsystem beibringen konnten und es eher immer schlimmer wird…
  • Zukunfststrategie: Max hat es für mich perfekt gesagt, als er die Trainerkandidaten durchgegangen ist. Es scheint einfach Null langfristigen Plan zu geben, einfach nur: Hauptsache es funktioniert sofort
  • Führungsriege: Ich stimme Steffen leider vollkommen zu, dass solange Uli Hoeneß gesund ist keine Entscheidung bei Bayern ohne seine Zustimmung funktionieren kann. Was halt blöd ist, denn niemand bekommt mal 2 Jahre Zeit in denen Fehler gemacht werden können/dürfen um sich Erfahrung im jeweiligen Job aufzubauen. Trainer ist natürlich das Prominenteste Beispiel, aber ist beim CEO z.B. ja auch nicht anders. Also wird es keine Person geben bei Bayern die mal langfristigere Planungen anstellen könnte weil wir offensichtlich wie ein Abstiegskandidat agieren. Nur dass bei uns die Sorge nicht ist Abzusteigen sondern die „Katastrophe“ mal ein Jahr nicht Meister zu werden.

Ich befürchte das werden ein paar „schmerzhafte“ (für Bayernverhältnisse) Jahre bis wir im gesamten Verein und Umfeld akzeptieren dass es nicht der Anspruch sein kann jedes einzelne Jahr Meister sein zu müssen.

Das tut sie. Ich habe sie mir bereits zweimal angehört, so gut finde ich sie.

Hallo Max, sehr gute Folge!

Magst du noch das Interview verlinken, in dem „ein Datenanalyst“ behauptet, Musiala wäre „ausentwickelt“? Das würde mich doch sehr interessieren.

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Interessante Folge. Teile einige Einschätzungen von Steffen nicht, z. B. das Thema mit dem Ausschuss.

These:
Solange Uli und Kalle in Verantwortung sind, wird Max Eberl nicht die Ergebnisse bringen können, welche alle erwarten. Erst wenn die Granden sich aus dem AR zurückziehen, kann das funktionieren (kam ähnlich in der Folge von Max).

Randnotiz: Ich fand es bitter, dass er Dortmund gegen Real nicht den Titel gönnt. Und dann gibt es in der Öffentlichkeit immer das blabla, dass die deutschen Vereine zusammenhalten müssen.
Aber andersum gönne ich den Bayern auch nicht viel und sehne mich nach den beginnenden 90ern zurück :wink:

Das soll aber nicht das Lob über die Folge schmällern, sehr kurzweilig.

Ja. Die Saison 1990/1991 ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben. Aber die davor hatte auch Höhepunkte. Doch das waren die Achtziger.

Ein interessantes Gespräch wo ihr sehr nachvollziehbar auf Bundesligaebene die Probleme besprochen habt. Auf Bundesligaebene. Da stimmt es natürlich zum Beispiel das die Bayern von den Meisten Spielern als Höhepunkt und Endstation der Karriere sehen. Man hat Titel garantiert, 11 Meisterschaften in Folge, in den 11 Jahren 3 mal das Triple (und wie oft noch den DFB Pokal?)
Aber dieses Jahr ist mir zum ersten mal eine Argumentation während dem hören, worüber ich mich sonst selber immer geärgert habe, weil das die Lage in der Bundesliga nur noch mehr verfestigen würde. Aber jetzt kann ich irgendwie so denken, antizyklisch:
Denkt ihr hier eigentlich nicht gerade viel zu klein
Der ausschlaggebende Punkt für den Gedanken folgt für mich aus dem Championsleague Finale. Real Madrid. In den 11 Meistersaisons der Bayern, 2 mal Triple, hat Real 5 mal die Cl gewonnen (mit diesem Jahr 6 mal in 11 Finals). Und da sehe ich das Problem der Bayern auf der Internationalen Bühne. Diese Finale Station, diese Titelgarantie, hast du da nicht, die Bayern in Europa sind Real. Was ihr aber schaut ist, wie kann man nächste Saison Leverkusen hinterher rennen und zum stolpern bringen. Aber eigentlich muss der Anspruch der Bayern doch sein, an diese europäische Spitze wieder ranzukommen? Ich glaube es darf den Bayern nicht schmecken dass es da ein Team gibt was einfach so durch die CL pflügt Saison für Saison weil dann dort auch jeder Spieler schon X mal den Henkelpot gewonnen hat und die da ganz unaufgeregt rangehen.
Und das muss doch auch kurzfristig das Ziel sein, weil hey das Finale Dahoam reloaded steht an. Dafür müssen sie es erst mal erreichen, klar. Aber ich sehe jetzt schon kommen dass der Gegner Real heißt kann. Und was wollen die Bayern dem dann entgegen bringen?
Ich glaube das sind die Fragen auf die sie bis in einem Jahr Lösungen gefunden haben müssen.

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Mein Eindruck ist ja, dass Real „die Bayern in Europa sind“, auch weil für Real die Seite des Butterbrots mit der Butter immer oben gelandet zu sein scheint.

Wie will man das als FCB für sich beeinflussen? Den Fußballgott anrufen? Die Schiedsrichter in Zukunft besser bewirten? Wie?

Den Kader besser zusammenstellen und zusammenhalten. Toni Kroos war bei Bayern, Alaba war bei Bayern, Rüdiger hätte man auch aus Rom holen können oder auch als er bei Chelsea war. Die Schwachstellen im heutigen Bayern-Kader sind auch nicht vom Himmel gefallen, sondern teilweise schon länger deutlich (von Neuer über die Rechtsverteidigerposition bis hin zu Gnabry, Coman und Sané mit ihren Schwächen und Anfälligkeiten). Bayern erntet international einfach die Früchte der verfehlten Kaderplanung (und der unklaren und verfehlten Führungspolitik) der letzten 5-10 Jahre und ist damit trotzdem immer noch nah genug an der Spitze, um regelmäßig unter die Top 8 zu kommen. Dummerweise droht man den Anschluss an ganz oben aber zum ungünstigsten Moment zu verlieren.

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Guter Punkt. Wobei ich eben glaube, dass es im Falle von Real nicht nur am besser zusammengestellten und zusammengehaltenen Kader lag, dass man zuletzt so oft die UCL gewinnen konnte.

Nehmen wir das UCL-Finale gegen Liverpool im Jahr 2018. Nach allem, was wir heute wissen, hätte Sergio Ramos unbedingt vom Platz gestellt gehört. Damals gab es noch keinen Videobeweis, weshalb es müßig ist, sich allzu lange damit aufzuhalten. Es zeigt aber, dass der eine oder andere Gewinn der UCL von Real nicht nur wegen des tollen Kaders errungen (haha!) werden konnte.

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