Feedback EM-Kurzpässe


#1

Hallo,

mir fällt auf, dass einige Gäste bei Fragen nach “kleineren” Teams oft ratlos da stehen, was ich absolut verstehen kann. Aber die regelmäßig abgefragten Erwartungen an kommende Spiele dieser Teams können oft nur schulterzuckend beantwortet werden. Vielleicht lohnt es sich da die Fragestellung zu ändern?

Wo ich dann aber manchmal für mich selbst unverständlich reagiere ist, wenn im Gespräch die Spiele der “kleineren” oder gefühlt “unbedeutenderen” Teams mit Phrasen wie: “Da gibt es auch nicht viel mehr was man darüber wissen muss” abgewatscht werden. Ich höre da immer den Unterton heraus, dass diese EM zu aufgeblasen ist. Teams, die es nicht wirklich verdient haben, sind dabei. Die haben eh keine Chance. Und die wirklich bedeutenden Spiele sind ja eh die zwischen den üblichen Verdächtigen.

Ich selbst bin kein Fan der deutschen N11. Kann aber verstehen, warum ein deutscher Podcast seinen Fokus auf das Team wirft. Und, wenn man Leute erreichen will, dann sicher eher mit einem Fokus auf die größeren Teams als mit einem genaueren Blick auf bsw. das aus meiner Sicht sehr spannende Thema zwischen Albanien und der Schweiz. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit dem ganzen Bohei um die N11 nicht viel anfangen kann, dass sich mein Blick auch auf die anderen Themen dieser EM richtet. Und sicher geht es nicht jedem so wie mir. Und ich hab auch bsw. keine Ahnung von Teams wie Rumanien, Ungarn oder Island. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen, interessieren sie mich. Auch deren Spiele.

Ich möchte das auch nicht zu negativ darstellen hier. Soll eher wie ein Gedanke sein, den ich mal so einwerfen will. Kann ja jeder dann für sich bewerten. Oder Max mal drüber nachdenken, ob man da mal ne Frage weglässt oder vorher einfach bespricht, ob man zu dem oder dem Spiel einfach auch mal nichts bespricht. Einfach mal hinterfragen. Ich bin großer Fan vom Rasenfunk und freue mich sehr über die Kurzpässe.

Kleine Anregung noch: Auch mal über die Schiris quatschen mit einem Teil von Deutschlands wichtigsten Modepodcast für Schiedsrichter? Würde mich freuen, wenn da so was in Planung ist.


#2

Ich finde es einerseits gut, wenn zu kleineren Teams nicht die Geschichten aus exakt denselben EM-Vorschauen, Sonderheften und Webseiten präsentiert werden, die wir eh alle selbst gelesen haben. Andererseits stimme ich dir zu, dass gerade kleinere Teams auch ein netter Anlass sind, sich mal ausführlicher mit einem Land oder dessen Fußball zu beschäftigen, die man sonst so nicht auf dem Schirm hat.

Auf transfermarkt.de hatte ich vor dem Frankreich-Rumänien-Spiel einen ganz wunderbaren Austausch mit einem Rumänien-Fan und wir haben gegenseitig die Insider, Storys und sonstigen Sachen rund um die Teams ausgetauscht. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Vermutlich ist es aber für Max recht schwierig, einfach mal so kurzfristig jemanden zu finden, dessen Vater Isländer ist, oder der seine Jugend in Nordirland verbracht hat.

Aber wenn es so jemanden unter den Rasenfunk-Hörern gäbe, würde ich mir das sehr gerne anhören. Zumal ja angesichts des Formats die Chance gar nicht so gering ist, dass wir ein paar der kleineren Mannschaften auch noch im Achtelfinale sehen.


#3

Hi ihr zwei, danke für das Feedback.

Wir stoßen hier an eine Grenze, finde ich. Vorab: Ich habe bewusst keine Experten zu den Ländern gesucht. Zum einen wegen des Aufwands und dann auch wegen des fehlenden “Quality gates”. Hört sich vielleicht arrogant an, aber ich suche mir die Gäste für den Rasenfunk sehr bewusst aus, klar, manchmal spekuliere ich auch auf Kompetenz, aber dann ehrlich gesagt vor allem im Bereich von Journalisten, die im Sport angesiedelt sind. Will sagen: Ich kann mir keine Insider zu einzelnen Teams holen.

Ich will die Fragen nach kleinen Teams aber auch nicht weglassen, denn das wäre meiner Meinung nach noch arroganter als das “Abwatschen” jetzt vielleicht wirkt. Ich verstehe den Punkt auch, hab mir da einige Male im Nachhinein auf die Zunge gebissen. Meist war das Kleinreden von Nationen eher darin begründet, den Gast “schützen zu wollen” für sein vorheriges Schulterzucken. Und mich selbst besser informieren kann ich auch nicht, denn dazu würde es gehören, Spiele dieser Mannschaften über 90 Minuten zu sehen.

Ein Dilemma also. Gleichzeitig aber vielleicht auch kein Riesenproblem, bzw. - ohne deine Anmerkung nicht ernst nehmen zu wollen - immerhin ein verbreitetes: Es wird in allen Podcasts, die ich höre, ähnlich gehandhabt und selbst die Vorberichte im TV klauben sich vor allem Anekdoten zusammen und befragen dann auch echte Locals als Experten.

Zu der Schirianmerkung: Sehr richtig, aber ich mache das bewusst nicht, denn ich möchte den Erben Collinas nicht ihre Sendungsinhalte wegnehmen. Die machen eigene Sendungen zur EM meines Wissens nach.


#4

Hi,

alles verständlich. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Aussagen etwas unglücklich wirken. Mehr nicht.

Ein Problem ist das wahrlich nicht.

Danke!


#5

Ich hör gerade Episode 016 vom Kurzpass und finde es sehr schade, dass es das “epische Video” nicht hier zu sehen gibt / gab" :frowning:


#6

episch war halt auch krass übertrieben: https://www.facebook.com/rasenfunk/videos/666101203539035/


#7

Hab gerade die letzte Folge gehört und wollte erstens sagen, dass ich es immer super finde, wenn sich so eine Art Meta Gespräch entwickelt.

Aber klar, wenn man mit so nem Lob anfängt, dann möchte man eigentlich was kritisieren :D.
Mir geht es um den ständigen Drang diese Beobachtungen in irgendeiner Weise “historisch” zu vergleichen. Also das sehr häufige “heutzutage” (impliziert eben immer auch ein “früher ars besser”) oder auch die direkten Überlegungen, ob das früher auch so war bzw. dass es früher nicht so war. Auf der einen Seite ist das für die Diskussion an sich meiner Meinung nach irrelevant, da es an der Situation nichts ändert und auf der anderen Seite kann man das nicht beurteilen, da sich die Wahrnehmungen ständig verschiebt, sowohl durch Informationskanäle die man jetzt nutzt und früher nicht, Weiterentwicklung der “Persönlichkeit” und dadurch Fokus auf andere Dinge als auch einfach die zeitliche Distanz, die einem vergessen lässt, weswegen das aktuelle Geschehen immer am schlimmsten erscheint. Ich will auch nur darauf hinaus, dass ich persönlich es wirklich begrüßenswert fände, wenn diese Einordnung vermieden würden, weil es meiner Meinung nach genau diese Einordnungen sind, die die von euch zu Recht kritisierten absoluten Aussagen fördern, da Bezüge hergestellt werden, die nicht existieren und diese so aber pseudologisch verargumentiert werden (siehe Scholl WM 2014 Vergleich bzgl. Aufstellung).
Lange Rede kurzer Sinn: Ich hasse diese Bezugnahmen auf Vergangenes und weiß auch nicht, ob meine Gedankengänge oben alle nachvollziehbar sind und will auf keinen Fall unterstellen, dass du, Max, oder deine Gäste auf diese Weise argumentieren, sondern denke eher, dass so etwas in einem Medium, das gegen diese einfachen Argumentationsstrukturen vorgehen will, zu einfache Argumentations- und Zusammenhangsstrukturen sind.

P.s. ich werde den Rasenfunk auch weiter hören, wenn dieser Vorwurf bestehen bleibt…ich mag die Formate und alles drum herum…ein bisschen persönlicher Idealismus ist mir hier hoffentlich erlaubt :smiley:


#8

Danke für deinen Kommentar, aber so ganz verstehe ich ihn nicht ganz.

Also: Ich beziehe mich im Rasenfunk häufig auf die letzten 10 Jahren (hauptsächlich) und verweise auf Entwicklungen seitdem. Kannst du nochmal kurz beschreiben, was dich daran stört - den Punkt mit der subjektiven Einschätzung habe ich verstanden, der lässt sich aber nie lösen. Beim Rest stehe ich gerade auf dem Schlauch, sorry.


#9

Hab jetzt etwas drüber nachgedacht und versuche mich nochmal bisschen klarer auszudrücken.

Ich glaube einfach, dass diese Vergleiche mit früher (relativ egal wie groß der Zeitraum ist) aufgrund der Subjektivität nahezu immer falsch sind. Das ist schon mal mein erstes Problem, da so falsche Informationen gestreut werden und zumindest Unterbewusst bei, in diesem Fall Hörern, eine “früher wars besser” Einstellung entstehen kann (Einfluss von Medien etc.), zu der die meisten Menschen eh zu niegen scheinen. Aufgrund von subjektiv geleiteten Einschätzungen kommt also eine Glorifizierzung der Vergangenheit zustande, die erstens nicht stimmt und zweitens den Blick von den wirklichen Entwicklungen und Gründen ablenkt.
Im aktuellen Beispiel wäre für erstens dein Vergleich Intertnet zur Tageszeitung zu nennen, woraus du einen negativen Trend zu einfachen Erklärungen aufgrund des Zeitdruck ableitest. Meine Gegenrede: Die Bild gab es schon immer und auch wenn sie eine Woche später erscheinen würde, wären in ihr einfache Erklärungen und Schwarz-Weiß-Meinungen abgebildet, da das komplette Wesen dieser Zeitung darauf ausgerichtet ist. Und eben diese Zeitung hatte auch schon seit ihrer Gründung die höchsten Leserzahlen in ganz Deutschland. Die Medien, die einfache Erklärungen anbieten und der Markt, der diese haben möchte hat sich also sicherlich nicht in den letzten vier Jahren entwickelt. Wahrscheinlich ist es sogar eher so, dass einem durch Twitter, Facebook etc. wieder bewusst wird, wie viele Menschen in der eigenen Umgebung sich auf diese Argumentationsstrukturen einlassen.
Und hieran lässt sich meiner Meinung nach auch sehr gut zeigen, dass diese Vergleiche dann von den eigentlichen Problemen ablenken. Da die Prämisse ist, dass etwas bestimmtes vor einer gewissen Zeit anders war (in diesem Fall die Einfachheit der Erklärungen, fehlende Grautöne, …), wird im Folgenden ein Bereich gesucht, der sich seitdem entwickelt hat, um dann an diesem eine Erklärung festzumachen (in diesem Fall das Internet, Twitter, …). Durch diese Sichtweise wird allerdings verhindert, dass eventuelle tieferliegende Probleme, die vielleicht doch auch vor einer gewissen Zeit schon da waren, nicht angegangen werden, um den Menschen in diesem Fall das Aktzeptieren verschiedener Sichtweisen und Grautöne näherzubringen, was im Endeffekt, denke zumindest ich, ein Bildungsproblem (im weitesten Sinne, also nicht nur Schulbildung) ist.
Darüberhinaus wird durch solche Vergleiche eine “Pseudologik” erzeugt, der die meisten Menschen auf den ersten Blick versucht sind zu folgen, da sich gewisse Schilderungen mit ihren Eindrücken decken, die allerdings alle aus einer “kollektiven” Subjektivität, nämlich der Glorifizierung von Vergangenem, herrühren. Und genau diese pseudologischen Strukturen, nämlich das referieren auf eine “kollektive Subjektivität”, wendet dann auch Mehmet Scholl in seinen Analysen an, indem er sich auf vergangene Turniere oder einfachte Zusammenhänge à la “never change a winning team” bezieht. Daher sollte der Anspruch eures Formats bei der geäußerten Kritik vielleicht sein diese “pseudologischen” Zusammenhänge" nicht noch weiter zu verankern, denn auch wenn sie inhaltlich unterschiedlich sind, so sind sie meiner Meinung nach strukturell doch sehr ähnlich und befördern dadurch ein Denken in eben solchen Strukturen.

Abschließend will ich jetzt erstens noch sagen, dass ich hoffe, diese Ausführungen sind jetzt verständlicher und vor allem möchte ich auch darauf hinweisen, dass sich das alles vielleicht sehr hart liest und das sicherlich etwas damit zu tun hat, dass hier sehr viel persönlicher Idealismus reinspielt, ich die Sendungen und Formate hier aber alle großartig finde und auch niemals unterstellen wollte, dass auch nur irgendeiner der am Rasenfunk beteiligten vereinfachte Argumentationsstrukturen bevorzugt oder so, sondern eher im Gegenteil: ich gehe überhaupt erst so drauf ein, weil ihr mindestens im Sportmedialen Bereich überhaupt nicht diesen Eindruck macht, falls das so verständlich ausgedrückt ist :smiley:


#10

Aber wo habe ich denn die Pseudologik von scholl gestützt? Eher das Gegenteil ist doch der Fall.

Ich verstehe deine Argumentation jetzt besser, finde sie aber etwas übertrieben. Was wir gesagt haben, ist im Kurzen das Folgende: Durch das Internet gibt es ein Medium, das Instant-Beurteilung von Ereignissen zulässt. Vorher gab es das nur mit Radio und TV mit dem großen Unterschied, dass dort nur einige Wenige die Sender sind und einige Viele die Empfänger. Im Internet hat sich diese Struktur aufgebrochen mit der Folge, dass es sich etabliert hat, viel schneller zu urteilen und Dinge zu erklären wollen, lange noch bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen (führt jetzt etwas weit, aber man erinnere sich z.B. an die letzten Terroranschläge. In manchen Ecken des Internets war etwa der mit Sprengstoff gefüllte Krankenwagen am Stadion von Hannover bereits ein Fakt - hat man seitdem eine Bestätigung dessen bekommen? War meinem Kenntnisstand nach eine Falschinformation, die vom Twitterprofil der Kreiszeitung Syke weite Kreise gezogen hat).

Da wir im Internet pluralistische Sender haben, setzen sich klare Meinungen besser durch als zurückhaltende. Damit erkläre ich mir, dass etwa ab der 70. Minute schon über eine gesamte EM geurteilt wird. Klar, gab es früher auch schon, aber in kommunikativen Mikrokosmen: Wohnzimmer, Stammtisch, etc. Jetzt verbreiten sich diese Meinungen öffentlich, schnell und ungezügelt.

Meiner Beobachtung nach deckt das auch das Unvermögen vieler Journalisten auf, sich solcher Schwarz/Weißzeichnung zu entziehen. Ich werfe ja keinem vor, seine Meinung zu haben. Aber von Journalisten erwarte ich ein höheres Maß an Fähigkeit zu Distanz und Überblick. Das fehlt mir.


#11

Hmmm…okay ich gebe zu, dass ich mich etwas zu sehr im allgemeinen verloren habe und die Argumentation deswegen wohl etwas übertrieben scheint/ist.

Im Prinzip geht es mir darum:
Ich will (primär) gar nicht die Effekte des Internets auf die Berichterstattung bestreiten oder die Vorteile, die eine “klassischer” Journalismus gegenüber online Formaten hat. Mir geht es darum, dass diese Entwicklungen immer im Zusammenhang mit einem “früher” diskutiert werden, obwohl dies meiner Meinung nach irrelevant ist. Der Vergleich der verschiedenen Situationen hat durchaus seine Berechtigung, die Verknüpfung der einzelnen Situationen mit einem “heute” (Internet) oder “früher” (Tageszeitung) allerdings nicht, da es ersteres in der Form schlicht nicht gab und letzteres meiner Meinung nach noch die selben Charakteristika aufweist wie früher (kurz: Bildzeitung = schwarz-weiß, SZ = Grautöne). Das sagt ihr natürlich in der Sendung auch nicht explizit so, es wird aber ein impliziter Zusammenhang hergestellt, wodurch sich oberflächlich ein Gegensatz früher - heute ergibt, der die Vergangenheit positiv darstellt und die Gegenwart schlecht. Das meine ich dann auch mit “Pseudologik”, die von dir/euch ganz sicher nicht vertreten wird, im Gegensatz früher - heute aber zum Ausdruck kommt und daher strukturell, und auf keinen Fall inhaltlich (natürlich hast du Scholl nicht unterstützt, das wollte ich auch niemals so unterstellen), einer Scholl-Kritik oder anderen von euch kritisierten Phänomenen ziemlich nahe kommt.
Was ich damit sagen will, ist, dass ich deinem vorangegangenen Post eben nicht widersprechen will und deine Beobachtungen bzgl. der verschiedenen Formate sicherlich richtig sind, dass ich aber der Meinung bin, diese Beobachtungen dann auch auf der Ebene der Medien ausgeführt werden und nicht mit einem “früher - heute” Vokabular verknüpft werden sollten.

Ich bin nämlich auch sehr unzufrieden mit vielen journalistischen Erzeugnissen und bin auch immer wieder erstaunt, wie dann auch “Qualitätsmedien” manche Sachverhalte darstellen, denke aber nicht, dass das ein früher - heute Problem ist, sondern dass eine solche Denkweise die Sache sehr vereinfacht und einer tiefergehenden Analyse eher im Weg steht. Und selbstverständlich habt ihr nicht auf dieser Ebene argumentiert, aber die Formate doch sehr häufig (und meiner Meinung nach eben unnötigerweise) mit entweder früher oder heute verknüpft.


#12

Ah, jetzt wird das ganze langsam rund. Ja, finde deinen Punkt valide, habe aber auch ein Argument dafür, warum man aus dem früher argumentieren kann (nicht muss): Die Personen, die Journalismus heute betreiben kommen zum Großteil noch aus einer anderen Welt. Eine Anpassung an neue Veröffentlichungsrhythmen und -termine hat sich nicht bei jedem durchgesetzt. Gleichzeitig fehlen noch die Benchmarks: Früher (da ist es wieder) konnte ich meine Seite 3 mit der Seite 3 der SZ und der FAZ vergleichen und wusste, ob ich eine ähnliche Tiefe und stilistische Brillanz erreicht habe. These meinerseits: Die Benchmark für toll gemachten, stilistisch astreinen und tiefgehenden Onlinejournalismus gibt es noch nicht. Woher auch, wir befinden uns mitten in einer Entwicklung, die von dramatischen Umbrüchen in den Medienformen Print und Online geprägt ist. Der Werbemarkt verschiebt sich mit einer Macht Richtung digital, die schon viele andere Medienformen (v.a. Zeitungen) mitgerissen und in Probleme gebracht hat (Stichwort: Lokalzeitungen, Stichwort: neue Monetarisierungsfelder der großen Verlage). Gleichzeitig gibt es für den digitalen Bereich noch keine funktionierenden Bezahlmodelle in dem Sinn, dass sie von der Mehrheit (!) der Konsumenten mit einer Selbstverständlichkeit bedient würden wie man sich eben eine Zeitung am Kiosk kauft oder gekauft hat. Ich finde, das ist ein guter Grund bei der Diskussion um das Aktuelle das Frühere mit einzubeziehen. Denn letztlich reden wir hier ganz schnell von Reichweiten, die erreicht werden müssen, da das Digitale noch über Reichweite verkauft wird und gleichzeitig ein enormer Zwang auf den Medien liegt, im digitalen wenigstens ein bisschen von dem Geld reinzuholen, das man im klassischen Printmarkt verliert.


#13

P.S.: Diese Reichweitenvermarktung könnte übrigens auch der Sargnagel für Podcast-Monetarisierung werden. Meine Gedanken zu diesem Thema würden hier ganze Seiten füllen. War in jedem Fall ein wohlüberlegter Schritt, die Zukunft des Rasenfunk in die Hände der Hörer zu legen und nicht in die (durchaus auch offenen) Hände von Werbepartnern/Sponsoren.