Footbal Leaks und danach


#1

Ich habe noch nicht ganz das Tribünengespräch zu Ende gehört, aber ich glaube, dass sich der Fussball in den nächsten Jahren (mehr als >10) sich selbst abschafft. Man muss ja nur mal nach England schauen, wie die Fans inzwischen gegen Investoren protestieren. Und in Deutschland wird inzwischen ja auch jede Training nicht mehr öffentlich gemacht. So bekommt man nicht den Nachwuchs zum Fussball, die suchen sich wo anders ihre Idole, zum Beispiel im E-Sport.
Die Frage ist, wie man den Fussball wieder mehr Interesse weckt.


#2

Glaube ich irgendwie nicht. Die Faszination des Spiels bleibt ungebrochen von allem abseits des Platzes. eSports wird das nie ganz ersetzen, sondern sich seinen Platz neben dem Fußball suchen. Für andere Sportarten wird es aber noch schwieriger als eh schon.


#3

Abschafft denke ich auch nicht. Allerdings glaube ich schon, dass sich grundlegend was ändern wird. Über kurz oder lang werden “den Großen” wahrscheinlich die Peanuts ( :wink: ) aus der Champions League nicht mehr reichen und es könnte doch auf eine Super-Liga hinauslaufen, zu deren Alternative sich dann die Bundesliga als eine Art “Volksliga” positioniert, die explizit die Nähe zu den Fans sucht. Ich bin gespannt und hoffe das es nicht soweit kommt…


#4

Ja, es war von mir überspitz geschrieben. Aber die Fussball-Aktionäre müssen aufpassen, dass sie sich nicht so weit vom Fan entfernen und diese sich doch eine andere Sportart suchen.


#5

Naja ich weiß nicht. Das Ding ist ja, dass Entwicklungen nicht in einem luftleeren Raum entstehen, weshalb sich der/die Fan immer mitentwickeln kann, was bei so etwas großem wie dem Fußball wahrscheinlich auch immer passieren wird.

Edit: @schumi2009


#6

Lieber @GNetzer,
erstmal vielen Dank für dieses Tribünengespräch. Sehr informativ.
Zum Thema selber: Die Spiegel Ausgaben habe ich alle gelesen und mich auch ein wenig mit der Materie befasst, da ich vorher mich schon sehr für die Panama papers interessiert habe.
Leider komme ich aber auch bei diesem Thema wieder zum selben Schluss, nämlich das alle Geschäfte im Prinzip nicht illegal sind. Moralisch verwerflich ja, aber nicht justizabel. Natürlich werden nun die Steuerbehörden versuchen etwas zu finden, aber es wird ihnen kaum gelingen.
Und seinen wir mal ehrlich; Der BvB hat in den 90 Jahren Wohnungen in Belgien angemietet für die Stars, die dann angeblich jeden Tag in Belgien waren und nach belgischen Steuergesetz besteuert wurden. Wenn hat es damals gestört? Niemanden. Wahrscheinlich haben die Steuerbeamten sogar noch im Stadion ihren Stars zugejubelt.

Okay, was können also DFB, UEFA oder FIFA (alle drei auch nicht grade Steuervorbilder, um es diplomatisch zu sagen) tun? Nichts… Das ist die traurige Wahrheit. Warum können die verbände nichts machen? Weil das EU Rechtssystem es verhindert (anderes Thema, aber nur mal erwähnt, Eine Klage gegen 50+1 durch einen Verein oder Investor würde laut fast jedem EU- Rechtsanwalt gewonnen)
Was könnten die Staaten machen um hier Grenzen einzuziehen. Auch relativ wenig im ersten Ansatz. Helfen würden halt Quellensteuer, Kontrolle der Geldflüsse usw. Das ist aber ein langer Weg alle EU Staaten und auch viele Nicht- EU Staaten auf Line zu bekommen.
So traurig es ist, aber ich sehe kaum realistische Maßnahmen die hier greifen könnten, um das unmoralische Handeln der Spieler, der Berater und der Vereine zu begrenzen.


#7

DFB, Uefa und Fifa können nur rein rechtlich nichts machen. Sie könnten sehr wohl dafür sorgen, dass unmoralisches Handeln als solches angesehen und nicht gern gesehen ist. Wenn aber die Dachverbände durch Strukturen dafür sorgen, dass unmoralisches Handeln vereinfacht wird und es selbst vorleben, dann wirkt sich das nunmal “nach unten” aus. Woher kommt denn wohl die ach-das-war-mir-eh-klar-resignation der meisten? Was soll man schon erwarten, wenn die moralisch höchsten Instanzen eben die Fifa, Uefa und der DFB sind? Nur weil ich gegen etwas nicht gesetzlich vorgehen kann heißt das noch lange nicht, dass ich nicht moralisch dagegen vorgehen kann!