insbesondere da die Schiedsrichterin 90 Minuten lang im Oberkörperbereich fast alles hat laufen lassen, kann man diesen Mini-Rempler eigentlich nicht pfeifen. Wie du richtig sagst, da hat der HSV in der laufenden Saison schon einige deutlichere Elfmeter nicht bekommen.
Ich fand sie in ihrem ersten Spiel recht gut. Es war sicherlich nicht einfach mit wenig Wettkampfhärte und nur ein paar Tagen zusammen mit der neuen Mannschaft gleich in der Startelf zu stehen.
Ich fand sie aufmerksam, sie hat defensiv wenig zugelassen. Bei einer Ecke hat sie in höchster Not geklärt. Das Zusammenspiel war den Umständen entsprechend und wird hoffentlich noch besser.
Nach vorne stechen zwei wunderschöne, tiefe Pässe heraus. Sie hat da jeweils mit einem flachen Vertikalpass alle Linien überspielt. Das war schon toll.
Ich stimme zu.
Ich war gestern auch sehr positiv Überrascht tatsächlich.
Aber freut mich für euch und sie
Ich habe, nicht zum ersten Mal, einen leicht anderen Eindruck vom Spiel des HSV als andere, welche im Feedback-Thema geschrieben haben.
In der ersten Halbzeit haben mir folgende Dinge gefehlt, um mit Freiburg auf Augenhöhe zu spielen:
- Die 4’er-Mittelfeldreihe hat bei der Verteidigung der eigenen Hälfte häufig nicht gut durchgeschoben. Freiburg konnte Überzahlsituation auf den Flügeln, bzw. dann den Halbräumen erzeugen.
- Defensiv gab es Situationen, wo es den Spielerinnen wichtiger zu schein schien, ein bestimmtes Areal des Feldes abzudecken/zu besetzen, als Gegenspielerinnen zu verteidigen. Manches Mal ließ man Freiburgerinnen in gute Räume laufen, dafür hat man die ballferne Seite besetzt oder steht zu dritt vorne herum.
- Wenn Freiburgs Offensivkräfte mit dem Rücken zum Tor angespielt werden, darf man denen gerne „auf den Füßen stehen“, soll heißen körperlich bedrängen. Fölmli durfte oft den Ball annehmen und verarbeiten, Stoldt hat nur zugeschaut.
- Leider sind immer noch zu viele, vermeintlich leichte Pässe Fehlpässe. Man investiert Körner, um den Ball zu erobern und dann schenkt man ihn fahrlässig her.
Die zweite Hälfte lässt sich wegen der roten Karte nicht so gut analysieren. Der HSV wirkte aber wacher und griffiger auf mich. Die Spielerinnen haben auf jeden Fall alles gegeben und hatten dann ja auch einige Torgelegenheiten. Am Ende war der Tank halt leer.
Individuell:
Pauli Machtens sah bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Läßt sich beim ersten wegblocken und antizipiert beim zweiten den Tiefenlauf von Bienz nicht. Wobei, durch die Unterzahl ist da auch Raum und die Beine sind schon schwer.
Hohe Bälle schätzt sie leider zu fast 100% falsch ein, so dass ihr Kopfballspiel nicht bundesligatauglich ist.
Aber sie hat wieder eine ihrer Pauli-Grätschen ausgepackt. Da sieht immer schön aus.
Lotta Wrede - ich finde die Anzahl ihrer Spielminuten völlig ok. Sie ist 17 Jahre alt und sollte alleine deswegen in der Bundesliga nicht noch mehr spielen, als sie es jetzt bereits tut.
Ob ihres zweifelos großen Potentials möchte ich sie gerne etwas anders bewerten als andere. Es gibt Moment, wo sie sich m.M.n. zu flach anbietet. Wenn z.B. die Kollegin hinter ihr auf ihrer Seite den Ball führt. Lotta muss manchmal mehr die Tiefe angfreifen, sie muss mal selber den Lauf machen und entweder ihr Gegenspielerin mitziehen oder halt durchbrechen. Außerdem scheint sie im Moment nicht die richtige Balance zu finden zwischen Dribbling und Abspielen. Manches Mal hält sie den Ball zu lange und verschleppt dadurch das Spiel, bzw. macht es sich selber schwer. Auch im taktischen Verhalten ist noch Luft nach oben.
Bei Lotta geht es für mich nicht darum, ob sie gut genug für die Bundesliga ist. Da geht es darum, ob oder wann sie internationale Klasse erreicht. Aber sie muss halt noch einiges lernen. Wenn sie bei eigenem Eckball letzte Frau ist, darf sie niemals ins 1:1 bzw. ins1:2 gehen. Ist zwar diesmal gut gegangen, aber eigentlich Harakiri-Fußball.
Trotzdem: Vor 20 Jahren haben wir bei den HSV-Herren gerne den Atouba-Euro beim Eintritt bezahlt. Heute zahle ich den Wrede-Euro, denn da sieht schon vieles unglaublich gut aus.
Mirzaliyeva & Doucouré: Ich fühle mich sehr viel wohler mit diesen beiden auf AV, als ich es die gesamte Hinrunde getan habe. Defensiv ist es stabiler geworden, etwas mehr Tempo scheinen sie auch mitzubringen als manche Vorgängerin. Die von jemand anderem kritisierten mangelnden Offensivdrang führe ich auf entsprechen Anweisungen des Trainerteams zurück. Zudem ist die offensive Spielidee des HSV insgesamt nicht auf permanent durchbrechende AVs ausgerichtet. Ich könnte mir vorstellen, dass da in Zukunft noch mehr kommen könnte. Ausserdem eröffnen sie die Möglichkeit, Leni Eggert wieder weiter vorne spielen zu lassen. (Für alle, die Eggert nur als LAV kennen: eigentlich spielt sie rechts offensiv.)
Apropos Leni Eggert: Hallo Frau Trainerin, Leni bitte rechts spielen lassen. Sie kommt auf der linken Seite überhaupt nicht dazu, mit dem starken Fuß nach innen zu ziehen. Dann lieber Hillebrand nach links schieben, da Sophie einen größeren Drang zur Mitte hin hat. Und natürlich Wrede ins Zentrum. Ob man dafür Mikolajová oder Lindberg draussen läßt, kann man ja von Spiel zu Spiel entscheiden.
Insgesamt sieht es für mich so aus, als das der HSV heute insgesamt besser spielt als der HSV vom Saisonanfang. Leider halt immer noch nicht so gut, dass man Spiele gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld der Liga gewinnt.
Hoffentlich knien sie sich gegen RaBa ordentlich rein, denn das ist wieder ein 6-Punkte-Spiel.
Zu Wredes Laufwegen: Ich stimme dir absolut zu, würde aber die Frage stellen, ob ihr Profil dafür prädestiniert ist, die Tiefe zu attackieren. Sie ist ohne zu Übertreiben schon jetzt die Beste der Liga darin aus kleinen Räumen große Räume zu machen durch ihre Finten und Dribblings, wo sie übrigens statistisch (sowohl im Volumen als auch Erfolgsquote) ebenfalls Liga- und europäische Spitze ist. Beim HSV!!! Ich verstehe zwar, dass man aus guten Gründen kein Spielsystem um eine 17-jährige baut, ein wenig auf sie zukommen sollte man allerdings schon. Entsprechend sollte die Trainerin sie möglichst auch in Zonen einsetzen, in denen Spontanität und Kreativität gefragt sind und weniger Athletik und Bürokratie. Wer sie aus den DFB-Teams kennt, weiß, was sie für brilliante Steck- und Chipbälle in der Lage ist zu spielen aus den Halbräumen, wie von @Kaer vorgeschlagen. Das hängt dann aber wiederum vom Spielsystem ab, deswegen meine Kritik an der Rolle der AVs, die mit Sicherheit auf Anweisung so zurückhalten agieren, was aber weiter vorne zu Problemen führt.
Zu Leni Eggert: Ich hab weiter oben schonmal nach den Qualitäten von Croatto als LV gefragt, weil ich mir Eggert gut als RV vorstellen kann. Passt mMn besser zu ihr, da sie eher über Atlektik kommt. Würde Wrede btw auch den rechten Halbraum freiräumen.
Und wo du es schon ansprichst, mal ne Frage, die mir schon ne ganze Weile auf den Magen schlägt an dich und den Thread: Was ist die Spielidee vom HSV unter Liese Brancao?
Ich seh es pragmatisch. Wenn sie da schon steht, dann sollte sie es auch tun. Du musst tun, was deiner Mannschaft hilft. Und sie steht da halt öfter mal an der Aussenlinie. Selbst wenn Du und ich sie lieber zentraler sehen würde, sollte sie trotzdem die Tiefe attackieren, wenn es die Situatuion erfordert. Langsam ist sie jedenfalls nicht, einen guten Abschluss hat sie auch. Also hätte sie die Voraussetzungen dafür.
Es geht auch nicht nur darum, dass sie dann den Ball bekommt, sondern dass sie ihrer Mitspielerin Platz freiräumt. Man will ja die Gegnerin vertikal auseinanderziehen. Also die Mannschaft, nicht die individuelle Spielerin.
Es ist jedenfalls ein Stück weit Eiche rustikal.
Ich bin da sehr vorsichtig. Ich weiss nicht, ob der HSV in der gegenwärtigen Weise spielt, weil es dem Trainerteam an Ideen mangelt oder weil die Spielerinnen mehr Ballbesitzstil auf diesem Niveau (noch) nicht hinbekommen.
Ich gehe mal eine Saison zurück: Das Spiel mit dem Ball unter Marvin Bolz empfand ich als ideenlos und uninspiriert. Ich erinnere mich noch, dass ich gedacht habe „Gott sei Dank“ als die Meldung kam, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Und das obwohl im Spiel ohne Ball und auch im Umschaltmoment bei Ballverlust der HSV möglicherweise die beste Mannschaft der zweiten Liga war (nur die ersten paar Spieltage waren holprig).
Da sehe ich jetzt deutlich mehr Fussballkultur, wenn man bedenkt, dass sie jetzt erste Liga spielen. Ich sehe auch eine Weiterentwicklung während dieser Saison. Es ist aber noch nicht ganz der Ball, den Du spielen musst, um solche Spiele wie heute zu ziehen.
Man muss aber auch sagen: Der Matchplan von Freiburg in der ersten Hälfte war besser, als der vom HSV. Ich habe ja oben geschrieben, was mich gestört hat. Das hätte man alles in der Halbzeit ansprechen und verändern können. Wir werden es nicht erfahren, ob das Trainerteam das auch so gesehen hat. Da hat uns die rote Karte einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Ich habe heute zum ersten Mal auf der Tribüne um mich herum Negativität wahrgenommen. Es waren nicht viele, und manchmal auch nur so im Scherz dahingeplappert, aber gefallen hat es mir nicht.
Ich frage mich, ob einige mittlerweile eine zu hohe Erwartungshaltung haben. Oder die Geduld verlieren.
Der HSV hat versucht halbwegs organisch, d.h. mit Spielerinnen aus der Region, aus der Jugend, oder zumindest noch aus der zweiten Liga diese Saison zu wuppen. Das hat nicht so gut hingehauen, deswegen noch mal die Wintertransfers.
Trotz der Transfers geht man nicht den Weg von Union Berlin, die sich gestandene Spielerinnen geholt haben, und man geht auch nicht den Weg von Nürnberg („Moneyball“ - wer es nicht kennt: das ist ein Film, kann man sich ja mal anschauen) und schon gar nicht von Stuttgart (die andere Art von Moneyball?).
Der Weg vom HSV macht es halt zu einer engen Kiste, ob man die Klasse hält oder nicht. Es kommen ja noch fast alle 6-Punkte-Spiele. Da wird es drauf ankommen, wesentlich besser als in der Hinrunde abzuschneiden. Dann kann man wohl auch die Klasse halten.
Ich habe beim HSV in der jüngeren Vergangenheit einige Richtungswechsel wahrgenommen. Zum Beispiel erinnere ich mich daran, wie man in diesem Sommer mit dem DFB darüber verhandelt hat einen Teil der Bundesligaspiele nicht im Stadion, sondern nebenan auf Platz 6 auszutragen. Der HSV bot dem DFB an temporäre Tribünen aufzubauen. Nach einer Begehung vor Ort verweigerte sich der DFB der Idee mit Platz 6 und der HSV ging dann in die Offensive und wurde kreativ darin die Spiele im Vorlksparkstadion zu bewerben. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, zum Glück ist der DFB hart geblieben.
Und ähnlich sehe ich das mit den Verpflichtungen in diesem Winter, als einen Richtungswechsel. Die Verpflichtungen gehen offenbar mit Entscheidungen einher, den Etat zu erhöhen, einen Scout einzustellen und möglicherweise mit der Einsicht, dass man den Kurs auch anpassen muss, um die Klasse halten zu können. Es gibt die Bereitschaft den Kader mit gestandenen Spielerinnen zu verstärken und dafür auch Ablösezahlungen zu leisten. Und so standen in der Startelf von gestern Schulz, Stoldt, Machtens und Wrede, die ich mit dem von Dir skizzierten Weg in Verbindung bringe, aber ansonsten Spielerinnen die im Sommer oder nun im Winter aus den verschiedenen Himmelsrichtungen verpfichtet wurden. Und ich vermute, der Weg des HSV wird in diese Richtung weitergehen. Aus einer gewissen Notwendigkeit heraus.
Bezüglich des Abstiegskampfes habe ich mittlerweile die Einschätzung, dass es neben dem FCC auch die SGS Essen erwischen wird, der HSV also entsprechend die Klasse halten wird. Ein Faktor dafür ist die Reaktion im Winter mit der Bereitschaft den Kader zu verstärken, das Training in den Volkspark zu verlegen, etc.
Hinzu kommen aber auch falsche Entscheidungen und Fehleinschätzungen bei der SGS Essen, die als Frauenfußballverein nicht die gleiche Kraft zur Korrektur hat und dann auch mehr und mehr den Atem des BVB in ihrem Umfeld spürt.
Ich denke das Highlightspiel der SGS zu Hause am letzten Spieltag mit Rahmenprogramm wird eine Abschiedsfeier für den letzten Frauenfußballverein in der Bundesliga werden.
Lass mir bitte meine Hoffnung, dass Sand wieder hochkommt und wir dann wieder einen Frauenverein haben.
Wobei ich mir da unsicher bin, ob man das durchhält und ob der Ligaverband nicht ne Möglichkeit findet Sand nicht die Lizenz zu erteilen.
Aber ja Stand jetzt sieht vieles nach Jena und Essen als Absteiger aus.
So weit ich weiß, müsste der SC Sand eine Flutlichtanlage bauen, um die aktuellen Vorgaben an den Spielort zu erfüllen. Spätestens aber zur Saison 27/28 werden sich die Vorgaben noch einmal erhöhen. Der SC Sand hofft meines Wissens nach darauf, dass nicht früher schon eine Rasenheizung, eine Kapazitäz von 5.000, etc. gefordert wird. Die Flutlichtanlage allein kann man wohl stemmen.
Ich glaube deren Hoffnung ist auch berechtigt. Aber was wäre das für eine Saison, an deren Ende der Abstieg bereits feststehen würde? Allein schon, weil die Anforderungen an Bundesligisten steigen werden und damit der SC Sand überfordert wäre.
Aber das ist kein exklusives Lotta Wrede Problem, sondern trifft auf die gesamte Offensive zu. Max hat in der Besprechung zum letzten Spieltag 2025 in der Sendungen ein Beitrag von mir zitiert, in dem ich das ball-watching kritisiet habe. Von dir eleganter ausgedrückt als
Das ist völlig korrekt, trifft aber auf alle Offensiven zu. Mich hat in dem entsprechenden Spiel gegen Wolfsburg zwei Szenen bespielhaft dazu veranlasst. Einmal gibt es ein riesigen Raum hinter der Kette, der von Hillebrand nicht belaufen wird, weil sie auf den Ball schaut und nicht in den Raum. Bei dem zu unrecht abgepfiffenen 2:0 passiert das exakte Gegenteil. Leider ist ersteres deutlich häufiger als letzters. Und das hat schon etwas mit Coaching und Trainingsarbeit zu tun, gerade bei einer 17-jährigen, aber eben auch bei allen anderen.
Aber die Gegentore sprechen dagegen. Ich möchte ürbigens betonen, dass Liese Brancao mMn einen sehr schweren Job hat, da ich den Kader der Hinrunde für ein großes Missverständnis halte. Es war ebenfalls keine Suggestivfrage. Ich glaube, das Branacao eher flexibel agieren möchte. Sowohl taktisch, als auch personell. Nur leider gibt es in jeder Variante größere Probleme. Steht man tief, hat man enorme Schwierigkeiten nach vorne zu kommen. Presst man hoch, gibts es mitunter Teams, die das Tempodefizit der letzten Kette gnadenlos ausnutzen. Insgesamt haben mir diese Phasen aber am besten gefallen. Die Neuzugänge (insbesondere Doucoure und Linberg) haben schon angedeutet, dass sie echte Verstärkungen diesbezüglich sein könnten. Liegt jetzt bei der Trainerin, diese schnellstmöglich zu intergrieren.
btw ich hab nicht verstanden, warum Doucoure gegen Freiburg ausgewchselt wurde. Eine ähnliche Aktion wie das 0:2 hat sie gegen die SGS mit ihrem Tempo noch verhindert.
Ich stimme dir absolut zu, dass es toll wäre, käme Sand nochmal. Und das nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern weils dort vor Ort einfach sehr nett ist.
Auf der anderen Seite: ich weiß halt nicht, ob es dem Frauenfußball hilft, wenn Bundesliga-Spiele dort auf dem Dorfsportplatz ausgetragen werden, so schön ich es auch dort fand.
Dazu: was kann Sand an Gehältern zahlen? Können sie die Spielerinnen angemessen entlohnen? Da sind natürlich finanzkräftigere Vereine - und das sind quasi alle, die auch eine große Männerabteilung haben - klar im Vorteil. Siehe gerade hier den HSV.
Das finde ich einen interessanten Punkt der Ambivalenz: Im Männersport “verurteilt” man zurecht solche Konstrukte, die sich auf Grund von finanziellen Mitteln (und natürlich auch fragwürdigen “Vereins”konstruktionen) in die Liga einkaufen. Im Frauenfußball wird das gefeiert, dass die großen Vereine (teilweise in ebenso fragwürdigen Vereinsübernahmen/-symbiosen oder wie auch immer man das bezeichnen möchte) nun sich in die Bundesliga der Frauen einkaufen. Vereine, die jahrzehntelang für die Existenz von Frauenfußball/Profitum bei Frauen (zumindest auf niedrigem Niveau) gesorgt haben, dazu zähle ich auch Sand, werden jetzt aber damit “relativiert”, sie würden ja nicht genügend Geld zahlen, unattraktiv sein etc. Also genau das Gegenteil wie bei den Traditionalisten des Männerfußballs. Der Grund liegt hier in der Betrachtungs- bzw. Herangehensweise: wenn ich auf die vermeintliche (?) (Weiter-)entwicklung des Fußballs an sich schaue, ist mehr Geld im Markt, ergo auch und besonders durch Investoren (als etwas Anderes würde ich die “großen” Vereine, die sich jetzt in die Bundesliga der Frauen “einkaufen”, nicht bezeichnen). Das Niveau steigt und die Lage für die Sportlerinnen wird natürlich besser, ohne Frage. Bei den Männern erzeugen Investoren eigentlich genau dasselbe. Wieder einmal ein Beweis dafür, wie ambig die Betrachtung von 2 sehr vergleichbaren Aspekten sein kann.
Ja, das ist tatsächlich ein Punkt, den ich selbst nicht gut für den Traditionalisten in mir halte.
Schon die Abstiege von Potsdam, Sand oder die Übernahmen in Jena und Duisburg fand ich aus “Retro-Sicht” nicht gut.
Nur: während ich beim Männerfußball bei den Traditionsvereinen ein enormes Potential sehe, kommen Vereine wie eben Sand extrem schnell an ihre Grenzen.
Nebenbei gesagt sehe ich das Potential aber auch nicht bei allen “traditionellen” Männer-Erstligisten. Gerade wenn wir nicht nur monetäres Wachstum sondern auch Reichweite und große Kulissen wollen, sind auch Clubs wie Hoffenheim und Leverkusen leider ein Problem. Und das bei aller sportlicher Qualität.
Ja, ball-watching gibt es noch zu häufig, das sehe ich auch so. Gegen Freiburg konnte man m.M.n. ganz gut erkennen, dass in Halbzeit eins Freiburg stärker antizipiert hat und der HSV eher reagiert hat.
Mir ist auch noch aufgefallen, dass Spielerinnen manchmal in eine Zuschauerrolle wechseln. Sie scheinen dann für ein paar Sekunden zu vergessen, dass sie Akteure sind.
Es gibt noch viel zu tun. Hoffentlich holen sie auf dem Weg noch die nötigen Punkte, damit man sich nächstes jahr in der ersten Liga weiterentwickeln kann.
Kann mir eigentlich jemand erklären, warum wir keine Werbung machen und sich auch scheinbar niemand fürs Nordderby interessiert? Das wird so traurig…
Bei uns in Bremen auch so. Bekomme kaum Werbung mit. Echt schade ![]()
Laut einem Artikel hinter der Paywall im Abendblatt ist es inzwischen so, dass der große Kader geteilt wurde und an unterschiedlichen Standorten trainiert, am Stadion und in Norderstedt. Ziel ist eine hohe Trainingsqualität. Spielerin in der “schwachen” Gruppe können sich aber jederzeit durch gute Leistung für die “starke” empfehlen.
Außerdem wurde Emilia Hirche, Urgstein und Fanliebling(Air Hirche), aus dem Kader gegen die TSG gestrichen, weil sie nach dem Spiel gegen Leipzig wohl ein paar unschöne Äußerungen gegenüber Team und Trainerin getätigt haben soll. Die Wogen sollen aber inzwischen geglättet sein.
Das hat etwas Traingsgruppe-2-Vibes.
Musste ich auch sofort dran denken. Hat natürlich Vor- und Nachteile. Eine hohe Leistungsdichte im Training ist von unschätzbaren Wert, gerade bei einem Team, welches noch sehr viele Schritte vor sich hat. Ich meine das gar nicht böse, aber wenn Lotta Wrede gegen Jobina Lahr ins Dribbling geht, dann ist der Lerneffekt gleich null. Für beide Seiten. Anderseits kannst du dir durch solche Maßnahmen ganz schön die Stimmung zerschießen.
Man hat im Winter dazugeholt, aber niemanden abgegeben. Laut soccerdonna.de sind zur Zeit 34 Spielerinnen im Kader. Die Verletztenliste ist kürzer geworden. Ich kann verstehen, dass das ein wenig zu viele sind.
