HSV: Mit neuem Gesicht zu alter Stärke?

Wir haben mit Lasse Bork (Podcast Volksparkgeflüster, Instagram, Bluesky) über den Saisonstart des HSV gesprochen und auch auf die Zweitligazeit zurückgeblickt. Wie hat euch die Sendung gefallen?

5 „Gefällt mir“

Ich hör gerade den Podcast (ja, ich kann nicht schlafen)

Zum Thema Marcel Jansen: Jansen war ziemlich dicke mit Thomas Wüstefeld. Die beiden waren auch geschäftlich verwoben. Und Wüstefeld hat ihn quasi mit runtergezogen. Es gab den Abwahlantrag, der gescheitert ist (was unterm Strich auch gut war). Die Konsequenz des ganzen war, dass Jansen Präsident geblieben ist, aber nicht mehr im Aufsichtsrat der AG vertreten war. Für ihn kam Michael Papenfuß in den Aufsichtsrat. Henrick Köncke war auch vor seiner Wahl zum Präsidenten schon Mitglied des Aufsichtsrates. Jansen hat aber im eV gute Arbeit geleistet, was man so hört.

Hallo aus Düsseldorf!

Deep Dives in die Vereine finde ich immer spannend, weil sie immer etwas losgelöst vom Tagesgeschäft sind. So auch diese Folge.

Noch zwei kurze Punkte von mir.

Ich glaube, Ihr habt es im Zusammenhang mit Daniel Thioune gar nicht erwähnt, aber er war derjenige, der Merlin Polzin als Co-Trainer aus Osnabrück mit zum HSV gebracht hat. Nicht belegbare These meinerseits: Hätte Thioune beim HSV die Zeit bekommen wie später Walter, wäre der HSV früher aufgestiegen.
Ich möchte auch klar verneinen, dass er in Düsseldorf gescheitert ist. Die Kurve nach seiner Demission diese Saison allein spricht dagegen . Und wie Max dann richtig sagte, am Ende ist es in der Relegation ein verschossener Elfmeter eines jungen Nachwuchsspielers im Elfmeterschießen, der über Klassenerhalt und Nicht-Aufstieg entscheidet. Und über die menschlichen Qualitäten von Daniel Thioune habe ich sowieso noch nie zwei verschiedene Meinungen gehört (außer die von Bobby Wood vielleicht :sweat_smile: ).

Der zweite Punkt noch zum Trainerwechsel zu Polzin. Kevin vom Padercast hat mir im Frühjahr erzählt, dass sich der HSV mit Kwasniok einig war, der auch um seine Freigabe in Paderborn gebeten hatte, diese aber nicht erhielt, was dann letztendlich zum Abkühlen des Verhältnisses zwischen Verein und Trainer dort führte (bspw. Weihnachts-Rant Kwasnioks, Rücktritt zum Saisonende nach der Heimniederlage gegen Düsseldorf :wink: ).

Rot weiße Grüße!

1 „Gefällt mir“

Die Folge ist natürlich für einen Schwerpunkt recht lang. Der HSV ist aber nun mal auch ein Schwergewicht, daher fand ich dlese kleine Aufarbeitung der bisherigen 7 Zweitligajahre angebracht.

Der finanzielle Turnaround ist beachtlich. Ich glaub aber Schulden/Verbindlichkeiten/Eigenkapital/cash flow und noch viele weitere Begriffe werden manchmal etwas vermengt.

“Der HSV verfügt nun über ein Netto-Finanzvermögen von 14 Millionen Euro und hat eine solide finanzielle Basis, mit Zahlungsmitteln von 36 Millionen Euro und Verbindlichkeiten in Höhe von 22 Millionen Euro.”

Der HSV ist finanziell auf alle Fälle so gut aufgestellt wie lange nicht. Der Umsatznachteil gegenüber Teams wie Mainz, Augsburg, Werder und Co. wird sich nun nach und nach durch die TV Erlöse ausgleichen, ganz ähnlich zum 1. FC Köln.

_____

Würde das hier gerne noch hier lassen, da ich es ja auch nervig fand und dann hier auch so etwas anmerken möchte:

“HSV-Profi Nicolai Remberg bedauert sein Verhalten nach dem Hamburger Derbysieg gegen den SV Werder Bremen. Der 25-Jährige hatte – ebenso wie der 18-jährige Alexander Røssing-Lelesiit – durch provokanten Jubel vor der Werder-Bank eine Rangelei ausgelöst. „Das sah fies aus für die Bremen-Spieler. Ich kann den Frust verstehen“, sagte Remberg nun bei einer Veranstaltung der HSV-Stiftung. Er zeigte Verständnis für die Reaktion der Bremer Spieler auf die Provokation.”

Es zeigt Größe&Selbstreflexion von Remberg sowas so schnell danach zu erkennen. Von Røssing-Lelesiit erwarte ich das nicht, einfach aufgrund des Alters. Alles was man so über die Entwicklung des Gehirns weiß, ist es m.E. nach eh eine Farce, wie schnell wir als Gesellschaft Fehlverhalten von jungen Leuten stigmatisieren oder gar sanktionieren. Insofern, Thema durch.

3 „Gefällt mir“

Wo hast du das her?

Finde gerade die erste Quelle nicht, ggf. Deichstube.

Aber hier ist der gleiche Inhalt von der Sportschau.

1 „Gefällt mir“

für meinen Geschmack eine etwas zu große Schleife um die 7 Zweitligajahre, wo ich nicht ganz genau weiß, wer die Zielgruppe dafür ist. Für Hörer, die die zweite Liga verfolgen, hätte ein kürzerer Abriss gereicht. Und für Hörer, die wenig bis keine zweite Liga verfolgen, war das wahrscheinlich zu viel Namedropping von irgendwelchen außersportlichen Personen, um den Ausführungen gut folgen zu können.

Durch die Extralänge hat hinten raus trotzdem wenig gefehlt, was die aktuelle sportliche Situation angeht, von daher nur eine Mini-Kritik von mir.

Das der HSV das erste Bundesligajahr übersprungen hat, indem man nicht auf die eingeschworene Aufstiegsmannschaft setzt, sondern sofort einen strategischen Umbruch einleitet, fand ich einen sehr interessanten Punkt von Lasse. Hier würde ich hinzufügen, dass es vielleicht auch einfach keine eingeschworene Truppe gab, sondern der Aufstieg mit dem Umbruch von Walter über Baumgart zu Polzin im Zustandekommen eher Stückwerk war. Im Rückblick werden wahrscheinlich wenig beteiligte Spieler sagen, die HSV-Aufstiegsmannschaft war die geilste Truppe, in der sie je gespielt haben. Die eingeschworene Walter-Truppe mit der Achse um Glatzel, Schonlau, M. Vuskovic, Meffert, Jatta, Kittel, Muheim, etc. gab es zum Zeitpunkt des Aufstiegs nicht mehr bzw. für die Überbleibsel kam der Aufstieg einfach zu spät in ihrer Karriere. Dieses Team hätte 3-4 Jahre früher aufsteigen müssen. Womit wir auch wieder bei Lasses What-If wären.

Am Ende hätte ich mir noch einen Mini-Blick nach vorne gewünscht, wie der nächste Entwicklungsschritt (bei Klassenerhalt) aussehen könnte, ohne erneut auf solche Last-Minute-Bangertransfers wie Vuskovic, Lokonga und Viera angewiesen zu sein. Weil nochmal die gesamte Vorbereitung und das erste Saisonviertel abzuschenken und darauf zu wetten, dass dir Ende August noch drei viel zu gute Spieler in den Schoß fallen, kann wohl kaum der Plan sein.

1 „Gefällt mir“

Ist das Ende der Hinrunde schon notwendig, vor allem wenn man noch überhaupt nicht weiß, ob der Klassenerhalt gelingt? Fände ich jetzt etwas zu sehr Glaskugel. Gerade bei so einer langen Sendung, wo eben der Fokus klar auf dem Weg hin zur Bundesliga lag und weniger auf dem aktuellen, muss irgendwas herüber fallen.

3 „Gefällt mir“

kann sein. Mich hätte halt Lasses Perspektive darauf interessiert, wie Schritt 2 aussehen könnte, gerade weil er Schritt 1 so super analysiert hat.

Aber wäre das nicht der zweite Schritt vor dem ersten? Aus meiner Sicht wäre das eher ein Punkt für den Royal, wenn man weiß, ob der HSV wirklich noch ein weiteres Jahr in der ersten Bundesliga spielen wird.

Das Gedankenspiel mag interessant sein, aber in der aktuellen Phase der Saison wäre mir das zu viel Konjunktiv um ein Schwerpunkt mit Rekordlänge noch länger zu machen.

1 „Gefällt mir“

Woran machst Du das fest?

Noch einige weitere Anmerkungen

Zum Druck aufzusteigen: Sicherlich brauchten wir das Geld der ersten Liga sehr, aber es war eher der Druck aus dem Umfeld. Die Logengäste des HSV sahen/sehen den Verein als natürliches Mitglied der ersten Liga. Daher der Druck. Und Bernd Hoffmann hat von Anfang an klar gesagt “Wenn wir nicht aufsteigen, sind wir nach fünf Jahren ein gewöhnlicher Zweitligist”. Das widerspricht ihrem Selbstverständnis. (Ja, so ist der HSV)

Zum verschwundenen Geld: Das Geld ist nicht verschwunden. Man hat in der Coronazeit damit schlichtweg die Liquidität hergestellt. Wenn Woche für Woche die Einnahmen von 50.000 Zuschauern fehlen, summiert sich das. Also, das Geld ist nicht irgendwie verschwunden, sondern wurde genutzt, um liquide zu bleiben.

Kuntz: Mit Kuntz als ehemaligen erfolgreichen Nationaltrainer hatte Merlin die Möglichkeit, auf seine Erfahrung zurückzugreifen. Eine wertvolle Ressource, die besonders in der sieglosen Zeit vor dem Darmstadtspiel.

Merlin als Cheftrainer: Kuntz war nicht unbedingt von Merlin als Cheftrainer überzeugt. Er hat mit anderen Trainern verhandelt. Erst als Kwasniok auch absagen musste, weil Paderborn ihm die Freigabe verwehrt hat und Merlin erfolgreich hat spielen lassen, hat man ihm den Vertrag vorgelegt. (Danke Paderborn)

Poulsen: Yussi ist mehr als nur ein Stürmer. Das extrem junge unerfahrene Trainerteam hatte keine Erfahrung mit der Bundesliga und mit dem Pressing, das man spielen wollte. Es ging also nicht nur um seine Fähigkeiten als Stürmer, sondern auch um sein Know how. Und er hat sich immer mehr zum Teil des Trainerteams entwickelt. In den Spielen, in denen er auf der Bank sitzt, redet er in den Pausen viel mit den Mitspielern. Vor allem für Alexander Rössing-Lelesiit ist er ein Mentor. Er geht mitunter kurz raus zu Poulsen, um sich kurz mit ihm auszutauschen, Rat einzuholen. Also deutlich mehr als nur ein Stürmer.

1 „Gefällt mir“

Woran wird eigentlich festgemacht, dass Kuntz risikoavers ist?

Seine Zeit bei Kaiserslautern ist doch am ehesten mit seiner aktuellen Rolle beim HSV zu vergleichen, oder?

Bei seiner Zeit in Kaiserslautern denke ich neben den sportlichen Hochs und Tiefs als erstes an sehr viele Transfers und an eine Fan-Anleihe, um wieder aufzusteigen. Beides würde ich eher als risikohaftes Verhalten einstufen. Bei Kaiserslautern gibt’s ja auch Stimmen, die sagen, dass die vielen Transfers nach dem Aufstieg und das Aufbrechen eines funktionierenden Kollektiv eher kontraproduktiv war. Es kann natürlich ein Lernprozess gegeben habe, aber es würde mich schon interessieren, woran das risikoaverses Verhalten bei Kuntz festgemacht wird. :slight_smile:

Habe die Folge sehr gerne gehört und fand auch den Schlenker in die Zweitliga-Zeit wichtig, um den Kontext für die heutige Entwicklung zu haben. Muss ehrlich sein: das ganze Relegationsdrama hatte ich nicht mehr so vollständig auf dem Schirm.

2 „Gefällt mir“

Ich möchte mich Kaer anschließen. Für mich war das zu viel von einem Rückblick der Kategorie „Tribünengespräch“ und zu wenig Schwerpunkt. Was ich schade finde, denn was beim HSV passiert, interessiert mich schon sehr - auch, oder wahrscheinlich gerade, weil ich dem Lokalrivalen sehr verbunden bin.

Und - meine Vorliebe für den FCSP berücksichtigt - noch etwas zum Stadtderby am 2. Spieltag. Der von Max - ich meine inzwischen mehrfach - verwendeten Erzählung, das Spiel hätte anders ausgehen können, wenn Königsdörffer nicht cm im Abseits gewesen wäre, kann ich wenig abgewinnen. Denn wenn wir schon im Konjunktiv argumentieren, sollte man schon da ansetzen, als St. Pauli das (fast) sichere 0:2 abgepfiffen wurde wegen eines angeblichen Stürmerfouls von Hountondji, das - da sind sich wirklich alle einig - keines war.

4 „Gefällt mir“

Sehr schöne Sendung, toller Ansatz von Max nochmal die letzten Jahre nachzuerzählen!

Passt sicher nicht auf alle Vereine, hier wars für mich super!

3 „Gefällt mir“

Habe die Folge erst spät nachgehört. Für jemanden, der den HSV in der 2. Liga (nur) ab und zu aus den Augenwinkeln verfolgt hat, war es der richtige Ansatz, diese Zeit nochmals nachzuerzählen. Man hat es gar nicht mehr auf dem Schirm, wie viele Trainer am Aufstieg gescheitert sind - darunter einige, die bewiesen haben, dass sie es können. Aber schon auch klar, dass das für HSV-Fans weniger ergiebig war. So ist es im Grunde aber in fast allen Schwerpunkten. Man lernt eher über die anderes Clubs was als über den eigenen.

Was mir aufgefallen ist: als es an einer Stelle um das Kompetenzgerangel zwischen Vereinsvorsitzendem und der ausgegliederten Kapitalgesellschaft geht, da wirfst Du, Max, kurz ein, dass in dem Fall Beierdorfer ja im Grunde “50+1” zu entscheiden habe. Und da muss man ganz klar sagen: nein, hat er nicht. Der AG-Vorstand ist vor dem Zugriff der Aktionäre (und auch des beherrschenden Aktionärs) geschützt und muss auch keine Weisungen befolgen. Die Leitung liegt allein beim Vorstand. Und ohne weiteres Rauswerfen kann man den Vorstand auch nicht. Das kann nur der Aufsichtsrat, und auch da nur bei Vorliegen wichtiger Gründe.

Weshalb das so wichtig ist: die Vereine, die für die Ausgliederung die AG gewählt haben, haben dies mit dem klaren Hintergedanken getan, den möglichen Einfluss des Vereins (oder genauer: der Fans!) zu beschneiden. Die sollten aus dem operativen Geschäft rausgehalten so weit wie möglich rausgehalten werden. Das war in München so, das war in Stuttgart so, und ohne den HSV sehr genau verfolgt zu haben: da wird es auch so gewesen sein. Dass die tatsächliche Machtverteilung in praxi etwas komplexer sein kann, das sieht man gerade in München natürlich auch sehr gut. Aber by default ist die AG halt unabhängig.

Vielen Fans ist das überhaupt nicht klar. Und ob das im Geiste von 50+1 ist - darüber kann man lange streiten. Wahrscheinlich eher nicht.

1 „Gefällt mir“

Glaube Max wollte damit sagen das 50+1 oft nur auf dem Papier besteht. Und öfter mal kreativ umgangen wird.

Was Max meinte, das kann ich nicht sagen - aber Wortlaut war (jetzt mal aus dem Gedächtnis) dass das Einmischen bei der AG ja korrekt gewesen sei, er hätte sich zu 50+1 einmischen dürfen (oder so ähnlich, ich muss es mir nochmals anhören).

Aber formal ist es gerade nicht okay, das ist es ja gerade, nicht mal als Aufsichtsrat….

Glaube Max meinte eher es müsste laut 50+1 möglich sein sich einzumischen als E.V aber durch die AG wird es umgangen.

Hannover ist da ein noch krassers Beispiel.