Kurzpass 048 - Russland vor der WM 2018 - Teil 2


#1

Wie hat euch die Folge mit Katrin gefallen?


#2

Ich kann nicht viel zu den Inhalten sagen, da ich bzgl. Russland wenig Vorwissen habe, aber ich habe mir die Sendung gern als Hintergrundinformationen zur Lage in Russland angehört, hatte wieder einen sehr kompetenten Eindruck von Katrin - und werde die Sendung gern weiter empfehlen!


#3

Tolles Format! Ich mag solch Einblicke in ein Land und wie es sich auf so eine (umstrittene) WM vorbereitet. Top!


#4

Mir war zu wenig Fussball drin.


#5

Zur sportlichen der Seite wird es noch viele Sendungen geben. Dann wenn es auch sportlich langsam relevant wird.


#6

Die Sendung selbst fand ich wieder einmal sehr interessant. Vor allem weil einmal die Sicht aus russischer Seite beleuchtet wurde. Und genau hier komme ich zum Thema, was die WM in Russland anbelangt und wo ich politisches Kalkül entgegen der sportlichen Situation stelle. Das ausgerechnet der Video-Assistent von der FIFA in Russland eingesetzt wird ist meiner Meinung nach keine zufällige Entscheidung, sondern Absicht. Denn wenn man einmal in die europäischen Ligen schaut, haben viele den Video-Assistent entweder in der Testphase oder haben sich komplett dagegen ausgesprochen und ihn überhaupt nicht zur Anwendung gebracht. Nicht nur, das man jedes Wochenende in der Bundesliga miterleben muss, wie sich der Video-Beweis von selbst immer mehr und mehr ins Abseits stellt und zu den obskursten Entscheidungen führt (siehe Halbzeit und Elfmeter bei Mainz - Freiburg), sondern das es mittlerweile immer mehr Diskussionen gibt, ob es jetzt eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters war oder nicht, um eingreifen zu können. Die eigentlichen Debatten über das Thema Fußball sind mittlerweile den Aufregern und Gesprächen gewichen, die sich einzig und allein mit “der” Entscheidung in Spiel X befassen. Der Video-Assistent hat das selbsternannte Ziel gerechter zu sein um Längen verfehlt.

Und in einer solchen Situation entscheidet sich die FIFA für das Einführen des Video-Assistenten bei der WM 2018 in Russland. Warum? Selbst UEFA Boss Aleksander Ceferin amüsiert sich über den Video-Beweis in Deutschland. Zitat (aus der Gazetta dello Sport) “Ich habe lustige Szenen gesehen”. Und bei der WM in Russland kommen noch ganz andere Faktoren hinzu. Schiedsrichter, die teilweise überhaupt nicht mit dem Video-Assistenten gearbeitet haben, sollen dann mit diesem Fehlerbehafteten Mittel arbeiten und auf dem Platz entscheiden. Ganz ehrlich, bei einer solchen Vorgehensweise der FIFA, die ebenfalls alle Probleme allein aus der deutschen Bundesliga mit Sicherheit auf dem Tisch liegen hat, kann ich nicht mehr von einer rein sportlichen Zukunftsentscheidung mehr sprechen, sondern von Kalkül. Und dafür brauche ich nicht mal einen Aluhut aufsetzen. Würde die WM 2018 in einem anderen “westlichen” Land stattfinden, würde der Video-Assistent überhaupt nicht zur Debatte stehen, weil man sich mit der Problematik nicht seine WM zerschießen möchte. Bei Russland und Putin geht das natürlich. Die Funktionäre der FIFA gehen hier meiner Meinung nach politisch vor und nicht sportlich.

Eine solche Entscheidung, ein vermeintliches Hilfsmittel in der Testphase welches augenscheinlich nicht so funktioniert wie gedacht in einer Großveranstaltung anzuwenden ist nicht nur unseriös sondern politisch kalkuliert. Denn wenn man mal in der Historie des Sports schaut, dann blieben die Skandale (Wembley-Tor, Maradonas Hand Gottes, etc.) länger im Gespräch als die jeweiligen Weltmeister oder deren Spieler. Der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist somit meiner Meinung nach forciert vom wieder aufkeimenden “Kalten Krieg”. Dem bösen Russen ein Ei ins Nest legen und dann verbal drauf hauen. Ich bin mir fast schon sicher, bei der ersten Fehlentscheidung bei der WM in Russland, wird nicht nur über die Situation debattiert werden, sondern es wird im Unterton ein negatives Russlandbild mitschwingen.