Kurzpass 124 – Eredivisie mit Jan Leerkes

#1

Ich habe mal auf den niederländischen Fußball geblickt mit Jan Leerkes (@JanLeerkes). Wie hat euch die Sendung gefallen?

#2

Geile Folge mit einem Gast Dhr. Leerkes, der in eine 45 Minuten Sendung wie in ein 4,5h Gespräch reingeht. Er hätte vermutlich über das letzte Länderspiel allein 1,5h reden können :smiley: Sehr engagiert und sehr positiv.

Da ich zur Zeit auch noch in den NL wohne, hat mich die Folge besonders interessiert. Ich verfolge die Liga immer nur am Rande und war lediglich viermal bei einem Spiel von Vitesse. Besonders erfolgreich für den Chelsea-Farmclub war 16/17, als man unverhofft den Pokal gewonnen hat. Es war dann bestimmt auch die Saison, in der Werder auf Rashica aufmerksam wurde, da er da zur Stammkraft gehörte und so ein bisschen den Durchbruch schaffte. Die Crux bei Vitesse ist natürlich, da man sich häufig einige der besten Chelsea-Jugendspieler holt (16/17 Lewis Baker, 17/18 Mason Mount), dass sie meist nach einer Saison wieder weg sind. So kann sich Arnhem kaum ganz oben andocken, obwohl man sicherlich (auch aufgrund des Rückhalts von Abramovich) höhere Ambitionen hat.

–> Das nur nochmal so als Ergänzung zum KP, da ja durch Ödegaard kurz Bezug zu Vitesse genommen wurde.

Ödegaard hat zumindest nach einer knappen Saison bei Arnhem mehr gerissen, als nach 1,5 Saisons bei Heerenveen. Vielleicht ist bei ihm der Knoten jetzt geplatzt. Was mich wieder mit einem Kopfschütteln zurücklässt, gemessen daran, wie lange der Name schon im Fußball zirkuliert, diskutiert und belächelt wurde…und dabei ist der Bub’ heute ja nur 20 Jahre alt.

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#3

Sehr gute Folge mit einem großartigen Gast. Die Eredivisie ist eine meiner Lieblings-Ligen. Die meisten Mannschaften spielen positiven auf Ballbesitz ausgerichteten Fußball. Die individuelle Qualität der Spieler ist erstaunlich hoch, dabei ist nicht nur die Talentdichte groß. Ich bin auch immer wieder überrascht, wie hoch die Qualität von Spielern ist, die bei einem Durchschnittsverein spielen und in einem durchschnittlichen Alter sind. Die technische Ausbildung ist sehr gut und auch das Spielverständnis sowie Positionsspiel sind überdurchschnittlich. Ein paar Talente, beziehungsweise interessante Spieler möchte ich hier nochmal highlighten:
PSV hat viel Talent in der eigenen Jugend, die aktuell aber zumeist noch nicht konstant zum Einsatz kommen, sondern eher eingewechselt werden. Hier sind vor allem Michal Sadilek, Cody Gakpo und Donyell Malen zu nennen. Malen (Flügelspieler) kam zwar schon zu 24 Einsätzen, aber zumeist nur als Einwechselspieler. So beträgt seine durchschnittliche Einsatzdauer lediglich 22 Minuten. Eine besondere Stellung nimmt Mohammed Ihattaren ein. Der Zehner kommt aus dem Jahrgang 2002 und kam bereits zu 8 Liga-Einsätzen. Der Linksfuß hat eine herausragende Technik und wurde direkt zum Standardschützen. Er reiht sich ein in eine Reihe von großen Talenten aus den Jahrgängen 2000-2003 ein (dazu später noch mehr). Besonders interessant bei PSV ist meiner Meinung nach Linksverteidiger Angelino, der vor der Saison von Manchester City verpflichtet wurde. Mit 22 Jahren ist er noch sehr jung. Offensiv kommt er über seine Dynamik und das hohe Tempo. Dabei ist er teils noch etwas zu überhastet und flankt teils zu früh. Defensiv ist er mehr als solide. Er geht gerne sehr aggressiv in Zweikämpfe und hat dabei eine hohe Erfolgsquote. Die Außenverteidigerposition ist ja traditionell schwer zu besetzen, dementsprechend dürfte Angelino schon bald in einer Top-5-Liga spielen.

Über Ajax wurde in den letzte Wochen logischerweise schon viel gesprochen. Die hervorragende Jugendarbeit sei trotzdem nochmal erwähnt, durch die Ajax auch in den nächsten Jahren noch viel Nachschub bekommen wird. Defensiv sind besonders Quinten Timber und sein Bruder Jurrien Timber, der Kapitän der U19, zu erwähnen. Ryan Gravenberch (Jahrgang 2002) bekam bereits seinen ersten Profieinsatz und ist ein relativ klassicher Box-to-Box-Spieler. Stürmer Brian Brobbey kommt sehr über seine Physis sowie seine Fähigkeiten im Abschluss. Mit Naci Ünüvar gibt es noch ein weiteres Riesentalent aus dem Jahrgang 2003, der durch seine technische Fähigkeiten besticht. In den letzten Jahren verließen schon immer häufiger Spieler aus der Ajax-Jugend ihren Verein. So spielen mittlerweile Linksverteidiger Juan Familia-Castillo und Stürmer Daishawn Redan bei Chelsea. Redan war im Jugendbereich in den vergangenen Jahren einer der treffsichersten Spieler. In dieser Saison hat er dahingehend einen kleinen Durchhänger, wird aber unter anderem mit einer Leihe zu Gladbach in Verbindung gebracht.

Auch Feyenoord musste zuletzt ein großes Talent verabschieden. Mit Joshua Zirkzee wechselte ein Stürmer zu Bayern München. Er schafft es immer wieder Bälle festzumachen und lässt sich klug fallen. Dabei agiert er fast beidfüßig. Ein Talent, das bei Feyenoord blieb ist Orkan Kökcü. Der 18-Jährige kam zu 7 Einsätzen über 337 Minuten, legte 2 Tore auf und schoss 2 selbst. Er agiert zumeist als höchster der drei zentralen Mittelfeldspieler Feyenoords. Dabei positioniert er sich zumeist sehr klug und schießt gerne aus der Distanz. Sein linker und rechter Fuß sind dabei ähnlich stark.

Bei AZ Alkmaar sind besonders Guus Til und Teun Koopmeiners als größte Talente zu nennen. Wer aber nicht vergessen werden sollte, ist Myron Boadu. Der 2001 geborene Stürmer wurde vor der Saison 2017/18 in die erste Mannschaft hochgezogen, verpasste aber nahezu die komplette Saison mit einer Knieverletzung. Erst im letzten Saisonspiel kam er zu seinem Eredivisie-Debüt. Diese Saison durfte er in den ersten 5 Spielen starten, erzielte 3 Tore und bereitete 2 vor. Im fünften Spiel zog er sich jedoch eine Knöchelverletzung zu und absolvierte seitdem kein Spiel mehr. Man kann für ihn nur hoffen, dass er in der näheren Zukunft verletzungsfrei bleibt und sein Potenzial ausspielen kann.

Vitesse Arnheim stellt unter Leonid Slutski einen Kader mit sehr vielen verschiedenen Nationalitäten. Herausragender Spieler ist Martin Ödegaard, der wohl der beste Spieler der Liga hinter den Top 3 ist. Jedem sei empfohlen, sich ein Spiel von ihm anzuschauen. Sein riesiges Potenzial scheint er nun auch in einer größeren europäischen Liga umsetzen zu können. Der restliche Kader besteht aus Spielern wie Rechtsverteidiger Vyacheslav Karavaev oder den Achtern Matus Bero und Navarone Foor, die meist über dem Durchschnittsniveau der Liga liegen und auch in größeren Ligen, wie der Bundesliga, eine Option wären.

Groningen vereint in seinem Kader viele Talente. Dabei liegt das Durchschnittsalter des Kaders bei nur 23,4 Jahren. Größtes Talent ist der 2000 geborene Ludovit Reis, der als Achter agiert. Ebenfalls sehr spannend ist der vom Gast schon angesprochene Ritsu Doan, der als Flügelspieler über sein gutes Dribbling kommt. Die Effizienz vor dem Tor ist mit 4 Toren und 2 Vorlagen noch verbesserungswürdig. Er wird mit Sicherheit schon im Sommer Anfragen aus anderen Ligen bekommen, ein Verbleib bei Groningen würde seiner Entwicklung aber wohl besser bekommen. Junge Flügelspieler werden oft zu sehr an ihrer Statistik hinsichtlich Toren und Vorlagen bewertet.

Willem II ist die Anlaufstelle einiger deutscher Talente. Die größte Popularität erlangte der Verein in Deutschland wohl nach der Freistellung von Donis Avdijaj, der bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich eine gute Saison spielte. Abgesehen davon überzeugte Willem II vor allem im Pokal, in dessen Finale man nach einem Sieg gegen AZ Alkmaar im Elfmeterschießen einzog. Defensiv ist man sehr anfällig, kassierte bereits 50 Tore. Daran ist Torwart Timon Wellenreuther kaum beteiligt. Nachdem er in der vergangenen Saison teils aus der Stammelf fiel, ist er dieses Jahr klar gesetzt. Seit dem Winter spielt Alexander Isak für Willem II per Leihe von Dortmund. Nach seiner glücklosen beim BVB kommt er in 8 Spielen in der Eredivisie auf 5 Tore, im Pokalhalbfinale erzielte er den Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand. Nach Mason Mount, der in der vergangenen Saison positiv überzeugte, hat Willem II diese Saison mit Dan Crowley den nächsten jungen Engländer (21 Jahre), der sich für eine höhere Aufgabe empfiehlt. Der Zehner startete in allen Spielen, erzielte dabei 5 Tore und bereitete 6 vor.

Heerenveen enttäuscht mich diese Saison etwas, besonders gemessen am offensiven Potenzial. Defensiv ist man aber viel zu anfällig. Zwar konnte man schon 56 Tore erzielen (3.-meiste der Liga), kassierte aber selber 59 (2.-meiste). In der Innenverteidigung sticht Kik Pierie trotzdem positiv hervor, der ja auch schon in der besten Talente-Folge angesprochen wurde. Offensive überzeugt besonders Michel Vlap, der immer wieder von seiner Position als Achter/Zehner in den Sechzehner dazustößt. Daraus entstanden bereist 14 Tore und 6 Vorlagen. Ähnlich überzeugende Werte liefert Stürmer Sam Lammers, der genauso wie Vlap erst 21 Jahre alt ist. Lammers ist aktuell von PSV ausgeliehen. Er erzielte genauso wie Vlap 14 Tore, bereitete auch 5 vor. Zusätzlich kam vor der Saison Mitchell van Bergen von Vitesse Arnheim. Der Flügelspieler überzeugt durch seine Beweglichkeit und das ballenge Dribbling.

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#4

Der Gast war zwar sehr monologfreudig, aber in der letzten Hälfte fand ich den KP trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb?^^) sehr informativ! Eine kleine Anmerkung: MIr hat diesmal ein wenig die Einordnung hinsichtlich der Tabelle gefehlt (wenn ich die nicht überhört habe). Aber in den anderen KP hast du beim moderieren immer auch durch das Referieren von Abständen in der Tabelle und Co. die Relationen immmer ganz gut eingeordnet. Diesmal musste ich mir zwischendurch die Tabelle mal aufmachen, weil mir aus der Folge selbst nicht so deutlich geworden ist, wie es sich da genau verhält.

Das_Daw

#5

Diese niederländische äähhh unschlagbar, sehr witzig-unterhaltsam.

#6

Einfach ein super Gast. Gerne wieder!

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#7

Tolle Folge über eine Liga, die man sehr viel weniger im Fokus hat als die Topligen. (Und ich mag den holländischen Akzent) Gerne mehr solcher Folgen

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#8

wahnsinnig sympathischer und authentischer Gast und ein Beitrag über eine Liga, die nicht oft im Blickpunkt der Medien etc. steht. Super Folge, weiter so. Gerne mehr davon, Ligen wie z. B. Schweden, Dänemark, Schweiz, Österreich, Kroatien, Serbien und Bosnien sind alle einen Beitrag und einen tieferen Einblick wert.

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#9

Die Erklärung, dass viele Vereine der Eredivisie Talente in den Spielbetrieb integrieren können weil ihre Abstiegschancen sehr gering sind, die Liga also eher unspannend ist, finde ich sehr plausibel.

Dieses Argument kann man sicher auch auf andere Fragen anwenden. Zum Beispiel die Trainerentlassungen. Die durchschnittliche Traineramtszeit dürfte dann in der Eredivisie auch höher sein als in der Bundesliga.

#10

Das könnte man anhand der Daten von transfermarkt genauer untersuchen. Wäre sicher interessant.
Ich hab ne kurze Stichprobe gemacht und auf den ersten Blick sieht es aber nicht danach aus, als wären unbedingt große Unterschiede vorhanden. Auch die Bundesliga kann (einige Teams ausgenommen) mit einigen langen Amtszeiten aufwarten.

#11

Ich habe mir vor kurzem mal die Anzahl der Trainerwechsel der Top-5-Ligen seit der Saison 2009/10 angeschaut. Dabei kam ich auf einige interessante Daten (Meine Daten sind wahrscheinlich nicht zu 100% richtig, sondern haben ein paar kleinere Fehler dabei, die die grundsätzlichen Aussagen aber nicht verfälschen sollten. Ich habe mit den Transfermarkt-Daten gearbeitet, die ja auch nicht immer komplett genau, bzw. eindeutig sind. Meine Daten haben den Stand 7.3.19):
In der Ligue 1 gab es mit 116 Trainern seit 2009 die wenigsten, danach folgte die Premier League mit 124 und die Bundesliga mit 120 Trainern, wobei hier auch bedacht werden muss, dass die Bundesliga zwei Vereine weniger hat und der Anteil an Trainerwechseln dementsprechend höher ist. La Liga (181) und Serie A (185) haben bei weitem die meisten verschiedenen Trainer gehabt. In der Bundesliga ist der Anteil an Trainerwechseln während der Saison mit 34% am höchsten. Die Top-5-Ligen liegen hier aber alle insgesamt eher dicht zusammen (Premier League und Serie A bei 32%, La Liga bei 31% und Ligue 1 bei 28%).
Von den aktuellen Bundesligisten hatte Stuttgart die meisten Trainer in der untersuchten Zeitspanne mit 14, 10 davon wurden während der Saison angestellt. Zwischen Trainerwechseln vor der Saison und während der Saison sind qualitative Unterschiede festzustellen, zu denen ich später nochmal komme. Es folgen Wolfsburg und Nürnberg mit 10 (8, bzw. 7 während der Saison) sowie Hannover mit 9 (7 während der Saison).Freiburg befindet ich mit nur 3 Trainern auf der entgegengesetzen Seite des Spektrums. Auch Mainz, Augsburg, Gladbach (jeweils 4) und Dortmund (5) stechen hier positiv hervor.
In der Premier League trainierten nur 2 Trainer Arsenal, was logischerweise Tiefstwert ist. Danach folgen mit jeweils 4 Trainern Tottenham, ManCity, Bournemouth und Burnley, also zwei absolute Spitzenklubs und zwei konstant überperformende Underdogs. Auf der anderen Seite stehen Crystal Palace (11, 8 während der Saison), Fulham (10, 6 während der Saison) und Watford (9, 4 während der Saison). Watford erlangte seit der Übernahme durch Gino Pozzo ja den Ruf, dass Trainer stets maximal ein Jahr bleiben. Dies hat jetzt erst Javi Gracia entkräftet, der einen wirklich hervorragenden Job macht.
La Ligas Spitzenreiter in Sachen Trainerentlassungen sind Huesca, Alaves und Real Valladolid, die jeweils 14 verschiedene Trainer hatten. Insgesamt gibt es nur drei Mannschaften mit 5 oder weniger Trainern. Dazu gehört Barca mit 5, Atletico Madrid und Eibar mit 4.
Die Serie A stellt den Spitzenreiter in Trainerwechseln. Cagliari Calcio hatte seit 2009 17 verschiedene Trainer, 11 davon erst während der Saison angestellt. Auch Genoa hat mit 15 verschiedenen Trainer eine viel zu hohe Zahl. Es folgen Udine (13), Bologna, Inter, Sampdoria (jeweils 11) und Empoli (10) mit zweistelligen Zahlen. Somit verweilt ein Trainer hier im Durchschnitt nicht mal eine Saison. Napoli ist das Team mit den wenigsten Trainer (5), gefolgt von Florenz, Parma und Atalanta (6).
Die Ligue 1 ist die mit Abstand beste Liga für Trainer. Nur Girondis Bordeaux hat eine zweistellige Anzahl an Trainern (10). 8 Teams haben derweil höchstens 5 Trainer gehabt. Dazu gehören Toulouse, Saint-Ettienne und PSG mit jeweils 5. Guingamp und Lyon benötigten nur 4 Trainer, Dijon und Caen 3, Angers lediglich 2.

Der längste amtierende Trainer der Top-5-Ligen kommt ebenfalls aus Angers. Stephane Moulin übernahm zur Saison 2011/12. Danach folgen Diego Simeone und Christian Streich, die beide während derselben Saison angestellt wurden. In den Top-10 der längsten amtierenden Trainern steht nur noch ein weiterer Bundesliga-Trainer, nämlich Pal Dardai auf Platz 10. Dazwischen stehen mit Bournemouth, Burnley, Tottenham und Brighton gleich vier Premier-League-Vereine. Aus der Serie A sind noch Juve und SPAL vertreten.
Vereine, mit 5 oder weniger Trainern, stellen die Ligue 1 und die Premier League mit 8 die meisten. Es folgen Bundesliga (5), La Liga (3) und Serie A (1). Es hat mich ehrlich gesagt etwas überrascht, das die Premier League so wenig Trainerwechsel hat, aber hier wird Trainern auch in Krisenphasen noch mehr vertraut. Passend gab es in der Premier League auch die wenigsten mehrfachen Trainerwechsel während einer Saison bei nur einem Verein (also mind. 3 Trainer pro Saison). In der PL kam dies in den vergangenen 10 Jahren nur zweimal vor. Erneut sticht auch die Ligue 1 positiv hervor (6). Es folgen Bundesliga (7), Serie A (9) und La Liga (15) als klarer Spitzenreiter.

Ein paar allgemeine Aussagen lassen sich anhand dieser Daten treffen. So bleiben Trainer, die zu Beginn einer Saison angestellt wurden in ca. 38% der Fälle nicht bis zum Saisonende. Diese Zahl liegt in der Bundesliga mit ca. 46% über dem Durchschnitt. Ligue 1 (21%) und Premier League (28%) bilden die positiven Ausnahmen, in La Liga (47%) und Serie A (48%) liegen die Werte noch knapp über dem Wert der Bundesliga. Von während der Saison angestellten Trainern schaffen es 63% nicht bis zum Ende der folgenden Saison, 20% werden sogar noch während der Saison, in der sie angestellt wurden, entlassen. Spitzenreiter in Letzerem ist La Liga mit fast 30%. Immerhin 38% der während einer Saison angestellten Trainer “überleben” mind. 1 Saison. Dieser Wert ist bei zu Beginn einer Saison mit 61% klar höher. Bei Trainern, die mindestens 2 Saisons bleiben, gleichen sich diese Werte aber näher an. Bei während einer Saison angestellten Trainer liegt dieser Wert bei 20%, bei zu Beginn einer Saison angestellten Trainern bei 27%.
Trainerwechsel werden logischerweise immer zu Beginn einer Saison bevorzugt. Diese Daten zeigen unter Anderem warum.

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#12

Coole Statistik :+1:
Find ich sehr interessant. Dass die Premier League so sehr an ihren Trainern festhält, überrascht mich fast etwas. Ob das daher kommt, dass dort die Tabellenregionen (vor allem Top6) so zementiert sind, dass man auch mal eine schlechte Saison abhaken kann?

Btw: Gibt es in Spanien (oder wars Italien?) nicht auch noch eine Regel, die sagt, dass ein Trainer während einer Saison nur bei einem Team der Liga arbeiten darf?

Und eine Frage noch zu den Daten: Hast du dabei Interimstrainer, die nur ein oder zwei Spiele auf der Bank waren, rausgenommen oder dringelassen?

#13

Trainer, die unter 5 Spiele, bzw. unter einem Monat im Amt waren, habe ich nicht mitgezählt. Deine Begründung zur Premier League stimmt sicherlich. Ich habe zusätzlich noch das Gefühl, dass Trainer, wenn sie einmal eine gute Saison hatten, mehr Vertrauen bekommen und auch in Krisenzeiten eher bleiben dürfen.
Zu Spanien und Italien müsste ich mich nochmal informieren, glaube aber auch, dass es eine Regel in dieser Art gibt. In Italien bleiben die Trainer oft auch nach der Entlassung in ihrem Vertrag und werden dann später wieder eingestellt.

#14

Mit etwas Verspätung, aber besser spät als gar nicht: Vielen Dank für den informativen Podcast zur Eredivisie. Da ich nur 10km vor den Niederlanden wohne, habe ich auch etwas Einblick in diese Liga, die tatsächlich etwas unter dem Radar läuft. Ist aber durchaus interessant, gerade im Hinblick auf die Fülle von Talenten. Von daher hat mir der Podcast sehr gut gefallen. Auch die Kritik von Jan, deutsche Vereine würden die Eredivisie zu wenig für Leihen und Spielerentwicklung nutzen, unterschreibe ich zu 100%. Die Kurzpässe zu den ausländischen Ligen mag ich übrigens am meisten, gerne weiter!

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