Und falls es doch jemanden interessiert schreibe ich kurz mal meine Gedanken zum erfolgreichen Bielefelder Saisonstart auf.
Wenn ich das ganze mit einem Wort beschreiben wollen würde, dann wäre das Wort “Kontinuität.”
Bielefeld profitiert aktuell sehr davon, dass Vorstand, Trainerteam und Mannschaft gemeinsam ins dritte Jahr gehen.
Man hat einen extrem gefestigten Kader, der die Spielidee von Kniat inzwischen verinnerlicht hat. Es scheint ein extrem gutes Mannschaftsgefüge zu geben - zumindest wird immer wieder von allen Seiten betont, dass Einwechselspieler eher dafür brennen sich reinzuwerfen statt beleidigt zu sein, weil sie nicht in der Startelf stehen.
Dazu kommt, dass bislang kein Spieler Probleme mit dem Wechsel in die Zweitklassigkeit zu haben scheint. Man darf nicht vergessen, dass die Anzahl an Spielern mit Erfahrung in der zweiten Bundesliga extrem gering ist. Statt dessen überraschen Spieler wie z.B. Young mit einem enormen Leistungssprung.
Der taktische Plan ist hinreichend bekannt. In den letzten beiden Jahren haben Kniat und sein Team es immer geschafft, Schwächen im Spiel zu identifizieren und insgesamt zu verbessern. Das Spiel gegen Fürth hätte zum Beispiel zu Beginn der letzten Drittligasaison noch wesentlich schlechter von Bielefelder Seite ausgesehen, da man zu diesem Zeitpunkt auch schon Probleme mit tief stehenden Gegnern hatte, aber anders als heute überhaupt keinen Weg in den 16er oder zu Torabschlüssen gefunden hat.
Kurze Randnotiz dazu: Mir wird das Spiel von vielen Seiten zu negativ betrachtet. Ich glaube, dass Bielefeld das Spiel sogar gewonnen hätte, wenn Grodowski seine Chance zum 2:1 nutzt. Aber das sind nur meine 2 cents.
Es gibt also eine kontinuierliche Entwicklung - ein Aspekt, auf den Michael Mutzel in kritischeren Phasen - meint hier die “Kniat raus” Zeit - der letzten Saison auch immer wieder hingewiesen hat.
Michael Mutzel wiederum hatte zwar wahrscheinlich eine stressige, vom Anspruch aber eher wenig fordernde Transferphase. In der Summe ist der einzige Stammspieler, der den Verein verlassen hat bekanntermaßen Louis Oppie (dem ich bei St. Pauli nur das Allerbeste wünsche!). Dementsprechend galt es für Mutzel an dieser Stelle einen geeigneten Ersatz zu finden. Ich denke das ist ihm mit Handwerker und Sicker durchaus gelungen.
Die Transfers von Wörl und Momuluh würde ich nicht als visionär bezeichnen, da mit Wörl eine zentrale Säule der letzten Saison und mit Momuluh jemand zurückgeholt wurde, der bereits im Rahmen einer Leihe seine Qualitäten angedeutet hat.
Lediglich die Verpflichtung von Mehlem wäre zu beobachten, da dieser wahrscheinlich als Ersatz für Wörl gedacht war. Ich glaube aber, dass Mehlem aktuell von Wörls Rückkehr profitiert, weil er dadurch mehr Freiräume auf dem Platz genießt.
Auf der finanziellen Seite sollte Christoph Wortmann aktuell ebenfalls relativ sorgenfrei unterwegs sein. Mit DFB Pokalfinale, Aufstieg, einem riesigen Zuwachs an Mitgliedern und Rekord Umsätzen im Merchandising dürfte das Konto trotz leichtem Transfer-Minus relativ beruhigend wirken.
Meine Prognose: Wenn alles so läuft wie bisher, wird Bielefeld irgendwo zwischen Tabellenplatz 8 und 12 einlaufen. Je nachdem wie schnell sich Spieler und Trainer in der Liga akklimatisieren, kann das ein wenig nach oben oder unten ausschlagen.
TLDR: Bielefeld profitiert von Kontinuität im Kader und bei den Verantwortlichen sowie vom finanziellen Abschneiden der letzten Saison..