LT168: Gewinner und Verlierer des Zweitliga-Starts

Grüße! Wir haben nach dem 6. Spieltag mit folgenden Gästen über die Gewinner und Verlierer des Zweitliga-Starts gesprochen:

Wie hat euch die Sendung gefallen?

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Gerade in meinen Gedanken, hattest du dies hier noch vor der Aufnahme mitbekommen?

bezieht sich auf:

Muss für mich nicht unbedingt Teil der sportlichen Analyse sein, aber aus medizinischer Sicht klingt das für mich zumindest nicht unerheblich, kurzfristig, aber potentiell auch längerfristig.

Gute Besserung und vollständig Genesung an alle, auch an Dawid Kownacki betreffend Kopfverletzung.

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Zu Schalke: Ich seh sie noch lange nicht auf Platz drei. Sie stecken mitten in der Konsolidierungsphase und machen das echt gut. Es ist wieder etwas ruhiger geworden (ganz ruhig wird es bei solchen Vereinen nie werden) und es ist eine Entwicklung zu sehen. Aber für oben reicht es noch nicht. Und das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht. Jetzt konsolidieren und im nächsten Jahr oben angreifen.

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Perfekter Zeitpunkt für Matthias Kneifl als Gast. Ich freue mich schon aufs Hören.

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Leider bricht bei mir die Übertragung ab, sobald Matthias zum Thema SV Elversberg das Wort ergreift.Ich probiers jetzt mal bei Youtube.

So, jetzt auch die ganze Sendung gehört, sehr interessant eure sportlichen Analysen zu hören. Als 2.Liga nur so nebenbei Guckerin fühle ich mich durch die Liga-Tour echt gut informiert und auf den neusten Stand gebracht.

Ich fand auch euch drei im Gespräch miteinander sehr angenehm zu hören und alle Ergänzungen aus den verschiedenen Blickwinkeln spannend.

Danke für die spannende Folge.

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Youtube funktioniert.

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Danke für Deine Vorschusslorbeeren und schön, dass es zumindest bei Youtube funktioniert. :grinning_face:

Danke für den Hinweis. Ja, das hatte ich vorab mitbekommen und mir auch notiert. Ist uns dann aber im Zuge der Unterhaltung durchgerutscht. Es ist sicher nicht von der Hand zu weisen, dass das ein ordentliches Handicap darstellt. Dennoch passte die Darbietung am Samstag zu sehr ins Bild von vor dem Hannover-Spiel.

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Erstmal muss ich sagen, dass mir die Folge trotz gut begründeter Aussparung von Hannover und Bielefeld extrem gut gefallen hat.

Zu Bochum:

Ich finde die vorsichtige Herangehensweise ans Thema sehr löblich, muss aber aufgrund eigener Erfahrungen mit Doppelabstiegen an der Stelle etwas deutlicher werden. Dabei schiebe ich bewusste jede Rivalität beiseite (zumal ich das Bielefeld-Bochum Thema inzwischen schon als sehr angestrengt aufrecht erhaltene Rivalität empfinde).

In Bochum brennt es meiner Meinung nach lichterloh. Neben den bereits benannten Faktoren (schiefer Kader, Spieler, die ihren Zenit überschritten haben etc.) muss man leider auch sehr deutlich sagen, dass man nicht einmal mehr den Eindruck hat, dass da irgend ein Mannschaftsgefüge oder ein Wille sich zu wehren existiert.

Die erste Halbzeit gegen Nürnberg war ein absoluter Offenbarungseid. Bochum hat in allen grundlegenden Belangen gewirkt, als habe man sich schon aufgegeben. Kein Kampf, kein Wille, kein Aufbäumen.

Man hatte die Chance sich für den (Interims-) Trainer zu präsentieren und gleichzeitig ein wichtiges Zeichen im Abstiegskampf zu setzen. Statt dessen lässt man Nürnberg 45 Minuten lang über sich ergehen und kann eigentlich noch sehr dankbar dafür sein, dass dem FCN aktuell ein Knipser fehlt.

Wenn es den Verantwortlichen nicht gelingt, bei den Spielern irgendwas anzuzünden und aus dem Kader noch zeitnah eine Mannschaft zu machen, wird es Bochum so ergehen wie es Bielefeld ergangen ist: Auf dem Papier hätte man vielleicht die Qualität gehabt, zumindest den sicheren Klassenerhalt zu schaffen, am Ende steigt man aber schlimmstenfalls mit einem absoluten Trümmerhaufen in die dritte Liga ab und muss um die Existenz bangen.

Um es noch einmal zu unterstreichen: Der Beitrag hat nichts mit Rivalität zu tun, sondern mit erschreckenden Parallelen, die ich zwischen Bochum heute und Bielefeld beim Abstieg aus der zweiten Liga sehe.

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Und falls es doch jemanden interessiert schreibe ich kurz mal meine Gedanken zum erfolgreichen Bielefelder Saisonstart auf.

Wenn ich das ganze mit einem Wort beschreiben wollen würde, dann wäre das Wort “Kontinuität.”

Bielefeld profitiert aktuell sehr davon, dass Vorstand, Trainerteam und Mannschaft gemeinsam ins dritte Jahr gehen.

Man hat einen extrem gefestigten Kader, der die Spielidee von Kniat inzwischen verinnerlicht hat. Es scheint ein extrem gutes Mannschaftsgefüge zu geben - zumindest wird immer wieder von allen Seiten betont, dass Einwechselspieler eher dafür brennen sich reinzuwerfen statt beleidigt zu sein, weil sie nicht in der Startelf stehen.

Dazu kommt, dass bislang kein Spieler Probleme mit dem Wechsel in die Zweitklassigkeit zu haben scheint. Man darf nicht vergessen, dass die Anzahl an Spielern mit Erfahrung in der zweiten Bundesliga extrem gering ist. Statt dessen überraschen Spieler wie z.B. Young mit einem enormen Leistungssprung.

Der taktische Plan ist hinreichend bekannt. In den letzten beiden Jahren haben Kniat und sein Team es immer geschafft, Schwächen im Spiel zu identifizieren und insgesamt zu verbessern. Das Spiel gegen Fürth hätte zum Beispiel zu Beginn der letzten Drittligasaison noch wesentlich schlechter von Bielefelder Seite ausgesehen, da man zu diesem Zeitpunkt auch schon Probleme mit tief stehenden Gegnern hatte, aber anders als heute überhaupt keinen Weg in den 16er oder zu Torabschlüssen gefunden hat.

Kurze Randnotiz dazu: Mir wird das Spiel von vielen Seiten zu negativ betrachtet. Ich glaube, dass Bielefeld das Spiel sogar gewonnen hätte, wenn Grodowski seine Chance zum 2:1 nutzt. Aber das sind nur meine 2 cents.

Es gibt also eine kontinuierliche Entwicklung - ein Aspekt, auf den Michael Mutzel in kritischeren Phasen - meint hier die “Kniat raus” Zeit - der letzten Saison auch immer wieder hingewiesen hat.

Michael Mutzel wiederum hatte zwar wahrscheinlich eine stressige, vom Anspruch aber eher wenig fordernde Transferphase. In der Summe ist der einzige Stammspieler, der den Verein verlassen hat bekanntermaßen Louis Oppie (dem ich bei St. Pauli nur das Allerbeste wünsche!). Dementsprechend galt es für Mutzel an dieser Stelle einen geeigneten Ersatz zu finden. Ich denke das ist ihm mit Handwerker und Sicker durchaus gelungen.

Die Transfers von Wörl und Momuluh würde ich nicht als visionär bezeichnen, da mit Wörl eine zentrale Säule der letzten Saison und mit Momuluh jemand zurückgeholt wurde, der bereits im Rahmen einer Leihe seine Qualitäten angedeutet hat.

Lediglich die Verpflichtung von Mehlem wäre zu beobachten, da dieser wahrscheinlich als Ersatz für Wörl gedacht war. Ich glaube aber, dass Mehlem aktuell von Wörls Rückkehr profitiert, weil er dadurch mehr Freiräume auf dem Platz genießt.

Auf der finanziellen Seite sollte Christoph Wortmann aktuell ebenfalls relativ sorgenfrei unterwegs sein. Mit DFB Pokalfinale, Aufstieg, einem riesigen Zuwachs an Mitgliedern und Rekord Umsätzen im Merchandising dürfte das Konto trotz leichtem Transfer-Minus relativ beruhigend wirken.

Meine Prognose: Wenn alles so läuft wie bisher, wird Bielefeld irgendwo zwischen Tabellenplatz 8 und 12 einlaufen. Je nachdem wie schnell sich Spieler und Trainer in der Liga akklimatisieren, kann das ein wenig nach oben oder unten ausschlagen.

TLDR: Bielefeld profitiert von Kontinuität im Kader und bei den Verantwortlichen sowie vom finanziellen Abschneiden der letzten Saison..

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Grundsätzlich keine schlechte Idee mit dem Gewinner / Verlierer Ding. Die Schwäche, nicht über alle Teams reden zu können (Karlsruhe vor zwei Wochen noch Top-Aufstiegs-Kandidat, bei Euch praktisch nicht erwähnt) und dass es dann doch noch immer früh in der Saison ist (klar, geht um den Saisonstart), habt Ihr ja selbst schon eingeräumt. Ich finde es aber gut, dass Ihr, wenn Ihr schon den breiteren Blick (analog zur Europa-Ligatour) macht, Euch so eine Art Aufhänger sucht (letztes Mal die Transfers), statt nur einfach den letzten Spieltag zu besprechen. Manchmal wünsche ich mir wieder mehr Deep Dives zu einzelnen Clubs, aber für die meisten der Rasenfunk Hörer:innen ist das vielleicht so der interessantere Ansatz.

Ein Blick zu uns nach Düsseldorf, das man sicherlich gemessen an den Ansprüchen nach dem Saisonstart zu den Verlierern zählen muss. Die Stimmung ist nach dem schon sehr ernüchternden 0:3 gegen Darmstadt sehr gegen den Trainer gekippt. Sowohl in der Presse als auch in Social Media, selbst bei den sonst eher gemäßigteren Leuten. Natürlich geraten auch Allofs und Weber in die Kritik. Ist das alles gerechtfertigt? Ich finde: jein.

Fakt ist - und das sind Zwänge mit denen die meisten Zweitligisten zu kämpfen haben - dass man auch dieses Jahr den Kader stärker verändern musste, als es vielleicht lieb war. Einige Entscheidungen, die die Hierarchie betrafen, hat man aber bewusst herbei geführt (Hoffmann, Sobottka), da man auf Sicht den Kader verjüngen musste. Fakt ist aber auch, wie Ihr richtig gesagt habt, dass Düsseldorf auch mit das meiste Geld in den Kader investiert hat. Ob man Ziele dann immer offensiv formulieren muss, sei mal dahin gestellt. Ich fand oder finde es legitim mit Verpflichtungen wie Itten oder Muslija durchaus Aufstiegsansprüche anzumelden. Ob und wie schnell das alles dann zusammenpasst, lässt sich seriös meiner Meinung nach zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Bisher offenkundig noch nicht.

Unter diesen Umständen ist Thioune damit betreut, ein neues Team zu formen, was ihm - Stand jetzt - noch nicht gelungen ist. Die Siege in Paderborn (sicherlich begünstigt durch einen frühen Platzverweis) und in Münster (vor allem durch individuelle Qualität) waren nicht nachhaltig überzeugend. Aber wirfst Du einen Trainer raus, weil er nicht überzeugend spielt und der Umbruch langsamer geht als erhofft? Ich finde: nein! Vor allem nicht, wenn eine sportliche Konstellation jetzt seit 3,5 Jahren gut zusammenarbeitet. Wieviel so etwas Wert ist, kann man ja mal bei Schalke, Hertha und Co. nachfragen.

Das heißt nicht, dass es keine Kritikpunkte an Thioune gibt. Vom mutigeren, nach vorne gerichteten Verteidigen ist kaum etwas zu sehen (was auch die Daten untermauern), es wird sowohl personell als auch in den Grundformationen viel zu viel experimentiert, was dem “Einspielen” nicht förderlich war und zuletzt eher für Verunsicherung sorgte. Auch wurden späte Neuzugänge (Daland, Breithaupt, Celar) vielleicht zu sehr ins kalte Wasser geworfen, statt sie langsam heranzuführen. Was aber häufig übersehen wird, man kann einen Trainer ja durchaus kritisieren, ohne gleich seine Entlassung zu fordern. Denn die Kritik wird dann zuweilen komplett unfair. Die zugegebenermaßen durchwachsene, letzte Saison wird als komplettes Versagen des Trainers ausgelegt, die Relegation davor sowieso, andere Erfolge waren rein der Qualität einzelner Spieler geschuldet. Er hat kein System, keine Spielidee. Das übliche, polemische Programm halt.

Die Lage ist in sofern also durchaus prekär, es brodelt ganz gewaltig. Dass die Presse den selben Kram schreibt, den die wütenden Leute hören wollen und man sich selbst nun in so eine toxische Stimmung hochgeschaukelt hat, dass es Samstagabend in Bochum wohl auch um Daniel Thiounes Job geht, ist seit Längerem schon so im Entertainment Business Profifußball. Das sind alles keine neuen Erkenntnisse, das weiß ich auch. Aber irgendwie macht mich das persönlich immer ein wenig traurig und auch müde, wenn man sich vor allem durch Emotionen des Tagesgeschäfts mühsam aufgebaute Dinge womöglich so langsam kaputt macht.

Rot Weiße Grüße
Thorsten

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