Eine sehr schöne Folge, mir hat die Fokussierung auf die direkten Duelle sehr gut gefallen. Und natürlich danke für die Erwähnung unserer Sonderfolge zum Thema Trainerwechsel! 
Die Situation in Düsseldorf habt Ihr aus meiner Sicht sehr gut dargestellt.
Ergänzend zu den Gründen für eine Entlassung Markus Anfangs: Dieses Schaffen der Alibis nach den Spielen – wir kennen alle die Interviews, die sich meist um Schiedsrichterentscheidungen und Verletzungen drehten – wurde ihm intern auch sehr kritisch ausgelegt, das war ein großes Thema schon seit Längerem. Das ist nicht nur den Fans auf den Zeiger gegangen. Nicht von ungefähr hat sich Mislintat nach dem Spiel bei sky dagegen gewehrt, diese Themen – wenn auch faktisch nicht von der Hand zu weisen – zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Das ist definitiv intern ein Thema gewesen.
Ganz grundsätzlich muss man sagen, dass Markus Anfang nie in Düsseldorf angekommen ist. Neben den Vorbehalten gegenüber seiner Person aufgrund seiner Vergangenheit, hat da auch massiv der Umgang mit dem rassistischen Vorfall in Dresden von ihm für einen Bruch mit vielen Leuten im Umfeld gesorgt, der trotz mehrmaliger und verschiedener Versuche auch nicht mehr zu kitten war. Wenn Du dann also on top weißt, dass der Rückhalt in der Fanbase nicht gegeben ist, dann ist das ebenfalls ein Problem, da Du in solch einer Phase natürlich vor allem Zusammenhalt benötigst. Entsprechend wenig Kredit war – bei allen externen Faktoren, die es schwer gemacht haben – vorhanden. Den gibt die sportliche Bilanz auch nicht her. Ich habe letztes Wochenende viele Gespräche mit vielen Leuten aus verschiedenen Bereichen geführt und praktisch niemand hatte das Gefühl, dass Anfang das Ding noch umreißen könnte.
Und zu Eurer Frage: warum jetzt? Man hat jetzt eben die zwei ganz entscheidenden Spiele in Magdeburg und gegen Dresden vor der Brust und wollte sich nicht den Vorwurf der Tatenlosigkeit und des Prinzips Hoffnung gefallen lassen.
Ganz so aktionistisch ist das Resultat, die Verpflichtung Alexander Endes, dann aber nicht zu verstehen. Ihr habt ja mehrere Gründe, die durchaus auch dafürsprechen könnten, genannt, der Konjunktiv ist hier aktuell aber sicherlich noch angebracht. Mislintat hat betont, dass es jetzt eben nicht um einen 180 Grad Wechsel wie beispielsweise in Münster gehen soll, sondern um das Stärken der eigenen Stärken, sprich der durchaus vorhandenen, fußballerischen Fähigkeiten. Intern war hierbei die Situation beim VfB Stuttgart, wo es 2023 im Abstiegskampf unter Bruno Labbadia nicht mehr wirklich weiter ging und man Sebastian Hoeneß holte, der dann mit seinem spielerischen Ansatz den Klassenerhalt schaffte, um dann danach erfolgreich neu aufzubauen, ein bisschen das Vorbild. Mislintat war da meines Wissens nicht mehr da, hatte aber wohl im Herbst zuvor versucht, diesen Weg zu gehen, und fühlte sich da im Nachhinein bestätigt.
Nichtsdestotrotz ist das natürlich ein erhebliches Risiko, Mislintat musste dafür intern auch durchaus Überzeugungsarbeit leisten und wird nun daran gemessen werden. In dieser zweiten Liga gibt es sowieso keine Garantien – auch nicht bei Feuerwehrmännern wie Funkel (über den auch diskutiert wurde, so ist es nicht). Prognosen, auch anhand des Restprogramms (Wenn Elversberg in Fürth verliert, kann es auch in Düsseldorf verlieren), wage ich aktuell ebenfalls nicht. Alles ist möglich, ein guter Start in Magdeburg ist dafür enorm wichtig!
Das ist alles toll für neutrale Fans, aber ein absoluter Albtraum, wenn sehr viele Dinge für den eigenen Club auf dem Spiel stehen, da können Eva und Anna ja aktuell auch ein Liedchen von singen. 