zum Thema Schiedsrichter: wenn dieser kicker-Artikel recht hat…
…dann ist es auch in Zukunft nicht möglich, dass Nuno Mendes über den VAR Gelbrot sieht, weil der VAR zwar bei falsch gegebenen zweiten Gelben eingreifen kann, nicht aber bei nicht gegebenen.
Und bzgl. der Ecken-Überprüfungen: wenn ich das richtig verstanden habe, soll‘s nur dann VAR-Einsprüche geben, wenn das schnell und eindeutig geklärt werden kann, und dann eben vor der Ausführung der Ecke.
Ich hab übrigens nicht den Eindruck, dass in deutschen Medien alle nur über den Schiedsrichter herfallen oder so tun, als wären die Bayern nur wegen dem Schiri ausgeschieden. In meiner medialen Blase wird das als ein Aspekt behandelt, aber überall ist zu lesen und zu hören, dass Paris besser war und verdient weitergekommen ist, das höre ich auch aus den postmatch IVs raus. Insofern finde ich den Part in eurem Segment schon etwas sehr zugespitzt dargestellt, um nicht zu sagen übertrieben. Totschweigen sollte man das ja auch nicht, nur um nicht als „schlechter Verlierer“ (Zitat @GNetzer) dazustehen.
Ich liebe die liga tour und freue mich immer auf neue Folgen, aber manchmal tut es meinem Atleti-Herz weh einem Madridista zuzuhören wie er über Atletico spricht. Damit will ich nicht sagen dass die Kritik am Rückspiel nicht gerechtfertigt ist, oder ich keine Kritik an Atletico, dem Spielstil, simeone,… ertrage. Aber ich finde es schade, das man durch seine Art über Atletico zu reden merkt dass er real Madrid Fan ist und dementsprechend wenig von Atletico hält. Und vielleicht bin ich auch zu biased was Atletico betrifft, aber ich finde man merkt eindeutig, dass Max eine ganz andere (neutralere?) Ansicht hat.
Es würde mich sehr interessieren ob das nur bei mir so angekommen ist und wie andere das Atletico Segment wahrgenommen haben.
Naja, auf Social Media (damit mein ich auch seriöse Medien auf Social Media) hat das schon sehr viel Raum eingenommen, was bspw. die Anzahl der Beiträge in Relation zu anderen Aspekten angeht. Und was die Gesamtstimmung angeht, habe ich unglaublich viele Kommentare a la “Bayern ist wegen dem Schiedsrichter ausgeschieden” gelesen, was in meinen Augen schon als schlechtes Verlieren gesehen werden kann.
Will das aber moralisch gar nicht verurteilen. Ich kann das sehr gut nachvollziehen und habe mich als BVB-Fan nach genügend Spielen gegen Bayern genauso verhalten
ok, dann ist das einfach eine Frage der Wahrnehmung. Ich hab mich von Social Media verabschiedet, aus genau dem Grund.
Im Podcast hörte es sich für mich so an, als würde Max sich nicht auf Social Media beziehen, sondern auf die Medienberichte selbst.
Dass Menschen mehr und emotionalere Kommentare abgeben, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen (oder die, mit denen sie emotional verbunden sind) ist jetzt kein neues Phänomen. Und dass Debatten dazu tendieren, sich zuzuspitzen (notfalls nachgeholfen vom Algorithmus), ebenfalls.
Insofern würde mich das eigentlich schon wundern, wenn Max das Meinungsbild auf Social Media zur Grundlage für seine These gemacht hätte.
Aber jetzt höre ich mal die Folge fertig, da kommen lt. Kapitelüberschriften keine Themen mehr, mit denen ich so emotional verbunden bin, dass ich mich ungerecht behandelt und deswegen genötigt fühlen könnte, einen Kommentar ins Rasenfunk-Forum zu schreiben.
Genau! Das ist mir auch direkt aufgefallen beim Hören. Hier Auszug vom ifab Artikel ende Februar: “Where there is clear evidence, the VAR will now be permitted to assist the referee in relation to:
red cards arising from a clearly incorrect second yellow card;”
Social Media und Medien wie den Kicker kann man aber ja nicht mehr komplett trennen. Also beeinflussen beispielsweise kicker und skysportde als (soweit ich weiß) reichweitenstärkste deutsche Fußballaccounts auf Insta die Debatte, wenn sie sich dazu entscheiden, einem „Aufreger“ besonders viele eigene Posts zu widmen. Und die „Berichte“ vom kicker auf Insta oder Tiktok gucken sich dann auch mehr Leute an als die Artikel auf kicker.de. Das war so ein bisschen das was ich sagen wollte. Und ich meine, Max hatte auch ein bestimmtes Edit (oder Meme) angesprochen, daher hab ich das auch als Social Media-Bezug interpretiert. Was emotionale Kommentare angeht und zugespitzte Debatten angeht, hast du natürlich vollkommen recht.
ja klar, aber du hast es doch nicht in der eigenen Hand, welche deiner Posts wieviel Verbreitung finden. Also natürlich kannst du es ein bissl steuern, aber im Endeffekt liegt‘s doch in der Logik von Instagram, ob jetzt der Spielbericht mehr Verbreitung findet oder der Post über die Schiri-Fehlentscheidungen.
Ich hab jetzt extra nochmal nachgeschaut, es waren 7 Insta-Posts zu den Schirientscheidungen und dem Frust drumherum und elf ab Anpfiff zum Spiel an sich.
Also vielleicht hätten 5 zum Schiri auch gereicht, aber wenn wir ehrlich sind: der Unterschied war am Schluss 1 Tor, und es geht um 60 Minuten (plus eventuelle Verlängerung) mit einem Mann mehr, also man kann jetzt auch nicht behaupten, dass die Schirientscheidungen so irrelevant gewesen wären, dass man sie ignorieren hätte können.
So, jetzt reicht‘s aber endgültig mit dem Thema. Nächstes Jahr der nächste Anlauf, Harry seinen CL Titel zu verschaffen. Hoffe nur, dass Kompany nicht Zorniger 2.0 wird.
Bitte hängt euch am Punkt der Reaktionen zum Spiel nicht auf, das ist jetzt doch wirklich nicht entscheidend. Das driftet hier schon wieder ab in eine seltsame Nebendiskussion.
Die Folge war ja trotzdem wie immer sehr schön & interessant (alle Teile!), nur de Zerbi bei Tottenham ist mir bissl abgegangen, hätte es ihm nicht zugetraut, das Team so schnell wieder auf die Füße zu kriegen. Aber was weiß ich schon….
Ganz spannende Sendung. Die spanische Liga, jetzt mit Terzic als Trainer von Bilbao, aber auch diese Hammer-Geschichte der Erendivisie, wie es sich auswirkt, wenn Spieler sich für eine andere als die niederländische Nationalmannschaft entscheiden. Ein Wahnsinn. Bei einem Land mit der Kolonialgeschichte und entsprechend Menschen, die aus den unterschiedlichsten Ländern stammen ?!? Da macht man solche Staatsbürgerschaftsregeln ? Es ist immer wieder spannend, die internationale Ligatour zu hören. Toll, dass Du, lieber Max, so viele interessante Gesprächspartner für dieses Format finden kannst. Und danke an alle, die ihre Expertise zur Verfügung stellen.
Zum Thema ‚Der Schiri war Schuld an der Bayern-Niederlage‘ zwei Beobachtungen (und ein kleiner Bayern-Diss):
Andere Mannschaften empfinden es oft in Duellen so, dass die Schiedsrichter „doch eh immer für die Bayern pfeifen.“
Mannschaften wie Bayern (analog aber auch Real u.ä.) finden in Spitzenspielen immer wieder den Grund in der Niederlage in schlechten Schiedsdrichter-Leistungen - in einer solchen Tonalität, dass man ihnen die Umbenennung in VfF (Verein für Frustrationsintoleranz) empfehlen möchte.
…und eine Theorie (und ein großer Bayern-Diss):
Fußball ist ein Spiel, in der es ständig zu uneindeutigen Situationen kommt. Das liegt in der Natur der Sache, weil es zwar Regeln gibt, die einzelne Situation aber viel weniger holzschnitthaft ist, als es diese nahelegen.
Der Klassiker: War das jetzt noch „Körpereinsatz“ oder war das jetzt schon ein Foul? (in unübersichtlichen Situationen sogar: Von wem war das jetzt mehr ein Foul).
Bestimmte andere klassische Situationen sind durch Technik im Profifußball zwar schon mehr eingehegt (z.B. Torlinientechnik, Abseitslinientechnick, Einsatz des VAR generell).
Trotzdem kommt es immer noch minütlich zu solchen 50:50/60:40-Entscheidungen. Und hier kommen die zweifelhaften Entscheidungen von Schiris her: Selten treffen sie vollkommen falsche Entscheidungen, aber sehr oft sind diese Entscheidungen trotzdem angreifbar - weil sie auch anders hätten entschieden werden können.
Für die Mannschaft, die die Nachteile der Entscheidung erfährt, ist das schmerzhaft und frustierend. Ebenso für ihre Anhänger.
Und die Frustration ist umso größer, je entscheidender eine solche Situation ist.
In einem normalen Bundesligaspiel ist es nun aber so, dass der Frustrationsschmerz für alle Mannschaften höher ist als für die Bayern.
Die Bayern sind - das lässt z.B. sich an der Tordifferenz ablesen - normalerweise mehr als 2 Tore besser als ihre Gegner. Die einzelne ungünstige Entscheidung fällt für die Bayern also nicht ins Gewicht und sie kann hier lockerer darüber hinweg gehen (das ist ähnlich wie beim Handball, wo die einzelne Fehlentscheidung im high scoring game nicht so viel ausmacht und auch nicht so schmerzt).
Wenn gegnerische Mannschaften gegen die Bayern etwas mitnehmen wollen, schmälert jede verlorene 50:50/60:40-Entscheidungssituation die sowieso schon geringe Erfolgschance immer weiter.
Darum wie in Beobachtung 1 beschrieben: Selbst wenn der Schiedsrichter relativ ausgeglichen pfeift, fällt es für die schwächere Mannschaft mehr ins Gewicht. Bei ihr ist der Frust größer und der Vorwurf eines unparteiischen Schiedsrichters darum schneller im Raum.
Zumindest aber haben normale Mannschaften eine regelmäßige Schulung in Frustrationstoleranz.
In der späten Champions-League-Phase treffen die Bayern nun auf Mannschaften, gegenüber denen sie nur <1 Tor besser sind (wenn überhaupt).
Hier sind sie nun ebenfalls einmal in der oben beschriebenen „Normal-Situation“, das einzelne 50:50/60:40-Entscheidungssituationen sich stark auf die Erfolgschancen auswirken.
Hier ist also der Frust auch größer.
Und als VfF Bayern München fehlt die Schulung in der regelmäßigen Auseinandersetzung mit normalverteilter Benachteiligung, die Folgen auf Ergebnisse haben.
Um grundsätzlicher zu werden: Das mittlerweile entstandene wirtschaftliche Ungleichgewicht führt nicht nur zu einer unbefriedigenden Wettbwerbssituation in der Bundesliga, sondern auch zu einer Verhätschelung der Bayern-Fans und dem Zurücklassen der Bayern-Fans in ihrer unmündigen Frustrationsintoleranz.
wenn man das mit dem „Bayern-Diss“ und dem komischen Vfirgendwas weglässt, willst du also sagen: Spieler, die verlieren, hadern schneller mit dem Schiedsrichter und fühlen sich eher ungerecht behandelt, als Spieler die gewinnen. Ja, klingt irgendwie nachvollziehbar. Warum man das noch in „Bayern-Diss“ etc. einpacken muss, versteh ich zwar nicht, aber bitte.
Danke für eine erneut super Folge - liebe euren Parforceritt durch den europäischen Fußball immer. Die Kombination aus Überblick, Vereinseinblicke, Anekdoten und gesellschaftlichen Aspekten macht Spaß! Und dass sich Gäste und Moderator dabei Brücken bauen und Themen verknüpfen, ist auch immer schön zu hören.
Und um dir, @ATM , auf deine Frage eine Rückmeldung zu geben: ich hatte deinen Kommentar vor dem Hören der Sendung gelesen, und konnte den wahrgenommenen Madrid-Bias dann nicht so richtig nachvollziehen. Ja, es wurden Aspekte kritisch beleuchtet (als Beispiele: Rückspiel CL-Halbfinale, wobei da auch Arsenals Qualität betont wurde; Sponsoringwahl), aber das schien mir dann doch im Gespräch angemessen. Vielleicht hätte man noch mehr hervorheben können, wie beeindruckend das, was Simeone insgesamt geschafft hat (alleine die lange Zeit im Amt, Meisterschaften in einer Liga mit Real und Barca sowie die CL-Läufe), ist. Aber zu sagen, dass sie fast zu wenig Titel gewonnen haben, ist auf gewisse Art ja auch Anerkennung der Leistung. Vielleicht fehlt mir da aber auch der Hintergrund, um von dir im Kontext wahrgenommene Zwischentöne so zu ‘lesen’.
Kann mich dem nur anschließen, genau diese Mischung liebe ich wirklich auch. Ich würde auch gerne viel mehr Spiele aus den Ligen schauen, aber auch meine Tage haben nur 24 Stunden, und von daher bin ich immer wahnsinnig froh, all die Geschichten und Infos über die Ligen zu hören.
Die haben letzte Saison bereits die Roma gesponsert und damit ein sehr sehr schönes Heimtrikot ruiniert…
Zum Inter-Double:
Christian Chivu ist damit auch der erste Spieler und Trainer, der mit Inter das Double gewonnen hat, immerhin hat er 2009/10 über 2300 Minuten inklusive 65 Minuten im CL-Finale zum Triple-Sieg beigesteuert. Davon abgesehen wird die Arbeit im Jugendfußball ggf. etwas unterschätzt. Gerade bei einem Top-Team wie Inter, wo er über 130 Spiele in der Liga und Youth CL an der Seitenlinie stand, läuft es doch schon ziemlich professionell ab, sodass der Übergang von der Inter U19 zu Parma wohl gar nicht mehr so groß gewesen sein dürfte.
Nichtsdestoweniger natürlich beachtenswert, dass er nach 13 Spielen das Vertrauen erhielt. Andererseits aber eben auch nicht ohne den Kontext von sechs Jahren und knapp 200 Partien als U17-U19 Coach zu sehen.
Was die Kaderzusammensetzung der Nerazzurri angeht, sind es tatsächlich 16 Spieler mit mehr als 2000 Spielminuten in dieser Saison. Dazu kommt Super-Joker Bonny als Thuram-Ersatz und Denzel Dumfries, der halt lange verletzt war mit über 1600 Minuten.
Zum Vergleich: In der letzten Saison wurden 63 Spiele absolviert, sodass potenziell viel mehr Spieler über die 2000er Marke hätten kommen können. Damals waren es aber lediglich 15 Spieler, die in der Rotation befindlich waren, während drei zusätzliche Kicker zwischen 1000 und 2000 Minuten sammeln konnten, namentlich Asllani, Zielinski und Taremi. Ohne Taremi und Asllani zunahe treten zu wollen, aber die Rotation auf Esposito/Bonny, Hakan oder Mkhitaryan ist dann doch nochmal ein deutliches Upgrade.
Inklusive Club-WM wurden letzte Saison 5700 Minuten abgespult. Davon stand Lautaro 4076 Minuten, sprich 71% am Feld. Jeweils exklusive Nachspielzeiten und dergleichen.
Diese Saison waren es 53 Spiele a 90 Minuten und folglich 4770 Minuten (plus den anstehenden 38. Spieltag). Davon musste Lautaro lediglich 2713 Minuten absolvieren, wobei er vom 26 bis 32 Spieltag (oh Wunder) mit einer Muskelv
Zu Sommer sei erwähnt, dass er diese Saison auch einige Spiele ausgefallen ist, in denen sein Ersatz Josep Martinez dann aus vier Spielen noch drei weitere Weiße Westen (bei einem Gegentor) holen konnte. Macht bei wettbewerbsübergreifend 53 Spielen insgesamt 24 Weiße Westen.
Bei aller Rotation sind zwei sehr gute Spieler aber dennoch hintenrunter gefallen, namentlich Davide Frattesi und zwanzig Mio Neuzugang Andy Diouf. Denn Calhanoglu und Mkhitaryan sind neben Barella, Zielinski und Sucic weiterhin zentrale Säulen, an denen wenig vorbeigeht.
Daher bleibt es spannend abzuwarten, ob die ewigen Darmians, Acerbis, Mkhitaryans, de Vrijs und Calhanoglus noch eine weitere Saison bleiben, oder bereits (teilweise) vom Hof geschickt werden.
Als Wahlrömer, dessen bester Freund den Scudetto 2000 auf dem Schoß von Hernan Crespo feiern durfte und daher leider den blauen Teil der Ewigen Stadt supportet, würde ich ein paar Anmerkungen zur Lage Lazios machen. (Was für mich als Livorno-Fan schon anstrengend genug ist :D)
Es ist mitnichten so, dass die Situation um den Verein so ruhig ist, wie von Christian vermittelt. Zwar sind Laziali generell sehr pessimistisch, aber die Lage im und um den Verein ist wirklich verheerend. Es funktioniert wirklich gar nichts und die Hoffnungen, dass sich dies ändern könnte, schwinden mit jedem Tag, den Eigentümer Lotito weiter im Amt bleibt.
Im Finale gegen Inter haben zwei katastrophale Aussetzer der Außenverteidiger zur Niederlage geführt. Dazu hätte Lautaro fast noch einen Kopfball von der Strafraumkante im Tor untergebracht, weil Marusic wieder einmal seine Laserverteidigung ausgepackt hat, wo er klassischerweise einfach wie ein Reh im Scheinwerferlicht stehenbleibt und den heranfliegenden Ball anstarrt, statt diesen zu antizipieren/den in seinem Rücken einlaufenden Stürmer zu verteidigen. Das war schon mau.
Eigentümer Lotito macht derweil wirklich alles, sodass selbst ich trotz meiner politisch-gesellschaftlichen Differenz ein wenig Mitleid mit den Fans bekomme. Er ist jetzt dazu übergegangen diese zu beleidigen und wird im Sommer wohl 0,0 in den Verein investieren.
Dieses ominöse Wechselembargo war eine weitgehend unerklärliche Situation, da vergleichsweise geringe Transferausgaben zu verzeichnen waren.
Was allerdings wirklich nicht hinwegdiskutiert werdne kann, ist der Umstand, dass Lazio seit dem Abgang von Igli Tare (und eigentlich schon unter diesem) ein inexistentes und dem Grunde nach unzulängliches Scouting hat.
Da wird für mittelmäßig bis unterdurchschnittliche Spieler ein enormes Geld verbraten, während Clubs wie Bologna, Lecce oder Atalanta mit viel geringeren Mitteln enorme Erfolge feiern.
Jahrelange Strategie ist/war die besten Spieler von Salerno oder Hellas zu verpflichten und irgendwie darauf zu hoffen, dass diese (entgegen der Empirie) doch irgendwie zünden. Noslin und Belahyane waren überteuerte Flops und wer mehr als eine Partie der Laziali mitansehen musste, kann unschwer erkennen, dass Noslin zwar vielleicht bemüht sein mag, aber weitgehend unter dem erforderlichen Niveau einer Top 6 Spitzenmannschaft zurückbleibt. Dazu kommen Spieler, von denen Trainer Sarri (kein Witz) bis zur Verpflichtung noch nie etwas gehört/gesehen hat (Ratkov, Przyborek und Taylor) und voila, ein Club im freien Fall.
Es kann sich daher jeder und jede darauf einstellen, dass die Saison der Fiorentina dieses Jahr nur ein milder Vorgeschmack darauf gewesen sein dürfte, was Lazio im kommenden Jahr blüht.
Stand heute ist Sarri in der kommenden Saison in Neapel unterwegs, hat Lazio weder Geld noch Trainer noch intakten Kader und wird wohl - allen ernstes - gegen den Abstieg spielen.
Ja, die Saison war Sarris schwierigstes Jahr und ja, die Rahmenbedingungen waren unter aller Sau. Aber: der Fisch stinkt hier systemisch wie tiefgreifend vom Kopf und wird dazu führen, dass Lotito den Club entweder vor die Wand fährt oder bald ein neues Konsortium das Ruder übernimmt.
In jedem Fall ist es bezeichnend, dass selbst im Derby della Capitale keine Fans in der Curva Nord standen. Jedes Spiel im Olimpico ist bis auf Weiteres ein Heimspiel des Gegners, denn die Zuschauerzahlen setzten sich zuletzt aus den mitreisenden Gästefans zusammen. Laziali werden vermutlich auch in der kommenden Saison nicht ins Stadion zurückkehren, was auch die nahezu vollständige Nichtverlängerung der Dauerkarten verdeutlicht.
Ich kann es niemandem verübeln, denn neben den politischen Differenzen, die mir einen Stadionbesuch untragbar werden lassen, würde ich auch keine 40 Euro für ein Spiel einer Mannschaft von Marusics, Noslins, Isaksens und Dias ausgeben wollen. Ganz davon abgesehen, dass Spieler wie Romagnoli und Taty bereits im Sommer gehen wollten…
Einziger Lichtblick Alessio Furlanetto, der einer von zwei in dieser Saison eingesetzten Spieler aus der eigenen „Jugend“ ist und als nominell dritter Torwart sein Profidebüt als im Derby geben durfte und dabei sogar der beste Laziali auf dem Feld war (bzw. Schlimmeres zu verhindern wusste).