LT193: Unser großer Saisonabschluss

Wir haben mit diesen Gästen über den europäischen Topfußball der Männer gesprochen:

Wie hat euch die Sendung gefallen?

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Das ist eine kleine Überraschung. Ich freue mich sehr auf die Sendung.

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Da habt ihr aber mal einen rausgehauen. Ist das Verlängerung der unendliche Fußball Podcast? Freue mich schon die Folge anzuhören.

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Mein lieber Scholli, fast vier Stunden?!

Danke für die wahnsinnig vielen Rasenfunk-Folgen in den letzten Wochen!

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Das sind natürlich 36 Stunden zu wenig, aber ich freue mich sehr über diese willkommene Überraschung in meiner Inbox

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Vielleicht kann folgender Trick Como zumindest bei einigen UEFARegularien helfen:

Welcher Spieler von Como spielt wie ein Italiener?

Danke für die Sendung
Das ja das Gegenteil von Star Wars
Fantastischer Fanservice

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Ein großer Dank für diese tolle Abschlussrunde der Ligatour! Wie immer ein Hörgenuss mit vielen kleinen Geschichten und Infos.

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Sehr schöne Folge. Vielen Dank, das kam unerwartet.

Interessanter Fact für mich:
Die Strecke von Milan und Juve in CL/Landesmeisterpokal ist beeindruckend.

Muss mal schauen wie das mit Real/Barca, BaMü/Dortmund, England ausschaut. Oder hat das jemand parat?

Side note:
Ich habe in der Zwischenzeit die Doku zur WM 1990, glaube auf Sky, schon zweimal mit Kumpels gesehen und ja, ich habe zwei Personen nicht wieder erkannt, u.a. Holger und Paul.

LG an die tolle Runde und schöne Sommerpause.

Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Die Abschiedssinfonie ist von Haydn, nicht von Schumann. :upside_down_face:

Ansonsten eine unfassbar geile und lange Folge! Aber das mit der klassischen Musik müssen wir nochmal üben, Herr Ost!

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Damit ist der Feiertag doch gerettet. Ich freu mich schon auf die Folge. Danke. :star_struck:

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Ich muss einen Fehler einräumen.

Sadiki kam nicht aus Frankreich nach Sunderland; er kam aus Belgien.

(Trotzdem toller Spieler. )

Sorry!

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Danke auch von mir für den ausführlichen Saisonabschluss.

Was mich sehr gewundert hat ist, dass die Aufstiegsrunde zur La Liga (die Daumen für Malaga sind gedrückt) tatsächlich erst am 10.06. zu Ende geht, aber die WM ja bereits einen Tag später startet.
Ich nehme an, dass es bei den betroffenen Vereinen keine nominierten Spieler gibt, sonst wäre es vermutlich thematisiert worden, aber das ist von den Liga-Verantwortlichen doch maximal suboptimal geplant oder nicht? Ich meine aus der 2. Bundesliga ist ja auch der ein oder andere Spieler dabei, da wird es den Spaniern doch nicht wesentlich anders gehen.

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Brian Cipenga und Awer Mabil von Castellon sind nominiert. Beim Gegner Almeria wäre Chirino für mich ein Kandidat. Der ist aber nicht dabei.
Im anderen Spiel ist kein Spieler nominiert.

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wieder mal eine wundervolle Sendung, vielen Dank an alle Beteiligten!

Trotz Überlänge war’s mir eigentlich zu kurz, ich hätte euch locker nochmal 3 Stunden zuhören können… vor allem zu Liverpool und City hätte mich noch einiges interessiert. Aber ich hör mal bei den Hebels rein.

PS: Die Idee einer 10 Sekunden Version vom Intro hat meine volle Unterstützung. :parrot:

Herzlichen Dank für diesen wundervollen Saisonabschluss und die Expertise aller Teilnehmer der Liga-Tour 25/26.

Insbesondere die niederländische Perspektive und der erweiterte Horizont bei der Ligue 1 waren wunderbar.

Zum Themenkomplex Spygate will ich auf die kodifizierte Regeländerung nach der Bielsa-Aktion vor einigen Jahren hinweisen. Es ist nunmehr legaldefiniert verboten 72-Stunden vor den Spielen irgendeine Form der Beobachtung zu tätigen.

Das ist auch ziemlich sinnvoll, denn gerade in Fällen, in denen die Teams bereits zweimal in der regulären Saison aufeinandergetroffen sind und es marginale Unterschiede ausmachen können, wer am Ende siegreich aus der Partie geht, kann die Beobachtung des gegnerischen Abschlusstrainings/der letzten Einheiten entscheidende Einblicke in etwaige Anpassungen geben.

Ich habe als Jugendtrainer selbst jahrelang in der letzten Einheit vor dem Spiel systematisch Einwürfe, Standards und Spielaufbauvarianten einstudiert, um kreative Laufwege auf die bekannten Gegner anzupassen. Wenn ich mir z.B. die Einwurfvarianten von Maurizio Sarri ansehe, bei denen Spieler spezifische Wege zu gehen haben, um Situationen aufzulösen, dann kann Filmmaterial etc. mir dabei helfen, diese meinem Team vorzustellen und das Team darauf einzustellen.

Es war halt nicht nur ein Brötchen knabbernder Praktikant, der einmal drüber geguckt hat, was der Gegner macht, sondern ein systematischer Versuch, die letzten Anpassungen der Konkurrenz zu überwachen.

Natürlich behauptet am Ende jeder überführte Täter, dass der Praktikant ja nur ein junge im Eastleigh-T-Shirt war, der einem ja überhaupt gar keine relevanten Daten besorgen könne. Nur dann müssen wir uns dialektisch die Frage stellen, warum für einen Nicht-Vorteil ein dezidierter Regelbruch unternommen werden sollte. Es hat ja schon seinen Sinn und Zweck, dass Tonda Eckert systematisch Leute zum Training der Konkurrenz geschickt hat. (Bekannt bei Boro, Oxford und Ipswich)

Dazu die BBC:

In the written reasons of the punishment, Southampton’s conduct was described as a „contrived and determined plan from the top down“, which head coach Eckert had approved.

Now WhatsApp messages revealed in the League Arbitration Panel’s report show how the plan was orchestrated.

The messages detail how:

  • A junior analyst sent to observe Oxford United train before their December fixture with Southampton sent a message to colleagues saying: „I didn’t really have an option and wasn’t provided an opportunity to say no. I was an intern and was doing what I was told.“
    (Ist dann schon nicht mehr so lustig, wenn der Trainer angesichts eines massiven Machtgefälles die Karriere eines jungen Fußballanalytikers von dessen illegaler Mitwirkung an Spitzelei abhängig macht. Dadurch wird auch deutlich, dass es Eckert bewusst war, dass dieses Verhalten illegal ist, weil er selbst vom Intern auf die Unzulässigkeit des Verhaltens verwiesen wurde und sonst keinen (mittelbaren) Druck hätte ausüben brauchen.)
  • When he sent details from that session back to his boss, he received a WhatsApp reading: „You legend. Manager loved it.“
  • Upon being asked to carry out a second spying mission on Ipswich he expressed concern but was told that „the boss is adamant that someone needs to go“.
  • That upon being caught, another analyst at the club sent a message to his colleague saying: „I said all along I was never happy about it all & it wasn’t right but no one listened to me!“

(Wie oben geschrieben: Die systematische Ausbeutung vulnerabler Mitarbeiter zur Zweckerreichung ist ziemlich perfide und lässt das Urteil gegen den Club auch aus einem anderen Winkel sinnvoller erscheinen. Hierdurch werden eben zukünftig auch junge, abhängige Menschen vor Missbrauch durch skrupellose Vorgesetzte geschützt.)

The document goes on to explain how the intern was caught by staff at Middlesbrough as he spied on their training session in the build-up to their play-off semi-final in May.

It reveals how he discovered Southampton had been accused of spying while he was still on a train coming back from Middlesbrough.

And it details how Southampton then attempted to delete images of the intern from the internet.

Fußball ist, wie von Jogi und Uli häufig genug beschrieben, ein Millionengeschäft. Wenn also von einem Sieg im Playoff-Finale mehrere hundert Millionen Euro bzw. Pfund abhängen, handelt es sich bei der Beobachtung von Trainingsinhalten offenkundig und unzweifelhaft um Wirtschaftsspionage, da ein Unternehmen ein anderes Unternehmen ausspioniert, um sich dadurch am Markt einen Vorteil zu sichern.

Das ist auch jenseits des grünen Rasens unzulässig.

Dementsprechend ist es ja schön und gut, dass es angeblich „Common Sense“ in Italien sei, das Training der Konkurrenz zu beobachten. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass es in England illegal ist und auch in Italien und Deutschland de facto Wirtschaftsspionage ist, weil der Fußball eben auch einen Wirtschaftszweig darstellt.

Bleibt am Ende die Frage, wo Genoa denn spioniert haben will? Bei Avellino Calcio in der Serie C? Wie Christian richtig anmerkte, gleichen die Trainingsanlagen der Serie A-Teams in aller Regel Fort Knox. Da ist es rein faktisch regelmäßig schon ausgeschlossen, etwas zu überwachen bzw. auszuspähen.

Und wenn doch, dann karikiert sich Eckert ja selbst, wenn er über den Verein verlautbaren lässt, es gäbe keine nennenswerten Vorteile durch dieses Ausspähen. Entweder Ausspähen bringt etwas, sodass du es veranlasst, oder es bringt nichts, wodurch dein Fehlverhalten in doppelter Hinsicht sinnlos wäre.

Alles in allem gibt er und der Verein eine extrem schlechte Rolle ab und kommt in der Besprechung viel zu gut weg. Insbesondere mit Blick auf die Drucksituation und das Ausbeutungsverhältnis ggü. des „Intern.“
Die Dunkelziffer der illegalen Trainingsbeobachtungen wird sich nämlich nicht mehr auflösen lassen und damit auch die Anzahl der Fälle, in denen weitgehend abhängige Leute zu Trainingseinheiten geschickt wurden. Da aber nun einmal der Regelbruch offenkundig ist und die EFL ein Exempel statuieren muss, um dieser Regel irgendeine Legitimität zu sichern, ist der Ausschluss vom Wettbewerb einfach folgerichtig.

Anderenfalls hast du nächste Saison 24-Teams, die über verschiedene Wege und Möglichkeiten versuchen, an Informationen zu Abschlusstrainingseinheiten zu kommen. Gerade in Fällen, in denen ggf. doch einmal 7-Tage statt 3-Tagen Vorbereitungszeit bleibt, wäre das dann das Ende der 72-Stunden-Regel bzw. ihrer wirksamen Durchsetzbarkeit, weil einfach jedes Team darauf setzen könnte, nicht erwischt zu werden.

Insbesondere mit Blick auf Sheffield Wednesday, das für den Regelbruch seines Eigentümers in dutzendfache Geiselhaft genommen wurde und viel härtere Strafen auferlegt bekam, als es der Ausschluss aus den noch nicht final gewonnenen Playoffs ist (verlorene Saison in der Championship aufgrund von Transfer-Embargo und Punktabzug, historisch schlechter de facto Zwangsabstieg samt Minuspunkten in Liga 3 sowie die Insolvenz des Clubs), steht das Maß der Sanktion einfach im Einklang mit einem Liga-Verband, der bei Regelverstößen schlichtweg eine harte Linie fährt.

Tonda Eckert und Southampton sind daher keine Opfer, sondern haben vielmehr systematisch und bewusst gegen klar und unmissverständliche Regelungen verstoßen. Dabei haben sie sich weitgehend austauschbarer aber extrem vulnerabler Interns bemächtigt, die zu systematischen wie wiederholten Regelbrüchen gezwungen wurden. Statt also einseitig den Blickwinkel des Täters einzunehmen, wäre es wohl angeraten, die Situation aus Sicht der Interns zu betrachten, die entgegen ihrer Interessen und mit massivem Druck konfrontiert zum Vehikel „ihrer“ Vereine und damit Arbeitgeber gemacht wurden. Klasse.

Hier wurden wiederholt und bewusst Regeln missachtet, die sich die EFL zur Verbesserung des sportlichen Wettbewerbs gegeben hat.

Alles andere sind Schutzbehauptungen, Ausflüchte und Ablenkungsversuche.

Abschließend noch zu Como:

Es mag so sein, dass die Geschäftsführung einem Teil der Fans Freikarten in Aussicht gestellt hat. Cool.
Angesichts der allgemeinen Ticketpreise/Situation sind das aber Brosamen und keine nennenswerten Zugeständnisse. Vielmehr soll ein Kern der organisierten Fanszene als Teil des zu vermarktenden Produkts bei Laune gehalten werden, während der Rest des Stadions zunehmend mit Event-Zuschauern ausgetauscht wird, die „Premium-Tickets“ im Bundle mit irgendwelchen Tourismus-Angeboten kaufen.

Wenn die günstigsten Tickets bei 85€ anfangen, dann hat das mit Fannähe nichts zu tun und ist das In-Aussicht-Stellen von Freikarten fast schon frech.
Der Allgemeinheit wird hier systematisch das Kulturgut Como Calcio entzogen, nur um dieser dann Champions League-Sand in die Augen zu streuen und den eingeschlagenen Weg als alternativlos darzustellen.

Am Ende des Tages profitieren einfache Leute bzw. Stadiongänger genauso wenig vom (Fußball-)Tourismus wie von der Marke „Lago di Como“. Die Tourismus-Branche offeriert vor allem Jobs im Mindest-/Niedriglohnsektor, wohingegen die fetten Gewinne an Investoren/Dritte abfließen und die noch verbliebene Zivilbevölkerung in Como zunehmend völlig überzogene Touri-Preise für die eigene Existenzsicherung aufbringen muss (Wohnen wird durch Airbnb und Co. teurer, Lebensmittel im Supermarkt erreichen bald Monaco-Niveau oder müssen gleich der Gastro-Branche weichen, öffentliche Dienstleistungen sind auf Touris ausgerichtet und kosten dementsprechend und am Ende des Tages kannst du dann mit deinem Mindestlohnjob 10 Stunden in irgendeiner Küche die lukullischen Speisen von Überreichen herrichten, um dann im Anschluss eine Stunde in deine überteuerte Wohnung fernab von Como zu pendeln, wo du dann gerade so über die Runden kommst. Dasselbe haben wir in Lissabon, Barcelona und auf Malle schon beobachten können und ist in Como noch einmal um das zehnfache potenziert).

Am Ende des Tages steht Como Calcio damit paradigmatisch für eine Form des Wirtschaftens, bei der alle gewinnen sollen, aber systematisch verschwiegen wird, dass ein ganz kleiner Teil extrem stark von diesem System profitiert, während die große Zahl der Menschen ein vergoldetes X für ein U vorgegaukelt bekommt.

Es bringt dem durchschnittlichen Como-Tifoso nämlich herzlich wenig, wenn sein Club nach Jahren in der Unterklassigkeit jetzt wieder in der Serie A und sogar Champions League spielen darf, er aber weder Zugang zum überteuerten Stadion noch zu ebenfalls überteuerten Streaming-Anbietern hat, weil er schlichtweg gerade so über die Runden kommt (oder nicht einmal das) und sich keine 70-100€ im Monat für Sky und DAZN-Abos leisten kann, weil er stattdessen überteuerte Touri-Preise für seine Alltagsbewältigung zahlen muss.

Am Ende des Tages ist Como das Sinnbild eines (Profi-)Fußballs, der sich vom Sinn und Zweck der Fanorientierung weitgehend entkoppelt hat und nunmehr allein einer fetischisierten Gewinnmaximierung dient.

Gleichzeitig dümpel Teams wie Livorno, Vincenza, Catania, Bari, Salernitana und Ascoli in der Serie C umher und müssen dort in einer der drei Staffeln Meister werden, um direkt in die Serie B zu kommen, oder in den Aufstiegsplayoffs zur Serie B 27 Teams hinter sich lassen, um am Ende von insgesamt 39 Spielen dann aufzusteigen…

Ganz zu schweigen von komplett untergegangenen Teams der Güteklasse Chievo Verona, AC Siena oder SPAL, die zwischenzeitlich in der totalen Versenkung verschwunden sind.

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Danke für deine interessante Einschätzung zu Como. Was ist denn eigentlich aus Chievo Verona geworden? Die waren doch lange so etwas wie das gallische Dorf in der Serie; habe den weiteren Werdegang nach dem letzten Abstieg aber nicht mehr verfolgt.

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Super Sendung, herzlichen Dank!

Insbesondere die Übersichtsblöcke über die gesamte Saison der vier Ligen haben mich sehr gut ins Bild gesetzt.
Dazu fand ich die Como-Geschichte besonders interessant. :+1:

Moin,

die spanischen und französischen Parts haben mir besonders gut gefallen.

Bei Uli Hebel ist mir etwas aufgefallen, wozu ich gerne eine Einschätzung vom Forum hätte:

Bin ich der Einzige, dem es bei Hebel fehlt, dass er noch ein paar Sätze verliert zu Aussagen wie >>Farkes Art - Gladbachfans wissen, was ich meine.<< oder >>Stach bei Leeds in der Kabine - das ist ja schon mal anders gewesen in Deutschland, zumindest gab’s da Gerüchte.<<?

Ich erachte mich als gut informiert, weil ich versuche viel Rasenfunk zu hören etc. aber ich weiß nicht, was er meint.

Die Grenze zum Geraune ist zwar noch nicht überschritten, aber durchaus nicht fern.

Oder bin ich da zu kritisch?

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Der Erfolg und schlussendliche Niedergang des kleinen Stadtteilteams aus Verona war eng verbunden mit dem Unternehmen Paluani, einem Süßwarenhersteller aus der Region - Pandoro, Panettone you name it. Neben den klassischen Oster- und Weihnachtskuchen war der Konzern in vielen Bereichen investiert. Vor allem aber in Chievo. Ohne Paluani kein Chievo und ohne Chievo kein Paluani hieß es irgendwann.

Problem: Der Fußball in der Serie A wurde immer teurer und selbst Sergio Pellissier konnte den Club 18/19 nicht mehr in der obersten Liga halten. 17 Punkte, Tabellenplatz 20 und einen Haufen Schulden, die es nun mit den Einnahmen der Serie B zu tilgen galt.

Problem: In der Serie B musst du viel Geld über Tickets einnehmen, was bei einem Schnitt von circa 9000 problematisch sein würde. Zudem machte Pellissier in Liga 2 nicht mehr weiter, beendete die Karriere nach 517 Spielen und 139 Toren für den Klub. Weniger als 20 Jahre nach dem „Chievo dei miracoli“ stand der Club vor dem Ende.

Sie haben sich noch zwei Jahre mit Müh’ und Not in der Serie B gehalten und sind dann während Covid Bankrott gegangen. Aufgrund dieses Bankrotts wurde der Verein komplett aufgelöst und Paluani, die 82.5 % der Anteile im Verein hielten war ebenso zur Aufgabe des Geschäfts gezwungen.

und dann?
Sturm-Legende Sergio Pellissier hat 2022 ein Crowd-Funding-Programm aufgelegt, um die Namensrechte zu erstehen und den Verein de facto neugegründet. Da du in Italien sehr leicht die Startlizenz von Teams kaufen kannst, die eigentlich sportlich qualifiziert für Liga-Wettbewerbe wären, konnte der neue Club unter altem Namen die letzten zwei Spielzeiten in der viertklassigen Serie D spielen.

Zukunftsprognose?
Eher mau - ganz ähnlich zu Livorno, Siena und Co.
Es bleibt abzuwarten, ob der sehr kleine Club zumindest wieder in die Serie C/B aufsteigen kann. Aktuell kommen wohl so 1500 bis 2000 Zuschauer zu den besseren Spielen, manchmal aber auch eher 500. Da der Club selbst zu Serie A-Zeiten Mühe hatte 10.000 Leute anzulocken und sich vor allem über Spieltagseinnahmen refinanzieren muss, ist ein Phönix-Flug eher unwahrscheinlich. Paluani und die damit verbundenen Millionen gibt es nicht mehr, der von 2003-04 bis 2013-14 in der Serie B und C spielende Stadtrivale Hellas ist mittlerweile wieder klares Zugpferd der Stadt/Region und konnte parallel zum Niedergang der Zuschauerzahlen Chievos die Zuschauerzahlen seit 2013 von circa 15.000 auf über 20.000 steigern. Da wird auch einiges an neueren Hellas-Fans dabei sein, die in der Vergangenheit ggf. zu Chievo gegangen wären, weil diese Anfang der 2000er einfach sportlich besser waren. Chievos Peak waren die drei Jahre, in denen Hellas in der Serie C gespielt hat: 2008-11. Da ging es von 7000 auf bisweilen 13.000 hoch, während Hellas von 2010/11 (circa 10.000) binnen zwei Jahren Serie B (14.000+15.000) in der Saison 2013/14 21.000 Fans anlocken konnte. Chievo fiel derweil mit dem Serie B-Aufstieg von Hellas wieder unter 10.000 und konnte sich bis zum Ende der Serie A-Phase nur noch auf 12.000 steigern, was bei einer Kapazität von 31.000 im Marcantonio Bentegodi halt etwas mau ist.

Warum ich jetzt den sonnigen Samstag in eine ellenlange Recherche gesteckt habe, sei nun einmal dahingestellt. Aber ich hoffe jedenfalls, dass dir die Notizen weiterhelfen :slight_smile:

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Ich fände es ja gut, wenn es KEINE WM-Vorschau gäbe. Mir ust für eine Millisekunde der kalte Schreck reingefahren, wie ich bei 48 Teams mindestens je 20 Minuten hätte bis Donnerstag hören sollen😅.

Naja hätte es eine gegeben, hätte ich mich auch nicht beschwert. Ich muss so etwas echt mehr als Angebot betrachten. Lg :flexed_biceps::victory_hand: