NT238: Vier Gegentore und ein Platzverweis

Wir haben mit

über das Spiel Deutschland – Schweden gesprochen. Wie hat euch die Folge gefallen?

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Tolle Sendung. War die Analyse, die mir gestern noch gefehlt hatte, vielleicht bin ich zu Rasenfunk-verwöhnt.

Ein Danke an die tollen Gästinnen und an Max. Ich mag gerade den Rasenfunk-Vibe dieses Turnier sehr. Neben der Analyse hat auch immer mal ein lockeres Wortspiel und gute Stimmung seinen Platz. Trotz des heute schwierigen Spiels das zu analysieren war.

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Nach gestern Abend habe ich so sehr auf diese Folge gewartet. Vielen Dank Euch Dreien für die interessante Sendung, die wir beim Frühstück oft unterbrochen haben, um die jeweilige Situation zu diskutieren.
Klasse Sendung. Wir teilen Eure Einschätzungen.
Die Kritik am Trainer und dem Trainerteam zieht sich wie ein roter Faden durch die Sendung. Trotzdem hätte ich das Thema gern noch ein bisschen mehr beleuchtet gesehen.
Christian Wück erschien mir vom ersten Spiel der EM an weit weg von der Mannschaft, distanziert, leblos am Spielfeldrand.
Carlotta Wamser hat mir bis zu ihrer Torwarteinlage gut gefallen, wie auch bisher.
Dass die Mannschaft nach der roten Karte geschockt war, war bestens zu verstehen, aber nicht, wie sie aus der Halbzeitpause zurück aufs Spielfeld kam. Und da geht mein Vorwurf an den Trainer.

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Häh Ann-Kathrin Berger hat eine gute 2te Halbzeit gesehen? Häh? Hat die das gleiche Spiel wie ich gesehen?

Was sagt Ihr dazu?

Edit: @GNetzer Grüße zurück von einem Austin-Powers-Fan :sunglasses:. Eine Schande das Mike Myers nie einen Teil 4 gemacht hat, wie gerüchtet wird.

Falls das am Anfang ein Wortwitz mit „rot“ war habe ich ihn nicht verstanden :sweat_smile:.

Edit2: Ich habe jetzt den Podcast u.a. in einer Kutschenfahrt von Schloss Neuschwanstein zurück gehört. Sehr voll, aber trotzdem wunderschön hier.

Sehr schöne Sendung.

Mir persönlich hätte noch ein stärkerer Vergleich der ersten 15 Minuten zum Rest des Spiels gefallen. In der öffentlichen Berichterstattung hab ich jetzt viel gelesen, dass mit der roten Karte das Spiel den Bach runter ging. Für mich war es mit dem 1:1 schon vorbei.

Davor haben die Spielerinnen endlich mal das gezeigt was ich von ihnen erwarte, schnelle, direkte Pässe. Sauber angenommen und weitergeleitet in den Lauf… Nach dem 1:1 war davon schon wieder nichtsmehr zu sehen, fand ich…

Und da hätte ich mich über mehr Analyse gefreut. Ich hab beim schauen nicht gesehen, ob Schweden umgestellt hat, die deutschen umgestellt haben im Versuch die defensive zu stabilisieren (da habe ich aufjedenfall gar nichts von gesehen), oder ob es andere Gründe gab. Oder waren die Vorraussetzungen gleich und es hat „einfach“ nicht mehr geklappt.

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Christian Wück hat in einer Medienrunde das hier gesagt:

„Das Spiel gegen Schweden habe ich mir inzwischen fünf- oder sechsmal angesehen“, sagte der Bundestrainer in einer Medienrunde in diesen Tagen: „Die ersten 15 Minuten dieses Spiels waren aus meiner Sicht die besten im ganzen Turnier. Wir hatten die Schwedinnen da, wo wir sie haben wollten, waren in diesem Spiel aber leider nicht effizient vor dem Tor.“

Also habe ich mir die ersten 15 Minuten auch noch einmal angesehen. Ich verstehe seinen Punkt: Offensiv gab es gute Momente, schöne Angriffe, gutes Gegenpressing.

Aber meiner Meinung nach zeigen die ersten 15 Minuten auch, warum das nicht lange gut gehen konnte.

Durch die hohe Positionierung (sehen wir gleich nochmal besser) von Bühl, konnte Schweden auf rechts Überzahl schaffen oder mindestens 2v2 mit viel Platz.

Mit einem einfachen Pass wird es zu einem 4v4 mit schwieriger Zuordnung, weil Knaack eigentlich reinziehen müsste, aber natürlich die Tendenz hat, Richtung Ball zu verteidigen.

Das ist schlecht, weil Schweden dann das macht:

Und so hat Asllani in der 3. Minute einen freien Schuss im Strafraum. xG-Wert 0,18 (also mittelgroße Chance). Sieht sie allerdings links die Mitspielerin, hat Deutschland ein Problem.

Wenig später setzen die Schwedinnen bei einem Einwurf Deutschland so unter Stress, dass er ungenau ausgeführt wird und beim Gegner landet. Es gibt nur Abstoß, weil eine Schwedin den Ball schlecht verarbeitet.

Kurz darauf wird wieder die hohe Positionierung von Linder und Bühl zum Problem:

Kaneryd ist weg und kann nach innen passen, wo der Lauf von Asllani überhaupt nicht aufgenommen wird. Der Pass ist zu ungenau, deshalb kommt Knaack ran.

Was super war: Das 1:0. Aber es entsteht in einer klaren Unterzahl. Ist also umso schöner herausgespielt, aber hier hatte Deutschland keinen systemischen Vorteil. Trotzdem super Tor, wollte auch was Positives hier lassen.

Mein Problem mit der Herangehensweise – und ich glaube das sage ich auch in dieser Sendung – war die Positionierung auf dem linken deutschen Flügel. Hier steht das Team in einem 424 aber ohne Zugriff auf die Schwedinnen, die entspannt aufbauen können. Und genau dorthin passen, wo es eine Überzahl gibt.

Das 1:1 wiederum entsteht durch Ballwatching von allen Spielerinnen, v.a. aber Rebecca Knaak.

Sie schiebt viel zu weit aus der Mitte raus. Es ist ein Raum von ca 40x40 Metern komplett unbesetzt.

Dort spielt Schweden rein und dann wird auch noch Berger auf dem falschen Fuß erwischt und reagiert nicht mal, als der Ball an ihr vorbei geht. (dachte vielleicht, Knaak macht diese Ecke mit ihrer Grätsche zu)

In einer weiteren Situation macht Senß das deutsche Zentrum auf, weil sie mit einer Einzelaktion Gegenpressing erzeugen will. Es passiert aber nichts.

Kurz darauf wieder: Eine Unterzahl auf dem linken Flügel.

Schweden spielt es dann aber nicht gut aus – in dieser Situation.

Fazit

Was ich hier mache, ist unfair: Alles Schlechte herauspicken.

Was Christian Wück macht, ist aber auch fahrlässig: Ein Narrativ schaffen, das sich mit der Realität nicht deckt.

Gegen Schweden war der taktische Plan auf Offensive ausgelegt und wurde defensiv ausgehebelt. Die Schwedinnen wiederum hatten offensiv einen guten Gedanken (Überzahl auf rechts, wie im zweiten Gruppenspiel schon) und defensiv sind sie ins ganz klassische 442 gefallen und das hat gut geklappt.

Ab der roten Karte ist das Spiel dann kaum zu analysieren. So wie das Frankreich-Spiel im Viertelfinale.

Im Halbfinale dann hatte Deutschland gute Chancen. Verloren hat man allerdings, weil das spanische Coaching-Team einen Stellungsfehler von Ann-Katrin Berger gefunden und an die Spielerinnen weitergegeben hat. Den Deutschen war das offenbar entgangen, oder sie haben es nicht mehr korrigiert bekommen in der kurzen Zeit (gerade in der Verlängerung lässt die Konzentration nach und alte Muster zeigen sich eventuell).

Ich würde mir eine kritischere Aufarbeitung des Turniers wünschen. Zumindest öffentlich gibt es die nicht.

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