Wir haben mit diesen Gästen auf die EM zurückgeblickt:
Und mit
über den Kicker-Podcast „verboten gut“ gesprochen.
Wie hat euch die Sendung gefallen?
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Ich hab mal eine Frage zu Spanien mit Hintergedanken
Was waren die Taktiken und verschiedenen Spielideen von Spanien?
Spanien war für mich spielerisch die beste Mannschaft, aber ich habe keine Ideen die von außen rein gebracht wurden.
(Emotionen oder Antrieb auch nicht)
Aber ich hab definitiv weniger Ahnung von Taktik als die meisten hier, darum die Frage,
gab es mehr als eine Spiel Idee ?
Da ja einige Male die talentfreien, klassisch deutschen Tugenden gelobt wurden. Lagen die denn durchgehend vor? Mir persönlich haben diese in der Vorrunde gefehlt. Gegen Polen und Dänemark habe ich nur wenig Feuer gesehen. Das Spiel gegen Schweden spricht für sich. Resilienz hat man da eher als „auch egal“ buchstabiert. Für mich hat es in dem Turnier daher nicht nur an Talent gefehlt, sondern in einer Mehrzahl der Spiele auch an den talentfreien Fähigkeiten. Erst als diese da waren, hat das Zuschauen wirklich Spaß gemacht.
Die Ausführungen zum Viertelfinalfluch der Französinnen lässt auch den Jubel nach dem Führungstreffer besser verstehen. Das war bestimmt auch Thema vorher in Frankreich.
Was mich noch interessieren würde wieso diese "Finisher:-Idee im Fußball nicht verbreiteter ist. Es sind doch starke Qualitäten, ein Spiel entweder von der Bank ändern zu können oder ein Spiel so zu beruhigen, dass nichts mehr passiert. Finisher sind also die, denen man den Abpfiff und die stressigen Situationen in der Endphase zutraut und keine Notstopfen.
Wie üblich eine super Folge die die für mich auch nochmal einen guten Überblick über alle Mannschaften gegeben hat.
Zu Deutschland:
Für mich unterscheiden sich die Bewertungen vor allem über die Erwartungshaltung vor dem Turnier. Wer vorher gesagt hat, „wir sind im Umbruch und nur mittelmaß, man kann momentan nicht so viel erwarten“, der wird zufrieden mit dem Turnier sein.
Wer (wie ich), noch daran denkt, dass Deutschland den europäischen Frauenfußball die letzten 20 Jahre dominiert hat und das Potential in den Spielerinnen sieht, der ist ziemlich enttäuscht worden. Dass Deutschland mit ach und krach das Viertelfinale übersteht (und ja auch schon die Gruppenphase nicht souverän gestaltet), das bin ich bei den Männern so gewohnt aber halt nicht bei den Frauen. Natürlich ist es einfacher von „nichts“ zu kommen und ein Grundniveau zu erreichen, als dieses Grundniveau nochmal zu verbessern. Aber dass der DFB sich hat so überholen und mMn auch abhängen hat lassen darf nicht einfach akzeptiert werden.
Wie Max kurz angeschnitten hat, als man so gespielt hat, wie man es wohl von Trainer- und Verbandsseite will, hat man sich gegen „schlechtere“ Nationen schwer getan und gegen Schweden einen Klassenunterschied aufgezeigt bekommen… Sich darauf zu berufen die „deutschen Tugenden“ werdens schon richten, kann für mich nicht der Anspruch sein…
Ganz anderes Thema, was mich aber beim zuhören zwiegespalten hat: Die Bewertung der mentalen Verfassung von Spielerinnen. Ich weiß es ist ein leidiges Thema. Niemand kann absprechen dass beim Leistungssport die Psyche eine wichtige Rolle spielt, aber das von außen zu bewerten finde ich kaum bis nicht möglich und damit Erklärungsansätze zu finden immer schwierig.
Vor allem bei der Besprechung von Frankreich ist es mir aufgefallen und es kann ja auch stimmen, nur kann es genauso überhaupt keine Rolle gespielt haben wie die letzten 5 Viertelfinale ausgingen und wir werden es nie wissen .
Größte Enttäuschung:
Dass die Parade von Berger als kein Moment des Turniers aufgetaucht ist . Für mich nämlich absolut der Moment des (deutschen) Turnierverlaufs. Die Torfrau die in der Vorrunde im öffentlichen Diskurs stark in der Kritik war, glänzt absolut und in einem der emotionalsten Spiele die ich je gesehen habe, noch einmal das I-Tüpfelchen auf eines herrausragenden Kampfes aller Spielerinnen.
In der KO-Phase waren alle Spiele sehr ausgeglichen, knapp und spannend.
Aber spielerisch war das manchmal nur noch Tennis. In der gegnerischen Hälfte schafft es kaum eine Mannschaft über drei Stationen zielgerichtet zu spielen. Wenn ein Pass mal ankommt, hat die Passempfängerin immer zu viel druck um den Ball zu verarbeiten. Fast jede Chance entsteht aus Fehlerketten.
Da bin ich mal auf die nächste EM gespannt. Bleiben die Top-Mannschaften weiter qualitativ so dicht bei einander oder werden manche Nationen auf einem ganz anderen Niveau spielen? Oder kommt irgendwo ein Trainer, mit einem neuen überlegenen Konzept?
also wenn ich zB an Real Madrid denke unter Ancelotti oder auch an Inter bis zum Halbfinale heuer (wo man genauso ständig über „unerklärliche“ und „unverdiente“ Siege gesprochen hat in den letzten Jahren wie jetzt bei England), dann finde ich, dass diese Idee schon durchaus verbreitet ist im Fußball. Vielleicht nicht bei den taktikgeschulten Analysten…
Im Einzelfall hast du recht. Gleichzeitig gibt es doch umso häufiger die Diskussion, aus welchen Gründen Spielerin/Spieler X nicht startet, obwohl es so gute Leistungen von der Bank gibt. Es gibt in der Wahrnehmung der Bedeutung eine eindeutige Tendenz, wie man Spielerinnen und Spieler bzgl. ihrer Bedeutung einschätzt. Und das ist die Startelf. Das ist von Medien- und von Fanseite. Und ich kann mich jetzt auch nicht dran erinnern, dass ein Trainer dann auf das taktische Element und die Bedeutung der Restspielzeit eingeht. Der Tenor ist eher: nah dran an der ersten Elf.
Das war ein wirklich sehr schöner Turnierabschluss!
Hat mich sehr gefreut.
Besonders aus meinem Schweiz-POV war das nochmal eine echt schöne Würdigung der Schweizerinnen, des Teams und all dem Heim-EM-Feeling.
Es hat mich wieder etwas versöhnt, nachdem die Schweiz in der Besprechung des Viertelfinale meinem Gefühl nach etwas zu kurz gekommen war (weil viel Deutsche-Perspektive).
Danke vielmals an Max und alle Gäste des Podcasts, es war eine sehr schöne Turniererfahrung mit und auch wegen des Podcasts.
Teilweise gibt es das ja. Aber du brauchst auch die richtigen Spieler dafür. Mit Petersen hatte Freiburg lange Zeit einen sehr guten Joker, der als „finisher“ kommen konnte, Kwasniok hat das in der letzten Saison mit Grimaldi gemacht. Er war genau der richtige, um in den letzten 20 Minuten nochmal reinzukommen und das Spiel zugunsten des SCP zu entscheiden.
ABer du brauchst halt Spieler, die auch bereit sind, diese Rolle zu spielen.
Finisher sind ja mehr als Joker. Ich kenne Sportler, nicht im Fußball, bei denen man regelrecht merkt, dass das Spiel jetzt eine neue Note bekommt. „Joker“ trifft es nicht. Die jungen Leute sagen „Cheat Code“ und das trifft es sehr viel eher, wenn da jemand plötzlich mit vollem Tempo und irren Ideen auf eine schon angestrengte Abwehr trifft. Ich habe auch schon erlebt, dass das Publikum nur wegen der Wechsel total angeheizt war, weil es wusste, dass gleich etwas passieren wird.
Im Fußball fällt mir auf höchstem Niveau fast nur Wirtz ein, dem ich zutraue, ein Spiel als Einwechselspieler komplett neu zu balancieren. Wenn Sané nicht so wankelmütig in seinen Leistungen wäre, hätte ich es bei der EM letztes Jahr für den Move gehalten, Wirtz von der Bank zu bringen. Aber das auch offensiv so erklären, dass er als fitter Spieler gegen eine Abwehr, die schon 50 bis 60 Minuten in den Knochen hat, noch mehr Schaden anrichten kann.
Ich halte es auch insbesondere im Fußball für ein Mentalitäts- oder eher Egoproblem, dass man sich als regelmäßig von der Bank eingesetzter Spieler degradiert fühlt und auch weniger Geld bekommt, obwohl man der ist, der die Kohlen aus dem Feuer holt.
Ich muss dann glaubich doch ein bissl Wasser in den Achtsamkeitswein schütten, denn was sich rund um die EM in England abgespielt hat, das war, nach allem was man hört, nicht nur wholesome, sondern vor auch ziemlich nationalistisch.
Da war auch in der BBC vor allem die Rede davon, wie proper English das Frauenteam doch sei, im Gegensatz zu den Männern.
Natürlich wurde proper English mit den üblichen fußballerischen Sekundärtugenden aka „talentfreien Bereichen“ verknüpft, die wir auch als angeblich „deutsche Tugenden“ kennen.
Aber im Subtext schwingen da gehörige Portionen Klassismus und Rassismus mit, denn die Elefantin im Raum ist, dass das Frauenteam, im Gegensatz zu den Männern, zum Großteil white, blond und middle class ist.
Das liegt natürlich nicht an proper English values sondern, wie wir spätestens seit dem großartigen Tribünengespräch mit Kathrin Längert und Lena Cassel wissen, an den Strukturen, die es Frauen und Mädchen aus der working class extrem erschweren, es in den Profifußball oder gar in die Nationalmannschaft zu schaffen, zumindest noch in der jetzt aktiven Generation.
Insofern ist die rassistische Kampagne gegen Jess Carter mMn auch schlicht die Kehrseite der proper English Medaille.
Das würde mich bei der BBC wirklich überraschen. Ist das nicht eher Deine freie Interpretation des Wortes proper? Ich sehe den Bezug auf „proper English“ wesentlich weniger kritisch, da es in England ja tatsächlich eine Wahrnehmung der Verdrängung des herkömmlichen Fußballstils durch die kontinentalen Trainer gibt und dies nicht von allen gemocht wird. Hast Du mehr als das Wort proper von der BBC gehört, was diesen Subtext unterstützen könnte? Oder war es nur ein bisschen zu viel Achtsamkeitswein ?
Hat mir sehr gefallen die Folge. Schöner Rückblick über doch alle Teams. Danke an euch Drei!
ich hab damit nicht gemeint, dass die BBC das bewusst mitdenkt, sondern eher, wie diese Debatte dann in der Öffentlichkeit weitergetragen wird. Ich war in der Zeit nicht in England, meine Evidenz sind nur die Gespräche im Guardian Football Weekly Podcast und diverser Medienkonsum, insofern kann es natürlich sein, dass ich hier übersensibel bin und die rassistische Hetze gegen Jess Carter ohne Kontext passiert ist. Kann ich nicht ganz glauben.
So hab die Folge jetzt endlich gehört. Wie immer gute Folge.
Lieber Max, was ich ergebnisoffen frage, weil ich es schlicht nicht weiß: Du sagtest ja sinngemäß, es kann nicht der Anspruch des Dfbs sein, gegen Spanien sich hinten rein zu stellen.
Da frage ich mich, ob für deinen Anspruch, besseren Fußball zu spielen, das Personal aktuell vorhanden ist? Bei der EM 2025 war meiner Meinung nach ein „Übergangskader“ da, nach den vielen Rücktritten verdienter Spielerinnen.
Man hätte wenigstens hoch pressen können.
Er hat doch auch in der Folge ausgeführt, auf Konter zu setzen ist ja okay, aber dann müssen halt die Konter strukturierter ausgespielt werden. Man kann ja argumentieren, dass die Spielerinnen nicht für den Ballbesitzfußball passen den sich manche Fans wünschen. Aber ein Konterfußball, der zumindest von außen, nur auf „Zufallsereignisse“ fußt darf meiner Ansicht nach nicht der Anspruch eines DFB Kaders sein.